Dear little Brother

von RamonaXX
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Captain Lewis Nixon Major Richard D. Winters
06.06.2017
06.06.2020
20
66.447
13
Alle Kapitel
62 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
06.06.2017 1.068
 
Hinweise:
Länge: 1.029 Wörter
Canon: Angelehnt an Part 1 „Currahee“, Ausbildung bei Captain Sobel
Timeline: 1942 in Camp Toccoa, 1943/44 in England und der Normandie


Wer ist Lewis Nixon?

Lewis Nixon unter den anderen Offizieren ausfindig zu machen, ist keine schwere Aufgabe. Mit seiner lauten, durchdringenden Stimme fällt der Mann mit der kräftigen Statur und den breiten Schultern sofort auf.

Ein rundes, volles Gesicht; ein gelegentlich gestutzter Dreitagebart, der Wangen und Hals bedeckt und sich als dunkler Schatten über die Oberlippe zieht; sowie zwei dichte Augenbrauen, die oft mehr über seine Gedanken verraten als er glaubt kontrollieren zu können – das ist Nixon.  

Seine kurzen, schwarzen Haare stellen sich von Zeit zu Zeit widerspenstig an. Selbst wenn er sie gewissenhaft zur Seite kämmt, fällt ihm sein fransiger Pony immer wieder in die Stirn.

Im Blick von „Nix“ – wie er von seinen Freunden genannt wird – liegt stets etwas Warmes. Bei all der Kraft und Entschlossenheit, die er ausstrahlt, ist in seinen tief braunen Augen niemals Kälte zu finden. Es kann der dunkelste und längste Tag von allen sein, ein Lewis Nixon würde immer noch aufstehen, vor die Männer treten und sie mit einer treffenden sarkastischen Bemerkung zum Schmunzeln bringen.

Er ist keiner dieser Pedanten, die darauf versessen sind nach Dienstschluss ihre Rangabzeichen zu polieren. Lieber macht sich Nixon auf die Suche nach einer ordentlichen Flasche Whiskey und jemandem mit dem er sie leeren kann – was er notfalls auch alleine tut.

Wenn die Situation es erlaubt, dann lässt er es locker angehen. Das betrifft sowohl den Umgangston mit den Unteroffizieren als auch mit der Mannschaft. Er hat die Erfahrung gemacht, dass man auf dem kurzen Dienstweg schneller als Ziel kommt. Überhaupt sind ihm die ganzen Regeln und Vorschriften im Militär viel zu unbequem.

Wenn jedoch der Colonel der an der Front auftaucht, weiß er sich korrekt zu kleiden und zu verhalten.

Fachlich macht dem ausgefuchsten Stabsoffizier so schnell niemand etwas vor. Nixon kennt die Grenzen seines offiziellen Handlungsspielraumes sehr genau und weiß um die Mittel und Wege diese auszureizen. So sagt man ihm beispielsweise nach, dass er ein weitverzweigtes Netz aus Kontakten unterhält, die er bei Bedarf anzapfen kann.


Die Idee Fallschirmjäger zu werden, überkam Nixon eines Tages in einer Kneipe an der Theke. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee. Er erzählte seinem Freund Winters davon und kurzerhand meldeten sie sich zur Ausbildung an.

Die folgenden 712 Tage, die sie unter dem pedantischen Captain Sobel durchlebten, schweißten sie fest zusammen. Ihr skrupelloser Ausbilder jagte sie mehrmals täglich unter dem Motto: „Currahee!!“ den gleichnamigen Berg nahe dem Camp hinauf. Drei Meilen rauf, drei Meilen runter. Ob mitten in der Nacht, bei strömendem Regen, mit vollem Magen oder leeren Feldflaschen.

Nixon war dieses Training vom ersten Tag an gegen den Strich gegangen, doch sein Wunsch zu den großartigen Fallschirmjägern zu gehören, wurde durch den harten Drill nicht gebrochen.

Er fand es immer bemerkenswert, mit welcher Selbstdisziplin sich Winters den sadistischen Methoden von Sobel entgegenstellte. Zu gerne hätte er sich davon eine Scheibe abgeschnitten, aber die Sache mit der „Zucht und Ordnung“ war noch nie seine gewesen. Winters hingegen schien diese Eigenschaft praktisch angeboren zu sein.

