Second Ghost - Wogen des Wahnsinns

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
24.05.2017
11.01.2019
15
80188
28
Alle
56 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
So ihr Lieben,
es tut mir leid, dass so lange nichts neues mehr kam. baer ich habe für mich entschieden das Ganze zu beenden....  und zwar nicht wie geplant mit einem Kapitel sondern wohl er mit 5 weiteren ^^'.
Bei mir war in den letzten Monaten ziemlich viel los. Wir bekommen Familienzuwachs und die Schwangerschaft war leider nciht ganz problemlos. Daher hat mir leider der Nerv fürs Schreiben gefehlt. Ich biotte um Verständnis.



Jetzt bin ich mal gespannt wer die einleitung eigentlich ließt. Was haltet ihr von Kyra? Geplant ist diese Reihe mehrbändig aufzubauen. Habt ihr eine Idee für das nächste Pairing :P


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Malia schluckte, als sie den Blick zu Kilian wandte. In seinen Augen sah sie den Schmerz des Verrates. NichtsAnders hatte sie getan, als sie die Hunter ohne das Wissen ihres Gefährten gerufen hatte. Gefährte… dieses Wort wog schwer in ihrem Gedanken. Als sie jene Nummer kontaktierte, zu der sie kein Gesicht hatte, gab es diese enge Bindung nochnicht. Doch jetzt, nach der letzten Nacht – selbst in diesem Moment schrie ihre Katze gepeinigt auf. Sie hatten ihren Gefährten verraten, das Rudel hintergangen. Doch im Moment entschied nicht ihre Schwester. Sie brauchte einen klaren, rationalen Kopf. Kyra und ihre Einheit zählte zu den besten des Jagdbatallions. Niemand von ihnen hatte eine Chance gegen diesem Wandler, nicht solange er bei vollen Kräften war. JeneJägerinneben ihr musterte den Wächter des Marroks nun intensiv. Sie schien nicht sonderlich beeindruckt von der geschwächten Version des Wächters. Lediglich eine Augenbraue hob sich spöttisch, ehe sie sich wieder Malia zu wandte. „Also Prinzessin, warum schickt mich mein Bruder in die Wildnis, jetzt wo der Spaß erst so richtig los geht?“ Malia hatte nie viel mit der jungen Frau zu tun gehabt. Sie zählte zu den wenigen weiblichen Mitgliedern der Jagdeinheiten, die respektiert wurden. Man erzählte sich die abenteuerlichsten Geschichten über jenes Mädchen aus reichem Hause. Ihre Familie gehört den Verband der Jägerschaft seit Jahrhunderten an. Hinter vorgehaltener Hand sagte man ihnen nach, sie würden zu jenen alten Familien gehören. Den mächtigen Clans, ebenso wenig menschlich wie die Gestaltwandler es waren. „Dann beginnt es also?“ Malia hatte die Gerüchte gehört, leise wie ein Windhauch, doch die Zeichen waren überdeutlich gewesen. Ein Wandel in den Reihen der Hunter. „behalte die Tore im Auge Prinzessin. Die Jagd hat begonnen.“ Ein böses und wissendes Grinsen schlich sich auf die Lippen der Rothaarigen. Malia konnte sich noch gut an ihre ersten Monate in der Akademie erinnern. Kyra hatte sie empfangen, sich ihrer angenommen und sich um sie gekümmert. Immer einen kessen Spruch auf den Lippen, frech und unbeugsam. Doch dann kam jene Mission. Niemand wusste was bei dieser geheimen Jagd passiert war, doch Kyra waranders.Für einen kurzen Moment huschten wieder jene Bilder vor ihrem inneren Auge vorbei, ganze Familien deren Köpfe auf den Torspitzen aufgespießt und zur Schau gestellt wurden. Malia schüttelte jene grausamen Erinnerungen ab, straffte dieSchulternals sie sich gen Boden beugte und den Rucksack aufhob. Er sah aus, wie jene die die Hunter trugen. Das leise Klirren verriet, dass sich nicht nur Kleidung im inneren befand. „ich hätte nicht gedacht, dass du ein Kind des Marroks bist.“ Kyra ignorierte den Gestaltwandler neben ihr. Kilian hatte den Abstand überwunden, knurrte bei ihrem spöttischen Ton bedrohlich. „Vorsicht, Flohschleuder. Die Herrschaften haben einen nervösen Finger“ Malia beobachtete aus den Augenwinkeln wie Kyra sich Kilian zuwandte. Sie funkelte ihn aus kalten und berechnenden Augen an. „Du wärst tot, ehe sie ihre Waffen ziehen.“ Kilian sah spöttisch grinsend auf die junge Frau herab. Er war ihr näher, als es sonst ein Mann kam. Seit jenerMission hielt Kyra Männer auf Abstand. „Wie du meinst,Mietzekätzchen– aber dann beeil dich. Wir wollen dochnichtdas du dir den Pelz versau- heilige Scheiße? Unter welchen Bären bist du geraten?“ Malia spürte den schweren Blick der Hunter und sie war Dankbar, als Kilian ihnen die Sicht auf ihren geschundenen Körper nahm. Einzig und allein die Hunter mit den feuerroten Haaren trat näher an sie heran. Malia zuckte zusammen, als die in Leder gehüllten Fingerspitzen über ihre frischen wulstigen Narben strichen. „Die sind frisch. Du solltest diese Jagd lieber aussetzen.“ Der Spott war aus der Stimme der jungen Frau gewichen.

