Iron Nights

von Ellesmera
GeschichteAbenteuer, Drama / P12
Abby Maitland Captain Becker Connor Temple Jess Parker Matthew "Matt" Anderson OC (Own Character)
21.05.2017
25.07.2017
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21.05.2017 1.000
 
Hey ihr Lieben!
Willkommen zu einer weiteren Geschichte. Sie startet ab „Breakfast Club“ (Staffel 4, Folge 4) und verändert sich dann stückweise.
(P.s. wusstet ihr, dass EMD ausgeschrieben: Electro-Muscular Disruption ist?)
Kapitel 1: Die Anomalie

Die zwei Jungen aus der Mc Kinnon Highschool waren in Sicherheit. Das war für Captain Hilary Becker der erste Gedanke, bevor er sich der Bewusstlosigkeit hingab. Matt und Connor hatten ihn Sekunden zuvor den Händen der Sanitäter übergeben und hatten nun die Cafeteria vergessen. Der Gestank des Gemisches, womit die drei jüngeren von ihnen die Therocephalia aus Gefecht gesetzt hatten, hing noch in der Luft und füllte den Raum mit dem Gestank der toten Uhrzeittiere.
Sein verwundetes Bein pochte schmerzhaft; Becker erinnerte sich noch genau daran, wie es dazu gekommen war; er war rückwärts gelaufen, um die Kantine abzusuchen und die Anomalie zu schließen, doch dann hatte ihn von hinten ein Monster erwischt. Sie beide hatten mit einander gerungen, ehe der Therocephalia ihm ins Bein gebissen hatte und das tödlich lähmende Gift in seine Venen verbreitet hatte. Nur mit Mühe hatte er sich in Sicherheit bringen können.
Jetzt, nachdem Matt zumindest versucht hatte, auf schmerzhafte Weise das Gift einzudämmen, hatte Becker kaum noch Gefühl in den Beinen. Er spürte, wie es sich durch die Adern und Venen fraß, langsam aber sich sein zentrales Nervensystem flachlegen würde. Das Gift machte ihn müde und lethargisch und der Schmerz der Bisswunde ließ ihn schwarze Flecken sehen. So, da er sich jetzt in sicheren Händen der Sanitäter fühlte, schloss er die Augen und gab sich der willkommenden Bewusstlosigkeit hin.

