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.`~°~´. Des Tages Werk und Lohn…

von - Leela -
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Boo OC (Own Character) Zino
28.05.2017
28.05.2017
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Des Tages Werk und Lohn…

Zino lag, die Beine über die Armlehne des Sofas geschlagen, den Kopf in Canyos Schoß gebettet, in Boos Werkstatt und genoß ihre Streicheleinheiten.
      Boo wuselte indes in dem großen Raum herum. Schließlich blieb er vor seinem Kumpel stehen, stützte sich bedeutungsvoll auf dessen Knien ab und fing seinen Blick ein. „Wie wäre es, wenn du mir mal beim Aufräumen des Equipments helfen würdest?“
      Zinos Blick nahm etwas flehentliches an, während Canyo sich nicht beirren ließ, ihm sanft durch die Haare zu streichen. „Muß das unbedingt jetzt sein…?“
      „Hey! Du warst genauso an dem Einsatz beteiligt! Und ich hätte das ganze gerne fertig.“ Er sah Zino auffordernd an, der einen totunglücklichen Eindruck machte.
      „Kann ich dafür nicht mal etwas anderes für dich machen…?“ bot der Blonde verzweifelt an.
      „Ich werde den ganzen Kram sicher nicht alleine aufräumen!“ erwiderte sein Freund unerbittlich. „Irgendwann möchte ich auch mal Feierabend haben.“
      Canyo konzentrierte sich indessen von seinen Haaren zu seinen Ohren, strich sanft den oberen Rand entlang und unten auf der Innenseite zurück. Der gayanische Nationalheld konnte ein wohliges Schaudern nicht unterdrücken. „Aw, bitte, Boo…“
      Der Erfinder betrachtete die Szene schmunzelnd. Er wußte, es gab kaum eine bessere Möglichkeit, seinen besten Freund zu quälen, als mit der zufälligen Zusammenarbeit, die er gerade mit dessen Freundin leistete.
      „Ich würde euch auch helfen!“ bot Canyo an, ohne ihre Liebkosungen einzustellen.
      „Aber du warst bei dem Einsatz doch gar nicht dabei!“ wandte Zino ein.
      „Na und? Das ist doch egal! Ich mach’s gern, und so sind wir schneller fertig.“
      In Zinos Gedanken arbeitete es sichtlich, als freundete er sich mit dem Gedanken gerade an – wenn er schon die Aufräumarbeiten nicht ganz umgehen konnte.
      Boo schüttelte den Kopf. „Nein, du sollst bestimmt nicht dafür arbeiten, daß wir das Zeug benutzt haben. Das ist eine Aufgabe für Zino und mich.“
      „Aber Canny hat Recht, wir sind alle zusammen viel schneller fertig…“ versuchte Zino noch einmal, zumindest um das kleinere Übel zu kämpfen.
      Boo hielt seinen Blick bedeutungsvoll. „Canyo wird sicher nicht dafür arbeiten, daß du dich nicht beherrschen kannst, die Flugmaschine bruchzulanden, die Anti-Drachen-Hochdruck-Schaumkanone bis zur Unkenntlichkeit einzusauen und die Multifunktionszwille mit bestimmt zwölf verschiedenen Seemannsknoten zu versehen!“
      Der Blick seines besten Freundes sprach Bände. Allein die Tatsache, daß Canyos Finger noch immer sanft seine Ohren entlangstrichen, hinderte ihn daran, die Ohren schuldbewußt einzuklappen.
      Boo maß Zino noch mit einem vielsagenden Blick, dann ging er kommentarlos wieder nach draußen an die Arbeit.
      Der gayanische Nationalheld starrte gedankenverloren vor sich hin und kostete dabei sehnsüchtig jede Berührung seiner Freundin aus, die sie ihm zuteil werden ließ.
      „Kannst du das jetzt mit deinem Gewissen vereinbaren, daß Boo da draußen alleine schuftet?“ kommentierte sie, während sie weiter zärtlich seine Ohren bearbeitete. Sie sah ihm an, daß er es nicht konnte. „Ich halte dich nicht fest!“
      Er biß gequält die Zähne aufeinander, und es dauerte noch einen ganzen Moment, bis er die Kraft fand, sich aus der wundervollen Atmosphäre loszureißen. „Ich revanchiere mich!“ prophezeite er, als er sich schweren Herzens auf dem Sofa hochgestemmt hatte.
      „Hey, für mich ist das genauso schwer!“ lachte sie. „Das ist purer Egoismus, den ich hier betreibe!“
      Sein Blick nahm eine sehnliche Nuance an. „Können wir denn nachher an der Stelle weitermachen, wo wir aufgehört haben?“
      Sie grinste. „Natürlich! Ich bewege mich nicht von der Stelle. Versprochen.“
      Er lächelte, auf die typische liebevolle Weise, die sie in die Knie zwang.
      Sie nahmen sich noch Zeit für einen sehnsüchtigen Kuß, dann beeilte sich Zino nach draußen zu Boo.