Kilian hatte Malia ungläubig dabei beobachtet, wie sie sich aus ihremBaugeschlichen hatte. Jeder in diesem Haushatte gehört, was letzte Nacht passiert. Nie würde Kilian vergessen, wie sich das Band zwischen seinemAlpha und Malia schloss. Jeder der vier Wächter hatte es überdeutlich spüren können. Er hatte mit Dorianzusammengesessen. Man wollte ihn wohl noch nicht allein lassen. Sie alle hatten gespürt wie es ihren Alpha gestärkt hatte, wie es sie alle gestärkt hatte. Er hatte nicht schlafen können, wann immer er die Augen schloss,sah er die leblosen Körper seiner Familie vor sich. Oder Malia blutend und sterbenden während er ihr das Fleisch von den Knochen riss. So war er umhergewandelt, immer einen fruchtvollen Blick auf den Wald gerichtet. Besorgt um ihre Sicherheit war er seiner Alpha in die Freiheit gefolgt. Sie hatte abwesend gewirkt, fast als würde sie unter dem Bann des Monsters stehen. Doch dann war diese Frau aus dem Wald herausgetreten. Unverkennbar eine Hunter, auch wenn Kilian noch nie eine Frau unter Waffen gesehen hatte. Doch die schwarzen Sachen, vor allem die schwere Lederjacke mit dem Abzeichen des Jagdbatallions machten deutlich,dass sie nicht nur eine einfache Soldatin war. Bis unter die Zähen bewaffnet, mehrere Schusswaffen in Holsten an ihrer Seite und ihren Oberschenkeln so wie derBogenauf ihrem Rücken machten deutlich dass sie Jagderfahrung hatte. Instinktiv wollte er sich vor Malia werfen, er würde seine Alpha mit seinem Leben schützen – doch die Hunter machte keine Anstalten Malia zu bedrohen. Im Gegenteil. Sie begrüßten sich, als würden sie sich kennen. Die Erkenntnis brannte sich tief in seine Gedanken. Malia hatte sie gerufen. Sie hatte Currans ausdrücklichen Befehl missachtet und eine Einheit der Hunter in sein Revier geholt. Sie hatte ihn verraten vor den Augen der Allianz. Sein Blick fiel auf das Haupthaus, hinaufzu jenen Fenstern die in Currans Schlafzimmer führten. Sie hatte ihn verraten. Killian sollte toben, rasend vor Wut sein. Doch egal wie sehr in sich horchte, er fand den Zorn seines Katers nicht. Denn Malia hatte recht. Er hatte es gewusst, schon als sie es in seinem Arbeitszimmer ausgesprochen hatte. Sie hatte Recht. Allein wurde das Rudel dieser Bedrohung nichtHerr. Selbst Curran konnte sich der Magie dieses Monsters nicht entziehen. Die Worte der jungen Hunter rissen ihn aus seinen grauen Gedanken. Kein Bär hatte ihr diese Wunden zugefügt, zumindest nicht die neueren. Kilian war vor Malia getreten, hatte sie vor den neugierigen Blicken der anderen Männer geschützt. Ein leises Knurren schwang in der Luft, als die rothaarige Frau Malia dabei half, ihre Ausrüstung anzulegen. Kyra verdrehte lediglich die Augen, während sie die Schutzweste im Rücken schloss. Sie zwinkerte ihm sogar einmal kurz zu, als sie das Waffenholster schloss und ander Weste befestigte. „Du solltest wirklich aussetzen. So behinderst du uns nur.“ Dennoch reichte sie Malia einen Teil ihrer Waffen und jene aus dem Rucksack. Gerade als Malia das Magazin der letzten Schusswaffe prüfte und es mit einem leisenKlicken wieder in die Waffe steckte, erklang ein ohrenbetäubendes Brüllen. Kyra wurde zurück gezogen, während die Huntersichwie eine Mauer vor ihr aufbauten und ihre Waffen entsicherten. Curran war mit einem einzigen Satz aus dem Fenster gesprungen. Noch ehe die ersten Glasscherben zu Boden fielen war er bei Malia angekommen. Der Zorn loderte um ihn herum, wie unsichtbare Flammen. Malia zog den Kopfein,machte sich so klein wie nur irgendwie möglich, doch dann schien sie sich zu fangen. Genau als er ihr gegenüber stand hob sie den Blick und starrte ihn trotzig an. Sie wich seinem Griff aus, verfiel selbst in eine Angriffshaltung. Kilian selbst war hin und her gerissen. Malia hatte Recht, doch Curran war sein Alpha. „Curran – nicht.“ Doch Kilians Worte schienen nicht bis zu ihm durchzudringen denn er hob die Hand erneut, dieses mal jedoch um zum Schlag auszuholen. Kilian sah es aus dem Augenwinkel, wollte vor seinen Alpha springen, doch da flog die reichverzierte Klinge auch schon an ihm vorbei.

