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Auf eine wahre Begebenheit

GeschichteDrama / P16 / Gen
03.06.2017
04.12.2017
2
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03.06.2017 2.744
 
Sie  lernte ihn kennen. Den einzigen der ihr Herz erobern wollte. Emilian. Sie heißt Safira, hatte es nicht immer leicht und zur damaligen Zeit auch nicht sonderlich viele Freunde. Safira ging in die 11. Klasse Hauswirtschaft und wollte dadurch ihren versäumten Realschulabschluss retten. Safira und ihre Mutter Stella hatten aber schon immer ein sehr gutes Verhältnis zu einander und halfen sich immer.
An einem schönen Freitagabend ging ich mit meiner Freundin Sophina, meinem Bruder, meine Mutter und die Freundin meiner Mutter in den Club “Galaxy“, weil wir ein bisschen tanzen und Dampfablassen wollten. Es hatte sogar gepasst, weil mein Bruder Max Geburtstag hatte und dass ein Geburtstagsgeschenk für ihn war. Max hat eine Behinderung, die nennt man das “Down-Syndrom“ und kann deshalb auch nirgendwo hingehen ohne von einer Person beaufsichtigt zu werden und weil es mit mehreren Leuten mehr Spaß macht zu feiern sind wir also alle mitgefahren.
Sophina und ich haben uns etwas zu trinken geholt und redeten ein bisschen, auch wenn dies sehr schwer war, wegen der überdrehten Lautstärke, aber trotz dessen haben wir uns noch so einigermaßen gut verstanden. Nach ungefähr einer halben Stunde gingen wir wieder zurück zu den anderen. Dort sah ich einen nicht gerade großen jungen Mann, mit längeren Straßenköter blonden Haaren an einem Tisch neben meinem Bruder und sagte zu Sophina, dass ich ihn eigentlich echt süß finde auch wenn es nicht so ihr Geschmack sei, aber das muss es ja auch nicht, ich ging also zu ihm hin und sprach ihn mit einem Lächeln im Gesicht an: „Pass‘ auf meinen Bruder auf und stell keinen Blödsinn mit ihm an.“ Natürlich war es nicht böse gemeint, sondern ein Scherz, aber das er hatte verstanden wie ich es gemeint habe und antwortete dann mit: „Ach, nein quatsch ich werde mich um ihn kümmern, keine Sorge. Ich verspreche es dir!“ Er lächelte mich an und ich konnte nicht wieder stehen und musste auch zurück lächeln. Er sah so niedlich aus mit seinen Haaren und sein Gesichtsausdruck, wie er mich immer anschaute, obwohl er bestimmt schon echt betrunken war, was mir wirklich nicht entgangen ist bei so einer Wodka Fahne aber ich muss zugeben das ich auch schon einiges Intus hatte und es nicht schlimm fand. Er guckte mir dann in die Augen und fragte mich völlig überzeugt: „Soll ich dir mal einen Trick zeigen?“ Ich musste ein wenig lachen, weil es so dermaßen witzig rüberkam, wie er das gesagt hatte und sagte dann aber: „Klar, zeig was du kannst!“ Und er zeigte mir dann Stolz, dass er eine Welle konnte mit seinen Augenbrauen und fragte mich dann: „Das war voll cool, oder?“ Ich habe nur gelacht und meinte: „Ja, klar ich habe noch nie so etwas Cooles gesehen!“ Natürlich war das nicht wirklich ernstgemeint, aber so hat er es empfunden und ich habe auch nichts weiter dazu gesagt und ihn einfach in dem Glauben gelassen ich fände das unheimlich toll. So wusste ich immer noch nicht wie er heißt und er ist schon wieder zu seinen Freunden gegangen, wir wussten also nicht in welchem Bereich vom Galaxy er ist, es war dort zwar nicht wirklich groß, aber trotzdem schwer eine bestimmte Person zu finden, die man erst einmal gesehen hat und das im Dunkeln und noch dazu unter hunderten von Leuten, die einen anrempeln und wegdrücken. Sophina und ich gingen ihn aber trotzdem suchen, weil sie gesehen hat das ich ihn wirklich interessant fand und ihn unbedingt näher kennen lernen wollte. Wir haben uns auf eine sehr lange Suche eingestellt, dabei haben wir ihn schon nach ungefähr fünf Minuten wiedergefunden und standen ca. zwei Meter weiter weg von ihm und diskutierten, weil ich mich nicht getraut habe ihn nochmal anzusprechen und ihn nach seiner Handy Nummer zu fragen. Im Endeffekt hat sie es doch für mich gemacht und dafür Liebe ich sie. Sophina hat ihn von hinten an die Schulter getippt und gesagt: „Hey, du!