The Choices We Make

von MonaGirl
GeschichteDrama, Romanze / P12
Aiden Mathis Charlotte Grayson Daniel Grayson Emily Thorne / Amanda Clarke Nolan Ross Victoria Grayson
29.05.2017
03.07.2017
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„Es tut mir leid...!“

… waren ihre letzten Worte, bevor ein Schuss die Ruhe der lauen Augustnacht durchbrach und sich eine Kugel in ihren Körper bohrte. Ungläubig starrte sie erst den Schützen an, dann an sich herunter, wo sich ein roter Fleck schnell auf ihrem blütenweißen Brautkleid ausbreitete. Die Wucht der Kugel schleuderte sie gegen die Reling, wo sie das Gleichgewicht verlor und rückwärts in die schäumenden Fluten stürzte.

Für einen Moment blieb sie wie gelähmt auf der Wasseroberfläche liegen, bevor die nächste Welle sie mit nach unten riss. Doch sie hatte nicht so lange gekämpft, um jetzt tatenlos zuzulassen, vom Meer für immer verschluckt zu werden. Sie war Emily Thorne, oder besser Amanda Clarke, eine Überlebenskämpferin. Doch der Kampf gegen die Naturgewalten war kein leichter. Unbarmherzig rollten die Wellen vorwärts, verschluckten alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Emily versuchte sich irgendwie über Wasser zu halten, doch immer wieder tauchte sie ab, spürte Salz in ihrem Mund, in ihren Lungen. Doch husten war zwecklos. Sie wusste, wenn sie jetzt dem Drang zu atmen nachgab, würde sie ertrinken. Und was bliebe dann?

Sie bemerkte, wie sich neben ihr das Wasser rot verfärbte, doch sie spürte keinen Schmerz. Die Kälte hatte eine betäubende Wirkung. Wo hatte er sie getroffen? Sie versuchte, während sie gegen die Wellen ankämpfte, die Stelle zu ertasten, wo unablässig Blut heraus sickerte. Doch das Blut vermischte sich zu schnell mit dem Wasser, so dass sie die Einschussstelle nicht finden konnte. Ihr Kleid hatte sich vollgesogen, zog sie jetzt mit aller Macht nach unten. Obwohl sie kaum noch Kraft hatte, tastete sie zu ihrem Rücken und zerrte so lange an den Perlmuttknöpfen herum, bis sie spürte, wie der feine Tüllstoff sie freigab. Eine Welle erfasste das Kleid, hob es nach oben und verschlang es dann komplett. Ob das Kleid wohl am Strand angespült würde, ging es Emily durch den Kopf. Würde man sie finden? Wie lange würde sie durchhalten? Sie spürte mit jeder weiteren Welle, die über ihr zusammen schwappte, wie ihre Kräfte immer mehr nachließen. Doch sie konnte und durfte nicht aufgeben. Alles, wofür sie die ganzen Jahre gekämpft hatte, wäre dann umsonst gewesen. Sie schloss die Augen und ließ sich ein Weile von den Wellen tragen. Der Plan! Wie war nochmal der Plan? Sie versuchte sich zu konzentrieren und hörte in Gedanken Aiden's Stimme...

„...Bevor du auf die Yacht gehst, schleiche ich mich an Board und deponiere die Waffe, die du auf Victoria's Namen gekauft hast. Dann verstecke ich mich und warte bis 21.10 Uhr. Dann müsstet ihr in der Nähe der Boje sein. Du startest dann die Diashow. Danach kümmerst du dich dann darum, dass Victoria den Raum verlässt. Ich sperre sie dann ein und warte, bis die Schüsse fallen. Vergiss nicht, vorher noch die Blutprobe auf Deck zu verteilen. So ist es noch glaubwürdiger, dass dich Victoria erschossen hat. Du springst danach sofort über Board und schwimmst zu der Boje. Dort befindet sich eine Kiste mit einer Mini-Tauchausrüstung. Folge dann einfach der Strömung bis zum Strand. Dort warte ich dann auf dich.“

Die Boje! Das war es. Sie musste zur Boje! Sie ließ sich eine Weile von der Strömung mittreiben, bevor sie schließlich die Boje entdeckte. Doch ihre Kräfte hatten zu stark nachgelassen, so dass sie es nicht schaffte, die Kiste, die an einem Seil an der Boje hing, nach oben zu befördern. Verzweifelt und mit letzter Kraft, klammerte sie sich fest und hoffte auf ein Wunder.

Der Peilsender! schoss es ihr auf einmal durch den Kopf. Kurz vor der Trauung hatte Aiden ihr das Strumpfband mit dem Peilsender übergestreift. Das war ihre letzte Chance! Sie tastete nach unten und stellte erleichtert fest, dass der Peilsender tatsächlich immer noch am Strumpfband befestigt war. Mit letzter Kraft drückte sie den Knopf und ließ ihren Kopf dann kraftlos gegen das kühle Metall der Boje sinken. Mehr konnte sie jetzt nicht mehr tun. Sie schloss die Augen und dachte an Amanda, die im Meer ihre letzte Ruhe gefunden hatte. Würde sie dasselbe Schicksal ereilen? Würden sie wieder vereint sein, wie sie es damals im Jugendgefängnis waren, bevor sie ihre Identitäten getauscht hatten? Wenn es so etwas wie Schicksal gab, würde es schon wissen, welcher Weg für sie vorbestimmt war. Mit diesem tröstlichen Gedanken ließ sie los und ließ sich von den Wellen wieder aufs Meer hinaustragen...

Teaser Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=_1ubyf6n_ms

Die FF kann man auch in englischer Sprache lesen : https://www.fanfiction.net/s/12516447/1/The-Choices-We-Make
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