Revolution

von Luxy
OneshotFantasy, Schmerz/Trost / P12
Homura Akemi Kyuubey OC (Own Character)
21.05.2017
21.05.2017
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Panisch rannte sie weg, sie wollte, nein, sie durfte noch nicht sterben. Nicht jetzt und nicht hier. Ein klirrendes Geräusch durchschnitt die Luft und Scherben prasselten zur Erde. Sie hielt ihre Hände schützend über ihren Kopf und lief geduckt weiter. Wie konnte es nur so weit kommen? Ihr Wunsch war es doch, den Menschen zu helfen. Doch nun war es das komplette Gegenteil. Sie konnte ihnen nicht helfen. Sie konnte sich selbst nicht retten. Sie war verloren.

Es war ein sonniger Morgen und die Schülerin Natsumi Yamamoto ging mit ihrer besten Freundin Ayumi zur Schule. Das Mädchen drehte sich ständig nach hinten um, was ihrer Freundin natürlich auffiel. Sie fühlte sich beobachtet. „Ist etwas, Natsumi-Chan?“, fragte diese sie plötzlich. „Ich weiß nicht, ich fühle mich so…beobachtet“, gab sie offen zu. „Von Geistern oder was?“ Obwohl sie es ernst gemeint hatte, konnte Natsumi nicht anders, als mit ihrer Freundin über ihr aberwitziges Kommentar zu lachen. Die beiden gingen weiter und kamen bald an ihrem Ziel an. Die Schülerinnen gingen in die 2. Klasse der Mittelschule in Mitakihara. Die Fassade des Gebäudes leuchtete hell im warmen Licht der aufgehenden Maisonne. Natsumi und Ayumi mussten sich etwas beeilen, da es schon das erste Mal klingelte, ein Zeichen dafür, dass der Unterricht bald anfangen würde. Angekommen im Klassenzimmer ließen die beiden sich auf ihre Plätze fallen und verschnauften eine Weile. Kurze Zeit später kam auch schon ihr Lehrer um die Ecke und betrat das Zimmer. Der Unterricht begann.

Natsumi war für gewöhnlich eine sehr fleißige Schülerin, die stets gut mitarbeitete, doch heute fiel es ihr schwer, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren. Sie hatte einen komischen Traum gehabt, der ihr den Schlaf geraubt hatte. Er fiel ihr wieder ein, als sie im Matheunterricht aus dem Fenster schaute. Im Traum stand sie auf einer verlassenen Straße. Risse hatten sich im Boden aufgetan und die Häuser ringsum waren zertrümmert. Um sie herum brannte es und die Flammen züngelten an den Ruinen. Sie wollte wegrennen, ihre Familie suchen und sich in Sicherheit bringen, doch sie konnte sich nicht bewegen. Wie angewurzelt stand sie da, als sie plötzlich eine Silhouette wahrnahm. Vor ihr stand ein kleines Wesen, das Ähnlichkeiten mit einer Katze aufwies und doch völlig anders aussah. Es hatte lange Ohren, um die sich blaue Ringe befanden, ähnlich wie die Saturnringe. Des Weiteren hatte es einen langen buschigen Schwanz. Die Augen des Wesens leuchteten rot, aber es sah nicht bedrohlich aus. „Hallo Natsumi-san“, grüßte das Wesen sie. „Woher kennst du meinen Namen?“, fragte Natsumi verwundert. „Du bist auserwählt. Auserwählt dazu, großes zu vollbringen. Ich möchte einen Pakt mit dir schließen.“ „Einen Pakt?“ „Ja, du kämpfst gegen Hexen und im Gegenzug erfülle ich dir einen Wunsch.“ Daraufhin wurde alles verschwommen und letztens schwarz, bevor Natsumi aufgewacht war.

