Wo sich die Wege kreuzen

von Dahkur
KurzgeschichteDrama, Sci-Fi / P12
OC (Own Character)
24.05.2017
26.05.2017
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Etwas irritierte ihre Aufmerksamkeit. Der Hauptteil ihrer Sinne war ganz darauf ausgerichtet, dass sie ihren Verfolgern entkam, doch nie begab sie sich in die Gefahr, ihre Umgebung außer Acht zu lassen. Vor allem nicht hier in diesen einsturzgefährdeten Ruinen, welche normalerweise weiträumig von den Mora und den Shoren gemieden wurden. Die Shoren waren ausgesprochen erfindungsreich, wenn es um die Jagd ging. Der Trupp, der sie in diese verfallenen Gebäude getrieben hatte, mochte unter Umständen nur eine Ablenkung für die eigentlichen Häscher sein. Sie wäre nicht die erste Mora, welche diese Unvorsichtigkeit mit dem Leben bezahlt hätte.

So spürte sie die Änderung in der Wärmeverteilung in ihrem Rücken augenblicklich. Während ihre großen, vielkammrigen Augen weiterhin auf die umgestürzten Träger gerichtet blieben, durch deren Zwischenräume die vorsichtigen Bewegungen der sie verfolgenden Shoren wahrgenommen werden konnten, legte sie beide Fühler eng an den Kopf, so dass die Thermalgruben in Richtung der Wärmestörung zeigten. Sie konnte drei Individuen unterscheiden, deren Energie zwar in Sorge schwach flackerte, jedoch keine Bedrohung ausströmte. Für Tiere erschienen sie ihr zu gerichtet. Für Shoren war das Niveau der thermischen Abstrahlung zu hoch, für Mora ohnehin.

Für einen kurzen Moment zog sie nun doch ihre gesamte Aufmerksamkeit von den Jägern ab und ließ zu, dass die Information der Thermalgruben weiterprozessiert wurde. Die Wesen befanden sich außerhalb direkter Sicht hinter einer der noch halbwegs intakten Tunnelkonstruktionen, vor denen sie Zuflucht genommen hatte. Doch auch wenn ihre Kammeraugen momentan keinen Beitrag leisten konnten, baute die Information über die Thermalgruben ein recht deutliches Bild auf: aufrechter Gang, zwei Beine, zwei Arme – darin glichen sie den Shoren – weitestgehend unbehaarte Körper mit einer Außenhülle, welche keinen Wärmerückhalt gewährleistete. Der Großteil der Gestalten war von einer Fabrikation umgeben, welche vermutlich ähnlich der Kleidung der Shoren war.

Was sie noch mehr verwunderte als der Umstand, dass sie die Signale der drei nirgends zuordnen konnte, war das Phänomen, dass sie die Fremden erst jetzt entdeckt hatte. Die Tunnelwände, welche ihrer beider Aufenthaltsorte trennten, maßen gerade einmal drei Längen. Sie hätte diese veränderte Wärmesignatur bereits viel früher wahrnehmen müssen. War sie doch zu sehr auf ihre Verfolger konzentriert gewesen oder besaßen die Fremden eine Möglichkeit, ihre Wärmesignatur zu verbergen? Doch warum sollten sie diese dann ausgerechnet jetzt, wo sie in ihrer Nähe waren, fallen lassen? Oder ahnten die Fremden vielleicht gar nicht, dass sie hier war?

Die Shoren besaßen keine Thermalgruben und mussten sich für alles, was nicht in den Wahrnehmungsfrequenzen ihrer visuellen Organe lag, der Geräte bedienen. Die Mora besaßen diese Geräte zwar auch, doch kamen sie nur selten zum Einsatz. Mora waren Shoren weit überlegen, das war schon immer so gewesen.

Behutsam bewegte sie sich zur Seite, bis sie eine Stellung erreichte, in welcher sie sich nicht mehr in direkter Linie zwischen den Shoren und den Fremden befand. Ihre Verfolger verharrten in der Sicherheit hinter dem gestürzten Träger. Offensichtlich hatten auch sie bereits die Fremden auf ihren Anzeigen entdeckt und waren sich ebenfalls nicht sicher, was sie davon halten sollten. Immerhin versicherte ihr dieses Verhalten, dass sie nicht in einer Falle saß.

