Prison Break  Neverending Love

von AmyPond
GeschichteAllgemein / P12
Dr. Sara Tancredi Fernando Sucre Lincoln Borrows Michael Scofield
09.06.2017
26.04.2018
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09.06.2017 1.995
 
Kapitel 1


"Ich komm gleich nach", sagte Sara, an Jacob gerichtet, der in den Garten ging, als die den Telefonhörer abnahm.
"Scofield?", meldete sie sich.
"Wir haben Michael …", kratzte Lincolns raue Stimme aus dem Telefon.
Derart geschockt, hätte Sara beinahe den Hörer  fallen lassen.
"Unseren Michael?", fragte sie ungläubig.
"Ja. Sara, hör zu, er wurde vergiftet. Wahrscheinlich mit Frostschutzmittel … Er hat viel Blut verloren und er braucht dringend eine Transfusion …",
erklärte Lincoln seiner Schwägerin.
"Wenn es Frostschutzmittel ist, braucht er einiges mehr …"
"Wir sind auf dem Weg nach Kreta. Meinst du, wir finden dort medizinische Hilfe unter der Hand?"
"Nein, nein, nein, sowas könnt ihr nicht unter der Hand regeln. Michael braucht eine Infusion und Bluttransfusion. Er ist B negativ, nur Zwei Prozent
der Weltbevölkerung hat seine  Blutgruppe. Er ist tot, bevor ihr einen passenden
Spender gefunden habt außer … er kommt zu euch … ich ruf dich zurück." Schon hatte Sara aufgelegt und ging  nach draußen  zu Jacob.
"Ich muss gehen!"
"Was heißt das, du musst gehen? Wohin denn?"
"Lincoln hat Michael gefunden. Er wurde vergiftet. Ich glaube, ich bin die einzige, die ihm helfen kann … ich fliege direkt mit dem ersten Flug nach Kreta."
"Kreta? Was … wie … aber … und was ist mit Mike?"
"Ich nehme ihn mit. Es sind noch Ferien. Er wird sich freuen, seinen Dad kennenzulernen." Sara wollte ihren Sohn auf keinen Fall bei Jacob lassen.
Nach der Sache mit den Auftragskillern hörte sie auf ihren Instinkt und traute ihm nicht mehr.
"Hältst du das für eine gute Idee?"
Sara sah ihn fest an.
"Ich kann meinem Sohn nicht in die Augen sehen und ihm sagen, dass ich seinen Vater nicht gerettet habe, als ich die Chance dazu hatte."
"Das ist viel zu gefährlich. Und was ist, wenn ich nicht will, das du gehst?"
Geschockt sah Sara ihn an. Das konnte er nicht ernst meinen.
"Hab ich das gerade richtig gehört? Du willst mir verbieten zu gehen?", fragte sie mit wütendem Unterton.
Jacob zögerte einen Moment, ehe er antwortete.
"So hab ich das nicht gemeint."
"Gut", erwiederte Sara kühl.
"Ich finde nur, es kommt so plötzlich. Kaum meldet sich dein Ex, schon lässt du alles stehen und liegen!"
Sara sah ihn an, drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort zu ihrem Sohn. Der lag schlafend im Bett.
"Hey, Mike, mein Schatz." Sanft strich sie ihm über die Wange.
"Mum? Was ist los?", wollte er veschlafen wissen.
"Steh auf, zieh dich an und pack ein paar Sachen. Wir besuchen deinen Onkel Lincoln in Kreta", lächelte sie. Sofort erschien auf
Mikes Gesicht ein Grinsen, und er war hellwach.  Während er sich in Rekordzeit anzog und seine Tasche packte, suchte auch Sara ein paar
Sachen zusammen.
"Mum, kommt Jacob auch mit?", fragte Mike, der plötzlich bei seiner Mutter im Zimmer stand.
Jacob, der die Frage vom Wohnzimmer aus mitgehört hatte, antwortete: "Nein, ich habe leider noch einiges zu tun. Aber grüß deinen Onkel von mir"
Während sich Jacob und Mike herzlich voneinander verabschiedeten, fiel der Abschied zwischen Sara und Jacob eher kühl und distanziert aus.

