die Weltenwandlerin

GeschichteAllgemein / P12
Legolas OC (Own Character) Thranduil
01.06.2017
23.03.2019
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01.06.2017 307
 
Es ist einer dieser furchtbaren Tage, an denen alles schiefzugehen scheint: Beim Aufstehen stolpere ich über meine eigenen Füße und krache dadurch ziemlich unelegant in meinen Kleiderschrank. Außerdem streikt das warme Wasser heute mal wieder, am Tee verbrenne ich mir sowohl Finger als auch Zunge und mein neuer Lieblingspullover ist bei Waschen viel zu viel eingegangen - Kleinigkeiten, über die ich mich sonst kaum aufrege. An diesem Tag aber setzten sie auf meinen Eisberg an Hindernissen gerade noch so viel obendrauf, dass es mir endgültig zu viel wird.

Schon seit dem Aufwachen geht es mir miserabel – es hat sich wieder einmal zu viel in mir angestaut und außerdem hatte ich am Vortag noch einen apokalyptischen Streit mit einer guten Freundin. Unterm Strich fühle ich mich wie ein einziger Versager, der sein Leben einfach nicht in den Griff bekommt, ohne Hoffnung, ohne Mut, das ganze Universum scheint gegen mich zu arbeiten.

Und genau heute scheinen alle Menschen in meinem Umfeld so mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, dass ich bei keinem von ihnen den Mut fasse, endlich mein Herz auszuschütten. Und das Schreiben, das mir schon so oft Zuflucht und Ausweg war? Nun, selbst das lässt mich seit Wochen im Stich.

All das scheint mir so endgültig, so unabänderlich und so ausweglos, dass ich mich ganz weit weg wünsche. Gegen Abend ziehe ich mich zurück, ich bin mehr als nur genervt, fühle mich aber auch hilflos und verzweifelt. Trotz des Sturmes, der so laut in mir tobt, schaffe ich es schließlich, mich in yogaähnlicher Totenstellung einen Moment lang fallen zu lassen und schließe die Augen. Hier will ich am liebsten bleiben, bis alles vorüber ist; bis wieder Frieden und Ruhe und Harmonie eingekehrt sind. Ich denke noch darüber nach, dass ich keine Kraft und auch keinen Willen mehr habe, mich meinen Problemen zu stellen – und dann bin ich weg.
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