Qual der Vergangenheit 3-4

von Megera
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
19.05.2017
19.05.2017
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3.



>>Das wird schon wieder. du hast eine schlimme Beule, aber mehr als Kopfschmerzen für ein paar Tage werden nicht nach bleiben. << Lucy’s Stimme klang sehr sachlich. Megera setzte sich auf. Lucy hatte Recht. Ihr Kopf fühlte sich an, als würde eine Kuh Herde hindurch stampfen.

>> Wer hat gewonnen? << Die Kriegerin sah sich um. Nicht viel schien von dem kleinen Dorf übrig geblieben zu sein. Überall sah sie Männer und Frauen herumlaufen, Verletzte versorgen oder Feuer löschen. Das Kind, das sie versuchte hatte zu retten, lag nicht weit von ihr entfernt - tot. Eine Frau bedeckte die kleine Leiche mit einen Stück Leinen.

>> Wir! <<  lächelte Lucy.

>> Karibas und seine Männer sind geflohen. Das heißt, dass was von ihnen übrig war. << Megera rieb sich die Stirn.

>> du hast also mal wieder die Welt gerettet. << Sie stand auf.  

>>Musst ja wirklich stolz auf dich sein. << Sie stolperte aus der Hütte, Lucy’s Hände die versuchten  sie zu stützen. Doch Megera stieß sie von sich. Lucy starrte ihr verwirrt hinterher. Sie hatte Megera nur ein einziges Mal in so schlechter Stimmung gesehen. Doch daran wollte sie sich gar nicht erst erinnern.  Es dauerte bis zum Abend des nächsten Tages, das Dorf wieder halbwegs bewohnbar zu machen. Dank Lucy’s Strategie und Hilfe während der Schlacht gab es kaum Tote und nur wenige Verletzte unter den Bewohnern zu betrauern. Die niedergebrannten Hütten konnten leicht wieder aufgebaut werden. Die allgemeine Stimmung war gut, die Menschen waren erleichtert. Nicht so Megera. Lucy vermied es, sie anzusprechen. Alles, was sie aus ihrer Freundin herausbringen konnte, war ein aggressives Murmeln und böse Blicke. Das einzige menschliche Wesen, welches Megera zu beachten schien, war ein kleines Kind, das glücklich mit den Überresten ihres Kampfstabes spielte.  Die Dorfbewohner luden Lucy und Megera ein, so lange zu bleiben, wie sie wollten, doch Lucy lehnte dankend ab. Sie wollte dieses Schlachtfeld so schnell wie möglich verlassen. Außerdem musste sie unbedingt einen Weg finden, mit Megera zu sprechen, wenn möglich allein. Am Morgen des dritten Tages packten sie ihre Sachen und machten sich auf den Weg. Argo trottete gemächlich hinterdrein. Stundenlang wanderten sie nebeneinander her. Schweigend. Lucy wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte. Normalerweise redete  Megera meistens  mal was, erzählte Geschichten.  Heute sehnte sie sich nach einer Geschichte, irgendeiner Geschichte. Selbst nach denen, die sie bereits in und auswendig kannte. Doch Megera schwieg. Und der ernsthafte und strenge Ausdruck in ihrem Gesicht, bereitete Lucy Sorgen.  Es war später Nachmittag, als sie eine kleine Lichtung im Wald erreichten. Ein idealer Platz für das Nachtlager. Jede ging ihren üblichen Pflichten nach. Lucy sicherte die Umgebung, stellte Fallen auf und versorgte Argo. Megera sammelte Feuerholz, bereitete ihre Schlafplätze vor und begann dann zu kochen. Das Feuer flackerte leise, und nach einer weile war das essen auch schon fertig. Beide aßen schweigend und schauten sich nicht an, doch Lucy verlor ab und an ein blick auf Megera. Es gefiel ihr gar nicht sie so zu sehen. Allmählich waren beide fertig mit dem Essen und  der Hunger war gestillt, als Megera endlich ihr Schweigen brach. >> Es ist alles deine Schuld, << sagte sie,

>> es wäre nichts passiert, wenn du mich den Typ alleine fertig machen lassen hättest. Nur wegen dir konnte ich das Kind nicht retten. << Lucy holte tief Luft. also das ist der Grund.’, dachte sie. Sie konnte Megera verstehen. Selbst die Kriegerprinzessin mit all ihrer Kraft und ihrer Schnelligkeit konnte in einem Kampf nicht überall zugleich sein. Sie hatte viele unschuldige Männer und Frauen sterben sehen, bevor ein Angreifer besiegt war. Wenn ein Kind unter den Opfern war, brach es ihr jedes Mal das Herz. Selbst in ihren dunkelsten Tagen, als die meisten Toten noch auf ihr Konto gingen, hatte sie das Töten von Kindern verabscheut. Laut sagte sie sanft.

>> Selbst mit einem Schwert hättest du nichts ausrichten können. Du kannst nicht jeden retten. << ihr Blick war ernst.

>> Mich hast du gerettet. Warum nicht auch das Kind? <<´Megera war so wütend das sie am liebsten Lucy anfallen würde.

>> Weil ... << Lucy hielt inne, betroffen. Wie konnte sie Megera begreiflich machen, dass sie eine Wahl hatte treffen müssen, dass sie das Kind geopfert hatte, um das Leben des Menschen zu retten, den sie am meisten auf der Welt liebte.  Megera starrte ihre Freundin an, ihre grünen Augen waren wie eisige Blitze.

>> Ich hätte das Kind retten können, wenn du mich das alleine machen hättest. << versuchte sie ihre Wut unter Kontrolle zu halten.