Sie wog den Kampfstab in den Händen ihres oberen Armpaares. Kurzzeitig spielte sie mit dem Gedanken, die Verwirrung des Moments auszunutzen, die Shoren rasch zu umrunden und sie von der Seite anzugreifen. Es waren nur drei, mit dem Überraschungsmoment hatte sie eine reelle Chance. Doch dann überwog die Neugierde. Sie wollte wissen, wer sich da auf der anderen Seite der eingefallenen Wände befand. Wenn sie sich jetzt um die Shoren kümmerte, verschwanden die Fremden womöglich wieder. In ihr war zu viel Wissenschaftlerin und zu wenig Kämpferin, um sich in dieser Situation für die sicherste Option zu entscheiden.

Sie griff den Kampfstab fester, zog sich noch ein paar Schritte zurück, und begann dann die eingefallene Tunnelkonstruktion zu umrunden, um nach einem Durchgang zu suchen und eine Möglichkeit zu finden, die Fremden mit all ihren Sinnen zu erfassen.

Sie hatte die Shoren unterschätzt, und in einem weniger gewogenen Universum wäre sie nun zu einer der Mora geworden, welche ihre Unvorsichtigkeit mit dem Leben hätte bezahlen müssen.

Sobald sie ihre Aufmerksamkeit von dem Trägerversteck abgewandt hatte, brachen die Shoren hervor. Sie waren nicht aufgrund von Verwirrung untätig gewesen, sondern aufgrund von Planung. Das musste sie feststellen, als sich ihre Kammeraugen vor Schreck verdunkelten. Wahrscheinlich hatten die Shoren noch nicht einmal die Fremden wahrgenommen und hatten so ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf die Jagd legen können – ein Umstand, den sie vernachlässigt hatte.

Als die ersten Energiestrahlen die staubhaltige Luft neben ihrem rechten Fühler durchschnitten, konnte sie sich nur noch fallen lassen. Die Überraschung wandelte sich rasch in Panik als ihr bewusst wurde, dass sie sich in einer aussichtslosen Lage befand. Die Zeit, die sie benötigte, um wieder auf die Beine zu kommen, war die Zeit, welche die Shoren brauchten, um sie zu erreichen. Der rasche Takt ihres Pulses setzte sich wie ein Trommelfeuer durch die Leitbahnen ihres Hauptversorgungssystems fort. Die Aussichtslosigkeit ihrer Lage ließ die Panik nun wiederum in Wut aufgehen. Wenn sie durch ihre eigene Dummheit heute Abend als Trophäe enden sollte, dann wollte sie wenigstens noch einen von ihnen mitgenommen haben.

Der Tritt der schweren Stiefel zerrte bereits an ihrem empfindlichen Gehör, als sie den Kampfstab hochriss und aktivierte. Sie zählte nicht zu den Kampfathleten ihrer Rasse, welche aus dem Liegen heraus aufschnellen und den Stab wirbeln lassen konnten. Doch sie war immer noch reaktionsschneller als ein Shoren. Mit zwei Händen brachte sie sich in eine kauernde Position, mit den anderen beiden ließ sie den Kampfstab gegen die Beine des ersten Shoren krachen. Zwar brachte sie damit den einen Jäger zu Fall, doch gleichzeitig bot sie dem nachfolgenden ein gutes Ziel. Die feinen Staubpartikel in der Luft erhitzten sich unter den Energieentladungen und sie wappnete sich für den alles vergessenden Moment, der überraschenderweise nicht kam. Das Zischen zerrte polternd an ihrem Trommelfell, doch offensichtlich galt es nicht ihr, die nun geduckt zwischen Bauschutt eher die Rolle der Vergessenen spielte. Den Kopf zu heben wagte sie nicht, daher verließ sie sich ganz auf ihre Thermalgruben. Die Hitze des Waffenfeuers erschwerte ihre Sondierung, doch es genügte, um zu erkennen, dass sich die drei Fremden aus den Tunneln heraus bewegt hatten und im Gefecht ihre Partei ergriffen – oder sich zumindest gegen ihre Feinde stellten.