“ daraufhin hat er sich umgedreht und sie völlig verwirrt angeschaut, und mich dann gesehen und gelächelt. Er fragte: „Hey, ja?“ und Sophina fragte dann: „Würdest du vielleicht meiner Freundin Safira deine Handy Nummer geben? Sie würde sich echt darüber freuen, wenn sie dich besser kennen lernen dürfte, wenn du das möchtest.“ Daraufhin antwortete er mit:“ Ich würde ihr meine Handy Nummer super gerne geben, aber mein Handy Akku ist leider leer und ich weiß meine Nummer nicht auswendig.“ Ich hatte noch einen Kugelschreiber von meiner Mutter in meiner Hosentasche, weil sie vorhin ein gebraucht hatte und schrieb ihm dann meine Handy Nummer auf seinen Arm. Er verriet mir noch seinen Namen Emilian und wie er in Slicebook heißt. Wir verbrachten zu dritt noch den Rest des Abends und ich war so froh das er so offen gegenüber mir war er erzählte mir noch das er in einer Wohngruppe mit zwei Freunden wohnen würde und wo er arbeiten geht und all sowas. Es neigte sich dann aber leider dem Ende zu, weil meine Mutter und ihre Freundin müde wurden und nach Hause fahren wollten, ich versuchte es hinaus zu zögern, schaffte es aber nicht wirklich lang also hatte ich keine andere Wahl als mich von ihm zu verabschieden und er hat sich so süß von mir verabschiedet, Emilian hat mich erst ganz lange umarmt und mir dann ein Kuss auf die Wange gegeben und als ich ging hat er versucht meine Hand noch festzuhalten. Ich hoffte so sehr, dass er mich am nächsten Tag wirklich anschreiben würde.
Ich habe die ganze Nacht an ihn gedacht und konnte fast kein Auge zudrücken, weil ich so aufgeregt war, jemanden kennen gelernt zu haben. Doch dann schlief ich ein, wachte am nächsten Morgen um neun Uhr auf und schaute direkt auf mein Handy. ‘Zwei Nachriten in Slicebook, drei verpasste Anrufe und eine SMS. Er war es wirklich, er hat mich wirklich angeschrieben und hat wirklich Interesse an mir. Ich war so aufgeregt das ich direkt zu Mama gerannt bin und ihr das erzählt habe. Sie hat zwar gelacht, weil sie es so süß fand wie ich reagiert habe, aber sie hat sich mit mir gefreut und mir viel Glück dabei gewünscht. Dann habe ich Emilian in Slicebook geantwortet und er schien echt froh darüber zu sein, weil er sich genau das gleiche gedacht hat wie ich und zwar das ich vielleicht doch kein Interesse mehr an ihn haben könnte und hat mich dann gefragt ob ich ihn noch kennen lernen möchte. Natürlich würde ich das wollen, welchen Grund hätte ich denn ihm jetzt eine Absage zu erteilen. Also habe ich seine Nummer in meinen Kontakten eingespeichert und ihn in Pattsapp angeschrieben. Wir beide haben viel miteinander geschrieben und haben uns echt super verstanden. Eigentlich wollten wir am Samstagabend noch etwas unternehmen, doch dann kam seine Arbeit dazwischen, weil sein Chef ihn kurzfristig mit eingeplant hatte. Wir trafen uns dafür am Sonntag in Wallingen, das ist eine Stadt in der Nähe von Wilschmarten. Meiner Mutter, meine beste Freundin Emma und ich haben ihn von dort abgeholt. Sie hatte bei mir übernachtet, weil wir am Tag davor noch in einer Kneipe waren. Als wir in Wallingen ankamen, habe ich mich voll verrückt gemacht und mir nach schon fünf Minuten eingeredet das er nicht kommen würde und mich bestimmt nur verarscht hätte und meine Mutter und Emma haben versucht mich zu beruhigen und dann kam er wirklich. Ich bin dann ausgestiegen und habe ihn begrüßt. Wir sind dann beide ins Auto gestiegen und sind zu mir nach Hause gefahren. Zu Hause angekommen haben wir uns in mein Zimmer verkrochen und versucht uns Unterhalten, wir waren beide Schüchtern deshalb haben wir nicht viel gesagt und uns nur angeschaut.  