>> Du weißt, warum ich das nie tun werde. << Lucy blickte ins Feuer. Sie hatte Angst vor dem, was Megera als nächstes sagen würde. Sie wollte ihr dabei nicht in die Augen sehen.

>> Ich hätte ihn retten können, wenn du mich gelassen hättest. Perdicas könnte noch immer am Leben sein. << Das war grausam und Megera wusste es. Aber ihre Wut kontrollierte ihre Zunge mehr als ihr Verstand.

>> Nur wegen dir hat Callisto uns gejagt. Ich könnte noch immer bei ihm sein. << Megera hörte nicht auf Lucy anzustarren. Sie sah den verletzten Blick in den Augen ihrer Freundin und in gewisser Weise fühlte sie sich befriedigt. Schließlich war es Lucy’s Art so zu leben, die die beiden immer wieder in Gefahr brachte.  

>> Nicht. << Lucy stand auf, mit dem Rücken zu Megera. Für einen Moment hielt sie inne. Tränen traten ihr in die Augen, doch sie wollte nicht, dass Megera sah, wie sehr sie sie verletzt hatte.

>> Ich kümmere mich um Argo. << Damit verschwand sie zwischen den Bäumen.  Megera fühlte sich verloren. Sie wusste, sie hatte ihre Freundin schwer getroffen, aber sie konnte nichts dagegen tun.  Sie musste ihre Wut einfach an jemandem auslassen. Und Lucy bot ein leichtes Ziel - das einzige im Moment.  Lucy striegelte Argo. Die Wärme und das Vertrauen, welche ihr geliebtes Pferd ausstrahlten, trösteten sie. So konnte sie gegen die Tränen ankämpfen. Schließlich war sie die Kriegerprinzessin. Sie hatte kaltblütig getötet, auch unschuldige Menschen. Selbst wenn sie in den letzten Jahren versucht hatte, vergangenes Unrecht wieder gut zu machen. In ihrem Herzen wusste sie, dass es ihr nie gelingen würde. Aber beschuldigt zu werden von dem einzigen Menschen, den sie ... den sie ...

>> der ich wirklich vertraue. << war mehr als sie ertragen konnte. In gewisser Weise hatte Megera ja Recht. Auch wenn es nicht ihr eigenes Schwert gewesen war, das Perdicas getötet hatte, so war sie doch erleichtert gewesen, als es passierte. Diese Gefühle nagten mehr an ihrem Gewissen als Alles andere.

>> Götter, ich habe Callisto sogar dafür gedankt. << Lucy dachte zurück an den Tag, als Megera zugestimmt hatte, Perdicas zu heiraten. Lucy hatte ihr gesagt, Megera glücklich zu sehen, mache auch sie glücklich, aber sie hatte gelogen. Als sie das junge Paar vor dem Priester stehen sah, war etwas in ihr zerbrochen. In dem Moment wusste sie, dass sie Megera aus ihrem tiefsten Inneren liebte. Sie hatte nicht einmal gewusst, dass sie zu so tiefen Gefühlen fähig war. Vielleicht war das die Rache der Götter für ihre blutige Vergangenheit.  Danach hatte sie Callisto, Perdicas Mörderin, sterben lassen. Nicht um Megera zu rächen, sondern um die einzige Zeugin zu beseitigen, die ihre Gefühle kannte. Argo rieb ihren Kopf an Lucy’s Schulter.

>> Braves Pferd, du weißt immer wie es mir geht, oder? << Lucy konnte es nicht verhindern. Eine einsame Träne lief ihre Wange hinunter. Als Lucy zum Lager zurückkehrte war Megera verschwunden. Die Kriegerin setzte sich ans Feuer, um sich zu wärmen. Doch die Kälte, die sie umgab, kam nicht von der Nachtluft.  Megera erreichte das nächste Dorf am späten Mittag. Sie war fast die ganze Nacht hindurch gewandert. Erst in den frühen Morgenstunden hatte sie sich etwas Ruhe gegönnt, doch schon bald hatte es sie weiter getrieben. Sie wusste, wie sehr sie Lucy verletzt hatte, aber sie war noch immer verärgert. Was immer sie auch hätte sagen können, es hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Natürlich war es nicht Lucy’s Schuld, dass Perdicas tot war. Aber das war nicht der Punkt.

>> Trotzdem hätte sie mich das zu Ende bringen lassen müssen. << Dickköpfig versuchte sie, ihr Verhalten in der vergangenen Nacht vor ihrem schlechten Gewissen zu verteidigen. In der Taverne des kleinen Ortes fragte Megera nach einem Schmied. Seine Hütte lag etwas außerhalb des Dorfes. Das stetige Feuer und der Rauch störten dort weniger. Megera betrat die Hütte und sah sich um. Der alte Schmied und ein junger Mann, offensichtlich sein Sohn, arbeiteten gerade am Feuer. Die kleine Hütte war nicht gerade bis unter die Decke mit Waffen gefüllt, doch in einer Ecke erblickte Megera einige Schwerter. Sie hatte gefunden, was sie suchte.  Die Männer unterbrachen ihre Arbeit und der Ältere von ihnen kam auf Megera zu.

>> Guten Morgen, <<  sagte er freundlich interessiert,

>> kann ich helfen? << Megera deutete auf die Schwerter.

>> Zeig mir eins davon. << Der Mann nickte seinem Sohn zu, der die Waffen einsammelte und auf einem kleinen Tisch vor seinem Vater ausbreitete.

