Der Ruf des Mondes

OneshotMystery, Fantasy / P6
25.05.2017
25.05.2017
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Hallo!
Ich muss zugeben, ich war in diesem Fandom noch nie wirklich aktiv, vor allem weil die Serie meiner Meinung nach ihre wahre Magie nur in den ersten drei Staffeln bewahrt hat, danach ging das leider ziemlich verloren. Die vierte Staffel war noch ganz okay, aber seitdem geht es ziemlich bergab, weil das Originalkonzept, nämlich das Geheimnis, einfach nicht länger da ist und auch die Originalbesetzung mittlerweile nicht mehr dabei ist, was ich schade finde. Das Ganze hat halt auch viel mit teils sehr übereilter Produktion zu tun.
Trotzdem gibt es eine wiederkehrende Szene, die die Serie nie wirklich in Worte fassen konnte. Es ist kurz, aber die Szene, von der ich rede, ist auch nicht wirklich lang.

Der Ruf des Mondes

Es ist Nacht geworden. Dunkelheit umfängt mich, beschützt mich, doch dank meiner im Vergleich zu einem Menschen geschärften Sinne sehe ich trotzdem bestens, wohin ich trete.
Ich bin kein normaler Mensch, ich bin nicht wie die anderen.
Ich bin ein Wolfsblut, Tochter der Wölfe, der Wildheit und der Natur. Begabt mit der Macht der uralten Instinkte, Eolas und Anxion. Ich sehe mehr als sie, mehr als die normalen Menschen, denen ich in der Schule begegne.
Die Natur ist meine Welt und der Wald ist mein Zuhause. Er beschützt mich vor allen Dingen, vor denen ich beschützt werden muss. Denn kein Mensch traut sich nachts in den Wald.
Ich traue ihnen nicht. Menschen sind gierig, Menschen sind ängstlich und aggressiv. Was sie nicht kennen, das zerstören sie, töten sie hemmungslos. Ich bin so eine Unbekannte für sie, etwas, das es sich lohnt zu fürchten. Also flüchte ich vor ihnen, jedenfalls solange ich nicht ganz normal sein kann. Solange sie mich niemals akzeptieren werden.
Ich sehe den Mond aufgehen, er scheint auf mich herab. Er ruft mich geradezu. Nein, eigentlich ruft er nach dem Wolf in mir. Ich spüre, wie meine Gestalt sich verändert, wie die Sinne noch geschärfter werden. Ich kann noch besser sehen, hören und riechen als zuvor.
Mir wächst ein dichtes, rotbraunes Fell, meine Kleidung, die mich zuvor wärmte, ist weg und ich bin froh, sie los zu sein. Sie hat mich doch sehr gestört, sie fühlt sich so unnatürlich und erstickend an im Vergleich hierzu.
Der Ruf des Mondes ist stärker als meine menschliche Seite. Und auf vier Beinen mit geschärften Sinnen setze ich meinen Weg in die Tiefen des Waldes, die Tiefen des Schutzes, fort.
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