Der Austausch war nur von kurzer Dauer, die Waffen der Fremden offensichtlich weit höher entwickelt. Als ihre Ohren nicht mehr von dem Lärm widerhallten, hob sie den Kopf.

Die Körper der Shoren lagen über dem Schutt verstreut, die drei Fremden standen mit gezückten Energiewaffen auf ihrer anderen Seite. Die Körpertemperatur der Fremden hatte sich erhöht, zur Aufwallung durch die Kampfhandlung kam auch eine gesteigerte Nervosität hinzu. Sie bewegte sich so langsam wie möglich, um die Fremden nicht zu feindlichen Handlungen ihr gegenüber zu provozieren. Sicherheitshalber ließ sie den Kampfstab auf dem Boden liegen. Gegen die Technik der anderen hatte sie offensichtlich eh keine Chance. Langsam richtet sie ihren schlanken Körper auf und streckte ihre vier Arme wie Strahlen von sich um deutlich zu machen, dass sie darin nichts hielt, was sich als Waffe eignen würde. Das Signal schien von den Fremden verstanden zu werden. Die Person in der Mitte, deren Sinnesfäden auf dem Haupt sich in komisch aussehenden Spiralen in der Farbe hellen Feuers drehten, brummte etwas auf einer Frequenz, die sich gerade noch an der unteren Bandbreite ihres auditiven Spektrums befand, woraufhin alle drei die Waffen wegsteckten. Abermals versuchte das Feuerhaupt zu kommunizieren. Das Brummen klang melodisch, doch sie war nicht einmal im Stande Wörtermuster daraus zu isolieren, geschweige denn zu verstehen. Sie legte den Kopf schief. Dabei gerieten ihre Fühler in Bewegung. Das schwache Signal, welches die Thermalgruben nun empfingen, ließ sie ungeachtet ihrer Vornahme zu bedachten Bewegungen herumfahren. Die Shoren waren nicht tot, die Waffen der Fremden hatten nicht richtig funktioniert. Sie bückte sich rasch, ergriff ihren Kampfstab und holte aus, um dem ihr am nächsten Liegenden den finalen Stoß zu verabreichen.

Ein Griff umfasste ihr Handgelenk. Die Berührung war so unerwartet und so ungebührend, dass sie vor Schreck die Waffe fallen ließ. Ihre Sinnesfäden, welche auf diese Nähe mit dem anderen Wesen in Kontakt kamen, teilten ihr augenblicklich mit, dass es sich bei den Fremden um Säugetiere handelte. Kein schützender Chitinpanzer lag unter der dünnen Körperoberfläche. Von der Stelle aus, wo die warme Hand sie berührt hatte, kribbelte es ihren Körper entlang. Sie versuchte, sich loszumachen, ihre Augen dunkel vor Schreck. Man berührte sich nicht! Ein Tasten der Fühler, ein Streichen der Sinnesfäden, alles weitere war aufs Gröbste unschicklich unter Fremden.

Das Wesen, einiges dunkler in den Sinnesfäden und den kleinen Augen als das Feuerhaupt, schien ihr Unbehagen zu begreifen, denn es ließ augenblicklich von ihr ab, kickte mit dem Fuß jedoch den Kampfstab aus ihrer Reichweite. Wieder ertönten die unverständlichen Laute.

„Sie sind noch nicht tot!“, versuchte sie die Aufmerksamkeit der Fremden auf ihr Missverständnis zu lenken. Handzeichen schienen sie zu verstehen, und so deutete sie mit allen vier Armen auf die am Boden liegenden Shoren. Noch einmal wiederholte sie langsam und deutlich wie einem Kind gegenüber: „Sie sind noch nicht tot.“

Das dritte Wesen, das bisher nicht gesprochen hatte, wurde aufgeregt. Deutlich stieg die Körpertemperatur an, als es ein Gerät zückte. Sie wollte zurückweichen, doch das Wesen gestikulierte ihr zu. Sie gewahrte deutlich freudige Aufregung, keine bedrohliche. Nun sprach auch dieses Wesen, das Brummen eine Nuance höher in der Frequenz als bei den beiden anderen. Instinktiv erfasste sie diese Fremde als Weibchen.