>> Alles Gute handgearbeitete Schwerter. Es gibt keine besseren im Umkreis von mehreren Tagesreisen. << Megera betrachtete die Waffen. Sie wirkten alle gefährlich. Geschärft bis in die Spitze und gut verarbeitet. Sie nahm eines in die Hand. Es fühlte sich schwer an. Sie probierte einige Paraden und spürte sofort ihr Handgelenk. Sie versuchte es mit einem anderen.  

>> Eine gutes Schwert muss perfekt ausbalanciert sein. << hörte sie eine Stimme hinter sich sagen. Megera drehte sich um.  Dort stand eine junge Frau, nicht viel größer als sie selbst, etwas mehr Muskeln vielleicht. Sie hatte lange dunkle Locken, die ihrem Gesicht einen verspielten Ausdruck verliehen, doch sie trug die Lederkleidung einer Kriegerin. Pfeil und Bogen waren auf ihrem Rücken befestigt, ein Schwert an ihrer Hüfte. Die Frau lächelte.  Megera richtete das Schwert auf
sie.

>> Wer bist du? <<  Ihre Stimme klang schärfer als gewöhnlich.  Die Frau lachte.

>> Ich bin jemand, die in einem Jahr mehr Schwerter kauft, als du es in deinem ganzen Leben jemals wirst. << Sie trat näher.

>> Das soll es sein? << Ihre Stimme nahm einen verführerischen Klang an. Bevor Megera antworten konnte redete sie weiter.

>> Ein gutes Schwert muss wie die Verlängerung deines Armes sein. Nicht zu schwer, sonst schadest du dir selbst mehr, als deinem Gegner. << Megera legte die Waffe in ihrer Hand zurück auf den Tisch.

>> Ich weiß was ich mache.<< gab sie sicher und stur wieder, und doch war sie neugierig was diese Frau alles so weiß.

>>  Dann zeig mir, welches ich nehmen soll. << Sie trat einen Schritt zurück und beäugte die andere Frau misstrauisch.  Diese lachte wieder und trat vor. Sie untersuchte die Waffen auf dem Tisch und schüttelte ihren Kopf.

>> Die sind alle zu schwer. <<  Sie wandte sich dem Schmied zu.

>> Wenn mich nicht alles täuscht, hast du gerade die Art von Waffe fertig gestellt, die diese junge Dame hier sucht. << Der Mann verbeugte sich leicht und verschwand im Hinterzimmer. Wenige Augenblicke später kam er zurück, in der Hand eine wundervoll gearbeitete Waffe. Die Klinge war mit Gold eingelegt und messerscharf, der Griff passte sich genau ihrer Hand an. Megera konnte nur staunen. Das Schwert wirkte zierlich und leicht, aber trotzdem gefährlich. Sie nahm es vorsichtig in die Hand. Tatsächlich, wie eine Verlängerung ihres Armes, besser als sich ihr altes Schwert sich jemals angefühlt hatte. Sie machte einige Probeschläge.

>> Sieht aus wie für dich gemacht. << sagte die Unbekannte. >> Warum behältst du es nicht? <<  Megera sah die Frau an.

>> Ich glaube nicht, dass ich genug Geld für ein so schönes Schwert habe. <<gab Megera zu. >> Es ist bereits bezahlt, <<  erwiderte die Dunkelhaarige,

>> ich glaube nicht, dass der Eigentümer es noch brauchen wird, oder? <<. Sie wandte sich lächelnd dem Schmied zu.

>> Wenn du es sagst, Valera. << Er zuckte nur mit den Schultern.  

>> Behalte es. << sagte die Frau bestimmt. Als der Schmied zur Bestätigung nickte, grinste Megera und verstaute ihre neue Waffe in der Lederscheide, die der Sohn ihr reichte. Sie verabschiedete sich und trat aus der Hütte. Die andere Frau, jetzt bekannt als Valera, folgte ihr.

>> Vielen Dank, äh ... Valera? << Megera wandte sich unsicher der anderen zu.

>> Nicht doch, << sagte diese lächelnd,

>> ich besitze mehr Schwerter, als ich jemals brauchen werde. << sagte Valera zu ihr.

>> Es wurde für dich gemacht? <<  wunderte Megera sich.

>>Wie kann ich das wieder gutmachen? << denn ein neues Schwert ist ihr wichtig gewesen, doch nicht um sonst, und deswegen konnte sie das nicht auf sich sitzen lassen.

>> Zunächst einmal könntest du mir deinen Namen verraten und dann ... wie wäre es mit etwas zu trinken in der Taverne? << Die Kriegerin lachte.

>> Mein Name ist Megera und du kannst trinken und essen so viel du willst - auf meine Rechnung. << Damit machten die beiden Frauen sich fröhlich in Richtung Taverne auf. Lucy war die ganze Nacht wach gewesen. Schuldgefühle und Angst um Megera hatten sie unruhig gemacht. Sie hatte aufgehört, ihrer jungen Freundin böse zu sein. Stattdessen hatte sie mehr und mehr das Gefühl, dass diese Recht hatte. Nicht die Sache mit dem Schwert, Lucy würde ihr niemals so viel Zeit geben bis der Gegner sie dann fast tötet. Sie hatte nie gewollt, dass Megera Teil ihres unsteten und gefährlichen Lebens wurde. Als sie sich kennen lernten, war Megera eine Kriegerin, die auch von der Dunklen Seite befallen war und Menschen abschlachtete. Wo wir uns das erste Mal nach Jahren wieder begegneten, wollte sie sofort mit mir kommen, von aufregenden Abenteuern an der Seite der Kriegerprinzessin träumte. Doch ihre Veränderung von der Bösen Seite zu einer Kriegerin die gute Taten vollbrachte, dauerte an. Doch ihre Phantasien waren schnell der nüchternen Realität gewichen. Erst jetzt sah sie das auch Megera schlimme und grausame taten getan hatte. Denn ihre Lust und verlangen nach Kämpfen war unermesslich. Sie hatte immer wieder versucht Megera zurück zu lassen, doch dickköpfig, wie ein junger Hund, folgte sie ihr überall hin.  

