Einen Klon darf man nie unterschätzen

GeschichteAllgemein / P16
Argus OC (Own Character)
01.06.2017
04.10.2017
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Einen Klon darf man nie unterschätzen




Der Sturz



Stumm konnte nur Argus mit ansehen wie sein genetischer Doppelgänger sich in die Tiefe stürzte um Goal, die ihm nach schrie als er fiel, ihre Entscheidung abzunehmen und sie zu retten. Dieser Idiot musste sogar bei seiner letzten Tat sich in den Vordergrund drängen. Natürlich zog die rothaarige Göre Cletus, der am nächsten ihr war, aus dem Rotor des Hochbootes und hinterließ Argus seinem Schicksal. Nur kurz trete sie sich zu ihm um und formte mit ihren Lippen ein `es tut mir leid´ bevor Cletus, der sich als Rufus ausgab sie zu den Wartungsleitern zog, die sie nach Elysium bringen sollten. Wie in Zeitlupe spürte er wie der Rotor sich wieder zu drehen begann und sein Umfeld langsam verschwamm. Argus hatte einige Mühe nicht von den metallenen Flügel zu rutschen und von den scharfen Kanten zerfleischt zu werden, den das würde passieren wenn er los ließ und darauf hatte er gerade wenig Lust. Das die Blätter sich immer mehr in seine Haut schnitten und ihm von dem ganzen gedrehe übel wurde versuchte er zu ignorieren. Er hatte besseres zu tun als zu jammern und mit seinem Leben abzuschließen. Oh nein! Er wollte leben. Plötzlich krachte das Hochboot und Argus wurde kurz mit seinem Rücken gegen die Wand des Rotors gedrückt. Der Rotor blieb für ein paar Sekunden stehen. Obwohl die Sicht des Amtmanns ganz verschwommen war, konnte er in diesen Sekunden einen letzten Blick auf den Organon erhaschen, der zusammen mit einigen Deponianern, Goal und Cletus über die Wartungsleiter nach Elysium flohen, bis sich der Rotor mit einem heftigen Ruck wieder anfing zu drehen. Argus zischte schmerzhaft durch die Zähne als er merkte, dass das Rotorblatt an dem er sich festhielt, ihm dabei die Baudecke aufschnitt. Warmes Blut floss aus der Wunde und färbte den weißen Anzug. Dem Klon wurde kurz schwarz vor Augen, dass er in diesem Moment noch vor Übelkeit erbrach und ein Teil durch die Rotation am Körper hing half ihm ebenfalls nicht besonders aus der immer misslicheren Lage. Seine Muskel schmerzten vor Anstrengung und er hatte immer mehr mühe nicht abzurutschen. Kurz erwischte er sich bei dem Gedanken einfach los zu lassen, doch sein Stolz verbat ihn das. Er würde nicht einfach wie Rufus aufgeben und los lassen. Er war der Amtmann des Organon. Er war ein Anführer, ein Vorbild und ein Idol für alle Klone des Organons. Ein weiteres krachen war zu hören und der Rotor stoppte wieder. Diesmal nutzte Argus die kurze Pause und zog sich mit letzter Kraft die ihm noch blieb, in dem er sich gegen die Wand stemmte, aus dem großen Rotor hinaus. Sich auf dem Rücken liegend starrte er hoch zu Elysium. Inzwischen waren schon alle vom Hochboot geflohen und kletterten nun hoch über ihn zu der weiß-blauen Stadt. Es hatte keinen Sinn zu rufen. Sie würden ihn aus der Entfernung nicht hören. So nah bin ich meinem Ziel meinen Brüdern eine bessere Welt zu geben und doch werde ich dieses Ziel nie mit ihnen erreichen. Dachte er sich und spürte, dass das Hochboot in Schräglage ging. Der Zugang zu der Wartungsleiter kappte vom letzten Hochbootes nach Elysium und der Amtmann hatte auch einige Mühe sich zu halten und nicht von der Vorrichtung zu fallen oder im schlimmsten Fall wieder in die Rotorblätter.

