"What do you play for?"

GeschichteHumor, Romanze / P16
Haiba Lev Kozume Kenma Kuroo Tetsurou OC (Own Character) Yaku Morisuke
31.05.2017
21.09.2020
29
43.125
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31.05.2017 2.161
 
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen"


Meine Hände flogen über die Tasten, meine Augen waren an den Bildschirm vor mir geheftet und ich wusste ganz genau, dass meine Mutter in wenigen Momenten in das Zimmer stürzen würde, um mich anzuschreien, warum ich denn schon (eigentlich immer noch) vor meinem Computer saß. Das alles aber interessierte mich keine Sekunde, als ich den letzten Schuss abgab und der Endgegner zu Boden ging. Ein breites Grinsen breitete sich auf meinen Lippen aus, während ich erleichtert die Hände von der Tastatur nahm und die letzte Szene des Spiels verfolgte. Kaum war diese vorbei und die Kredits begannen, flog meine Zimmertür auf und eine Frau mit dunkelblondem Haar und wütenden, braunen Augen stand in meinem Zimmer-meine geliebte Mutter.
„Kazuha!“, sie verschränkte die Arme vor der Brust und tippte ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden, mich beobachtend, als ich die Kopfhörer ablegte und mich zu ihr umdrehte. Ganz sicher wartete sie auf eine Erklärung-wie jeden Morgen.
„Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, Oka-san“, entschuldigte ich mich schulterzuckend, ehe ich aufstand und meine Uniform aus dem Schrank kramte. Endlich fand ich die ungeliebten Kleidungsstücke und warf diese auf das aufgeschlagene Bett, das ich seit Jahren nicht mehr ordentlich machte. Mit einem schmerzerfüllten Blick sah ich das weiße Oberteil mit dem Matrosenkragen und den dunklen Rock sowie die Kniestrümpfe an, deren Existenz allein schon eine Strafe war. Das war die Mädchenuniform der Nekoma Oberschule, die ich zu meinem Leidwesen besuchte.
„Das sagst du jedes Mal, erfinde das nächste Mal wenigstens eine gute Ausrede“, meine Mutter seufzte und ihr Blick wurde plötzlich weicher, als sie die Uniform betrachtete. Wahrscheinlich wünschte sie sich mal wieder, dass ich mehr so wäre wie die anderen Mädchen in meinem Alter. Diese versuchten alle, so niedlich oder hübsch wie möglich auszusehen, damit sie auch ja beachtet wurden. In diese Schublade konnte man mich nun wirklich nicht stecken.
„Muss ich das wirklich tragen, Oka-san? Können wir nicht endlich die Jungenuniform beantragen?“, murrend zog ich mein schwarzes T-Shirt über den Kopf, als ich aus dem Zimmer ins Bad verschwand. Das Kleidungsstück fiel dabei auf den Boden und ich konnte meine Mutter genervt seufzen hören.

Das war eben ich-Furuto Kazuha, eine Zweitklässlerin auf der Nekoma-Oberschule, die ihr Leben lang am liebsten nur vor ihrem Computer mit etwas Essen und genug Engerydrinks sitzen würde, kein soziales Leben hatte und jegliche Art von Sport oder Aktivität im Freien verabscheute. Also ich für meinen Teil hielt mich für eine sehr sympathische Person.

