Das Lapislazuli-Mädchen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Ezarel Nevra OC (Own Character)
27.05.2017
05.06.2017
9
5759
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Das eiskalte Wasser lähmte meinen Körper. Ich konnte mich weder bewegen, noch atmen. Die Strömung drückte mich immer tiefer hinab bis ich vollkommen die Orientierung verloren hatte. Nur noch sehr dumpfes Licht brach durch das Wasser, sodass ich schemenhaft einige Fisch erkennen konnte. Offenbar waren sie genauso verwundert mich zu sehen, wie ich es war. Mein Brustkorb begann zu schmerzen, weil mein Körper nach Sauerstoff verlangte.  Ich  fühlte mich träge, fast schon schwerelos. Stur biss ich auf meine Lippe, doch ich wurde auch zunehmend schläfriger. Ich sah nur noch etwas Schwarzes, das direkt auf mich zuschwamm ehe ich mein Bewusstsein verlor.

Als ich wieder zu mir kam lag ich am Ufer des Flusses.  Reflexartig hustete ich das restliche Wasser aus meinen Lungen, wobei ich meine Hände auf dem globigen Kies abstützte. War ich tot? Was war diese schwarze Gestalt im Fluss gewesen? Um meine Gedanken zu ordnen schüttelte ich meinen Kopf und strich mir meine nassen, tiefblauen Haare zurück. Vergeblich versuchte ich auszumachen wie weit mich die Strömung von der Brücke davon getragen hatte, doch umso mehr ich mich umsah, desto mehr stellte ich fest, dass ich auf mich selbst gestellt war. Ich beschloss mich am Fluss zu orientieren um zum nächsten Dorf zu kommen. Meine Gedanken blendete ich komplett aus. Es zählte nur das Überleben.

Nach ein paar Meter jedoch sank ich kraftlos zusammen. Das Kräftemessen zwischen dem Fluss und mir hatte meinen Körper ausgelaugt. Die Pause, die ich machte, dauerte auch länger als ich wollte. Mein Blick streifte den Himmel und ich sah wie er sich orange - rot verfärbte. Es dämmerte. Ich war vollkommen allein. Die einzige Gesellschaft, die ich hatte war ein seltsam aussehender Rabe, der mich von dem Ast einer alten Buche herab beobachtete. "So schnell sterbe ich schon nicht." Maulte ich das seltsame Geschöpf an, obwohl ich eigentlich wusste, dass es nichts dafür konnte, dass ich mich in so einer Situation befand. Mit der hereinbrechenden Nacht sanken auch die Temperaturen. Ich zitterte. An Bewegung war überhaupt nicht mehr zu denken. Mein Beobachter flog an mich heran und legte den Kopf schief. Er war eigentlich recht niedlich, wenn ich es recht bedachte. "He, du." Ich lächelte schmal. Meine Energie reichte gerade dafür aus, um zu atmen. "Du kennst nicht zufällig jemanden, der mir helfen kann?" Der Rabe krächtze scheinbar verständnislos. "Natürlich nicht..." Ich lehnte mich zurück. Auch wenn ich wusste, dass es keine gute Idee war, so wollte ich mich ein wenig ausruhen.

Nach einer Weile, ich konnte nicht genau einschätzen wann es war, spürte ich eine kleine Wärmequelle, hörte Schritte und leises Geflüster. "Ist sie ein Mensch?" Wollte jemand wissen. "Natürlich! Man braucht sie ja nur anzuschauen. Nichtsnutzig wie eh und je." Ich wollte etwas erwidern, doch ich konnte nicht einmal die Augen öffnen. "Und ihr Haar?" Fragte ein Dritter. Es bildete sich ein Kloß in meinem Hals. Niemand würde mir helfen. Sie würden sicher denken ich wäre ein Freak.  Genau so wie die Leute aus dem Dorf. "Kero hat Recht. Es spricht sehr dafür, dass sie eine Faery ist." Ein trockenes Lachen war zu hören. "Macht euch nicht lächerlich. Das ist vollkommen unmöglich." "Testet sie darauf." Befahl schließlich eine erzürnte Frauenstimme und alle verstummten.