Sequel - Nach dem Serienfinale

von TB371
GeschichteAllgemein / P16
04.06.2017
18.03.2018
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Als Patrick im zweiten Stock des FBI Office aus dem Aufzug trat, wusste er, dass etwas nicht stimmte. Er spürte es ganz deutlich, als sein Team und die Agents Alanna Chang ihn ansahen. Deshalb warf der Blonde einen unruhigen Blick zu Teresa neben ihm. Sie hatte die Stirn gerunzelt, war offensichtlich auch beunruhigt. Das Paar beeilte sich, zu seinen Kollegen zu kommen – und entdeckte einen Umschlag, den Chang in den Händen hielt. Er war eingetütet und das Papier war vermutlich dasselbe wie das, auf dem der Blue-Smiley-Killer ihnen seine erste Nachricht hatte zukommen lassen.

„Ein weiterer Brief?“, fragte Jane leise und Chang nickte, bevor Teresa wissen wollte, aus welchem Grund noch keiner den Umschlag geöffnet hatte. „Wir… wollten warten, bis Sie da sind“, meinte Alanna und schluckte. „Der Brief ist an Sie adressiert, Mr. Jane.“ Mit diesen Worten hielt sie dem FBI-Berater die Tüte hin und murmelte, dass die Spuren schon gesichert worden seien. „Wann kam der Brief denn?“, fragte Teresa alarmiert und Agent Chang erläuterte: „Vor dreißig Minuten wurde der Umschlag mit der Post gebracht – keine verwertbaren Spuren!“

„Okay“, machte Teresa matt und sah zu, wie Patrick mit besorgter Miene den Umschlag aus der Tüte nahm, öffnete und den darin befindlichen Brief entfaltete. „Lieber Mr. Jane“, begann er das Vorlesen, „Erinnern Sie sich an meine erste Nachricht? Dort schrieb ich, dass Sie mir einen Namen gegeben haben, mit dem ich nicht zufrieden bin. Heute will ich Ihnen meinen richtigen Namen sagen.“ Jane pausierte kurz und zog dann scharf die Luft ein. Sein Herz begann schneller zu schlagen und seine Kehle schnürte sich bedenklich zu.

„Red John ist tot, aber sein größter Bewunderer lebt noch! Ich bin nicht der Blue Smiley-Killer, sondern Blue John! Schluss mit den ruhigen Jahren, nehmen Sie sich vor mir in Acht, Mr. Jane!“, sagte er dann ruhig und Teresa riss ihm den Brief aus der Hand um die Worte ungläubig selbst zu lesen. „Oh mein Gott“, stammelte sie und sah ihren Ehemann an. Jane taumelte einen Schritt zurück. Er hatte es gewusst! Das Gefühl, dass noch etwas Schlimmes den Fall betreffend passieren würde, hatte ihn nicht betrogen! Ein Bewunderer von Red John, ein Komplize von Red John, ein Freund von Red John. Ein Feind von Patrick Jane, ein Feind von seiner Familie. Ging nun wieder alles von vorn los? Hatte „Blue John“ es wirklich auf ihn, Patrick Jane und seine Familie mit Teresa Lisbon abgesehen?

Patrick schoss durch den Kopf, wie er Red John in der Kirche getroffen hatte. Sie hatten miteinander gesprochen, dann gekämpft. Red John war verletzt geflüchtet und Jane hatte ihn verfolgt. Irgendwo hatte er den Sheriff schließlich gefunden. Jane hatte noch nie so viel Wut empfunden, wie in dem Moment, als Red John ihm gesagt hatte, dass er den Mord an Angela und Charlotte nicht bereute! Niemals zuvor war ihm so bewusst gewesen, wie sehr er Red Johns Tod wollte! Aber dann, als er ihn getötet hatte, war der Zorn großer Befriedigung gewichen! Er hatte seine Rache vollendet – und das sollte nun alles umsonst gewesen sein?! Nein!

„Cho!“, rief Jane und setzte sich in Bewegung, Chang drückte er einfach beiseite und lief in schnellen Schritten auf das Büro seines Freundes zu. Ohne anzuklopfen trat der Blonde ein und schrie Kimball förmlich an: „Ich ein Safe House für mich und meine Familie, Polizeischutz rund um die Uhr und eine Streife vor meinem Haus! Ich will, dass meine Familie beschützt wird! Ich will, dass dieser Blue John meiner Frau und meinen Kindern nicht zu nahe kommt! Hast du mich verstanden, Kimball Cho?! Du wirst das alles in die Wege leiten und zwar sofort!“ Cho starrte Patrick, der flach atmete und Tränen in den Augen stehen hatte, entgeistert an.