Nixon war schon früh klar gewesen, dass sein pflichtbewusster Freund mal die große Karrierechance bekommen würde, während er selbst wahrscheinlich im Hintergrund blieb. Für ihn stand das Abenteuer im Mittelpunkt. Fallschirmjäger sein, aus Flugzeugen springen und dafür auch noch gut bezahlt werden – was konnte es aufregenderes geben?

Zu einem Anführer fühlt er sich nicht berufen. Gewiss, er war fähig Entscheidungen zu treffen und konnte sich durchsetzen, aber seine wahren Stärken lagen woanders. Das erkannten auch seine Vorgesetzten und machten aus dem First Lieutenant nach dem ersten Ausbildungsteil einen Nachrichtenoffizier. Nixon war das nur recht. Mit seinem Organisationstalent und seinen Fähigkeiten als gewieftes Schlitzohr war er auf dieser Position genau richtig aufgehoben.  

Sein neuer Dienstposten verschaffte ihm einige Vorteile, so wusste Nixon beispielsweise schon auf der Zugfahrt nach Brooklyn, dass das gesamte Regiment verschifft und nach England gebracht werden würde.

In England selbst trennten sich die Wege der zwei Offiziere zeitweilig. Winters trainierte mit seiner Einheit im offenen Gelände und Nixon brütete über Landkarten und arbeitete sich in die Pläne für die Operation „Overlord“ ein.  

Dann und wann liefen sich die beiden Freunde über den Weg und Nixon staunte nicht schlecht als er mitbekam, dass Sobel Winters wegen einer lachhaften Kleinigkeit vors Kriegsgericht bringen wollte. Das Ende vom Lied war, dass die Unteroffiziere der Easy-Kompanie geschlossen ihren Rücktritt verkündeten und so Winters’ Teilnahme als Zugführer an der Operation erzwangen.

Sobel wurde versetzt, was Nixon sehr begrüßte. Je weiter dieser selbstverherrlichende Arsch von Kompaniechef weg war, desto besser würde es für Winters und seine Männer laufen.    

Die kurze Zeit auf dem Flugfeld von Upottery war arbeitsreich für Nixon gewesen. Als Nachrichtenoffizier führte er die anderen Offiziere in die taktische Vorgehensweise ein und erklärte den geplanten Ablauf. Auf das herbeigesehnte Abenteuer musste er dennoch nicht verzichten. Es erfüllte sich für ihn am Tag aller Tage. Irgendwo über der Normandie sprang Nixon am 6. Juni 1944 in die Nacht…


Momentan ist Nixon auf dem Weg sich einen Namen als Stabsoffizier zu machen. Sein Hang zum Alkohol, den er gerne herunterspielt, steht ihm dabei gelegentlich im Weg. Und wäre Winters nicht in seiner Nähe, würde es ihm wohl bedeutend schlechter gehen. Dennoch ist Nixon die treuste Seele, die man sich vorstellen kann.

Er erfreut sich großer Beliebtheit unter den Männern und ist für gewöhnlich zu Scherzen aufgelegt.

Als Nachrichtenoffizier des Bataillons ist sein Platz in der zweiten Reihe. Was bei Winters in der ersten Reihe vor sich geht, beobachtet Nixon aufmerksam durch sein Fernglas. Ist das Gefecht jedoch erst einmal vorüber, kann ihn nichts davon abhalten nach vorne zu gehen um sich selbst ein Bild der Lage zu verschaffen.

Er würde es wohl niemals offen zugeben, aber antreiben dazu tut ihn vor allem die Sorge um seinen Freund. Erst wenn Nixon sich davon überzeugt hat, dass Winters unversehrt und wohlauf ist, kehrt er mit den gewonnen Informationen zurück um seine Arbeit fortzusetzen.

Wer versucht Lewis Nixon in drei Worten zu beschreiben, der wird höchstwahrscheinlich bei loyal, temperamentvoll und zuverlässig landen.

Er steht mit voller Solidarität zum Bataillon, der Easy-Kompanie und Winters. Er nimmt nie ein Blatt vor den Mund, wenn er etwas zu sagen hat. Und wenn er verspricht etwas zu erledigen, dann empfindet er dieses Versprechen auch als bindend.
Review schreiben