Gerade als ich mein rotbraunes Haar getrocknet hatte, wurde kräftig gegen die Tür geschlagen. Seufzend warf ich einen letzten Blick in den immer noch angelaufenen Spiegel vor mir und musste feststellen, dass ich in den Ferien gute Arbeit geleistet hatte. Die dunklen Ringe unter meinen Augen waren kaum zu erkennen.
„Kazuha! Mach endlich die Tür auf, andere wollen auch ins Bad!“, mein älterer Bruder-Furuto Suzaku-hämmerte ungeduldig gegen die Holztür, was mir enorme Kopfschmerzen bereitete. Konnte man in diesem Haus nicht einmal einen vergleichsweise ruhigen Morgen erleben? Ohne eine Mutter, die mal wieder wütend war? Ohne einen ungeduldigen Bruder, der unbedingt wundervoll aussehen wollte für all die Mädchen, die sowieso nicht auf ihn standen? Offenbar war das wirklich zu viel verlangt.
Genervt zog ich die Tür auf, machte einen Schritt zur Seite und beobachtete meinen Bruder grinsend dabei, wie er ins Bad stolperte, weil er sich zu sehr an die Tür gelehnt hatte.
„Dir auch einen guten Morgen, Nii-san“, grüßte ich ihn lächelnd, was mir einen bösen Blick einbrachte. Lachend ging ich aus dem Bad hinaus und schloss die Tür hinter mir.
„Du solltest deinen Bruder nicht immer so ärgern, Kazuha“, mein Vater streckte den Kopf aus seinem Büro und trotz seiner mahnenden Worte hatte er breites Grinsen auf den Lippen. Seine geröteten Augen, die dunklen Augenringe und das verwuschelte Haar zeigten mir, dass auch er die ganze Nacht über auf gewesen war-mit dem Unterschied, dass sein Beruf da tatsächlich manchmal erforderte.
„Und er sollte lernen, geduldiger zu sein“, ich zuckte mit den Schultern und stellte mich auf die Zehnspitzen, um an meinem Vater vorbei in das Arbeitszimmer zu blicken, woraufhin er lachte.
„Du bist so neugierig wie eh und je, Kazu!“, er schloss die Tür hinter sich, ging an mir vorbei und wuschelte mir durch das Haar.
„Brauchst du Hilfe, wenn ich nach Hause komme? Die Hausaufgaben werden nicht so stressig sein“, ich tänzelte hinter ihm her und grinste. Manchmal half ich meinem Vater, wenn er sich mit einem neuen Spiel beschäftigte. Sein Job waren die mehr oder weniger „Drehbücher“ für meist Rollenspiele, manchmal aber auch andere Spiele, wenn es benötigt wurde.
„Nein, ich bin fertig geworden, aber danke, Kleines“, er gähnte, kaum hatten wir die Küche betreten. Mit einem müden Lächeln machte er sich einen Kaffee und wollte sich eigentlich nach oben begeben, aber sein Blick streifte meinen und er lachte. Anschließend reichte er mir dann seine Tasse und machte sich einen neuen Kaffee.
„Danke“, ich begann, an dem heißen Gebräu zu nippen. Es erfüllte mich augenblicklich mit Kraft-vielleicht würde ich meinen ersten Schultag ja doch überstehen. Mein Vater setzte sich mir gegenüber an den Tisch und seufzte.
„Dir kann ich einfach nichts ausschlagen, Kleines. Auch wenn deine Mutter das nicht gut findet“, wir lachten beide angesichts der Erinnerung, die uns in den Sinn kam. Vor zwei Jahren hatte ich angefangen, morgens Kaffee zu trinken, was meine Mutter an die Decke hatte gehen lassen.
Aus unseren Erinnerungen gerissen wurde wir erst, als auf einmal die Tür aufgerissen wurde und Suzaku im Raum stand.
„Guten Morgen“, flötete er mit überraschend guter Laune. Bestimmt saßen seine haare genau, wie er es wollte-das war natürlich ein Grund überglücklich zu sein.
„Guten Morgen, Su“, mein Vater rollte mit den Augen und ich war mir ziemlich sicher, dass er genau das Gleiche gedacht hatte.