Sie rätselte noch den restlichen Schultag über ihren komischen Traum, als sie plötzlich einen Schatten wahrnahm, der lautlos an ihr vorbeihuschte. Natsumi drehte sich um und erblickte das komische Wesen aus ihrem Traum. Überrascht machte das Mädchen einen Satz rückwärts und fiel auf ihren Hintern. „Oh, habe ich dich erschreckt? Tut mir leid, das wollte ich nicht. Hast du dich verletzt?“, fragte das kleine Wesen. „Nein, nein, es ist alles okay. Wer bist du?“ „Entschuldige, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Minzy und ich möchte gerne einen Pakt mit dir schließen.“ „Wie in meinem Traum“, flüsterte das Mädchen zu sich selbst. „Was ist das denn für ein Pakt?“ „Ich erfülle dir einen Wunsch, ganz egal welchen. Doch im Gegenzug kämpfst du gegen Hexen, das personifizierte Böse, das Chaos auf der Welt verbreitet und verantwortlich für Verkehrsunfälle und rätselhafte Tode ist.“ Natsumi hatte fast mit dieser Antwort gerechnet. War ihr Traum also so etwas wie eine Vision gewesen? „Ich werde dich nicht dazu drängen, aber glaub mir Natsumi: du bist auserwählt. Du wärst das erste Magical Girl, dass das Böse bekämpft.“ Die Schülerin saß immer noch auf dem Boden und überlegte. „Ich mach es“, sagte sie auf einmal. Sie war selbst von sich überrascht als sie dies sagte, doch es war das richtige, dessen war sie sich sicher. Der Job wäre sicherlich gefährlich, aber sie würde die Menschen dieser Stadt beschützen. „Wirklich? Das freut mich“, lächelte Minzy. Es sah jedenfalls so aus, als ob sie sich freuen würde, da das Wesen nie ihren Mund beim Sprechen bewegte. „Nun denn. Was ist dein Wunsch?“ Natsumi dachte kurz nach, schließlich konnte sie sich alle wünschen, das hatte ihr Minzy versichert. „Ich…ich will den Menschen helfen und Hoffnung verbreiten!“ „Das dachte ich mir. Ein so reines Mädchen wie du es bist, denkt immer zuerst an die anderen.“ Plötzlich begannen Minzys Augen zu leuchten und sie wurde von einem hellen Schein umgeben. Natsumi musste die Augen zusammenkneifen, um nicht geblendet zu werden. Als es wieder dunkler wurde, machte sie ihre Augen wieder auf. Sie spürte etwas Hartes in ihrer linken Hand und öffnete diese überrascht. Ein lilafarbener Soul Gem lag in ihrer Hand.

In den nächsten Tagen erklärte Minzy ihr alles über die Hexenjagd und ihren Soul Gem. Es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass sie das erste Magical Girl überhaupt war. Deshalb war Natsumi auch auf ihrer ersten Streife ziemlich nervös gewesen. Mit leicht zitternder Hand hielt sie ihren Soul Gem in die Höhe, genau wie Minzy es ihr befohlen hatte. Nebel kam auf und umhüllte Natsumi komplett. Als dieser sich lichtete, stellte das Mädchen fest, dass sie plötzlich ganz anders aussah. Sie hatte ein lilafarbenes Kleid an, dessen Rock luftig umherwehte. An den Armen und der Schulter, sowie an ihrem Hals befanden sich Bänder, die dem Ganzen Halt verliehen. Ihre braunen Haare fielen offen über ihre Schultern und ihre Schuhe waren nun hochhackig und hatten dieselben lila Bänder wie das Kleid. Als Waffe gegen die Hexen hielt Natsumi eine dunkelbraune Peitsche in der Hand. Aufgeregt lief sie ihrer Mentorin hinterher, direkt in einen Bannkreis. Zwar erledigte sie „nur“ ein paar Diener, aber zum Üben reichte dies allemal.

Mit der Zeit wurde Natsumi immer schneller und stärker. Sie erledigte eine Hexe nach der anderen und bereute nicht im Geringsten, ihr normales Leben aufgegeben zu haben. In diesem Zustand konnte sie alle Menschen beschützen und sorgte für eine sichere Stadt. Nur ihrer Freundin erzählte sie von der wunderlichen Begegnung mit Minzy, die es auch zuerst nicht fassen konnte, aber später doch auf eine Streife mitkam.

