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Tränen, Schicksal und Träume

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Alexander Kahnweiler Dr. Martin Gruber Dr. Vera Fenrich Elisabeth Gruber Hans Gruber Lilli Gruber
04.06.2017
12.02.2021
24
21.191
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07.07.2017 726
 
Das Abendessen verläuft ruhig und entspannt. Es wird wenig gesprochen, während jeder seinen eigenen Gedanken nachhängt und den Tag Revue passieren lässt.  Schließlich ist es Hans, der Stille durchbricht. "Klara, hat Martin Dich schon gefragt, ob Du morgen bei unserer Bergwachtübung zuschauen magst?" Klara schaut von ihrem Teller auf und sieht Hans strahlend an. "Ja, hat er. " "Und, magst Du?" Klara nickt. "Ja, klar. Was übt ihr denn?" Hans denkt kurz nach, bevor er antwortet. "Morgen üben wir, denke ich, die Bergung mit Flaschenzug und die Bergung mit Winde." Klara nickt erneut. "Das klingt interessant. Da komme ich gerne mit und schaue. Brauche ich noch irgendwas an Ausrüstung?" Hans schüttelt den Kopf. "Bergstiefel und Klettergurt hast Du ja, alles andere haben wir da. Aber Du denkst daran: Du schaust nur zu und machst keine Dummheiten." schaut er sie nun fragend an. "Natürlich. Man kann auch vom Zuschauen etwas lernen.", grinst sie nun. Nun klinkt Lisbeth sich in das Gespräch ein. "Hans, nun sei mal nicht so streng. Die Klara wird Euch schon nicht bei Eurer Übung stören. Oder Klara?" Klara schüttelt den Kopf, mit bittendem, angstvollem Blick, dass Hans sich sein Angebot noch anders überlegen könnte. "Naaa, schon gut. Ich möchte nur nicht, dass dir irgendwas passiert." "Mensch Papa, die Klara ist doch bisher immer ganz vernünftig gewesen..." Hans schaut seine Tochter an. "Was man von Dir nicht unbedingt behaupten kann. Hast Du für die Klassenarbeit gelernt?" Lilly schaut ihrem Vater leicht trotzig in die Augen. "Ja, habe ich. Und die Klara hilft mir gleich noch dabei, den Rest zu verstehen. Stimmt's Klara?" Klara blickt zwischen Lilly und Hans hin- und her. "Ja." Hans ist leicht irritiert, da er im Hinterkopf hat, dass Klara nach Aussage des Internats aktuell ziemlich schlecht in der Schule ist. "Kannst Du das denn schon alles?" "Klara nickt. Ja, habe ich alles schon letztes Jahr gelernt." Lilly nutzt die Gelegenheit um Klara unterzuhaken und gemeinsam mit ihr aufzustehen. "Ihr entschuldigt uns? Wir müssen jetzt lernen." Und damit sind die beiden Mädchen auch schon aus der Küche verschwunden.

Als Martin zwei Stunden später von seinem Patienten zurückkehrt, findet er Hans und Lisbeth auf der Bank vor dem Haus vor. "Und, alles in Ordnung?" fragt er seine Mutter. Lisbeth antwortet ihrem Sohn mit einem Lächeln. "Ja, die beiden Mädels sitzen im Wohnzimmer und Klara lernt mit Lilly für die Mathearbeit." Nun grinst auch Martin. "Na, da werde ich gleich mal schauen." Leise betritt er das Haus und öffnet die Tür zum Wohnzimmer einen kleinen Spalt.

Lilly und Klara sitzen am Wohnzimmertisch, das Mathebuch aufgeschlagen vor sich, während Klara auf einem Stück Papier etwas skizziert. "Schau, Lilly, wenn Du auf dem Einheitskreis den Winkel abträgst, dann ist die Höhe gerade der Sinus und die Länge gerade der Cosinus. Und dann kannst Du Dir ganz leicht die Zwischenwerte merken und die Eigenschaften erkennen. Der Sinus ist symmetrisch zu vertikalen Achse, der Cosinus zur horizontalen Achse...."

Martin überlegt einen Augenblick, ob er die Tür wieder schließen soll, oder ob er in das Zimmer betreten soll. "Guten Abend die Damen." öffnet er nun die Tür vollends und macht einen Schritt in den Raum hinein. "Störe ich?" Lilly schaut erschrocken auf. "Martin! Ich habe dich gar nicht gehört." Martin lacht seine Tochter an. "Das habe ich gemerkt. Und, kommt ihr voran?" Lilly, noch immer etwas abwesend, nickt. "Ja, ich glaube, ich verstehe jetzt zum ersten Mal etwas in Mathematik. Die Klara kann das so schön anschaulich erklären." Klara errötet leicht und schaut verlegen zum Boden.  "Schön. Ihr solltet jetzt aber langsam Schluss machen, es ist schon halb zehn. Morgen ist auch noch ein Tag." Lilly schlägt folgsam das Buch zu. "Das klingt gut - ich muss das auch erstmal sacken lassen." Martin wendet sich nochmals an seine Tochter.  "Gehst du schon mal hoch, Lilly? Ich möchte noch kurz mit Klara sprechen." Während Lilly in ihr Zimmer hinauf geht, deutet Martin Klara, sich auf das Sofa zu setzen und nimmt selbst in dem Sessel gegenüber platz.
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