The Monster´s Shadow

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Aida Riko Aomine Daiki Izuki Shun Kiyoshi Teppei Momoi Satsuki
22.05.2017
02.06.2020
21
35.568
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22.05.2017 863
 
So erstes Kapitel endlich überarbeitet
Bin sehr gespannt wie ihr es findet.

Bis bald Summer


Wildes krauses Haar ringelte sich über meine Schultern. Fluchend versuchte ich sie mir aus dem Gesicht zu schieben, während ich in eine öffentliche Parktoilette marschierte und mich nach ungebetenen Gästen umsah. In der hintersten Kabine öffnete ich meine Tasche, zog ein viel zu weites T-Shirt hervor. Mit flinken Fingern knöpfte ich die Bluse auf und stopfte sie unachtsam in die Tasche.
Der Faltenrock, die knielangen Strümpfe und die schwarzen Halbschuhe folgten ihr. Eine wadenlange Cargohose wurde durch einen abgenutzten schwarzen Gürtel mit ausgeblichener goldener Schnalle und genauso abgetragenen Nieten an meiner Hüfte befestigt. Ich musste lächeln, als ich meine weichen Sportschuhe band, die aber leider auch schon bessere Tage gesehen haben. Das weiße Oberteil ging mir bis Mitte Oberschenkel und könnte als Minikleid durchgehen. In alt eingefahrener Routine fasste ich den Stoff an meinem Becken, zog ihn bis kurz unter meine Brust, straffte ihn und vollführte einen großzügigen Knoten. Das Oberteil rutschte jetzt nur noch bis knapp oberhalb des Bauchnabels. Der Reisverschluss knirschte laut als ich ihn mit einem schnellen Ruck schloss. Ich trat aus der Kabine und stellte die Tasche auf die Ablage, grinsend zog ich ein gekringeltes Tuch aus dem Seitenfach, legte es über den Scheitel und verknotete es unter meiner wilden Mähne. Zufrieden sah ich mein Spiegelbild in dem fast blinden Glas an. Das Mädchen, welches mir entgegen starrte, hatte starke Ähnlichkeiten mit einer Piratin. Meine Haut stand im starken Kontrast zu dem weißen Top, dies lag nicht an einer übermäßigen Sonnenbräune, sondern an meinem natürlichen Hautton den ich persönlich für einen Japaner sehr untypische Farbe bezeichnen würde. Schon wieder schoss mir dieser lächerliche Gedanke durch den Kopf. Was ich schon immer wollte: Ein Bauchnabel Piercing. Ich finde, dass es mir sehr gut sehen würde, aber meine Eltern weigerten sich dem zu zustimmen. Besser gesagt ich traute mich gar nicht zu fragen, weil ich die Antwort bereits kannte und einen dieser abfälligen oder zu tiefst enttäuschten Blicke kassieren würde. Noch einen Moment betrachtete ich die nun wieder schwermütigen Gesichtszüge, riss mich los. Zum Trostlos in die Gegend glotzen hatte ich in der Schule oder daheim noch mehr als genug Zeit. Die Tasche über meine Schulter geworfen verließ ich den grauen Klotz und durchquerte den Park. Die Anlage war noch nicht in Sichtweite doch die Rufe von Spielern, das Rascheln des Netzes und der herrlicher Klang, wenn der Ball auf den Boden traf, warnte mich vor dass der Platz bereits belegt war. Am oberen Rand der Tribüne angekommen vollführte mein Herz trotz des Wissens nicht spielen zu können solange das Feld belegt war einen Hüpfer.
‚Endlich bin ich wieder hier‘

Der Treppe die Ränge hinabfolgend, gelangte ich an die Umgrenzung des Maschendrahtzauns. Die Kugel tanzte auf dem Ring.
Eine, zwei, drei Runden, unbewusste hielt ich den Atem an.
Und fiel nach einem ewig andauenden Moment des scheinbaren Gleichgewichts auf der Kante hinein. Das Grölen, welches anschließend entbrannte war ohrenbetäubend und untypisch für einen unbedeutenden Punkt im Verlauf eines Matches.
Mein Instinkt hatte mich nicht getäuscht. Sie schlugen lachend einem Mitspieler im Vorbeigehen auf die Schulter als sie den Platz durch das gegengesetzte Tor verließen.
‚Ohne Zweifel …‘
Die Gruppe Jungen trollte sich Richtung Kiosk, der ganz in der Nähe betrieben wurde.
‚…. war der Leidtragende ausgespielt worden, der nun ein Runde Bier ausgeben musste‘
Ein mitleidiges Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, da es nicht gerade eine kleine Gruppe gewesen war. Eilig stellte ich mir einen Wecker. Halb Sieben. In weniger als zwei Stunden würde es auf den Rängen nur so von Schaulustigen tummeln, also war für mich nach maximal einer Stunde Schicht im Schacht. Ein kurzer Anflug von Enttäuschung wollte sich in mir breit machen. Naja heute fand eine spannende Partie zwischen den zwei Crews statt, die hier in der Gegend die Spitze bildeten. Aber so lange wäre der Court leer und niemand würde mich hier stören, allein dies Aussicht war mehr als ich mir erhoffen durfte.
Ein erwartungsvolles Kribbeln durch lief meinen Körper, kaum das die Fingerspitzen die vertraute raue Oberfläche des Basketball berührten.
Ich drippelte den Ball von einem Korb zum anderen. Warf ab und zu einen 3er dann wieder Shots, aber meine Ruhe war leider von kürzerer Dauer als ich vermutet hatte. Gerade gelang es mir meine persönlichen Rekord in puncto Entfernung zu übertreffen. Alles in mir jubilierte. Gelächter. Ich erstarrte in meiner Wurfposition. Eine Gruppe tauchte an den oberen Rängen auf. Ich hatte noch nicht einmal die Personen zu ordnen können sind es Spieler, Zuschauer oder nehmen die einfach nur eine Abkürzung, da hatte auch schon mein Instinkt übernommen, griff nach Tasche und Ball, hetzte um das eingezäunte Feld herum, den anderen Weg aus der Anlage nehmend. Ein wirklich großer junger Mann mit einem ebenso überdimensionierten Cap bemerkte ich in meiner Hektik zu spät, dass sollte doch eigentlich bei fast 2 Metern nicht möglich sein. Den Versuch zu stoppen hätte ich mir auch sparen können, ungeschickt stolpernd prallte ich wie eine Fliege gegen eine Windschutzscheibe und landete auf meinem Allerwertesten. Sein Grinsen entblößte einen Schneidezahn, dem ein großes Stück fehlte und ließ das Lächeln mehr Ähnlichkeiten mit einem gruseligen Nagetier haben.
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