Sie empfand die Ablenkung als unpassend, wo die Shoren noch lebten, doch es schien dem Weibchen ungemein wichtig zu sein. Immer wieder kommunizierte es, senkte den Kopf über das Gerät, äußerte wieder seine Laute, machte erneut die winkende Geste mit der Hand, kommunizierte wieder …

Sie betrachtete das absonderliche Bild vor sich eine Weile, dann legte sie erneut den Kopf schief. „Du willst, dass ich spreche, richtig?“

Die aufgeregte Energie des Weibchens erhöhte sich abermals. Warum die Fremden ihre Worte aufnehmen wollten, entzog sich zwar noch ihrem Verständnis, doch sie wippte kurz mit dem Kopf. „Die Shoren sind noch nicht tot“, sprach sie langsam den Satz, der ihr immer noch am wichtigsten erschien. „Ihr habt sie nicht richtig erschossen. Eure Waffen sind sicherlich falsch eingestellt.“ Nach einer kurzen Pause fiel ihr noch etwas Wichtiges ein: „Wer seid ihr überhaupt?“

Während sie sprach, glitt ihr Blick von einem zum anderen der säugetierartigen Fremden. Sie war sich mittlerweile ziemlich sicher, es mit einem Weibchen und zwei Männchen zu tun zu haben. Die Statur der Fremden überragte ihre eigene in der Höhe etwa um einen Kopf, in der Breite um die Hälfte. Die Sinnesfäden auf dem Haupt waren bei den Männchen kurz, wobei der Feuerkopf sie in interessanten Kringeln trug. Beim Weibchen entsprachen sie in der Länge ihren eigenen, in der Farbe dem dunklen Ton des zweiten Männchens. Wie die Shoren besaßen sie nur zwei Arme und die Augen der Fremden waren noch kleiner als diejenigen der Shoren, was den Gesichtern einen seltsam unproportionalen Ausdruck verlieh. Gekleidet waren alle drei in schwarze Anzüge mit grauem Schulterteil. Lediglich die daraus hervorschauende Halsbedeckung hatte bei jedem von ihnen eine andere Farbe. Der Feuerkopf trug ein dunkles Rot, derjenige, der sie vorhin so unpassend angefasst hatte, ein grünliches Gelb und das Weibchen ein grünliches Blau. Sie mutmaßte, dass es Zeichen der Zugehörigkeit zu verschiedenen Stämmen waren, oder der Rangordnung innerhalb eines Stamms.

Plötzlich reckte sie den Kopf. In dem tieffrequenten Lautsumpf, den sowohl die Fremden als auch das Gerät von sich gaben, glaubte sie plötzlich ein Wort zu erkennen. Das und die Reaktion des Weibchens darauf machten ihr schlagartig klar, dass es sich nicht um ein einfaches Aufzeichnungsgerät handelte. „Ihr versucht damit eure Sprache zu übersetzen“, rief sie aus mit zwei Händen auf das Instrument zeigend. „Deswegen soll ich so viel sprechen.“ Jetzt begann auch ihre Körpertemperatur zu steigen. Übersetzungsgeräte kannte sie. Selbst die Mora waren unter sich in etliche Stämme mit unterschiedlichem Idiom geteilt. Doch sie hatte noch nie von einem Gerät gehört, welches eine ihm gänzlich fremde Sprache in so kurzer Zeit analysieren konnte.

„Wer seid ihr? Wo kommt ihr her?“, fragte sie daher noch einmal.

Der Feuerkopf hob den Blick, den er bislang fest auf das Gerät in der Hand des Weibchens gerichtet hatte. Seine wasserhellen Augen formten Halbmonde, die Winkel seines Mundes hoben sich nach oben. „…sprechen … weiter … … gleich …“

„Wer seid ihr? Wo kommt ihr her? Ich komme von weit hinter dem Wald. Wir haben da unseren Stamm. So etwas wie euch habe ich noch nie gesehen. Ich wusste nicht, dass Säugetiere Intelligenz besitzen. Ihr seid nicht von hier, nicht wahr? …“

Auch die Mundwinkel des Weibchens zeigten nun nach oben. Es tippte eifrig auf dem Gerät herum. Lediglich das Männchen, das sie angefasst hatte, stand reglos, die Lippen zu einem Strich zusammengepresst, die Aufmerksamkeit nicht auf dem Übersetzungsgerät, sondern auf ihrer Umgebung.