Doch nach einiger Zeit hat sich die Situation etwas gelockert und wir haben angefangen uns gegenseitig etwas über uns zu erzählen. Dazu haben wir uns gegenseitig auch ein wenig geärgert, natürlich nur als Spaß. Den ganzen Abend haben wir so viel gelacht, wie ich noch nie in meinem Leben gelacht habe ich war so unendlich froh, dass es wirklich einen Jungen gibt auf dieser Welt der mich mag so wie ich bin und ich war schon dreieinhalb Jahre Single. Ich hatte so ein schwereloses Gefühl und habe mich in seiner Gegenwart so geborgen und sicher gefühlt, ich hatte so viele Schmetterlinge im Bauch, wenn ich ihn anschaute. Zu dem das er mich auch immer anschaute, was ich immer mal heimlich beobachtet habe, ohne das er es merkt, aber ich glaube das haben wir beide getan. Ich konnte meinen Blick einfach nicht von ihm abwenden. Die ganze Nacht hätten wir durchmachen können und uns Unterhalten können, uns gegenseitig ärgern oder kitzeln. Doch leider ging das nicht. Irgendwann musste er ja wohl nach Hause ob ich es wollte oder nicht. Emilian musste am nächsten Tag arbeiten und ich musste zur Schule, da konnte ich ihn ja schlecht ans Bett fesseln oder an meine Tür ketten. Aber es heißt ja: “Wenn es am schönsten wird, soll man aufhören.“ So taten wir es auch und meine Mutter und ich haben ihn dann wieder nach Wallingen gefahren, wo sein Onkel ihn dann abgeholt und nach Hause gebracht hat. Wir verabschiedeten uns noch mit einer sehr langen Umarmung und stiegen dann beide ins Auto und fuhren wieder nach Hause, aber zuerst brachten wir Emma noch nach Hause, weil sie in der Stadt wohnte. Keine zwei Minuten später schrieb ich:
„Hey, wollte fragen ob du morgen vielleicht wieder Zeit hättest?“
Er: „Ja, ich sag dir dann bescheid, weiß ja noch nicht was wir morgen für einen Auftrag haben. Ich mag dich voll!“
Ich: „Ja okay dann schreib mir einfach, ich versuche während des Praktikums auch noch zu schreiben. Ich dich auch!“
Ich: „Ich hatte erst voll Angst, dass ich dir zu langweilig war.“
Er: „Nein, du bist voll toll mit dir kann ich lachen!“
Ich: „Oh wie süß von dir ich, sehe das genauso!“
Und so schrieben wir noch den ganzen Abend weiter, schon fast bis in die Nacht und dem entsprechend war ich am nächsten Tag in meinem Praktikum auch müde, aber es war mir egal, das war es auf jeden Fall Wert und wenn man die ganze Zeit am Arbeiten ist dann merkt man die Müdigkeit gar nicht so sehr. Leider konnte er nicht zu mir kommen, weil sein Chef ihm wieder was aufgebrummt hatte, weil er zu spät zur Arbeit kam. Aber dafür konnten wir uns am Tag darauf wiedersehen und das machte mich glücklich, es war also gar nicht so schlimm ihn mal einen Tag nicht sehen zu können, auch wenn es schade war, aber daran kann man ja nichts ändern. Somit konnte ich ihn aber Leider auch nicht an seinem Geburtstag sehen, aber ich habe ihm natürlich trotzdem gratuliert, auch wenn es nur per Handy ging und ich ihm lieber persönlich gratuliert hätte, dafür gratulierte ich ihm zweimal. Als wir ihn dann wieder aus Wallingen abgeholt haben und wir bei mir waren hat meine Mutter ihm einen fünf Euro Gutschein für einen Kinobesuch geschenkt. Ich hatte Leider nichts für ihn. Zwar hätte ich auch auf die Idee kommen können ihm einen Gutschein für etwas zu schenken, aber er fand es nicht schlimm das ich ihm nichts geschenkt hatte, für ihn war sein Geschenk, das er bei mir sein durfte und Zeit mit mir verbringen konnte und das war für mich genauso ein Geschenk wie für ihn. Danach sind wir in mein Zimmer gegangen und haben uns unterhalten über alles Mögliche, inklusive Ex-Freunde.  Auch wenn man das normalerweise besser lassen sollte, aber trotzdem bin ich froh das wir darüber geredet haben, umso mehr erfahre ich wie er drauf ist und er erfährt wie ich so bin in Beziehungen. Obwohl ich zu derzeit noch nicht wirklich so eine richtige Beziehung hatte die länger als drei Monate ging. Als er mir den Namen seiner Ex-Freundin verriet, wusste ich genau wer das ist, ich kannte sie und konnte sie bis zum Tod nicht ausstehen, aber das musste ich akzeptieren, unter anderem könnte ich sowieso nichts mehr daran ändern. Was passiert ist, ist passiert. Auch haben wir uns darüber unterhalten, was wir früher -bevor wir uns kennen gelernt haben- so für einen Blödsinn getrieben haben und er fing dann damit an das er mit seinen Freunden mal vor einem Bauern weggerannt ist, weil alle dachten der Bauer würde sie umbringen wollen, was echt zum Totlachen ist. Emilian ist dann aber über einen