Es war zu schön gewesen. Er hatte es gewusst. In dem Moment, in dem er die Augen aufschlug und sie nicht mehr neben ihm lag. Er hätte es spüren müssen. Sie hatte sich nur auf ihn eingelassen, um ihm zu besänftigen, um ihn in Sicherheit zu wiegen. Und er war darauf herein gefallen. Er hatte nochjedeso kleine, zärtliche und vertraute Berührung genossen. Insgeheim hatte er doch gewusst, dass dieser Hauch von Vertrauen nicht von langer Dauer sein würde. Niemals würde sie ihm ebenwürdig sein. Aber sie so zusehen,die Waffen prüfend als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Der Zorn überwandt die letzte Barriere. Nur am Rande bekam er mit, wie das Glas zerbrach als er aus dem Fenster sprang. Er verdankte es seinen Jahrtausende alten Reflexen, dass jener Dolch nicht sein Ziel fand. „Wir sind im Auftrag von Nathaniel Ophelion hier. Er ist einer der Söhne des Phönix.“ Knurrend wandte er den Dolch in seiner Hand, erkannte die kunstvollen Verzierungen. Es war Jahrhunderte ehr, dass er diesen Dolch das letzte mal sah. „Nathaniel beruft sich auf das Abkommen. Die alten Familien haben es nie gebrochen.“ Ihre klare und feste Stimme zerriss den Zorn um ihn herum. Curran wandte den Blick nun jener jungen Frau zu, die sich ihren weg durch die Mauer aus Männern kämpfte, die sie vor seinen Blicken schütze. Ein kleiner Rotschopf, etwas größer als seine Malia, doch ebenso zierlich und zerbrechlich. Malia. Allein der Gedanke an den Verrat seiner Gefährtentriebenden Schmerz durch seinen Körper. „Malia bat um Hilfe. Wir sind hier um zu helfen. Aber wenn ihr weiterhin eine meiner Hunter bedroht, scheiß ich auf das Abkommen.“ Um ihre Drohung zu unterstreichen lies sie einen weiteren Dolch in ihrer Hand kreisen. „Kyra. Schon gut. Hier draußen sind die Regeln andere.“ Malia hatte wieder jene Maske aufgesetzt, die sie auch in seinem Arbeitszimmer zur Schau gestellt hatte. Sie straffte die Schultern, zog das dünne Tanktop gerade und warf sich eine Lederjacke über. „Du hättest erwähnen können, dass der Marrok nicht über unser Kommen informiert wurde.“

Malia beobachtete erleichtert, wie Kyra ihren Dolch wieder wegsteckte, Auch die Männer hinter ihr ließen die Waffen sinken. Sie richtete das Waffenholster ehe sie sich nun ihrem Gefährten zuwandte. Sie konnte seine Enttäuschung und seinen Zorn überdeutlich spüren. „Wir brauchen die Hilfe der Hunter. Ohne sie, wird das Rudelbrennen und das Schicksal deiner Familie wird sich wiederholen. Ich werde diesen Bastard finden und ausschalten. Dafür brauche ich nicht deine Erlaubnis. Ich werde mein Rudel schützen – wenn es das letzte ist was ich tue.“ Es stimmte. In diesem Punkt waren sich sowohl Katze als auch Mensch einig. Der Schutz des Rudels hatte oberste Priorität, doch noch wichtiger war der Schutz ihres Gefährten. Er würde Curran nicht noch einmal verletzen.