Ein Wächter, eindeutig ein Wächter. Auch die Ernsthaftigkeit und die leicht niedrigere Körpertemperatur, welche das Männchen ausstrahlte, passten gut zu dieser Einschätzung. Von dem Wenigen, was sie bislang mitbekommen hatte, tippte sie auf eine Sozialstruktur ähnlich derjenigen innerhalb ihres eigenen Stammes. Es konnte nicht sein, dass noch eine dritte hochentwickelte Spezies auf ihrem Planeten lebte, von der sie noch nie etwas mitbekommen hatten. Der Schluss, der sich daraus ergab, machte sie für einen Moment schwindelig. „Kommt ihr aus dem Weltall?“

Das Feuerhaupt blickte nun endgültig auf. „Wir kommen von … weit her“, erklangen die Worte aus dem Gerät klar verständlich. Zwar fehlte die Schwingung, welche in ihrer Sprache die Emotionen trug, doch der rasche Wechsel in der thermischen Ausstrahlung, der diesen Wesen zu eigen war, verdeutlichte ihr gut den Kontext des Gesprochenen. So wie die Missbilligung, welche nun von dem Wächter ausging, als dieser murmelnd hinzufügte: „Und wir sollten überhaupt nicht hier sein.“

Die anderen beiden beachteten ihn nicht, sie schienen diese Art Aussage gewohnt zu sein.

„Ich bin Ciarán Odhran, das hier ist Reka Kesmarki und der ernste Gefährte hört auf den Namen Avram Cerovic.“ Die Mundwinkel zeigten immer noch nach oben, die kleinen Augen leuchteten wie klares Wasser im Sonnenlicht. Eine Woge von Sympathie strahlte ihr entgegen.

„Ciaranodhran“, wiederholte sie die selbst über den Übersetzer ungewohnt klingende Tonfolge. Sie würde es mehrfach vor sich hin sprechen müssen, um sich diese Silben einprägen zu können.

Das Feuerhaupt stieß einen Laut aus, welcher sie entfernt an das Bellen des Kenquano erinnerte und welchen das Gerät nicht übersetzte. Die Ausstrahlung bedeutete jedoch Erheiterung.

„Ciarán“, wiederholte das Wesen, „nur Ciaran. Das ist der Name, den mir meine Eltern bei der Geburt gegeben haben. Odhran kennzeichnet meine Familienzugehörigkeit.“

„Reka“, erklärte das Weibchen.

Beide Fremden ließen ihre Augen zum Wächter wandern. Sie folgte dem Blick. Immer noch strahlten vordringlich Ernsthaftigkeit und eine gewisse mürrische Haltung von dem Fremden aus. Er verengte die schmalen Augen, bis diese nur noch dunkle Schlitze waren. „Cerovic!“

Die beiden anderen rollten mit dem farbigen Anteil ihrer Augen. Eine äußerst faszinierende Bewegung, die sie nicht nachahmen konnte und auch bei den Shoren noch nie gesehen hatte.

„Wie ist dein Name?“, schenkte das Weibchen ihr wieder die volle Aufmerksamkeit.

Sie sprach ihren Namen aus, mittlerweile sehr sicher, dass ihr von diesen Fremden keine Gefahr drohte. Sie konnte hören, dass das Gerät mit der Lautfolge ein wenig Schwierigkeiten hatte.

Die freudige Ausstrahlung der Fremden änderte sich. Es entstand immer noch kein Gefühl von Bedrohung, doch sie verspürte nun deutlich eine Aufregung bei den anderen, die sie nicht einordnen konnte.

„Wiederholst du das bitte noch einmal?“

Sie tat wie geheißen. Überraschenderweise nahm der Wächter nun die Aufmerksamkeit von der Umgebung und starrte sie an. „Hekate?“

Es klang nicht vollkommen richtig, doch lautmalerisch konnte sie ihren Namen darin wiedererkennen. Sie nickte.

Der Wächter setzte die massive Waffe ab, die er bisher in locker aufmerksamer Haltung getragen hatte und starrte die beiden anderen an. Was er nun äußerte, begriff sie nicht. „Schicksal.“
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