„Nee-chan, könntest du mir nachher einen Gefallen tun?“, der Dunkelhaarige wusch einen Apfel ab und bemühte sich, eine möglichst niedliche Stimme aufzulegen. Grinsend legte ich das Kinn in meine Hand und sah ihn an.
„Erstens, hör auf mit dieser gruseligen Stimme, zweitens, kommt drauf an, was ich dafür bekomme“, begann ich die Verhandlungen. Mein Vater stand daraufhin auf und schnappte sich seine Tasse.
„Davon habe ich nichts mitbekommen“, zügig verließ er die Küche. Tatsächlich konnte ich ihn verstehen, denn meine Mutter vertrat die „Geschwister helfen einander, ohne wenn und aber“-Politik, die sie mit voller Härte durchzog. Mein Vater wollte einfach nicht, dass er auch noch ein Ziel ihrer Wut wurde, wenn unsere Abmachung herauskam.
„Ist ja gut, Kazu! Was willst du denn?“, er stellte das Wasser ab, bevor er sich umdrehte und in das rote Obst biss.
„Drei Gefallen“, nannte ich meinen Preis und nahm einen Schluck meines Kaffees, welcher  heiß meine Kehle hinunter lief.
„Einen“
„Zwei“
„Okay“
„Also, worum geht’s?“, zufrieden lehnte ich mich zurück.
„Du erinnerst dich noch an Kuroo?“, Suzaku schlenderte zum Tisch herüber und setzte sich mit einem Gähnen.
„Klar-der komisch Typ mit den Haaren, die aussehen, als hätten sie noch nie eine Bürste gesehen, der Kaptain des Volleyballteams, richtig?“, natürlich kannte ich Kuroo Tetsurou. Auch wenn ich mich bemühte, den inhaltlich sehr leeren Gesprächen meiner Mitschülerinnen nicht zuzuhören, funktionierte die Ignorieren-Technik nicht immer. Einige Mädchen aus meinem Jahrgang hielten ihn für unbeschreiblich toll. Was für eine Grundlage sie dafür hatten, war mir eher schleierhaft, da meiner Meinung nach vielleicht gerade eine von ihnen mehr als ein gestottertes „Guten Morgen“ in seiner Nähe herausgebracht hatte. Wenn sie diese Bezeichnung auf seinem Aussehen basieren sollte, dann war mir da Ganze noch schleierhafter, denn er sah aus wie das Chaos selbst-nichts Attraktives.
Gähnend nahm ich noch einen Schluck von meinem Kaffee.
„Genau der, würdest du ihm ein paar Unterlagen geben? Ich hab' sie mir über die Ferien ausgeliehen“, der Dunkelhaarige kramte in seiner Schultasche herum, die er seitlich von dem Tisch platziert hatte. Dann holte er einige Blätter in einem Umschlag heraus.
„Warum gibst du sie ihm nicht?“, ich nahm den Umschlag an mich und trank noch einige Schlucke mehr aus meiner Tasse.
„Ich kann nicht, unser Training beginnt heute früher, weil wir ein Spiel nächste Woche haben“, Suzaku war der Kaptain der Basketballmannschaft unserer Schule, was mich wunderte angesichts der Tatsache, dass ein ziemlicher Hohlkopf war. Na ja, vielleicht hatten seine Mannschaftskameraden ja etwas in ihm gefunden, was vor mir die letzten sechzehn Jahre versteckt geblieben war?
„Okay, wo finde ich ihn?“, fragte ich weiter.
„In der dritten Turnhalle, er ist meist schon früher da als die anderen“, erklärte mein Bruder, ehe er aufstand und den Raum verließ, nur um von meiner Mutter abgelöst zu werden, die zu einem Vortrag darüber ansetzte, wie ungesund Kaffee für mich war. Lächelnd trank ich den letzten Schluck und stand auf.
„Ich bin spät dran, wir unterhalten uns, wenn ich heute Nachmittag wieder zuhause bin, ja?“, der Mund meiner Mutter klappte wieder zu und sie nickte. Super Zeitmanagement, Kazuha!, lobte ich mich selbst in Gedanken, während ich aus der Küche schlenderte.