Er musste ins Hochboot und irgendwo Schutz suchen wenn er überleben wollte. Sein ganzer Körper schmerzte als er sich ächzend aufstemmte. Blut floss aus den Wunden und bildeten eine kleine Blutlache unter ihm, doch dies interessierte ihm nicht. So schnell wie es sein geschwächter Körper zuließ kletterte er zurück zu der Brücke. Als er den Balanceakt einigermaßen überstanden hatte und teils wieder festen Boden unter den Füßen hatte, öffnete er die Tür zur Brücke und ging hinein. „Cletus! Was machen sie noch hier und wie sehen sie überhaupt aus!?“ begrüßte ihn sofort die dunkle Stimme des Kontrollrats Ulysses. Leicht grinsend schaute Argus zu den älteren Mann und brachte ein Lachen hervor, dass eher einem keuchen glich, bevor er sich gegen die Wand abstütze und versuchte mit seiner rechten Hand die Blutung am Bauch zu stoppen. „Falsch Ulysses. Zwei Versuche haben sie noch.“ krächzte der angeschlagene Klon und schaute ihn mit (Achtung Wortspiel XD) Argusaugen an. Kurz seufzte der Oberkontrollrat und zog seinem Helm ab um ihn neben den Steuerrat auf den Boden zu legen. Sofort erschienen rote lockige Haare um das Gesicht von Argus Vorgesetzten. Ein paar graue Strähnen waren zwischen den rot zu erkennen und ein paar Falten im Gesicht zeigten das Ulysses schon einiges in seinem Leben mitgemacht hatte. Obwohl Argus Ulysses schon ein paar mal ohne Helm und mechanischen Bart gesehen hatte war es für ihn immer etwas ungewohnt ihn ohne zu sehen.

Argus! Von allen Klonen bist du mir der Liebste der mit mir auf diesem Schiff untergeht wird. So bleibt wenigstens Elysium fürs erste sicher von dir.“ sagte Ulysses und lächelte traurig unter dem mechanischen Bart. Kurz knurrte Argus und schaute Ulysses verächtlich an. „Der Organon ist jetzt auf Elysium.“ „Aber ohne deine Führung werden sie wie blinde Schnabeltiere durch die Gegend laufen. Wie gesagt. Elysium bleibt fürs erste sicher.“ Wütend knurrte Argus wieder und stemmte sich von der Wand ab. „Denkst du wirklich ich bin so leicht zu besiegen? Ich sag dir! Ich werde einen Weg finden nach Elysium zu kommen um endlich den ältesten Rat zu stürzen und Gleichberechtigung zwischen den Klonen und den Menschen schaffen und wenn ich abwarten muss bis Elysium abstürzt, ich werde mein Ziel erreichen.“ brüllte Argus Ulysses an und hustete sofort Blut auf den Boden vor ihm. Sein Zustand war echt beschissen. Er müsste unbedingt was dagegen tun, doch ohne Sanitäter oder Medibot ginge dies schlecht. Plötzlich krachte es und das Hochboot sackte einige Meter ab. Beide Zurückgebliebenen hatten Mühe sich auf den Boden zu halten. Als das Hochboot wieder einigermaßen stehen blieb, hörte der Klon den Rothaarigen lachen. Mit zusammengeknirschten Zähnen schaute er in die grünen Augen seines Gegenübers der ihn nur Schadenfroh an sah „Darf ich dir eine Frage stellen Argus? Wie willst du verhindern das du bei den Aufprall nicht stirbst? Dein Körper ist zwar durch deine Gene wie bei allen Klonen viel widerstandsfähiger als bei anderen Menschen, aber selbst du wirst diesen Fall nicht überleben. Also, sag mir wie du das offensichtliche verhindern willst.“

Ganz einfach. Ich werde die Notfallschirme aktivieren, die in einem solchen Fall den Fall abbremsen sollen.“ sagte er und klopfte sich selbst auf die Schulter, das seitenlange Handbuch für das Hochboot die letzten paar Tage als Abendlektüre missbraucht zu haben, falls ein Problem wie so etwas auftreten sollte. Zwar hatte er mit eingerechnet, dass Rufus es irgendwie aus versehen schaffen würde das Hochboot abstürzen zu lassen, was er auch geschafft hatte, aber dass das Ganze so ablief, konnte er trotz akribischer Planung nicht vorhersehen.