>> Ich hätte bestimmter sein sollen. << verfluchte Lucy sich.  Jetzt wusste sie es. Aber sie wusste auch, dass sie sich in die junge Frau verliebt hatte, bereits in dem Moment, als sie sie zum ersten Mal sah. Nie zuvor hatte jemand ihre Handlungsweise kritisiert oder einmal getroffene Entscheidungen angezweifelt. Alle hatten immer zu viel Angst vor ihr gehabt. Megera hatte keine Angst vor Lucy. Mutig sprach sie aus, was sie dachte, auch wenn es der Kriegerprinzessin nicht gefiel. Lucy hatte das immer bewundert. Sie hatten sich gestritten, vertragen, gelacht und schließlich hatte sie sich verliebt. In dieses Kriegerin. , Diese Frau!’, korrigierte sie sich. Doch ihr hatte der Mut gefehlt, etwas zu sagen. Sie hatte ihre Gefühle ständig versteckt. Aus Angst, Megera, würde es nicht verstehen, sie verlassen. Jetzt war sie trotzdem allein. In dieser Nacht traf Lucy eine Entscheidung. Was auch immer geschah, sie würde Megera finden. Sehen, ob es ihr gut ging und ihr dann sagen, wie sie fühlte. Zugeben, dass sie sich schuldig fühlte am Tod ihres Ehemannes, dass sie glücklich über seinen Tod gewesen war, dass diese Gefühle von Liebe und Schuld sie innerlich zerrissen. Vermutlich würde sie Megera dann für immer verlieren, aber wenigstens kannte diese dann die Wahrheit. Lucy sattelte und bestieg Argo. Sie musste Megera finden.  Die offene Lichtung bot viel Platz. Megera spielte mit ihrer neuen Errungenschaft. Valera staunte über sie schnelle Bewegungen der Kriegerin, während Megera ernsthaft versuchte, sich den Angriffen der umstehenden Bäume und Äste zu widersetzen. Verärgert wandte sie sich an ihre neue Gefährtin.

>> Anstatt faul herumzuliegen und dich zu amüsieren, könntest du mit mir was Üben, denn ich hasse es nichts zu tun. << Valera sprang auf und ließ ihr eigenes Schwert aus der Scheide gleiten.

>> Na gut, junge Freundin. Wenn ich dir schon ein Schwert besorge, sollte ich wenigstens mit dir trainieren. << Sie nahm eine Kampfstellung ein. >> Ich will nicht das du das danach bereust.  << Valeras Augen blitzten.

>> Fertig? << Megera nickte und machte sich bereit.  

>> Gut. Schlag mich. << Megera gab ihr Bestes. Sie konzentrierte sich angespannt auf die braunen Augen ihres Gegenübers, versuchte die Angriffe zu parieren. Und das gelang ihr auch, doch wenige Sekunden später fand sie sich auf dem Boden wieder.  Valera lachte.
>> Nein, nein, nein. Du denkst zu viel nach. Also, noch einmal und konzentriere dich. << Sie begannen erneut. Diesmal fiel es Megera leichter. Sie parierte jede Bewegung der anderen und obwohl sie wusste, dass alles nur ein Spaß und Valera sehr vorsichtig war, legte sie einen Schlag noch drauf und Valera hatte echt damit zu kämpfen standhaft zu bleiben. Nach einer Stunde deutete Valera, das für heute Schluss sei.

>> Lass es uns beim ersten Mal nicht übertreiben. Wir haben noch viel Zeit. << Damit setzte sie sich ins Gras.

>> Da bin ich mir nicht so sicher. << Megera ließ sich neben ihre neue Freundin fallen.

>>Wahrscheinlich habe ich weniger Zeit, als mir lieb ist. << wurde ihr Blick ernst.

>>Was meinst du? << verwirrt schaute Valera sie an.

>>Es gibt da jemanden. Ich habe sie sehr verletzt und ich muss bald mit ihr sprechen, wenn unsere Freundschaft noch eine Chance haben soll. << Valera sah Megera von der Seite an und schmunzelte verständnisvoll.

>> Du sprichst von Lucy. << Megera war irritiert.

>> Woher weißt du? << schaute sie Valera in die Augen.

>> Nun, liebe Freundin. Ich habe bereits von der Kriegerprinzessin und ihrer Kriegerin gehört. Als ich dich sah, alleine, dachte ich mir, dass etwas geschehen sein musste. Möchtest du darüber reden? << Megera legte sich ins Gras und betrachtete die Vögel im Himmel. Sie spürte instinktiv, dass sie dieser, ihr eigentlich fremden Frau, vertrauen konnte. Aber sich selbst traute sie noch nicht.

>> Sagen wir einfach, ich habe Dinge gesagt, die ich nicht hätte sagen sollen und ich weiß nicht, wie ich das wieder gut machen soll. Ich war so wütend. Ich habe sie beschuldigt meinen Freund getötet zu haben. Doch das Größte Problem ist, ich kann ihr nicht von meiner Vergangenheit erzählen was Medecales getan hat. Und Von dem Geschehen was Passiert ist auch nicht denn ... <<  Megera zögerte.

