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Dunkle Zeiten

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
China Deutschland England Frankreich Italien Russland
01.06.2017
01.06.2018
48
98.597
8
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
26.06.2017 885
 
Tagebuch des Awesome Me Großartigen Ichs

Berlin, 16. Dezember 1939
(noch acht Tage bis Weihnachten)

Liebes Tagebuch,
heute war wieder einmal ein großartiger Tag des großartigen Ichs! Weihnachtsstimmung liegt in der Luft und ich freue mich schon riesig auf das Fest! Dieses Jahr wird es etwas ganz Besonderes werden. Warum? Weil das großartige Ich höchstpersönlich die Organisation übernehmen wird!

Ich bin ziemlich stolz darauf, dass Ludwig mir diese Aufgabe anvertraut hat. In letzter Zeit hat er so viel zu tun, dass wir kaum noch dazu kommen, miteinander zu sprechen. So gut wie jeden Tag ist er entweder an irgendeiner Besprechung oder in der Kaserne, um Italien zu trainieren. (Ich hab zugesehen und mich schlappgelacht. Aus Italien wird niemals ein richtiger Krieger! Dazu ist er viel zu weich und kindisch. Kaum zu glauben, dass er tatsächlich ein Enkel Roms ist.)

Jedenfalls ist Ludwig heute wieder bei einer Versammlung. Das großartige Ich musste sich allerdings nicht stundenlang den Hintern platthocken und irgendwelchem langweiligen Geschwafel zuhören, sondern durfte auf den Weihnachtsmarkt! Danke, Adolf! Da ich als "historische Nation" von den normalen Besprechungen freigestellt bin, brauche ich nur zu den allerwichtigsten zu erscheinen. Da ist meine Meinung natürlich gefragt, kesesese!

Die Weihnachtsmärkte in Berlin sind nach wie vor die schönsten. Es ist ein bisschen seltsam, dass Ludwig nicht dabei gewesen ist. Normalerweise gehen wir immer als Familie da hin. Aber da er heute ja bei der Besprechung sein musste, konnte er mich nicht daran hindern, den halben Glühwein-Stand leerzusaufen! Also hatte es auch was Gutes. Außerdem konnte ich mir gaaaanz viel Zeit lassen und den ganzen Tag nur das machen, was ich wollte.

Polen macht Lärm unten im Keller. Ich bin gleich wieder da, liebes Tagebuch!

So, das großartige Ich ist wieder zurück. Polen hat versucht, aus seiner Zelle auszubrechen. Aber es wird für die nächste Zeit nicht mehr nerven, dafür hab ich gesorgt. Zur Sicherheit lasse ich Ostmark nachher wieder nach ihm sehen – ich glaub, ich hab ihm den Kiefer gebrochen und wenigstens eine Gehirnerschütterung verpasst, aber ich gehe da lieber auf Nummer sicher. Wir müssen uns noch überlegen, wie wir es totkriegen können. Aber darum kümmern wir uns nach Neujahr.

Roderich muss nun für uns arbeiten, seit er zu einer Region degradiert worden ist. Als Jude hat er kein Recht, als Land zu gelten. Er kann froh sein, dass wir ihn nicht ein Lager zu Seinesgleichen geschickt haben und er stattdessen bei uns wohnen darf, da sein gesamter Besitz konfisziert wurde. Ich habe ihm einen Zettel mit allen anfälligen Hausarbeiten, die er bis heute Abend zu erledigen hat, auf den Küchentisch gelegt. Bei uns ist er um einiges nützlicher als in einem Arbeitslager – da hätte er höchstens zwei Wochen durchgehalten. Zwar taugt er nichts auf dem Schlachtfeld, aber er ist mir eine große Hilfe bei den Vorbereitungen. Außerdem hätten wir großen Ärger mit Elizabeta gekriegt und das wäre im Moment nicht gerade günstig. Immerhin ist es nur noch etwas mehr als eine Woche und dann ist Weihnachten!!!

Das Weihnachtsfest dieses Jahr wird das großartigste, das das großartige Ich je gegeben hat, und wird nur von der Großartigkeit des großartigen Ichs überstrahlt werden!!! (Ziemlich großartiger Satz, nicht wahr?)

Ich habe schon mit den Vorbereitungen begonnen. Immerhin werden wir sehr viele Gäste haben – außer mir und Ludwig sind noch die Gebrüder Italien geladen, Spanien und Japan. Ich freue mich so riesig, dass Antonio vorbeikommt! Er hat sicher viel zu erzählen. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Und Japan – das ist ein komisches Kerlchen. Ich habe ihn bisher nur wenige Male getroffen, aber er ist ziemlich verschlossen und ernst. Er hat China ein Katana (japanisches Langschwert) in den Rücken gebohrt – Respekt! – und kann Amerika auch nicht leiden. Mit Ludwig versteht er sich allerdings ziemlich gut.

Ich hab auch die Schweiz eingeladen. Heute Morgen ist allerdings ein Antwortschreiben gekommen, dass er sich für die Feier entschuldigt – er verbringt Weihnachten lieber mit der Familie, also Liechtenstein. Vash ist wirklich ein komischer Kerl. Er ist ein Arier, er gehört doch schon zur Familie! Aber keine Sorge, liebes Tagebuch, dem werden wir schon noch den Kopf gerade rücken.

Ich hätte auch gern Ungarn Finnland eingeladen, aber der ist momentan im Krieg. Aber Ludwig hat mir Unglaubliches über ihn erzählt: Er kämpft im Alleingang gegen Russland und seine Chancen stehen nicht schlecht, den Winterkrieg zu gewinnen! Ich jedenfalls drück ihm die Daumen. Dass der kleine Tino zu so etwas fähig ist, hätte ich nie gedacht! "Wenn das nicht mal der Beweis der arischen Rasse ist!", hat Ludwig gesagt und ich muss ihm zustimmen.

Ostmark spielt Klavier. Ein deutsches Stück. Es war wirklich eine gute Idee, ihn hierzubehalten. Allerdings sollte ich jetzt den ersten Weihnachtsschmuck aufhängen, um ein bisschen mehr Stimmung zu verbreiten.

Bis bald, liebes Tagebuch! Dieses Weihnachtsfest wird absolut großartig werden!






Guten Abend, liebe Leser.
Es ist schon eine Weile her, dass mein letztes Upload erfolgt ist. Aber wenigstens sind in einer Woche Sommerferien, hurra! Ich hoffe, dass ich dann mehr Zeit zum Schreiben habe. Im nächsten Kapitel wird es wieder um den Winterkrieg gehen, denke ich mal.
Lasst doch ein Review da, darüber würde ich mich sehr freuen.

Ich stelle euch ein paar Aprikosen hin, die sind sehr gesund und gedeihen wirklich prächtig. *Aprikosen hinstell*

Macht‘s gut, Leute, bis zum nächsten Mal!
Eure Moonfighter
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