Als der Oberkontrollrat hörte was Argus sagte verschwand sein lächeln und leichte Panik war in seinen grünen Augen zu sehen. „Woher weißt du davon...? Das kannst du nicht machen! Bei einer solchen Geschwindigkeit würde das ganze Boot ohne die Hilfe der Rotoren mit größter Wahrscheinlichkeit in der Luft zerbrechen.“ klärte er den Klon auf was Argus zum grinsen brachte. „Ja Ja ich weiß. Ab dieser Höhe wird die Wartungsleiter genutzt, aber weil diese ja schon flöten gegangen ist, sind die Schirme ein Versuch wert. Oder was denkst du Herr Oberkontrollrat?“ „Du bist wahnsinnig Argus. Das werde ich nicht zulassen.“ meinte der Oberkontrollrat bissig und zog seine Pistole aus der Uniform und richtete sie auf ihn. Kurz lachte Argus auf und wischte sich das Blut von den Lippen das aus seinem Mund floss. „Alle Achtung Herr Oberkontrollrat. Am Ende machen sie sich doch die Hände schmutzig anstatt es den Organon zu überlassen.“ „Kein Schritt näher Argus.“ brummte der Rothaarige und schaute ihn ernst an. Ohne seine Wahrung Beachtung zu schenken schritt er vor zum Steuerrat. Ein Schuss viel und ein schwarzes Loch brannte sich vor Argus auf den Boden ein. „Der nächste trifft.“ hörte er nur als er etwas ungläubig auf das Loch starrte. Er war überrascht das Ulysses nicht sofort ihn erschossen hatte. Hatte etwa der Oberkontrollrat, der sich einen Scheißdreck interessierte was mit den Organon geschah, etwa Zweifel, ob er ihn wirklich erschießen sollte? „Erbärmlich“ murmelte der braunhaarige Klon und hustete. Abschätzend schaute Argus auf. „Du hättest mich gleich erschießen sollen. So zeigst du nur Schwäche Ulysses.“

Deutlich war zu sehen wie Ulysses immer wütender wurde und mit festen Blick seine Waffe auf ihn richtete, Ulysses war bereit zu schießen um zu zeigen, dass Argus falsch in seiner Vermutung lag, als plötzlich das ganze Boot quietschte und mit schneller Geschwindigkeit absank und einige Kilometer tiefer sich wieder verkeilte und stehen blieb. Durch die Wucht krachten beide an die Decke und vielen, als das Hochboot wieder stand, auf den harten Boden. Dabei fiel die Laserwaffe in den Schacht zwischen den Podest des Steuerrats. Ein widerliches knacksen war neben ihm zu hören und Argus schaute zu Ulysses der neben den Podest gelandet war. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt der Oberkontrollrat seine Brust und atmete stoßweise aus. Das ist doch lächerlich. Rufus und ich haben im Aufzug diese Prozedur einige male gemacht und er bricht sich gleich beim ersten mal seine Rippe? Einfach nur erbärmlich. Doch nun spürte Argus seine Chance gegenüber seinem Arbeitgeber und stand auf. Er wusste er müsste sich beeilen, weil er bestimmt nicht nochmal soviel Glück hatte und das Hochboot würde sich beim nächsten Sturz noch einmal fangen. Ächzend schleppte sich der verletzte Klon zum Steuerrat und kletterte das Podest hoch. Müde von dem ganzen Kraftaufwand, seit dem Sturz in die Rotoren, setzte er sich neben dem Steuerrat, lehnte seinen Kopf dagegen und wartete, dass das Hochboot endlich abstürzte. Die Schmerzen und der langsam erhöhte Blutverlust zahlte endlich seinen Tribut. Er durfte jetzt ja nicht einschlafen sonst wäre alles verloren. Um sich abzulenken schaute er runter zu Ulysses der ihn mit geweiteten Augen anstarrte. „Weißt du noch als du mir mit 5 Jahren beim Training die untere rechte Rippe gebrochen hast?“ fing er an zu erzählen als ob Ulysses ein jahrelanger Kumpel wäre den er seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. „Du meintest nur zu mir, ich solle aufhören zu weinen und mich nicht so anstellen, sonst würde nie ein gescheiter Klon aus mir werden den er gebrauchen könnte. Dann hast Hermes geholt und ihn angeschnauzt warum meine Knochen so schnell gebrochen wären, dass mein Körper in diesen jungen Alter noch nicht ausgereift waren hat dich nicht interessiert. Du wolltest nur Ergebnisse sehen und keine Rückschläge.“ kurz stoppte Argus und seufzte. „Das war das erste mal das du mich mit nach Deponia genommen hast um mich auszubilden.“ beendete er seine Geschichte und schaute die Brücke an. „Na langsam könnte das Teil endlich abstürzen. Ich will nicht den ganzen Tag warten.“ murrte Argus ungeduldig und schaute wieder zum älteren der immer noch schwer atmend vor dem Podest lag. „Hat die Rippe etwa deine Lunge durchbohrt oder warum atmest du so stoß....“ plötzlich krachte es und das Hochboot stürzte ungebremst auf Deponia zu. Mit letzter Kraft die ihm noch blieb krallte sich Argus an das Steuerrat um nicht ein weiteres mal, wie Ulysses, gegen die Decke gedrückt zu werden.
 