„In Ordnung, ich organisiere ein Safe House, Agents und stelle eine Streife vor euer Haus am See“, meinte er dennoch ruhig und wählte eine Nummer. Jane hatte sicher einen guten Grund, das Geforderte auch zu bekommen. Cho vertraute Patrick Jane. Doch er war besorgt, denn seinem langjähriger Kollege und Freund stand das pure Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Während des Telefongesprächs ließ Cho Jane nicht aus den Augen und nachdem er aufgelegt hatte, wollte er wissen: „Was ist passiert?“ In diesem Moment kamen Lisbon und Chang dazu und die Brünette ging mit zitternden Händen, die ein Papier hielten, auf den Schreibtisch zu, um Kimball einen Brief zu geben. Der studierte ihn und legte die Stirn in Falten, bevor er von Jane zu Lisbon zu Chang sah und meinte: „Oh!“ „Mehr hast du nicht zu sagen?!“, rief Lisbon zornig und stieß Chos Schreibtischlampe um.

„Teresa!“, ermahnte Kimball Cho und stand auf, um zu seufzen, bevor er sagte: „Ich weiß, es ist kein Trost, aber bisher haben wir keinen Anhaltspunkt, dass es sich bei Blue John um mehr als einen Mann oder eine Frau handelt, die versucht, Red John auf seine eigene Art und Weise zu ersetzen. Aber selbst wenn das ein Freund von Red John sein sollte… Es gibt eine klare Drohung gegen dich, Patrick, aber nicht gegen eure Familie, Teresa!“ „Na und?! Denkst du, das macht es besser?!“, reagierte Patrick bissig und Cho verneinte prompt. „Dieser Brief ruft viele Erinnerungen in uns wach und wir haben Angst, dass es wieder beginnt!“, meinte er dann und blickte Lisbon und Jane abwechselnd an. „Aber wir können nur gewinnen, wenn wir nicht in Panik verfallen. Wir müssen ruhig bleiben, damit wir einer Konfrontation mit dem Blue Smiley-Killer… Blue John professionell gegenübertreten können!“

„Ist das dein Ernst?!“, flüsterte Jane mit erstickter Stimme. „Ruhig? Professionell?“ Cho schluckte mehrfach. „Wir müssen es zumindest versuchen“, murmelte er schließlich schulterzuckend und Lisbon empörte sich: „Du weißt genau, dass er das nicht kann! Dass wir das nicht können!“ „Red John ist tot, aber sein größter Bewunderer lebt noch! Wenn das wahr ist, sind wir alle in Gefahr! Ich werde nicht noch einmal zulassen, dass man mir das Liebste im Leben nimmt, Kimball!“, blaffte Jane förmlich, bevor er sich an Teresa wandte: „Du bleibst hier, Schatz! Bleib immer in Gesellschaft von mindestens zwei Agents! Ich fahre mit Andrews und Silver zu den Kindern und danach zu Miranda!“ „Was?!“, fragte Teresa mit schriller Stimme und starrte ihren Mann an. Der küsste ihre Stirn und meinte liebevoll: „Wir werden zu neunt zurück ins Office kommen und gemeinsam zum Safe House fahren!“ „Okay…“, murmelte Teresa nur und stützte sich plötzlich erschöpft an einem Sessel vor Chos Schreibtisch ab.

Jane zeigte nun mit dem Finger auf Cho und wies ihn energisch an: „Du passt auf meine Frau auf, Kimball! Du bist für sie verantwortlich, bis ich zurück bin!“ Mit diesen Worten rannte er aus dem Büro und befahl Silver: „Los, kommen Sie! Wir fahren mit Andrews zu mir nach Hause!“ „Ist das mit Cho abgesprochen?“, mischte sich Andrews ein und Jane stöhnte ungeduldig. „Was meinen Sie, wieso ich in seinem Büro war?!“, erwiderte er ungehalten und Parker schnaubte höhnisch: „Um ihn anzuschreien! Dass ein Berater so mit einem Supervisory Agent umgeht, scheint die neue Mode zu sein!“ Noch eine Sekunde sah Jane Parker an, dann holte der Blondschopf aus, verpasste seinem Kollegen einen Kinnhaken und packte ihn schließlich fest am Kragen, um zu knurren: „Sie und Hamilton begeben sich sofort zu meiner Frau, um Sie zu beschützen! Und merken Sie sich gut, was ich jetzt sage: Sollte ihr etwas passieren, weil Sie diese Aufgabe nicht ernst nehmen, dann werde ich mit Ihnen dasselbe anstellen!“