In der Zwischenzeit halfen Whip und Lincoln Michael auf das Boot.
"Du hättest sie da nicht mit reinziehen dürfen …" murmelte Michael geschwächt.
"Halt die Klappe. Du siehst bald deine Frau wieder, die du seit sieben Jahren nicht mehr gesehen hast."
Die Gruppe sah Jar an, der keine Anstalten machte, aufs Boot zu steigen.
"Ich war mein Leben lang eingesperrt. Erst meine Wohnung, dann das Gefängnis … Ich fühle mich zum ersten mal so richtig frei.
Mir gefällt es hier. Ich könnte noch einmal von vorne anfangen. Wenn ihr mich nicht mehr braucht, bleibe ich hier."
"Du bist ein freier Mann, Jar, du bestimmst selbst über dein Leben", kam es von Michael.
"Ich verdanke dir mein Leben! Sieh zu, dass du wieder auf die Beine kommst. Und jetzt bringt euch in Sicherheit."
"Pass auf dich auf, Kumpel", brummte Lincoln und half seinen Bruder unter Deck.
Gerade als Jar gehen wollte, hielt Whip ihn auf.
"Hey, warte mal, Alter, ich muss das jetzt wissen. Du hast doch nicht wirklich die Asche von Freddy Mercury, oder?"
"Stimmt es, dass Keith Richards die Asche seines Vaters geschnupft hat?", stellte Jar die Gegenfrage.
"Keine Ahunung", gab sich Whip geschlagen.
"Genau. Bleib am Leben, Whip."
"Du auch, du koreanischer Hund", grinste er und ging unter Deck.
Endlich konnte das Boot ablegen.
In der Zwischenzeit hatte Lincoln es geschafft, seinen geschwächten Bruder ins Bett zu verfrachten.
"Linc?", durchbrach Michaels Stimme die Stille im Raum. "Wie weit ist es bis Kreta?"
"Zwölf Stunden. Wir werden dort direkt auf Sara treffen."
"Ich glaube, so lange habe ich nicht mehr …", stöhnte er, drehte sich zur Seite und verteilte seinen Mageninhalt auf dem Boden.
"Das wird schon. Sara kriegt dich wieder hin. Du musst nur durchhalten, das bist du ihr und Mike schuldig." Er reichte seinem Bruder ein Glas Wasser.
Michael trank ein paar Schlucke, ehe er Lincoln das Glas zurückgab und schließlich einschlief.
"Alles wird gut", flüsterte Linc und versuchte damit auch sich selbst zu beruhigen. Er hatte seinen Bruder nicht gefunden, um ihn direkt wieder
zu verlieren. So durfte es einfach nicht enden.
Einige Stunden später waren Mike und Sara in Kreta angekommen. Nun mussten sie nur noch
zum Hafen und dort auf die anderen warten.
Plötzlich klingelte ihr Handy, und sie zog es aus ihrer Tasche. Sie stellte fest, dass Jacob mehrfach versucht hatte, sie anzurufen. Auch einige
Nachrichten hatte er ihr geschrieben.
Hey Sara, es tut mir leid, was ich gesagt habe. Das war nicht so gemeint. Bitte glaub mir. Genervt verdrehte Sara die Augen, löschte die
Nachricht und öffnete die nächste.
Ich liebe und vermisse dich. Komm bald heim. XO XO Auch diese Nachricht löschte sie.
"Mum, war das Jacob?", fragte Mike, der wach geworden war, kurz nachdem sie ihn auf die Rückbank des Taxis gesetzt hatte.
"Ja, er wünscht uns viel Spaß", log sie und hoffte, dass Mike sie nicht durchschauen würde. Zu ihrer Erleichterung gab er sich mit dieser Antwort zufrieden.