Zaun gestolpert und hat deshalb jetzt Narben auf seiner Hand. Ich fand es wirklich das er sich gegenüber mir so geöffnet hat und mir so viel aus seinem Leben erzählt hat. Dann ist er mal in eine Realschule eingebrochen mit ein paar Freunden, oder hat ein Rennen mit seinem Pocket Bike gegen einen Roller Fahrer veranstaltet und ich habe mich da echt gefragt wie man auf so welche Sachen kommt weil da echt viel Quatsch bei rumgekommen ist. Dann habe ich angefangen meine Lebensgeschichte auszupacken, auch wenn sie meist nicht annähernd so lustig war wie die Ereignisse, die er schon erlebt hatte. Ich habe ihm erzählt das bevor wir uns kennen gelernt haben, ich früher viel geklaut habe, einfach auch dadurch, dass ich immer den falschen Freundeskreis hatte. Das waren dann so Leute die mich überall mit reingezogen haben obwohl ich selbst nicht einmal Schuld oder überhaupt beteiligt war daran, mich aber nie dagegen gewehrt hatte, weil ich niemanden außer meinen falschen Freunden hatte und sonst ganz alleine gewesen wäre. Dazu hat er gesagt das ich es nicht wieder tun soll, er findet nicht gut was ich gemacht habe, aber er kann es ja nicht rückgängig machen. Ich musste ihm unter anderem Beichten das es eine Zeit gab, wo ich mich an den Armen und Beinen selbst verletzt habe, hinzugefügt, dass ich echt nicht stolz auf meine Vergangenheit war und ich ihm schwören musste, dass ich so etwas nie wieder machen werde egal in welche Art von Selbstverletzung es geht, weil er sonst den kompletten Kontakt mit mir abbrechen würde und habe es auch dann nicht mehr getan. Um aber nicht die ganze Zeit in einer schlechten Atmosphäre zu sein, haben wir dieses Thema damit beendet und haben über schöne Sachen geredet, wie zum Beispiel das wir beide echt froh sind das wir uns in der Disco kennen gelernt haben und das meine Freundin ihn angesprochen hat. Er hat mir erzählt das er mich gerne küssen würde sich aber nicht traut, weil er dafür zu schüchtern ist und um ehrlich zu sein hatte ich auch Angst vor dem ersten Kuss zwischen ihm und mir, weil man nie weiß wie die Situation danach ist oder ob sich irgendwelche Gefühle verändert haben, aber darüber habe ich eigentlich gar nicht nachgedacht, sondern einfach das der Abend wunderschön geworden ist, nur die Zeit leider immer zu kurz ist, weil wir ihn dann wieder in die Stadt bringen mussten. Auf dem Weg nach Wallingen bin ich auf seiner Schulter eingeschlafen, weil ich echt kaputt war vom Arbeiten und wegen der Nacht davor, weil wir so lange geschrieben haben. Kaum sind wir angekommen sind wir ausgestiegen haben uns verabschiedet und wieder nach Hause gefahren. Nach fünf Minuten hat Emilian mir schon wieder geschrieben, wie toll er den Tag mit mir fand und dass wir uns bald wiedersehen werden, was auch zwei Tage später schon so war. Dieses Mal haben wir zuerst etwas in Lingen gemacht, weil ich einer guten Freundin Emilian vorstellen wollte. Wir blieben nicht lang in Wallingen, weil wir danach schon wieder zu mir fuhren.  Manchmal habe ich mich gefragt warum ich noch nicht bei ihm war, aber das war nicht meine größte Sorge, bei ihm war ich rundum glücklich, egal wo wir waren. Die Tage vergingen so schnell und wir wollten immer öfter etwas unternehmen, dabei durfte ich meine Freunde und er seine Freunde natürlich nicht vergessen. Am Freitag wurde er von seinem Onkel zu mir gebracht. Er wollte bei mir übernachten und seinen Geburtstag mit mir nachfeiern und ein wenig trinken. Erst haben wir uns nach unten zu meiner Mutter gesetzt, damit sie auch ein paar Kurze mittrinken kann, weil Emilian Wodka mitgebracht hatte, kurz darauf sind wir aber wieder hochgegangen, weil wir ein bisschen alleine sein wollten und Zeit hatten zum Reden. Dieses Mal endete die Nacht ja nicht so schnell.  Wir haben schon die Hälfte der Wodka leer getrunken gehabt und saßen uns gegenüber am Fenster, weil wir eine geraucht haben und Emilian hatte seine Hände auf meine Beine gelegt. Ich habe gemerkt wie seine Hände immer höher gerutscht sind.
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