>> Der Punkt ist, ich bin kein Kind mehr und ich will nicht mehr so behandelt werden. << Wurde sie sauer. Megera war in der Hinsicht enttäuscht.  

>> So schlimm? << fragte Valera leise.

>> Mmh. << gab sie nur zu Antwort.

>> Verliebte finden immer einen Weg. << murmelte Valera.  Megera fuhr erstarrt hoch und blickte die junge Frau an, aber diese hatte bereits die Augen geschlossen und schien zu schlafen. Die Kriegerin lehnte sich zurück ins Gras und dachte nach. Was hatte sie damit gemeint? Seit dem Moment, als sie Lucy im Lager zurückließ, hatte sie ihre Handlungsweise angezweifelt. Der Tod des Kindes war nicht wirklich Lucy’s Schuld. Sie wusste, dass Lucy versucht haben musste, beide vor dem brutalen Angreifer zu retten. Solche Dinge passierten. Sie waren schrecklich und entsetzlich, aber sie passierten. Megera wusste auch, warum Lucy ihr nie erlauben würde, alles alleine machen zu wollen.

>> Lasst das Licht, was auf ihrem Gesicht leuchtet, nicht erlöschen. << hatte sie Lucy eines Nachts beten hören. Unbeabsichtigt.

>> Was sieht sie nur in mir? << fragte Megera sich erneut, wie in so vielen schlaflosen Nächten. Ihr war klar, warum sie Lucy bewunderte, bewundern musste. Die Kriegerin war stark, wunderschön, hatte vor nichts Angst. Ein Hauch von Abenteuer umgab sie, als sie sich begegneten. Selbst die Gefahren, die ein Leben an der Seite der Kriegerprinzessin bargen, wirkten verlockend, im Gegensatz zu dem brutalem Leben, welches Megera damals führte. Dann war da noch die Traurigkeit, die Einsamkeit, die die junge Frau in der älteren spürte. Lucy hatte versucht, ihre Gefühle zu verbergen, sogar vor ihr, ihrer besten Freundin. Aber Megera durchschaute sie. Gäbe es sie nicht, wäre Lucy schon lange tot, gestorben in irgendeinem Kampf, erschöpft den Tod umarmend. Eine Flucht aus ihrer Einsamkeit. Die Hochzeit war der Wendepunkt. Megera hatte Perdicas nicht heiraten wollen. Sie wollte Lucy nicht verlassen, doch diese hatte sie gedrängt. Sie sollte nicht ablehnen nur wegen ihr.  Megera hoffte auf diese Ausrede, doch Lucy ließ es nicht zu. Sie hatte ihn nicht wirklich geliebt es war einfach so dass sie jemanden brauchte das ihre Zuneigung zu Frauen nicht bemerkt wurdet. Er war wenn wie ein Bruder, guter Freund. Er hatte ihr gesagt, dass er sie liebte, sie brauchte. Lucy gab nie etwas preis. Sie hielt sich immer zurück, immer versteckte sie ihre Gefühle. Oft fühlte Megera sich außen vor, im Stich gelassen. In solchen Momenten war sie wütend auf Lucy, also heiratete sie Perdicas. Als Perdicas in jener Nacht ihr näher kommen wollte, weiß sie ihn zurück. Sie konnte es nicht. Sie liebte ihn nicht. Als Callisto ihn tötete, trauerte Megera. Das hatte er nicht verdient. , Getötet durch die Leidenschaft einer Verrückten so wie ich auch noch meist bin.’ Callisto war die Verkörperung des Bösen. Trotzdem beneide ich sie. Ihre Leidenschaft für Lucy, wild, ungezähmt. Ich muss meine Gefühle verstecken, in der kleinsten Ecke meines Herzens. Wenn Lucy es wüsste, würde sie mich davonjagen. Ich hätte bei ihm bleiben können. Ich hätte Lucy vermisst, aber ich wäre zufrieden. Es ist alles Callisto schuld!’

>> Glaubst du wirklich? << kam es spontan aus Valera raus. Megera war sich nicht bewusst, dass sie laut gesprochen hatte. Valera sah sie von der Seite an, auf ihren Ellbogen gestützt.

>> Sie war nicht immer so böse.  <<schaute sie Megera an.

>> Was? << Megera war nicht ganz klar, von wem Valera eigentlich sprach.  

>> Callisto, du hast Recht. Auf ihre eigene Art liebte sie Lucy ebenfalls. So viele Gelegenheiten sie zu töten, doch keine hat sie genutzt. Dich hätte sie getötet. Sie war so eifersüchtig auf das, was Ihr hattet, ... oder habt? Du Musst die Wahrheit mit dem Mann und Medecales ihr sagen. Früher oder Später wird sie es erfahren. Aber ob du es Gut heißt das sie es nicht von dir weiß <<Schmunzelte Valera >> Kannst du Gedanken lesen? << Megera war immer mehr verwundert von dieser Frau, deren Freundschaft ihr plötzlich so wichtig war.  

>> Vielleicht ... ein bisschen. <<Valera stand auf.

>> Komm, jetzt schießen wir mit Pfeil und Bogen. <<  Damit ergriff sie Megera s Hand und spazierte mit ihr in den Wald.





                                                                   4.