Seine Muskeln sträubten sich gegen die enorme Kraft und Argus war im Begriff abzurutschen. Mit zusammengebissenen Zähnen zog er sich näher an das Steuerrat und drückte einen roten Knopf wo daneben ein Fallschirm abgebildet war. Ein heftiger Ruck durchschüttelte das Boot und bremste den Fall leicht. Deutlich hörte er wie das Metall quietschte und im nächsten Augenblick verlor das Hochboot den rechten Rotor. Einen Augenblick später verabschiedete sich auch der linke Rotor und krachte dabei gegen das Deck. Es war reines Glück, dass die scharfen Blätter nicht durch das Metall durchgedrungen ist und Argus erdolcht hätte. Der brenslichen Lage bewusst nahm der Amtmann seine letzte Kraft die ihm noch blieb zusammen und krallte sich hilfesuchend mit Armen und Beinen ans Steuerrat. Mit Schrecken sah er wie das Hochboot die letzten Smogwolken durchbrach und wie Porta Fisco mit enormer Geschwindigkeit immer näher kam. Sie waren eindeutig zu schnell. Plötzlich krachte es und die Tür die er zuvor betreten hatte sprang aus den Angeln und riss ein Teil der Wand mit. Ein enormer Sog entstand an der Stelle wo zuvor noch die schützende Wand und die Tür stand. Wind peitschte ihn entgegen und er spürte das er sich nicht mehr lange halten konnte. Ulysses sah er gar nicht mehr. Anscheinend wurde er während sich die Wand verabschiedet hatte, mit aus dem Boot herausgeschleudert. Ein letztes mal sah Argus aus dem Hochboot. Es waren nur noch Sekunden bis das Hochboot ins Meer aufprallte. Porta Fisco würden sie nicht erwischen. Dafür das rostrote Meer knapp davor. Argus schloss die Augen als er den Boden erreichte. Die enorme Wucht zerbrach nun endgültig das Hochboot und der Klon wurde gegen den Boden geschleudert. Deutlich spürte er wie seine Knochen unter dem Druck zerbrachen und sein Kopf durch den Aufprall schmerzte. Kurz wurde ihm schwarz vor Augen bevor er wieder zu Sinnen kam. Sein linker Arm war ausgerenkt und sein rechter Arm war zweifach gebrochen. Er spürte das auch einige Rippen angeknackst waren und seine Beine ebenfalls den Aufprall nicht gut überstanden hatte. Blut floss über seine Stirn und er drohte wieder ohnmächtig zu werden.

Das würde also sein Ende sein, bewegungsunfähig in einen Frack liegend und darauf wartend, dass sein Körper versagte oder er ertrank, weil das Hochboot langsam aber sicher vom Meer verschlungen wurde? Ein leichtes lächeln formten seine aufgeplatzten Lippen. Kurz um, er hatte es nicht geschafft sich zu retten. Argus schloss die Augen um das schmerzhafte pochen in seinem Kopf ein bisschen zu lindern. Was hatte er sich bei dieser Aktion auch gedacht. Es war doch klar das er diesen Sturz nicht überlebt und durch den Versuch den Tod zu verhindern, stirbt er jetzt sehr langsam und qualvoll. Rufus bescheuerten Einfälle färbten ja wirklich ab. Na große Klasse. Argus hustete schmerzhaft und mehr Blut quoll aus seinem Mund. Inzwischen hatte sich schon eine große Blutlache unter ihm gebildet. Argus spürte wie er langsam müde wurde. Kurz schlug er noch ein letztes Mal die Augen auf und hob leicht seinen Kopf um Elysium ein letztes mal zu sehen. Dort wo jetzt seine Brüder waren. Hoffentlich wird es ihnen gut gehen. Kurz lächelte er noch einmal bevor alles um ihn schwarz wurde und sein Kopf wieder zu Boden sank. Sein einziges Ziel war erfüllt. Er wollte 11.000 Klone vor der Explosion Deponias retten und das hatte er geschafft. So zusagen hatte er seine letzte Aufgabe erfüllt und konnte so mit guten Gewissen mit seinem Leben abschließen. Kurz bevor er ganz das Bewusstsein verlor nahm er leise Schritte war die schnell näher kamen. „Da ist also doch noch jemand in den Frack und anscheinend noch lebendig. Hey! Kannst du mich.......“
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