Natsumi kniete schluchzend neben ihrer Freundin, welche leblos auf dem Boden lag. Kratzer übersäten ihren Körper und ihre Kleidung war vollgesogen von ihrem Blut. Ihre Augen starrten glasig gen Himmel. Natsumi hielt die langsam kälter werdende Hand ihrer Freundin und weinte. „Sie wollte doch nur helfen“, flüsterte sie. „Warum? Warum musste sie sterben?“, rief sie in den pechschwarzen Himmel. Ihr schlimmster Albtraum war wahr geworden. Eine überdimensionale Hexe war erschienen und sorgte im ganzen Land für Katastrophen. In Mitakihara war der Notstand ausgerufen worden und die Menschen flohen in die Notunterkünfte. Evakuierungen wurden eingeleitet um die Menschen zu schützen. Natsumi wollte gegen Walpurgis antreten, doch alleine hatte sie nichts ausrichten können. „Es musste so kommen“, sagte eine Stimme. Minzy kam herbeigesprungen und saß ein paar Meter von Natsumi entfernt. „Ich wollte sie doch nur schützen, genau wie alle anderen. Aber ich schaffe es nicht alleine.“ Minzy seufzte und schloss die Augen. Der Soul Gem, der direkt neben Natsumi lag, war nicht mehr wie einst lila, sondern war mittlerweile schwarz. Nur noch ein kleines bisschen war hell. „Du hast es wohl immer noch nicht begriffen. Gute Arbeit, Natsumi. Du bist die Antwort auf all meine Fragen.“ „Ich verstehe nicht…“ Ein krankhaftes Lächeln legte sich auf das Gesicht des kleinen Wesens, bevor es alle Einzelheiten seines Projektes schilderte. Es rückte mit allen Einzelheiten über die Funktion eines Magical Girls heraus. Geschockt starrte Natsumi in die roten Augen des Wesens. Es hatte sie angelogen. Die ganze Zeit! „Auch jemand noch so positives wie du wird einmal an der Verzweiflung zerbrechen. Du, Natsumi, wirst die erste Hexe sein, die mal ein Magical Girl war. Aber keine Angst, andere werden deinem Beispiel folgen und genauso kaputt gehen wie du.“ Hass und Trauer flackerten in den Augen der Schülerin. „Nein…das wagst du nicht.“ „Klar kann ich. Na dann. Man sieht sich, Natsumi“, meinte Minzy und sprang auf die abgefallenen Überresten eines Hauses. Natsumi saß reglos da und starrte dem kleinen Wesen hinterher. Sie war betrogen worden und andere Mädchen würden auch bald zum Opfer von diesem Inkubator werden. „Du Monster!“, schrie sie in den Regen hinein und stand auf. Was war aus dem einst braven, ehrlichen und fleißigen Mädchen geworden? Ein mächtiges Magical Girl, das nun an der Verzweiflung zerbrach.

Aufschreiend fiel sie wieder in sich zusammen und weinte. Sie wollte aufstehen und kämpfen, doch es ging nicht. In dem Moment, als sie erkannte, dass alles umsonst gewesen war und sie alles verloren hatte, zerbrach ihr Soul Gem und Dunkelheit entfloh dem einst leuchtenden Seelendiamanten. Ein Fluch, das Gegenteil des Wunsches, war freigeworden. „Wenn ich schon in die Hölle soll, dann nehme ich dich mit“, verfluchte Natsumi Minzy, als ihr Körper anfing, sich zu verändern. Doch anstatt eine Hexe zu werden, geschah etwas Unerwartetes: Natsumis Körper brannte und ihr wurde schwarz vor Augen. Als sie wieder bei Bewusstsein war, sah auf einmal die Welt viel kleiner aus als zuvor. Das ehemalige Mädchen schaute an sich hinab. Sie erblickte weiße Pfoten und ein langer Schwanz ringelte sich um sie. Der Inkubator Kyubey war geboren.

Viele Jahre später…
„Was bist du? Und woher kennst du meinen Namen?“, fragte die Schwarzhaarige erstaunt. „Du bist auserwählt, Homura-san. Ich möchte, dass du einen Pakt mit mir schließt.“ „Was für einen Pakt?“, rief das Mädchen erstaunt. Kyubey lächelte, denn er wusste, dass sein nächstes Opfer sicher war. „Ich erfülle dir einen Wunsch und im Gegenzug bekämpfst du das Böse.“ „Einen Wunsch? Egal welchen?“ „Egal welchen“, versicherte der Inkubator ihr. „Also, was ist dein Wunsch?“