„Ihr zwei seid zu liebreizend. Aber ich habe gerade den Kontakt zu meinem Spähtrupp verloren und ich würde jetzt allmählich wirklich gerne wissen warum.“ Kyra wurde ungeduldig. Malia verstand auch schnell warum. Immer mehr Soldaten des Rudels sammelt sich auf der Wiese hinter ihnen. Und so lange Curran die Hunter nicht willkommen hieß, bedeutete jede Kralle mehr ein zusätzliches Risiko für Kyra und ihre Einheit. Malia seufzte, überwand die Distanz zwischen Curran und ihr. Sie zögerte, ehe sie die Hand auf seine nackte Brust legte. „Vertrau mir Curran. Nur ein einziges Mal. Bitte“ Malia konzentrierte sich auf das Band, dass sie mit ihn verband. Doch sie fand nur Zorn und Enttäuschung. Er rang mit sich, ein leises Knurren rutschte ihm über die Lippen ehe er sich abwandte und nickte. Erleichtert ließ Malia die Schultern sinken und zuckte zusammen, als ihr Kyra aufmunternd auf die Schulter klopfte.Das matte Grinsen auf den Lippen des Rotschopfes erinnerten sie an jene Zeiten zu Beginn dieser Bekanntschaft. Das Verhältnis zu Kyra war nie sonderlich herzlich oder eng gewesen. Als Mentorin war sie streng und unnachgiebig.Malia folgte der Gruppe Hunter mit einiges Abstand. Die Männer wirkten sichtlich angespannt. Hatten immer ein Auge auf Kyra und eines auf die Wandler um sie herum. Sie hatten Kyra in die Mitte der Formation genommen, schirmten sie weiterhin vor neugierigen Blicken ab. Jene Mission war nun etwa 3 Jahre her. Soweit Malia sich erinnern konnte, war dieses Verhalten nicht immer so. Kyra war stets selbstbewusst und provokant durch die Hunter geschritten. Hatte sich und ihren Rang ohne zu zögern oder wirklich kämpfen zu müssen verteidigt. Ein Naturtalent. Malia hatte sie und ihre Fähigkeiten gefürchtet. Zu groß war die Angst von ihr enttarnt zu werden. Bis zu jenem Vorfall in dem Trainingshallen. Wäre Kyra nicht gewesen – Malia wäre aus der Haut gefahren. Curran führte die Hunter hinauf in seinen Flur, weg vom Rudel. Malia versuchte die enttäuschten und zornigen Blicke der anderen Wächter zu ignorieren. Ihre Ablehnung brannte sich tief in das Urvertrauen zum Rudel. Aber sie hatten Recht. Malia hatte sie alle verraten, hatte Curran verraten. In ihrer Welt gab es nichts schlimmeres als einen Verrat an den Alpha und dem Rudel selbst. Die Gruppe vor ihr geriet auf der Treppe ins Stocken. Die Reihe der Hunter lichtete sich und Malia folgte der stummen Anweisung. Neben Kyra, umgeben von jenen emotionslosen Gesichtern fühlte sich wohler als allein unter den Blicken des Rudels. Als Curran das Arbeitszimmer betrat, bezogen die Hunter ihre Position neben der Tür auf den Fluren. Ein kaum merkliches Handzeichen ihrer Offizierin genügte und sie nahmen eine augenscheinlich entspannte Haltung ein. Lediglich Kyras rechte Hand betrat mit ihr das Arbeitszimmer. Sie hatte Mike noch nie reden hören. Gerüchten zu Folge war er wohl stumm. Doch vermutlich waren nur sehr wenige der Mühe wert. Kyra bezog ihre Stellung mit Rücken zum Kamin, in dem noch Glut glimmte. Mie bleibt unmittelbar an ihrer Seite. Curran lehnte sich mit den Rücken an das gegenüberliegende Fenster, seine Wächter positionierten sich neben ihm die anderen Alphas bezogen ebenfalls ihre Plätze in der Nähe des Marroks. So bildeten sich zwei Lager in den Raum und Malia stand unschlüssig zwischen beiden.