Es war bereits dunkel, als Lucy das nächste Dorf endlich erreichte. Sie betrat die einzige Taverne, bestellte essen und trinken und fragte nach einem Zimmer. Der Wirt hatte eine Frau gesehen, auf die Megera s Beschreibung passte und nach dem örtlichen Schmied gefragt hatte. Aber besagter Schmied war erst am nächsten Morgen zu erreichen und so blieb Lucy nichts anderes übrig, als zu warten. Sie ging in ihr kleines Zimmer und legte sich aufs Bett. Ihr Versuch zu schlafen, war nicht sehr erfolgreich. Alpträume verfolgten sie. Artemis nahm sie mit auf die Jagd. Gemeinsam schlichen sie durch den Wald. Als Lucy’s Pfeil das Tier niederstreckte, erkannte sie mit Schrecken, dass es Megera war, die tot zu ihren Füßen lag.  Lucy erwachte schweißgebadet und zitternd. Sie fühlte sich so allein wie nie zuvor. Sie vermisste ihre Freundin. Das leise Geräusch ihres Atems neben ihr, welches sie so beruhigte, wenn sie aus ihren Alpträumen erwachte. Ihr Optimismus, selbst in den schwierigsten Situationen. Das absolute Vertrauen, dass sie Lucy entgegenbrachte. Die Kriegerprinzessin wusste, sie könnte weiterleben ohne jemals ihre Gefühle preiszugeben. Aber auf das verschlafene Lächeln, mit dem Megera sie jeden Morgen begrüßte, konnte sie nicht verzichten.  Erneut bezweifelte Lucy, dass es richtig wäre, alles auszusprechen.

>> Nein, << dachte sie,

>> nach allem, was Megera mir vorgeworfen hat, kommt sie ohnehin niemals wieder zu mir zurück. Besser, sie weiß die Wahrheit. << Als der Hahn den neuen Morgen begrüßte, war Lucy bereits angezogen. Sie musste Megera finden, schnellstens, bevor sie wieder der Mut verließ.  Valera hatte das Frühstück bereits fertig, als Megera erwachte. Die Kriegerin hatte nicht geträumt. Normalerweise waren ihre Träume wild, leidenschaftlich, voller Abenteuer, doch diesmal gar nichts. Sie fühlte sich leer.  
>> Denke nicht daran. Es wird ein wundervoller Tag heute, du wirst schon sehen. <<  Megera fragte gar nicht erst. Sie hatte sich daran gewöhnt, dass diese Frau geheimnisvolle Kräfte besaß, sie würde nicht nachhaken.  Stattdessen stand sie auf und trank dankbar den Tee, den Valera ihr reichte.  Zum Frühstück war noch genügend Fleisch vom Vortag übrig. Ihre neue Freundin hatte ihr einige Tricks über die Jagd mit Pfeil und Bogen gezeigt und die gestrige Jagd war sehr erfolgreich gewesen. Auch wenn es nicht Megera gewesen war, die den tödlichen Pfeil abgeschossen hatte. Sie weigerte sich einfach, es zu zugeben.

>> Selbst wenn ich mich verteidigen muss? <<dachte sie sich.

>> Bereit für deine nächste Stunde? << Valera hatte ein Funkeln in den Augen. Obwohl geheimnisvoll, hatte Megera die andere ins Herz geschlossen. Es war leicht, mit ihr zu reden und sie hatten viel Spaß.

>> Schwert oder Pfeil und Bogen? <<Megera sprang eifrig auf die Füße.  

>> Mmh, erst mal mit dem Schwert. Du bist schnell, Megera, das möchte ich ausnutzen. << Die Kriegerin zog ihre neue Waffe und nahm Aufstellung. Lucy hatte endlich mit dem Schmied sprechen können und war überhaupt nicht erfreut. Megera hatte also tatsächlich ein neues Schwert erworben und wer war diese Valera, von der der Mann gesprochen hatte? Nicht zu wissen, in was für Gesellschaft Megera sich befand, gefiel der Kriegerin gar nicht. Wenn Lucy wirklich ehrlich war, musste sie zugeben, dass sie eifersüchtig war. Nie zuvor hatte sie jemanden so sehr geliebt, wie die junge Kriegerin. Das heißt, nicht ganz, sie hatte schon einmal so geliebt. Doch davon würde sie nie jemandem erzählen, nicht einmal Megera. Die beiden jungen Frauen kicherten und lachten, während Megera immer wieder versuchte, scheinbare Lücken in Valeras Deckung auszunutzen und sich mehr als einmal im Gras liegend wieder fand. Sie waren so laut, dass es ein leichtes für Lucy war, sie zu finden. Versteckt hinter einem Busch, beobachtete sie die Beiden. Megera stand der jungen Kriegerin ziemlich aggressiv gegenüber.  Und die Gegnerin lag mehr auf dem Boden und rieb sich ihren Hintern, als das sie sich gegen die schnellen Attacken wehren konnte. Lucy seufzte. Was sie da sah, gefiel ihr nicht. Es gefiel ihr ganz und gar nicht. Megera sollte das nicht mehr machen, sie würde nur wieder zu schnell auf die Dunkle Seite zurück gezogen, sah die andere das denn nicht?  Nach einer Weile hörten die beiden Frauen auf und legten die Schwerter beiseite. Die Dunkelhaarige ging zu einem Baum in ihrer Nähe und holte Bogen und Pfeile. Sie reichte sie Megera. Deren erste Versuche tötete eine Taube und das gab Megera wieder dieses funkeln in den Augen, doch die beiden Frauen kicherten nur. Lucy war unschlüssig, was sie als nächstes tun sollte. Sie hatte Angst, dazwischen zu treten. Was, wenn Megera nicht mehr mit ihr sprechen wollte, jetzt, wo sie eine neue Freundin hatte?  In dem Moment sah Lucy, wie die junge Dunkelhaarige sich hinter Megera stellte. Sie war dicht an sie gepresst, Wange an Wange, murmelte ihr etwas ins Ohr und führte Megera s Arme mit ihren eigenen. Erneut spürte Lucy, wie Eifersucht in ihr hochstieg. Die Frauen zielten in ihre Richtung. Obwohl sie sie nicht sehen konnten, ließ Lucy sich zu Boden fallen. Das letzte was sie jetzt gebrauchen konnte, war von einem  Pfeil von Megera getroffen zu werden.  Der Pfeil blieb nur wenige handbreit über ihr in einem Baum stecken. Als Megera näher kam, um ihren Schuss zu begutachten, stand Lucy auf.  Megera erstarrte, als sie die Kriegerprinzessin aus dem Unterholz treten sah. Sie atmete tief ein und rang sich dann ein unsicheres Lächeln ab. Lucy bewegte sich zögernd auf sie zu und blieb dann wenige Zentimeter vor ihr stehen.  Stunden vergingen, als blaue Augen in grüne blickten. Ängstlich, skeptisch, forschend. Schließlich drehte sich Megera um und ging zum Platz wo ihr Schwert lag.

