Zwei Welten treffen aufeinander

von Cocomo
GeschichteAllgemein / P12
Carl Gallagher Fiona Gallagher Ian Gallagher Liam Gallagher Mickey Milkovich Phillip "Lip" Gallagher
28.05.2017
28.05.2017
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Hey ihr da. Danke dass euch diese Story interessiert. Ich bin auf die Idee bei den Cracks der beiden Serien gekommen und wollte Jim und Mickey aufeinander treffen lassen. Ein Feedback nehme ich sehr gern an.
Viel Spaß


Es waren nunmehr zwei Jahre die Jim abgetaucht war. Er lebte in einer versifften Ecke von Chicago und ruhte sich auf seinem Guthaben aus. Er hatte kaum das Bedürfnis allein in eine Villa zu ziehen, dort in einem goldenen Pool zu baden und seine Millionen zu verprassen. Vielmehr genoss er die Ruhe und Normalität die in dem kleinen Kaff voller Kriminalität und Schmutz herrschte. Die meiste Zeit arbeitete er an verschiedensten Ideen seine Kriminalität auszuleben, er ließ sich aber auch von der Masse treiben und beobachtete die einfachen Menschen die um ihn herum lebten. Riesige Familien, viele Kinder, schwangere Teenies und besoffene Penner.  So verbrachte er beinahe zwei Jahre in einem kleinen Haus, abgeschieden von der Außenwelt obwohl er sehr zentral inmitten des Viertels wohnte. Oft saß er an seinem Fenster und beobachtete seine Nachbarn. Eine Großfamilie von sechs. Der trinkende Vater kam ab und zu vorbei um Ärger zu machen und Alkohol oder Geld abzustauben. Die Entwicklung der Menschen interessierte ihn, er sah ihnen beim aufwachsen zu, bei den Krisen, den Problemen und der Gemeinschaft die in dem heruntergekommenen Haus herrschte. Über die Zeit hatte er keinen Kontakt zu ihnen gehabt, wusste aber über jeden Einzelnen, als sie untereinander.