Kyra beobachtete Malia angespannt. Ihre Bindung an den Marrok würde ein Problem werden. Egal wie sehr sie versuchen wird, rational an diese Jagd zu gehen, wenn die Bindung wirklich die des Paarungstanzes war würde es Malia nicht gelingen. Kyra verdankte es ihrem Blutsstatus, dass ihre Fähigkeiten weitaus feinfühliger waren als die der anderen Hunter. Die Kinder des Phönix gehörten eins zu einem Ritterbund alt und ehrwürdig. In den alten Geschichten der Hunter wurden ihnen Sagen umwobenen Fähigkeiten zugesagt. Fähigkeiten die es ihnen ermöglichten einen Wandler aufzuspüren. Die sie stärker und schneller machten als gewöhnliche Menschen. Doch Kyra und ihr Bruder gingen einer ganz anderen Spur nach. „Warum sind wir ihr Malia?“ die Angesprochene zuckte zusammen und wandte sich nun wieder ihr zu. Laut Nathaniel hatte sie bisher keine Ahnung gehabt,wer ihr die Tipps gegeben hatte. Nate hatte es als zu gefährlich erachtet, Malia weiter in ihre Pläne einzuweihen. Unschlüssig wanderte der Blick der jungen Hunter zu ihrem Alpha und wieder zu Kyra. Sie rang mit sich, kämpfte mit ihrem zweiten Geist. Genau das hatte Kyra befürchtet. Egal wie loyal Malia dem Bataillon gegenüber auch war – der Befehl ihres Alphas würde überwiegend. Doch dann strafte die zierliche junge Frau die Schultern und trat zu ihr heran. Demonstrativ wandte sie dem Marrok den Rücken zu und sich somit vom Rudel. „Der Marrok wird bedroht. Es gab bereits erste Verluste.“ Für einen Moment geriet die junge Frau ins Schwanken. Mike trat sofort einen Schritt nach vorn, doch das bedrohliche Knurren des Marroks ließen ihn zögern. Kyra sah an Malia vorbei. Sah dem mächtigsten seiner Art in die Augen und funkelte ihn ebenso kalt an wie er sie zornig. Die junge Ophelion wandte sich dann jedoch wieder Malia zu, die noch immer mit einer einzelnen Träne rang. „Trauer ist keine Schwäche – solange sie deinUrteilnicht trübt.“ Trostgebend legte die Rothaarige eine Hand auf die Schulter der jungen Wandlerin. „Das wird sie nicht.“ Malia straffte erneut die Schultern und wollte gerade mit ihrer Meldung fortfahren als ein verächtliches Schnauben die Stille zerriss. Ein Wandler asiatischer Herkunft trat aus der Gruppe hervor und kam Malia bedrohlich nah. Spöttisch musterte er sie ehe er zu Sprechen begann. Eines stand für Kyra jedoch fest – sie konnte ihn nicht ausstehen. Für diese Erkenntnis musste er nicht ein Mal das stinkende Maul öffnen.

„Dass du es überhaupt wagst in seiner Anwesenheit zu sprechen elende Verräterin. Er sollte dich und die kleine Hunterhure da zum Teufel jagen. Weißt du was man früher mit den Huren der Hunter gemacht hat?“ grinsend trat der Asiate noch einen Schritt näher an Malia. Schmierig leckte er sich über die Lippen während er die Hand austreckte und nach Malia griff. Kyra trat bereits einen Schritt auf beide zu, ein Auge auf den Marrok. Doch dieser schien so in seinem Zorn gefangen zu sein, dass er sogar dulden würde wenn ein andere Hand an Malia legen würde. So entschloss die junger Hunter einzugreifen. Knurrend undging der Bären in die Knie als Kyra ihn mit einem einzigen Griff an eine der Schmerzreflexzonen in die Knie zwang. „Weißt du was wir mit Männern machen die sich an einer Frau vergreifen? Wie schneiden ihnen die Schwänze ab und stopfen ihnen damit das Maul. Rühr einen der meinen an und ich häute dich bei lebendigen Leib.“ Kurz verstärke Kyra noch einmal den Druck ehe sie den Bären zu Boden stieß und wieder neben Mike trat. „Ohne dein Pack da draußen hättest wohl kaum eine solche vorlaute Fresse Miststück.