>> Was machst du hier? << flüsterte sie. Der Blick in Lucy’s Augen wurde plötzlich ganz sanft.

>> Ich musste dich sehen. <<  Kam es leise aus Der Kriegerin raus.

>> Ich muss mit dir reden Lucy, ich muss mich bei dir entschuldigen. <<  wurde Megera ruhiger. Aber wurde danach sofort von Lucy unterbrochen.

>> Nicht, <<sagte sie.

>> ich bin diejenige, die sich entschuldigen sollte ... Kann ich mit dir reden? << Ihr Blick glitt zu Valera, die einige Schritte entfernt ihre Sachen packte. >> Allein? << Megera wandte sich um.

>> Valera? << rief sie.

>> Ich verschwinde für eine Weile. Ich geh noch ein bisschen auf die Jagd. << rief die andere zurück.

>> Wir sehen uns später. << Damit verschwand sie im Wald.  Megera führte Lucy zu ihrem Lager. Sie war unsicher. In Gedanken war sie immer wieder durchgegangen, was sie ihrer Freundin sagen würde, aber jetzt verließen sie die Worte.

>> Möchtest du dich setzen? << brachte sie schließlich hervor und deutete auf das weiche Gras. Lucy regte sich nicht.

>> Ich habe dich üben sehen. Du warst gut. << Versuchte sie das Gespräch zu suchen.

>> Nein, war ich nicht. << Wieder trafen sich ihre Blicke. Schließlich ließ Lucy sich ins Gras sinken und Megera folgte ihrem Beispiel.

>> Megera, ... es gibt einiges, was ich dir sagen muss. << fing Lucy an, und wusste das es jetzt sein muss.

>> Ich dir auch. << Megera tat es weh was sie ihr vorgeworfen hatte.

>> Lass mich bitte zuerst. << Lucy hielt inne. Es fiel ihr sichtlich schwer.

>> Was du nach der Schlacht zu mir gesagt hast ... << wurde sie von Megera unterbrochen.

>> Es tut mir so leid. << aber wusste das so was trotz Entschuldigung doch weh tut.

>> Nicht. Du hattest ja Recht. <<  Megera betrachtete ihre Freundin. Sie schien schockiert, doch dann verstand sie. Lucy beachtete sie gar nicht. Nervös zupfte sie Grashalme heraus und spielte damit. Megera wartete geduldig.  

>> Ich habe Perdicas getötet. << Hastig sah Lucy in Megera s Richtung und fügte hinzu.

>> Natürlich nicht buchstäblich. << und  wartete auf die Reaktion von Megera.

>> Ich weiß. << brachte sie nur raus.

>> Aber als du und er ... als ihr ... die Hochzeit ... << Es fiel ihr nicht leicht, die passenden Worte zu finden.

>> Warst du eifersüchtig? <<vollendete Megera fragend. Lucy konnte nur nicken. Sie schluckte, ihren ganzen Mut zusammennehmend sah sie Megera an.

>> Ich liebe dich. Ich denke, das habe ich seit dem ersten Moment, als ich dich sah. Nur deshalb habe ich dich den ersten Abend nicht fortgeschickt. << Megera sagte nichts. Sie wartete darauf, dass Lucy weiter sprach.

>> Ich wollte es dir niemals sagen. Ich hatte solche Angst, du würdest mich dann verlassen. Aber dann ... Nachdem du weg warst ... Ich fühlte mich so leer. << Lucy spürte wie ihr Tränen in die Augen traten, aber sie hatte nicht mehr die Kraft, dagegen anzukämpfen.

>> Ich dachte, wenn du mich schon verlässt, dann würde ich dir wenigstens einen wirklichen Grund dafür geben. <<  Megera ergriff Lucy’s Hände und hielt sie an ihre Brust.