Es war ein relativ angenehmer Frühjahrstag, der jedoch schon diese gewisse Sommerstimmung mit sich brachte, die ich so schrecklich verabscheute. Nichts am Sommer gefiel mir-man schwitzte, es war viel zu heiß draußen, morgens ging die Sonne früher auf und zu allem Überfluss waren alle in dieser super guten Sommerlaune, die mir den letzten Nerv raubte.
„Suzaku! Guten Morgen!“, am Schultor wurden wir von dem Shooting Guard des Basketballteams begrüßt, dessen dunkelblaues Haar in alle Richtungen abstand. Lächelnd kam er vor uns zum Stehen.
„Yasuo? Ist was passiert?“, mein Bruder fuhr sich mit einem versucht charmanten Lächeln in Richtung der Drittklässlerinnen, die offenbar auf eine Freundin warteten, durch das Haar und ich verdrehte die Augen, bevor ich mich zu ihm lehnte.
„Wenn du so lächelst, siehst du aus, als hättest du Blähungen, Nii-san“, freundlich, wie ich nun einmal war, wies ich ihn auf dieses kleine Detail hin, woraufhin ich zum Gebäude schlenderte. Die komischen Seitenblicke entgingen mir natürlich nicht, was kaum verwunderlich war. Meine Haare sahen wahrscheinlich aus wie ein Vogelnest und weder mein Oberteil noch die Kniestrümpfe saßen so, wie es eigentlich sein sollte. Vor langer Zeit hatte ich es aufgegeben, es überhaupt noch zu versuchen.
„Guten Morgen, Furuto-san“, eine fröhliche Stimme hinter mir ließ mich anhalten und umdrehen. Vor mir stand ein Mädchen aus meinem Jahrgang, um ehrlich zu sein sogar aus meinem Englischkurs, deren Name leider irgendwo in den Tiefen meines Gehirns vergraben war.
„Guten Morgen?“, fragend sah ich sie an, in Gedanken schon in den langweiligen, aber wenigstens kühlen Fluren der Schule, von denen mich Miss Niedlich gerade fernhielt.
„Erinnerst du dich nicht mehr an mich? Ich bin Hanaguchi Kiku aus deinem Englischkurs“, stellte die Silberhaarige sich immer noch lächelnd vor. Bei so viel Freundlichkeit konnte einem ja schlecht werden. Konnte sie mir nicht einfach direkt sagen, was für einen Gefallen ich ihr tun sollte?
„Spätestens in dreißig Minuten habe ich deinen Namen sowieso wieder vergessen, außer du lieferst mir einen guten Grund, mich daran zu erinnern. Also, was willst du von mir?“, fragte ich unverblümt und stemmte die Hände in die Seite. Unüberraschenderweise entglitten ihr augenblicklich die Gesichtszüge und ich seufzte innerlich erleichtert. Es war der Horror, diese ständig glücklichen Gesichter vor sich ertragen zu müssen.
„Du bist ja wirklich so gemein, wie man sagt, Furuto-san. Dabei wollte ich doch nur freundlich sein“, sie schob schmollend ihre Unterlippe vor, was mich ungemein amüsierte, da es einfach bescheuert aussah.
„Wenn's mehr nicht ist“, damit wollte ich mich eigentlich umdrehen und meinen Weg fortsetzen, doch das Mädchen hielt mich an meinem Handgelenk fest.
„Man erzählt sich außerdem, dass du Kontakte zur Basketballmannschaft hast. Dein Bruder ist ihr Kaptain, richtig?“, jetzt horchte ich auf. Interessant. Was sie wohl von der Mannschaft meines Bruders wollte?
„Das ist richtig, aber ich habe nicht wirklich 'Kontakte' zur Mannschaft-ich kenne nur meinen Bruder“, erklärte ich ihr mit ruhiger Stimme.
„Das reicht schon! Würdest du mich mal zu einem Training von ihnen mitnehmen? Du kannst mich ja als deine Freundin ausgeben und wir gehen dann zusammen mit deinem Bruder nach Hause, dann kann ich ihn nach seiner Num-“, sie wurde durch mein lautes Lachen unterbrochen.
„Tut mir leid, Hanaguchi-san, aber ich werde dir bei etwas so Lächerlichem kaum helfen. Wenn du mich entschuldigst“, mit diesem Worten wand ich mich aus ihrem Griff, den Weg zu meinem Klassenzimmer wieder aufnehmend. Ihre Empörung konnte ich noch bis in das Gebäude spüren.

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Hallihallöchen ♥
Da ich in letzter Zeit extrem süchtig nach Haikyuu! bin, musste ich jetzt auch zu diesem Anime eine Fanfiktion anfangen :D Na ja, ich hoffe, das erste Kapitel gefällt euch und ihr bleibt an der Geschichte, die voll mit schlechten Witzen, unangenehmen Situationen und unnötigen Kommentaren sein wird, dran :) Wenn einer von euch eventuell Lust hätte, als Beta-Leser zu fungieren, würde ich mich sehr über die Unterstützung freuen ♥
Liebste Grüße
Eure Angel ♥
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