Wirbelnd drehte Patrick sich anschließend um und meinte mit hartem Tonfall: „Andrews! Silver! Mitkommen!“ Damit lief er in Richtung Aufzüge, drückte wie verrückt auf dessen Knopf, bis die Türen aufsprangen und wurde halb verrückt, bis die beiden Agents eingestiegen waren, und er eilig ins erste Stockwerk fahren konnte. Während der Aufzug fuhr, ging Patrick unruhig hin und her, schwitzte und brannte förmlich Löcher in die Anzeige des Geschosses.


Die Bus-Tür knallte zu. Patrick lief mit Silver über die Straße und klingelte Sturm bei „Fox“, bevor er Miranda Stimme hörte. „Wer ist denn da?“, fragte sie zaghaft und Patrick keuchte aufgeregt, dass er es sei, bevor er anfügte: „Es ist dringend!“ Mirandas Antwort war ein Brummen, das die Öffnung der Haustür signalisierte. Daraufhin stieß Silver das schwere Metall auf, ließ Patrick vor und die beiden eilten die Treppe rauf ins richtige Stockwerk, wo Miranda schon ihm Türrahmen stand. „Hey…?“, machte sie verwirrt, als Patrick vor ihr zum Stehen kam. „Ein Glück, dass euch nichts passiert ist!“, atmete er auf, dann drängte er sich an der Blondine vorbei in die Wohnung.

Dort fand er das Schlafzimmer innerhalb von Sekunden, schnappte Mirandas Reisetasche aus dem Schrank und warf in Windeseile Kleidung hinein. „Darf ich fragen, was du da machst?!“, empörte sich Alex‘ Witwe und Patrick erläuterte knapp: „Du kommst mit mir und meiner Familie in ein Safe House des FBI! Alles Weitere sage ich dir später! Versuch‘ bitte, dich nicht aufzuregen! Denk an das Baby!“ Miranda nickte leicht und man sah ihr an, dass sie von einer Gänsehaut heimgesucht wurde. Doch die Mittfünfzigerin blieb dort, wo sie war, stehen und langte in die Schubladen, um Socken und Unterwäsche an Patrick weiterzureichen.

Der nahm die Sachen mit zitternden Fingern entgegen, stopfte sie dazu und sah sich einmal im Raum um. Dabei fiel ihm ein Bild auf Mirandas Nachttisch auf: Es zeigte seinen Vater im Anzug und Miranda in einem schlichten weißen Kleid. Die Hochzeit des Paares, schlussfolgerte der blonde Berater und legte er behutsam auf die gepackten Dinge, bevor er die Reisetasche schloss und Mirandas Hand griff. „Lass uns gehen!“, murmelte er nur, zog die Blondine mit sich und verließ mit ihr und Silver die Wohnung, um wenige Minuten später in den Bus zu steigen. Miranda musste Paul auf den Schoß nehmen, so wie Anthony auf Patricks Knien und Peter bei Tagesmutter Marcy saßen, aber das interessierte keinen.

Viel wichtiger war, dass der von Andrews gesteuerte Bus wieder sicher auf dem Parkplatz des FBI Office von Austin landen, die Gruppe aussteigen und inklusive Gepäck ins Gebäude gehen, in den Aufzug steigen und auf der zweiten Ebene ankommen konnte. Patrick Jane war so erleichtert, als er seine Frau unversehrt in der Mitte von Hamilton, Parker und natürlich Cho im großen Glas-Büro sitzen sah. „Dort hinein“, zeigte er mit dem Finger auf die dazugehörige Tür und Miranda ging vor, bis sich Ella an ihr vorbeidrängte, um freudig auf ihre Mutter zuzulaufen. Diese rang sich ein mildes Lächeln ab, schluckte dann und blickte zu Patrick. Der verstand sofort und meinte leise: „Ich muss noch etwas allein mit Teresa besprechen, entschuldigt uns kurz!“
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