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Tränen, Schicksal und Träume

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Alexander Kahnweiler Dr. Martin Gruber Dr. Vera Fenrich Elisabeth Gruber Hans Gruber Lilli Gruber
04.06.2017
12.02.2021
24
21.191
4
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19.08.2017 648
 
Klara schaut Martin fragend an, während sie ihm gegenüber Platz nimmt. "Klara, ich vorhin mit der Lehrerin von der Lilli  telefoniert und alles geklärt. Du kannst am Montag dort am Unterricht teilnehmen." Ein Strahlen überzieht Klaras Gesicht. "Wirklich?" Martin lächelt sie nun an. "Ja. Kaum zu glauben, dass du dich so auf die Schule freust - die Lilli ist immer wenig begeistert, wenn die Ferien vorbei sind..." Klaras Augenbrauen ziehen sich für einen Moment nachdenklich zusammen, bevor sie erklärend ansetzt. "Ich mochte die Schule eigentlich immer... Bevor ich auf diese Internat kam..." Martin entschließt sich, dieses Thema nicht weiter zu vertiefen und wechselt das Thema. Mit einem Nicken in Richtung des Eckregals wendet er sich wieder Klara zu. "Hast du die Bücher schon angesehen?" Im oberen Regal habe ich meine Chemiebücher untergebracht. Da ist so ziemlich alles dabei, von Schulbüchern bis zu meinen Büchern aus dem Hauptstudium. Er steht auf und geht zu dem Regal, Klara folgt ihm langsam. Er greift eines der Bücher hervor und gibt es Klara. "Das hier ist ein gutes Buch für den Anfang. Da ist so ziemlich alles Grundlegende erklärt. Klara schaut auf den Titel "Mortimer. Chemie" liest sie laut vor und blättert langsam durch das Inhaltsverzeichnis des Buches. "Das klingt gut. Darf ich es mit auf das Zimmer nehmen?" Martin nickt. "Natürlich." Dann wendet er sich wieder dem Regal zu. "Hier unten stehen die Bergbücher von meinem Vater. Auch hier greift er zielgerichtet nach einem Buch, das unscheinbar zwischen vielen Bildbänden steht und gibt es ihr. "Heinrich Harrer. Die Weiße Spinne" liest Klara auf dem Vorsatzblatt. Sie schaut Martin in die Augen. "Blätter mal weiter." fordert er sie auf. Klara blättert eine Seite weiter und sieht dort eine persönliche Widmung mit der Unterschrift aller Erstbesteiger der Eiger Nordwand. "Dem jungen Gipfelstürmer zur Ermutigung und Mahnung. Viel Erfolg und Sichere Widerkehr auf all deinen Touren!", liest Klara abermals laut vor. Unbemerkt sind Hans und Lisbeth in das Zimmer getreten. Als Lisbeth sich nun leise räuspert blickt Klara erschreckt auf. "Klara, dieses Buch hat mein Mann als kleiner Bub persönlich von den Erstbesteigern der Eigernordwand bekommen. Er hat damals ein Treffen mit ihnen bei einem Preisausschreiben gewonnen... Er war genauso bergverrückt wie Du..." Klara schaut das Buch ehrfürchtig an bevor sie Lisbeth in die warmen braunen Augen schaut. "Das wusste ich nicht. Es tut mir leid.", sie will Martin das Buch wieder zurückgeben, als Lisbeth sie unterbricht. "Klara, dieses Buch bedeutet weder mir noch meinen Söhnen viel. Es ist eine Erinnerung an meinen Mann, mehr nicht. Magst Du es haben? Was ich vorhin von Roman gehört habe, lässt mich vermuten, dass du dich nicht nur für die Berge, sondern auch für die Geschichte dahinter interessierst. Und ich würde es gerne in gute Hände weitergeben." Klara schaut Lisbeth ungläubig an. "Ist das dein Ernst? Solch ein Buch ist doch unglaublich wertvoll. Das kann ich doch niemals annehmen!" Nun klinkt auch Hans sich in das Gespräch ein. "Doch Klara, das kannst du. Die Mama möchte, dass das Buch zu jemandem kommt, der es liest, der schätzt, der in ehren hält. Und das ist bei dir der Fall, denken wir." Klara schaut nun noch zu Martin, der ebenfalls bestätigend nickt. Dann stürzt sie auf Lisbeth zu, mit den Tränen kämpfend, und umarmt sie stürmisch. "Danke! Vielen, vielen Dank!" Lisbeth nimmt Klara in den Arm und drückt sie fest. "Ich denke, es ist Zeit, ins Bett zu gehen, morgen wird ein aufregender Tag. "Klara nickt folgsam. "Danke für alles, ihr seid wirklich unglaublich lieb!" Mit den beiden Büchern im Arm verlässt sie den Raum und geht die Stufen hinauf, um sich für das Bett fertig zu machen.
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