Als er aufwachte, wusste er sofort, dass er sich auf der Krankenstation des A.R.C.s befand. Über ihn die weiße, karge, sterile Decke, die in krankem Neonlicht erleuchtete. Der Geruch von Desinfektionsmitteln lag in der Luft und kitzelte Becker in der Nase. Erleichtert stellte er fest, dass man nicht zu großen Wirbel um ihn gemacht hatte, und er nur auf einer einfachen Liege im Sanitärraum des A.R.C. lag. Sein EMD lag neben ihm auf dem weißen, kleinen Nachttischchen und war sogar noch entsichert. Offenbar wussten die Sanis nicht, wie man eine solche Waffe handhabt. Na gut, sie sind ja auch Sanis und keine Soldaten.
Sein Blick glitt zu seinem Bein. Man hatte sein eines Hosenbein aufgeschnitten und darunter lugte ein weißer, aber dicker Verband hervor. Becker seufzte. So würde er lange Zeit nicht mehr in den Einsatz gerufen werden. Sonst hatte er noch seine durchschwitzte Kampfweste an. Becker richtete sich auf. Durch das anhaltende Gift war sein Körper noch geschwächt, aber untätig rumliegen wollte er nicht. Als er mit einem unterdrückten Schmerzenslaut die Beine über die Bettkante schwang, stellte er fest, dass man ihm zumindest eine neue Diensthose hingelegt hatte.
Nachdem er neu bekleidet war, amtete er erstmal tief durch, um die Schmerzen abdämmen zu lassen. Links von sich bemerkte er Krücken; doch beachtete er sie nicht und hievte sich in die Senkrechte. Kurz schwankte der Raum, dann rastete er ein und Becker setzte vorsichtig einen Schritt vor den anderen.
Krücken wären vielleicht doch hilfreich gewesen, dachte er, doch wollte er sich den Stolz nicht nehmen lassen. Nach drei Schritten musste Becker sich an der Wand abstützen. Das Gift hatte ihn wohl vollkommen lahmgelegt und sein Kreislauf musste erst noch in Gang kommen. Von den Schmerzen im Bein ganz zu schweigen.
Gott sei Dank kam in diesem Moment Matt zur Tür hinein. Er erkannte die Situation sofort und legte sich Beckers Arm um die Schultern.
„Hatte ich mir schon fast gedacht.“, murmelte Matt vor sich hin und half dem verletzten Soldaten aus dem Raum. Zwischendurch mussten sie eine Pause machen, denn Becker schien einmal zusammenzubrechen. Auf ihrem Weg musste er Becker auf immer mehr stützen; von dem großen, eisernen, humorlosen Soldaten war nur noch der Fünkchen Stolz übriggeblieben.
Sie versuchten so schnell wie möglich ungesehen ins Waffenlager zu gelangen.  Angekommen scheuchte Becker Matt weg, und der Soldat begann, seine verschwitzten Soldatklamotten gegen Zivilkleidung zu tauschen.
Jess kam nochmal vorbei, verabschiedete sich aber kurze Zeit später wieder.
Becker war wieder alleine. Seine Gedanken kreisten um die beiden Menschen, die sie heute nicht hatten retten können. Was mussten wohl ihre Familien denken? Hatte der Lehrer Kinder gehabt? Eine Frau, die jetzt verzweifelt auf ihren Ehemann wartete, dass er heimkehrte? Und das Mädchen? Warteten die Eltern zu Hause, dass das Mädchen vom Nachsitzen heimkehrte?
Becker fuhr sich durch die Haare. Mit Schwung beförderte er sich wieder in die Senkrechte und atmete noch einmal tief durch, bis er sich seine Autoschlüssel schnappte und sich auf den wohlverdienten Weg nach Hause machte.
Er verabschiedete sich nicht. Jess hatte er irgendwie vergrault, Matt wollte er nach der Peinlichkeit eben nicht nochmal begegnen. Zum Glück hatte das A.R.C. nicht zu viel Treppen, sodass sich Becker mit seinem verwundeten Bein nicht hart anstrengen brauchen. Als er an seinem Auto ankam, stand ihm trotzdem der Schweiß im Gesicht und ein kleiner Film hatte sich auch auf seiner Stirn gebildet. Er lehnte sich an den schwarzen VW Touareg und stieg wenige Sekunden später ein.
Die Fahrt nach Hause war anstrengend. Die Londoner Straßen verlangten ihm eine starke Konzentration ab und die Ampeln hatten heute alle etwas gegen ihn. Als er schließlich vor seinem Apartment stand, eines, das etwas abgelegener von Londons Innenstand war, aber dennoch nur zehn Minuten Fahrt entfernt vom A.R.C. war- zumindest ohne rote Ampeln.
Als Triathlet hatte er sich eigentlich gedacht, Treppen seien kein Problem für ihn, denn es gab keinen Aufzug- doch mit einem verletzten Bein schalt er sich, wieso er an sowas nicht gedacht hatte. Bei dem gefährlichen Job im Anomalie Research Center müsste ihm das eigentlich bewusst gewesen sein.
Nachdem er auch die Treppen geschafft hatte, der Schlüssel sich im Schloss gedreht hatte, fiel Becker todmüde auf das Sofa. Schuhe, Jeans und Hemd hatte er noch an, als er einschlief.
Was er dann allerdings nicht mehr bemerkte, wie sich heimlich und ohne großes Aufsehen, eine Anomalie im Schlafzimmer seines Apartments öffnete…
Tbc…
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