An einem Nachmittag im Sommer, als er mit einigen wenigen Einkäufen vor dem Haus aus seinem Auto stieg, hörte er lautes Schreien aus dem Nachbarhaus. Es war normal Schreie oder Weinen zu hören, doch diesmal wirkte es verzweifelter, hilfsbedürftiger. Kurz haderte Jim mit sich, dann stellte er seufzend die Tüten ab und ging mit großen Schritten die Treppe zur Haustür hinauf. Er trat durch die angelehnte Tür vorsichtig ein. Liam, der jüngste der Familie saß mit einer kleinen Platzwunde an der Stirn und weinend auf der Boden und versteckte sich hinter seinem Bruder. Carl, ein Möchtegerngängster stand schützend vor ihm und hielt zitternd eine Waffe auf seinen Vater gerichtet. Frank lachte abfällig und warf eine weitere leere Bierflasche unkoordiniert in ihre Richtung. Carl wich ihr aus und drückte ab. Die Kugel ging weit von ihrem Ziel entfernt in die Wand und hinterließ ein kleines Loch. "Hey du kleiner Schwanzlutscher. Nicht unter meinem Dach. Verpiss dich gefälligst." schrie der sichtlich betrunkene Vater und warf mit allem was ihm in die Finger kam nach seinen Söhnen. Jim eilte an Carls Seite und nahm ihm die scharfe Waffe aus den Händen. Der Junge sah ihn unsicher an, beugte sich dann aber zu seinem kleinen Bruder und zog ihn hinter Jims Beine. Dieser betrachtete erst die Waffe, dann den Betrunkenen vor sich. Der Mann stieß ihn vollkommen ab. "Und wer bist du jetzt? Einer von Fionas Lovern? Oder ein Stecher von Ian?" lallte der Mann abfällig. Jim lächelte sanft. "Nichts Derbeiden. Lass deine Familie ab jetzt in Ruhe." Er zog unauffällig einen Schalldämpfer auf seiner Hosentasche. Die Dinger waren immer gut zu gebrauchen. "Und wenn nicht?" provozierte Frank und nahm erneut einen Schluck aus der Bierflasche in seiner Hand. Ohne etwas zu sagen schoss Jim ihm in den rechten Oberschenkel, steckte die Waffe in seine Jackettasche und packte den schreienden Mann beim Kragen. "Nächstes Mal geht der Schuss direkt zwischen die Augen." flüsterte er und verfrachtete den Mann vor die Haustür. Bevor dieser reagieren konnte, hatte Jim die Tür zugeschmissen und sich den beiden aufgelösten Jungen zugewandt. Vorsichtig kniete er sich neben die beiden und legte Liam eine Hand auf die Schulter. Schweigend nahm er mit Daumen und Zeigefinger das Kinn des Jungen und betrachtete die Wunde. "Habt ihr Verbandszeug?" erkundigte er sich bei Carl, der schon aufgestanden und in die Küche geeilt war. Er brachte ihm einen Verband und eine Schere und kniete sich wieder neben Liam. "Alter wer biste?" fragte er und sah Jim mit Abstand an. "Euer Nachbar. Ruf deine Schwester an." erwiderte Jim kurz und wickelte den Verband sanft um Liams Stirn. Carl stand erneut auf und suchte nach seinem Handy. Jim hörte ihn telefonieren. "Fi Frank war hier und hat Liam geschlagen. Komm nach Hause." "Ja, wie immer." Nein, unser Nachbar. Komm einfach vorbei und frag ihn selber." "Keine Ahnung, kenne ihn nicht." "Ja bis gleich." Er kam wieder zurück als Jim schon an der Tür stand. Liam saß, mit verbundenem Kopf auf dem Sofa und sah sich irgendeine Serie an." Carl kam zur Tür und sah Jim nach. "Danke" rief er ihm hinterher. Jim drehte sich nicht um, er nahm seine Einkäufe und schloss seine Haustür auf. Drin war es angenehm kühl. Er verstaute die wenigen Lebensmittel im Kühlschrank und entfernte danach die Fingerabdrücke von Carls Waffe. Sorgfältig löste er den Schalldämpfer und verstaute ihn wieder in seiner Hosentasche. Die Waffe schloss er in seinem Schrank ein, in welchem noch einige weitere Waffen lagerten.