Der Bastler sah bald schon erstaunt auf, als Zino zu ihm nach draußen trat. „Hey… Bist du von allein drauf gekommen, oder hat Canyo dich hergeschickt?“
      Zino verzog den Mund zu einem Schmollen. „Es ist nicht so, daß ich dir nicht helfen will!“
      „Es ist so, daß du dich nicht aus ihren Armen losreißen kannst!“ brachte Boo es auf den Punkt. „Das kann ich verstehen. Das könnte ich an deiner Stelle wohl auch nicht.“
      „Danke! Das ist sehr aufbauend!“ Zino nahm sich die hoffnungslos verhedderte Multifunktionszwille. „Ich hätte es vielleicht noch irgendwie geschafft, bevor sie bei den Ohren angefangen hat!“
      „Tja, erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ kommentierte der Brünette. „Apropos, kannst du mir mal erklären, wie man so etwas hinbekommt?“ Er deutete auf die verknotete Schnur, die sein Freund gerade versuchte zu entwirren.
      „Du warst doch dabei!“ kommentierte sein Freund. „Spätestens als ich die feuerspeiende Libelle eingefangen habe, habe ich mich darüber gefreut, daß sich nur die Schnur verheddert hat, und nicht gleich die ganze Zwille in Flammen aufgegangen ist!“
      „Naja, da hast du auch wieder Recht.“ räumte Boo ein. Er versuchte indessen, mit einem nassen Schwamm die schlammverkrustete Anti-Drachen-Kanone wieder sauberzubekommen.
      Eine Weile arbeiteten die beiden stumm vor sich hin.
      Nach einer Weile lächelte Boo zu seinem Kameraden herüber. „Zusammen macht es doch gleich viel mehr Spaß, oder?“
      Zino zog ein Schmollen. „Im Vergleich dazu, zusammen mit meiner Freundin auf dem Sofa zu liegen und mir die Ohren massieren zu lassen weiß ich, was ich attraktiver finde!“
      Boo grinste in sich hinein und beschloß, es dabei bewenden zu lassen.

Canyo hatte es sich in der Zwischenzeit mit einem Buch auf dem Sofa bequem gemacht, während sie auf die Jungs wartete. Auf das Geräusch der Tür hin sah sie von ihrer alt-gayanischen Lektüre auf.
      Boo kam gerade herein und verstaute die wieder funktionstüchtige Multifunktionszwille und die mittlerweile wieder glänzende Schaumkanone an den für sie bestimmten Orten.
      Die Brünette konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Anscheinend hatte Zino sich nicht bei dem Teil der Arbeit, der ihn ihr wieder nähergebracht hätte, durchsetzen können. „Liege ich ganz weit entfernt, wenn ich vermute, daß du Zino diese Aufgabe abgesprochen hast, um ihn noch ein bißchen zu quälen?“
      „Du hättest ihn mal fluchen hören sollen!“ grinste Boo. „Aber wir sind gleich fertig. – Magst du auch einen Tee?“
      „Oh, ja, gerne.“
      „Ich fürchte übrigens, mit deiner Hilfe wären wir tatsächlich schneller fertig gewesen.“ erzählte Boo, als er an die Küchenzeile trat, um Wasser aufzusetzen. „Zino stand irgendwann kurz davor, die Schnur von der Zwille in Stücke zu hacken, so hat er die Nerven verloren.“
      „Warum habt ihr sie mir nicht einfach gegeben?“ fragte Canyo erstaunt. „Das hätte ich doch gut hier drinnen machen können!“
      „Ich finde, das war eine gute Geduldsübung für unseren Helden.“ meinte Boo gelassen und stellte einen Becher bei ihr auf den Tisch.
      Sie musterte ihn mit einem abschätzenden Schmunzeln. „Sag‘ mal, denkst du dabei eigentlich auch nur eine Sekunde mal an mich?“ Als er sie etwas aus der Bahn geworfen ansah, fügte sie bedeutungsvoll an: „Ich vermisse ihn mindestens genauso wie er mich!“
      „Tja, dann solltest du ihn besser dazu anhalten, pfleglicher mit dem Equipment umzugehen!“ kommentierte Boo tiefgründig. Er wandte sich automatisch zur Tür um, zu der Zino gerade vollkommen fix und fertig hereinkam.
      „So, die Flugmaschine sieht aus wie neu!“ verkündete er, ging strikt zu Canyo herüber und ließ sich erschöpft in genau der gleichen Position wie zuvor zurück in ihren Schoß sinken.
      „Super!“ freute sich Boo. „Dann hast du es dir jetzt auch verdient!“
      „Und wie!“ bestätigte der Blonde abgekämpft und kuschelte sich noch sehnsüchtiger als zuvor an seine Freundin, die ihr Versprechen gerade einlöste, und ihm mit sachten Ohrstreicheleinheiten erneut wohlige Schauer durch den Körper jagte.
      „Zino?“ fragte Boo.
      „Ich werde jetzt sicher nicht noch einmal aufstehen!“ stellte der Angesprochene unmißverständlich klar.
      Boo sah ihn erstaunt an. „Ich wollte dich nur fragen, ob du auch einen Tee möchtest…“
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