“ Fauchte der Bär, der sich nur unter Schmerzen wiederaufrichtete. So berechenbar. Genervt seufzte Kyra und ließ sich auf das Sofa fallen. Demonstrativ legte sie einen Teil ihrer Waffen ab und neben sich auf das Sofa ehe sie die Jacke abstreifte. Ihre rechte Hand schien ebenso genervt, allerdings wusste Kyra das es ihretwegen war. So beschloss die Hunter, den vorlauten Alpha zu ignorieren. Ihre Befehle waren andere. Für ihn würde sich sie zu einem späteren Zeitpunkt die Zeit nehmen. „Halt den Mund. Ihr könnt von Glück reden das Malia den Mut hatte. Der Hunterverband hat aus uns unbekannten Quellen Informationen erhalten. Der Marrok wäre nicht länger in der Lage sein Rudel zu führen und der Wahnsinn streife ungehindert durch seinen Bau. Was glaubst du wird der Hunterverband jetzt tun? Das gesamte Bataillon Nordamerikas hat einen Jagdbefehl erhalten. Die Truppen sammeln sich in diesen Stunden und bereiten einen letzten Feldzug vor. Ihre Worte – nicht unsere.“Offen blickte die junge Frau nun zu jenem Gestaltwandler an dem alles hing. Sie konnte ihm nicht helfen, wenn er es nicht zu ließ. Doch noch immer schien keine Regung in ihn zu kommen. Kyra überschlug die Beine und lehnte sich zurück. „Dieses Gespräch war zu einem späteren Zeitpunkt angedacht. Euer angebliches Unvermögen-“ Kyra wurde von dem bedrohlichen Knurren der Wächter unterbrochen, fuhr jedoch unbeirrt fort. „hat den Verband zu erneuten Höhenflügen veranlasst. Die Angehörigen des Kode hätten den Verband auch gewähren lassen können. Egal ob ein Angriff auf euch von Erfolg gekrönt wäre oder nicht. Er hätte die Anzahl unserer Gegner erheblich dezimiert und uns einen Machtwechsel wesentlich erleichtert. Doch wir sind Kinder des Kode und wir waren dieses Abkommen. Ich werde mich von euch cniht fortschicken lassen und ich werde diese Jagd antreten. Mir ist vollkommen gleich ob mit oder ohne eure Zustimmung. Für dsas diplomatische Geplänkel ist mein Bruder verantwortlich. Ich bin auch nicht hier, um um Erlaubnis zu bitten. Ich biete euch ein Bündnis der alten Zeit. Nehmt es an oderverrottetin eurem Bau.“

Zunächst herrschte Stille im Raum. Currans blickt lag schwer auf der jungen Hunter. Der Zorn der ihn umgab war für alle im Raum deutlich spürbar. Malia hatte sich an die Seite des ranghöheren Offiziers geflüchtet. Egal wie sehr sie versuchte ihre enge Bindung zu Curran zu finden – in ihr herrschte in bisher unbekannte leere. Ihre Katze hatte sich wimmernd in die hinterste Ecke ihres Verstand zurückgezogen. Sie schrie schmerzerfüllt nach ihrem Gefährten, fühlte ebenso in den Band hinein wie der menschliche Teil. Doch sie erhielt ebenso wenig eine Antwort wie Malia. Malia zuckte ein wenig zurück, als sich Curran vom fester abstieß und schnellen Schrittes auf Kyra zu schritt. Mike war sofort in Angriffshaltung verfallen und zückte seine Schusswaffe. Doch ein Handzeichen Kyras genügte und er zog sich zurück. Sie ließ zu das Curran in ihren Nacken griff und sie zur Seite drehte. Malia schmerze dieser Anblick. Überrascht bemerkte sie den Funken Eifersucht der in ihre brannte wie glühendes Silber. Sie sehnte sich so sehr nach seiner Vertrautheit, seiner Nähe, dass allein dieser Anblick ihre Katze hasserfüllt nach Kyra schlagen ließ. Erst Sekunden später erkannte Malia was Curran dort auf nackter Haut so angespannt betrachtete. Es war ein Muttermal, feuerrot wie die Haare der jungen Frau. Zunächst sah es aus wie ein exotischer Vogel doch bei genauerem Hinsehen konnte Malia den Phönix deutlich erkennen. „Die Kinder des Phönix starben bei dem nuklearen Supergau.“ Curran löste die Finger vom Nacken der jungen Frau und trat um seinen Schreibtisch herum ehe er sich dort niederließ. „Nicht die Bomben löschten die alten Clans aus. Die Überlebenden zogen sich in die Schatten zurück. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis wir die einstige Größe wiedererlangten.“ Schmerz lag in der Stimme der jungen Frau. Curran jedoch nickte nur und wandte sich nun an jenen Begleiter neben Kyra. „Wem gehört deine Loyalität?“ Mike straffte die Schultern und blickte dem Marrok stolz entgegen. „Dem Kode und jenen die ihn schützen.