Mit seinem Laptop, den Kopfhörern in den Ohren und seiner Musik auf voller Lautstärke setzte er sich auf die Couch und scrollte sich durch den Blog seines Erzfeindes. Sherlock hatte erneut einen Fall mit Bravour gelöst und hatte sich nun mit seinem Partner zurückgezogen. Seit einigen Tagen kamen keine neuen Meldungen aus seiner Heimatstadt, seine Informanten berichteten weniger von dem Detektiv und Jim nahm an, jener habe sich einem größeren Fall zugewandt. Er hatte kleinere Ansätze, jedoch nichts zuverlässiges, somit blieb es ihm nur möglich abzuwarten und sich um sich selbst zu kümmern. Er widmete sich in seinem Unterschlupf dem hacken der Banken Amerikas, und das waren so einige. Ob er es eines Tages brauchen würde, wusste er natürlich nicht, es schadete aber bestimmt nicht Geld oder Erpressungsmöglichkeiten im Repertoire zu haben. So vertrieb er sich die nächsten Stunden, kochte sich dann etwas, ging duschen und las in seiner kleinen Bibliothek weiter. Darin befanden sich zwar nur einige Bände seiner eigenen Buchreihe die er nie veröffentlicht hatte, aber dennoch noch immer als eine Art Erlebnisberichte dienten. Als die Sonne gerade begann den Horizont zu berühren und unterzugehen schien, klingelte es an seiner Tür. Er schreckte auf, zog seine Waffe und ging lautlos zu der blauen Haustür. Durch den Spion sah er Lip, den ältesten Jungen der Gallagher-Familie von Nebenan. Er zog verwirrt die Augenbrauen zusammen, steckte dann aber die Waffe in seinen Gürtel und öffnete die Tür. "Ja?" erkundigte er sich knapp bei dem jungen Mann. Dessen eisblauen Augen schwirrten unsicher um ihn herum. "Hey, ich bin Lip. Du hast vorhin meinen Brüdern geholfen und jetzt besteht die ganze Familie darauf dich zu einem Essen einzuladen. Magst du Lasagne?" Kurz zögerte Jim, dann nickte er aber und gab sich einen Ruck. Er war zwar ein Einzelgänger, diese Menschen interessierten ihn aber trotzdem. "Jetzt?" Lip nickte. "Warte kurz." Jim ging kurz in die Küche um seine Waffe unter der Spüle zu verstecken. Dann nahm er sein Jackett und folgte Lip in das Nachbarhaus. Dort deckte Fiona, die Älteste gerade den Tisch. Ihr half ihre Freundin Vi, die ihn direkt mit den Augen musterte und ihn freundlich anlächelte. Grüßend hob Jim die Hand. Fiona sah auf. "ich muss dir danken, du hast meinen Brüdern geholfen. Das war sehr nett von dir. Auch dass du Liam verbunden hast." Jim nickte und sah sich im Haus um. Es hatte nichts besonderes an sich. Man sah Schäden von Waffen, ein Baseballschläger hing an einem Haken in der Wand, einige Löcher waren mit Klebeband zugeklebt worden, die Tapete wellte sich teilweise von den Wänden. Dennoch wirkte das Haus gemütlich und vertraut.

Fiona bot ihm einen Platz am Kopfende, ihr gegenüber an. Dann rief sich nach den Kindern. Neben ihr saß ihre jüngere Schwester Debbie, daneben Liam, der Jim anstrahlte. Vi und ihr Mann Kevin saßen neben dem kleinen Jungen und zu Jims Rechten. Auf der anderen Seite saßen Carl, Lip, Ian und dessen Freund Mickey. Letzterer betrachtete Jim misstrauisch und während der nächsten Minuten spürte Jim immer wieder den neugieren Blick des jungen Mannes auf sich brennen. "und dein Name ist Jim?" erkundigte sich Fiona nach einigen Minuten freundlich. "Ja."  Jim nickte. Fiona sah unsicher zu ihren Brüdern, Jim hatte anscheinend nicht vor sie nach ihren Namen zu fragen. "Ich wohne schon einige Zeit hier. Ich kenne all eure Namen schon." schloss Jim an als er die unschlüssigen Blicke sah. Fiona lächelte, "Ja wir sind nicht sonderlich unauffällig." Jim nickte wieder. So verlief der Abend weiterhin ruhig, sie stellten ihm vereinzelt Fragen, die er knapp aber nicht unfreundlich beantwortete. Nach einer Stunde brachte Fiona die Kinder ins Bett und Jim verabschiedete sich. Lip, Ian und Mickey standen rauchend auf der Terrasse und sahen dem schlanken Mann hinterher. Er passte nicht in die Gegend. Nicht wegen seinem Aussehen, immer wieder kamen Anzugträger her und suchten sich ein ruhiges Plätzchen in der Gegend. Jim wirkte im Gegensatz zu diesen Arbeitstieren gelassen, entspannt und auf eine unerklärliche Weise bedrohlich und kalt. Er war nett gewesen, hatte mit ihnen gegessen und gelacht, doch er hatte sie alle immer im Auge behalten, dabei eine Intelligenz und ein Wissen ausgestrahlt, welche  sie alle eingeschüchtert hatte. Der Mann von nebenan strahlte eine tiefe, bedrohliche Ungewissheit und Macht aus.
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