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Ein leeres Blatt Pergament

von Livre
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Minerva McGonagall
02.06.2017
19.11.2018
8
4.676
4
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13 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.12.2017 756
 
Ich kann mich auch eigentlich nie dazu aufraffen, es ist auch keine Verpflichtung nur ein kleiner Tipp:

Macht euch "Petricor" von Ludovico Einaudi an. (Kopiert das einfach und setzt es bei YouTube an)

Ich würde mich freuen, da man (wie ich es finde) die Emotionen so noch deutlicher spürt.
Das war es schon.
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Ein leeres Blatt Pergament. Eine schwarze, elegante Feder. Regentropfen, die am Fenster zerbarsten. Eine dünne, zerbrechliche, bleiche Hand, die stockend nach der Feder griff und sie zitternd ansetzte. Eine schon längst gefällte Entscheidung.

Bartemius Crouch jr., geliebter Sohn,

Du magst mir nicht glauben, aber ich liebe dich.. Ich liebte dich seit dem ersten Tag, seit dem ersten Anzeichen von dir. Ich liebe dich während jedes Streits, während aller Schmerzen, die ich zu tragen hatte, nicht nur deinetwegen. Ich liebe dich trotz jeder falschen Entscheidung, jedes Fehlers, den dein Vater gesehen hatte. Ich liebe dich trotz und vor allem mit deinen Makeln. Ich liebe dich, obwohl das Leben zweier Menschen geraubt hast. Ich liebe dich, obwohl du einen Sohn ohne Eltern aufwachsen lässt. Ich liebe dich trotz dem Hass deines Vaters gegenüber Todessern. Ich weiß, dass du so ein Mensch nicht bist. Ich weiß, dass du Güte und Liebe in dir trägst. Ich sehe dich vor mir, so verletzlich und jung.

Ich bin nicht stolz wegen deiner Taten den Auroren gegenüber. Oder sonst irgendwelchen rassistischen Todessertaten. Ja, um es richtig auszudrücken, ich schäme mich für dich. Dein Vater schämt sich deinetwegen. Seine Karriere ist beendet. Das weißt du.

Du hast uns als Opfer zurückgelassen. Man sieht uns verächtlich an. Wir haben auch etwas Falsches getan, wir sind ebenso schuld in den Augen der Gesellschaft. Nur wenige haben die Güte, uns als unschuldig anzusehen, als ebensolche Opfer wie die Auroren. Denn das sind wir. Du hast uns als Opfer gebrandmarkt, ein Leben lang.

Ich kann dir nicht vergeben, ich kann es nicht vergessen, aber ich liebe dich. Trotzdem.

Die dürre, bleiche Frau zuckte vor Schmerzen zusammen. Ihre Krankheit machte ihr zu schaffen. Höchstens sechs Monate hatte die lächelnde Medi-Hexe gesagt. Sie hatte nicht gewusst, was sie noch machen sollte, also hatte sie gelächelt. Barty hatte aufgeschrien. Sie war gleichgültig geblieben. Das wichtigste hatte sie schon verloren, die größten Schmerzen hatte sie schon gehabt. Ihr Leben war so oder so nichts mehr wert gewesen. Natürlich liebte sie Barty, aber er würde es schaffen. Hoffte sie.

Ich bin krank, Barty, sehr krank. Ich lebe nicht mehr lange, und mein Leben hat durch deine Gräueltat den Sinn verloren. Du musst dich nicht verteidigen, du bist schuld. Aber ich liebe dich, und mit einer zweiten Chance könntest es wieder gut machen. Ich glaube an dich. Und an meine Erziehung.

Ich musste deinen Vater lang überreden, aber nun stimmt er zu, weil er mich liebt, genauso wie er dich liebt. Du magst es vielleicht nicht glauben, aber es ist so. Du machst es ihm aber nicht leicht. Beweise ihm, dass du es wert bist, dass er seine Liebe unter all dem Hass und dem Scham ausgräbt. Tu es wenigstens für mich.

Denn ich gehe an deiner Stelle nach Askaban. Eine schwere, aber richtige Entscheidung. Du verdienst die Freiheit, denn ich glaube nicht daran, dass du ein schlechter Mensch bist, Bartemius Crouch. Also enttäusch mich  bitte nicht und mache meine Entscheidung zu keiner schlechten Tat.

Vergiss mich nicht.

Amanda Crouch legte die Feder beiseite, in der Gewissheit ihre letzten Worte geschrieben zu haben. Sie sah ihren Mann, Barty Crouch sr., in der Tür stehen, Tränen in den Augen. „Wir…wir können gehen“, sagte sie. Sie steckte den Brief in den Umschlag mit der Beschriftung Für meinen Sohn, Bartemius Crouch jr. Dann stand sie auf und ging durch die Tür, wissend, dieses Zimmer nie wieder zu betreten. Das Opfer einer Mutter.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------  Nochmals hallo!
Egal ob ihr das Lied angemacht habt oder nicht, ich hoffe, es hat euch gefallen/ euch berührt/ euch zum nachdenken gebracht oder ganz einfach etwas aus dem Weihnachtstress geholt.

Wie immer danke ich meiner fantastischen Beta und Freundin Naraya Liara Flame, ohne deren Hilfe das wie immer nicht so ordentlich und logisch wäre.
Vielleicht habt ihr ja auch Lust, noch bei ihr etwas rumzulesen. Hier ist der Link zu ihrem Profil: https://www.fanfiktion.de/u/Naraya+Liara+Flame

Ansonsten mache ich auch immer gerne Schleichwerbung für unseren Doppelaccount Wolfsface :)

Ich merke schon, dass ich mich verquatsche. Nur noch eine Sache: Würdet ihr gerne das nächste Mal ein fröhlicheres Chap haben? Evtl. auch weihnachtlich?
Und wie immer freue ich mich auf Reviews ;),
LG Livre
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