“ Innerlich atmete Malia erleichtert auf. Es schien als hätte Curran nun eine endgültige Entscheidung bezüglich der Anwesenheit der Hunter gefällt. Es schien beinahe so, als wäre er gewillt ihre Hilfe anzunehmen. „Darf meine Hunter vor Ort nun mit ihrem Bericht fortfahren? Sollten wir hier noch länger um den heißen Breiherumreden, sehe ich mich gezwungen dieSchuld für meinen verschwundenen Spähtrupp bei euch zu suchen.“ Malia hob verblüfft eine Augenbraue hoch als Mike neben Kyra verächtlich schnaubte. „Die Diplomatie solltest du tatsächlich deinem Bruder überlassen.“ Als die Angesprochene dann aber tatsächlich die Augenverdrehte und nach dem Jäger schlug konnte Malia nur den Kopf schütteln. „ich habe sie nie unterbrochen.“ Currans Stimme hatte wieder an Kälte zugenommen als er nun Malia ansprach. Malia sammelte sich kurz und versuchte die erneute Zurückweisung irgendwie wegzustecken. „Der Marrok wurde von einem alten und sehr mächtigen Wandler angegriffen. Er besitzt die Fähigkeiten, andere in den Wahnsinn zu treiben. Er kontrolliert diesen und kann ihr auch verbergen. Es kam zu einem Angriff während einer Jagd. Der Betroffene Wandler wurde erst unmittelbar während der Attacke bemerkt.“ Unsicher glitt ihr Blick zu Curran. Wie viel konnte und durfte sie erzählen. Kyra musste alles wissen, doch durfte sie so tief in die geheimnisse des Marroks eindringen? Doch Kyra nahm ihr die Entscheidung ab. „Mike? Sieh bitte nach den anderen.“ Wortlos verließ der Hunter den Raum und Kyra blickte offen zu Curran. Malia war erleichtert als dieser nun das Wort ergriff und sie von ihrem Los befreite.Curran offenbarte das wichtigste. Die Fähigkeiten des Angreifers, seine eigene Verbindung und auch den Einfluss den sein Bruder auf ihn ausüben konnte. Am Ende seines Berichtes hatte sich Kyra erhoben und war an Kilian herangetreten. Während Currans Kurzbericht hatte dieser sich zurückgezogen. Erst jetzt bemerkte Malia wie sehr er sich von Rudel entfernt hatte. Kilian verlor sich wieder in den Vorwürfen und dem Schmerz.

Kyra zog es das Herz zusammen als der Marrok über seinen Wächter berichtete. Natürlich kannte sie die Akten und war sichtlich überrascht gewesen. Dieses Häufchen Elend sollte der Dritte des Rudels sein? Doch nach dieser Geschichte verstand Kyra was mit diesem eigentlich stattlichen Manne geschehen war. Stumm musterte sie den Wandler welcher sichtlich mitgenommen mit sich rang. „Und du vertraust ihm? Nach wie vor?“ den Blick über die Schulter sah sie Malia an. Als diese nickte schlich sich ein leichtes Lächeln auf die Lippen der Rothaarigen. „Gut. Mehr muss ich nicht wissen.“ Kyra trat von dem Wächter zurück, welcher sie nun überrascht anblickte. „Welche Rollen spielen wir in deinem Plan? Du hast doch einen oder nicht?“ Skeptisch folgte Kyra den Ausführungen der anderenJägerin. „Dann fasse ich noch einmal zusammen. Du willst das Antigen einsetzten um seineFähigkeiten zumindest abzuschwächen und deinem Alpha so die Chance zu geben, das Ganze zu beenden. Die Wirkung des Blockers bei einem so starken Wandler ist nicht bestätigt. Wir können überhaupt nicht einschätzen wie es wirken wird.“ Kyra verschränkte die Arme und blickte Malia skeptisch an. „Du wirst dieses Zeug auf keinen Fall nehmen.“ Allein Malias blick genügte um Kyra wütend werden zu lassen. „Mir ist vollkommen gleich welche Chancen du dir erhofft. Du wirst dieses Zeug nicht weiter in dich pumpen. Die Dosis die notwendig wäre um sich seiner Macht zu entziehen könnte dich auf ewig schädigen.“ Kyra sah nur aus den Augenwinkeln wie Curran sich anspannte. Malia war also nicht gänzlich egal. „Es ist nicht deine Entscheidung. Der Schutz des Rudels-“ Kyra schnalzte abfällig mit der Zunge. „Und ob es meine Entscheidung ist! Du stehst unter meinem Kommando und ich habe noch nie einen Jäger verloren.Duwirst mir die Statistik nicht versauen.