Während die beiden noch eine lange Taxifahrt vor sich hatten, war nun Whip bei Michael.
Als er dessen Wunde reinigte, stöhnte Michael schmerzlich auf.
"Tut mir leid, Kumpel, aber das muss sauber bleiben", entschuldigte er sich, da Whip nicht so richtig wusste, was er tun sollte. Um seinen
Freund halbwegs bei Bewusstsein zu halten, sprach er einfach mit ihm.
"Wenn du gesund bist, hast du mir eine Menge zu erklären. Zum Beispiel, warum du mir nie gesagt hast, dass du eine Frau und einen Sohn hast,
Michael. Ich habe gerade deinen richtigen Namen genannt, Michael, und der klingt um einiges besser als Kaniel Otis. Weißt du eigentlich, dass ich
vom ersten Moment an, als ich dich traf, das Gefühl hatte, als würden wir uns schon ewig kennen? Es kam mir so vor, als hätte ich einen
verlorenen Bruder wiedergefunden. Doch als Lincoln hier auftauchte, fühlte ich mich in den Hintergrund gerückt …" So redete sich Whip
alles von der Seele. Er hatte keine Ahnung, ob Michael mitbekam, was er sagte, aber es tat gut, darüber zu reden.
Der junge Mann blickte auf, als das Boot mit einem Ruck zum Stehen kam.
"Bin gleich wieder da, Kumpel." Schon war Whip verschwunden; er sah, wie Lincoln einer Frau und einem Jungen aufs Boot half.
Beide umarmte er herzlich. Das waren also Michaels Frau und ihr gemeinsamer Sohn.
"Hey, ich bin Whip, ein Freund von Michael", stellte er sich vor.
"Hallo, ich bin Sara, und das ist Mike", lächelte sie. An Lincoln gerichtet, fügte sie hinzu: "Lincoln, auf ein Wort?" Rasch
entfernten die beiden sich ein paar Schritte.
"Wie ich sehe, hast du Mike mitgebracht. Michael wird sich freuen, seinen Sohn kennenzulernen."
"Ja. Ich wollte ihn nicht bei Jacob lassen. Er scheint ein falsches Spiel zu spielen deshalb traue ich ihm nicht mehr. Bitte sorg dafür, dass Mike
seinen Dad erst sieht, wenn er über dem Berg ist", bat Sara ihren Schwager.
"Hey Whip, zeig unserem kleinen Gast doch mal deine Kartentricks", rief Lincoln dem Jüngeren zu und brachte Sara dann zu seinem Bruder.
Kaum im Zimmer, hielt sich Sara vor Schreck die Hand vor den Mund. Sie konnte nicht glauben, was sie sah. Da lag Michael, ihr Michael,
verletzt, aber lebendig im Bett. Die ganze Szene wirkte so surreal, dass sie befürchtete, sie träume nur.
"Sara …" Erst Michaels Stimme riss sie aus ihren Gedanken.
Sofort ging sie zu ihm, beugte sich zu ihm hinunter und küsste ihn.
"Ich habe dich vermisst. Ich dachte, ich sehe dich nie wieder", flüsterte sie.
Michael, der seine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, griff nach ihrer Hand.
"Es tut mir leid", schluchzte er.
"Ich mach dich wieder gesund, und dann reden wir okay?" Stumm nickte Michael.
"Lincoln, kannst du mir den Garderobenständer reichen und mir den Stuhl hier herüber stellen?", fragte Sara und wischte sich die Tränen weg.
Sofort kam Linc ihrer Bitte nach. Sara zog sich Handschuhe an und wollte sich seine Wunde ansehen, doch Michael fing ihre Hand ab.
"Ruhig … ganz ruhig … hab keine Angst. Ich habe schon wesentlich Schlimmeres gesehen", lächelte sie. Er ließ ihre Hand los, und sie fing an, ihn
zu untersuchen. Sie gab Michael eine Spritze und legte ihm eine Infusion.
"Das ist ein Gegengift und Flüssigkeit", erklärte sie, bevor Linc fragen konnte.
Anschließend desinfizierte sie ihren eigenen Arm und legte sich selbst eine Kanüle. Erst jetzt bemerkte Lincoln, dass sich langsam eine
Blutkonserve füllte.
"Ich bin Null negativ; ich bin eine Art Universalspender. Sieht so aus, als wäre es Schicksal", lächelte sie, und ihre Augen glitzerten.
"Kommt er durch?", wollte Lincoln wissen, war sich abei aber nicht einmal so sicher, ob er die Antwort wissen wollte.
"Ja. Gib ihn ein paar Stunden, aber er wird wieder gesund", sagte sie zuversichtlich und ergriff Michaels Hand.

Einige Zeit war vergangen, und Mike war eingeschlafen. Sara saß noch immer an Michaels Seite und hielt seine Hand fest umklammert,
aus Angst, sie könnte ihn wieder verlieren. Auch ihre Augen waren ihr vor Erschöpfung zugefallen. Sie schreckte auf, als Michael sich
bewegte und sie ansah.
"Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken", entschuldigte er sich.
Sara strich ihm über die Stirn und stellte erleichtert fest, dass sein Fieber gesunken war. Das war gut.
"Ich hätte nicht gedacht, das ich dich wiedersehe …"
"Das war auch nicht der Plan …", murmelte Michael.
"Wieso?"
"Ich werde dir alles erzählen, was du wissen willst, aber vorher musst du mir einen Gefallen tun."
"Jeden."
"Zeig mir ein Bild von meinem Sohn", bat er seine Frau.
Sara stand lächelnd auf und holte ihr Handy.
"Du nennst ihn aber nicht Junior, oder?", fragte Michael grinsend.
"Ich habe dir doch versprochen, das nicht zu tun." Sie setzte sich wieder zu ihm und reichte ihm das Handy.
"Er ist ein toller Junge, und er ist dir so unglaublich ähnlich", sagte sie stolz, während Michael sich die Bilder ansah.
Bei einem Bild von Sara und Jacob veränderte sich plötzlich sein Blick.
"Was hast du?", fragte Sara besorgt.
"Das ist er … Dein Mann." Ihn schmerzte es, diesen Typen Saras Mann zu nennen.
"Jacob."
"Jacob ist Poseidon!", sprach er es aus.
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