“ Was sie hier gerade anbahnte war ein handfester Streit zwischen beiden Frauen. Kyra wusste das ihre Ränge in etwa gleich auslagen. Doch Malia nahm dieses Antigen schon zu lange in einer viel zu hohen Dosis. Eine Anwendung in diesem Ausmaß könnte ihr den Pelz kosten. „Antigen?“ Curran beherrschte Stimme zerschnitt nun bereits zum zweiten die Stille zwischen beiden Frauen. Fast schon beiläufig antwortete Malia ihm während die Kyra weiterhin fixierte. „Das Serum blockt die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Zusammen mit etwas Voodoo-Zauber verhindert es eine Wandlung. Jene unter uns die den Huntern angehören,nutzen dieses Mittel um die Impulse zu unterdrücken.“Kyra wechselte kurz einen Blick mit dem Alpha. „Was Malia meint ist ein Mittel das in den letzten Jahren entwickelt wurde, um den Wandlern innerhalb der Städte ein sicheres Leben zu gewähren bis wir unsere Pläne umsetzen können. Es wurde in Zusammenarbeit mit Heilern und Chemikern entwickelt und dient zu Impulskontrolle. Es soll lediglich helfen die Wandlung zu kontrollieren. Nicht die Fähigkeiten zu unterdrücken.“ Currans blickt lag schwer auf der trotzig dreinblickenden Malia. „Sie unterdrückt die Fähigkeiten. Mit der entsprechenden Dosis lässt sich die Wandlung nicht nur kontrollieren – sie lässt sich verhindern.“ Selbstbewusst blickte Malia ihre Vorgesetze an. Natürlich wusste Kyra, dass Malia als da nur wissen konnte, weil sie es im Selbstversuch getestet hat., „und es hat dich an den Rand des Wahnsinns getrieben. Du wirst keinerlei Kontakt mehr mit den Antigen haben. Befehl von Nathaniel.“

Diese Offenbar zog eine schier endlose Diskussion zwischen den Anwesenden nach sich. Sie debattierten lieber über die Folgen des Antigens anstatt über seine Einsatzmöglichkeiten in der hitzigen Situation. Es war bereits weit nach Mittag. Kyra hatte sich weitestgehend aus der Debatte zurückgezogen. Überließ Malia als Pelzträger und Anwenderin des Serums dieDiskussionmit den ablehnenden Huntern. Malia verstand diese Taktik, doch sie hatte sich mehrUnterstützungerhofft. Die Engstirnigkeit der Allianz, die Ignoranz und die Verbissenheit auf alte Traditionen und festgefahrenen Vorurteilen.Sie sahen einzig und allein die Bedrohung die von den Huntern ausging. Niemand schien auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, welches Risiko Kyra allein durch ihre Anwesenheit einging. Auch wenn sie es nicht ausgesprochen hatte, sie musste krank vor Sorge sein. So ein Machtwechsel ging nicht unblutig von statten. Egal wie taff die junge Frau sich auch stellte. Ihr Bruder bedeutete ihr die Welt, das wusste Malia. Als dieser Bär in die Akademie einfiel, war es Kyra die sich zwischen beide stellte. Ohne auch nur zu zögern. Wieder fiel Malias Blick auf die junge Hunter die angespannt aus dem Fenster starrte. Während die Allianz beratschlagte, in wie weit sie die Hilfe der Hunter annehmen sollten, schien Curran sich vollkommen von der Debatte los zu lösen. Als hätte er seine Entscheidung längst gefällt. „Vielleicht sollten wir diese Entscheidung einfach dem Marrok überlassen. Soweit ich mit erinnern kann, ist die Allianz keine Demokratie.“ Malia hatte genug. Jede Minute die sie hier standen, erholte sich ihr Feind, war vielleicht sogar schon zu Angriff bereit.„Wie sieht der Plan aus?“ Curran erhob nun seit einiger Zeit endlich wieder die Stimme. Doch Kyra schien nicht zu reagieren. Im Gegenteil. Sie trat noch einen Schritt näher an das Fenster heran. Fixierte etwas das nicht da war. Dort war nichts. Bei al den Wachen wäre es doch niemanden entgangen? „Sichert die Zugänge. Waffengewalt autorisiert. Niemand betritt oder verlässt dieses Gebäude.“ In einem einzigen Zug hatte sich Kyra gedreht, an ihr Ohr gefasst und die Befehle durch das kleine Mikro gezischt. Ehe jemand im Raum reagieren konnte war sie bereits bei ihren Waffen, griff nach zwei Pistolen und war durch die Tür auf den Flur verschwunden.
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