>> Ich will dich nicht verlassen. Nach der Hochzeit wurde es mir klar. Ich hätte versucht, ihn glücklich zu machen, es ging aber nicht da ich niemals einen Mann geliebt habe, meine Zu Neigungen galten nur den Frauen, aber ich wusste, dass etwas fehlt. Jemand. Du! Ich liebe dich auch, Lucy. <<  Megera spürte, wie Lucy zitterte. Zum ersten Mal in ihrem Leben sah sie die Kriegerprinzessin mit einer Situation konfrontiert, über die sie keine Kontrolle hatte. Sie ließ Lucy los und schloss ihre Hände um das Gesicht der Kriegerin. Dann beugte sie sich vor und küsste sie. Es sollte ein zärtlicher, besänftigender Kuss werden, doch das änderte sich schnell.  Lucy erwachte aus ihrer Erstarrung und zog Megera fester an sich heran. Ihre Küsse wurden leidenschaftlicher und ihre Lippen öffneten sich leicht, als Megera sich nicht wehrte und ihre Zungen sich berührten. Schließlich riss Lucy sich los und betrachtete atemlos ihre junge Geliebte.

>> Es gibt noch etwas ... Callisto ... << und ihre Furcht stieg wieder an.

>> Ich weiß, << flüsterte Megera, während sie sanft an Lucy’s Ohrläppchen knabberte.

>> du brauchst nichts mehr zu sagen. << und machte weiter.

>> Doch, ich muss. Es war alles meine Schuld. Sie war eifersüchtig und sie ... << kam es stotternd aus ihr raus. >> Sch, sch, das weiß ich alles, Valera hat es mir erklärt. << Lucy war verwirrt.

>> Valera? << und ihr stieg dieses Gefühl von Eifersucht wieder hoch.

>> Du wärst überrascht, was sie alles weiß. << Megera lächelte. Dann griff sie leidenschaftlich nach Lucy’s Rüstung.  

>> Küss mich endlich, ich habe schon viel zu lange darauf gewartet. << Lucy blickte in die Augen ihrer Freundin. Sie sah Liebe, Mitgefühl, Vertrauen und ... Leidenschaft.  Es dauerte nur einen kurzen Moment und sie hatte sich ihres Brustpanzers entledigt. Sie wollte Megera nicht verletzen, als sie sie begierig zu Boden riss. Es verging eine ganze Zeit, doch dann lagen die Frauen zusammen auf dem Boden und Küssten sich. Ein leises Scharren ließ Lucy erwachen. Instinktiv griff sie nach ihrem Schwert, doch sie musste feststellen, dass es außer Reichweite lag. Valera lachte laut.

>> Du musst mich nicht gleich umbringen. Ich wollte mich nur verabschieden. << hob dabei ihre Arme hoch. Doch sie lockerte ihre Haltung wieder.  

>> Jetzt schon? Bleib doch noch. <<Megera war ebenfalls erwacht und hatte sich aufgesetzt. Sie hatte vollkommen vergessen, dass sie nackt war, doch Lucy war peinlich berührt und auch etwas eifersüchtig. Sie hüllte eine Decke um ihre Geliebte.

>> Nein, nein. Meine Aufgabe ist erfüllt. << grinste die junge Dunkelhaarige und drehte sich diskret mit dem Rücken zu den beiden Anderen. Das gab ihnen Zeit, sich anzukleiden. >> Welche Aufgabe war das? << fragte Lucy misstrauisch und griff nach ihrem Brustpanzer.

>> Megera zu beschützen bis Ihr wieder vereint ward, natürlich. << Erneutes Grinsen.

>> Wer weiß, in was für Schwierigkeiten sie geraten wäre ohne mich. << wurde ihr Blick kurz ernst bis sie wieder in ein Lächeln fiel.

>> Sie ist in genug Schwierigkeiten wegen dir. << Damit deutete Lucy auf das Schwert, dass Megera erworben hatte und gerade aufhob. Valera lachte erneut und blinzelte zweideutig.

>> Ach, ich denke, Megera weiß genau, wie sie damit umgehen soll. <<  Lucy wurde langsam ärgerlich. Das stetige Grinsen der anderen Kriegerin ging ihr auf die Nerven. Gerade wollte sie einen Schritt in ihre Richtung machen, als Megera dazwischen trat.  Die Kriegerin und Valera sahen einander an. Ein stilles Einverständnis schien zwischen ihnen zu herrschen, das Lucy noch nervöser machte. Sie merkte das Valera verstehen konnte das Sie versuchen wird sich zu ändern.

>> Danke, << sagte sie.

>> Ich werde dein Schwert gut bewachen. Aber jetzt habe ich auch noch eine stärkere Waffe, die mich beschützt. << Damit drehte sie sich zu Lucy um und lächelte.

>> Liebe. <<  Lucy lächelte zurück.  Valera nahm ihr Schwert in die Hand, betrachtete es eingehend und schnallte es dann um.

>> Ich danke dir, Megera. Das war immer mein Lieblingsschwert und  bei dir ist es besser aufgehoben. Das weiß ich. <<  Megera war irritiert.

>> Aber ich dachte, es ist gerade erst fertig geworden? <<  Valera lachte ein letztes Mal.

>> Vertraue keiner Göttin, die Schicksal spielen will. Viel Glück euch Beiden. In meinen Wäldern werdet ihr immer sicher sein. << Und damit war sie verschwunden.

>> Was war das denn? << Megera begriff überhaupt nichts. Lucy lächelte verstehend.

>> Es scheint, als hätte Artemis uns ins Herz geschlossen. << und legte ihren Arm um Megera´s schultern

>> Du meinst, das war ...? <<  fragte sie erstaunt nach.

>> Mmh. << kam grinsend aus Lucy raus.

>> Ich hatte ja keine Ahnung. << war Megera verwirrt. Lucy wandte sich Megera zu, öffnete die Schnallen an ihrem Panzer wieder und ließ ihn provozierend zu Boden gleiten.

>> Nach dem, was du heute getan hast, glaube ich dir nie wieder ein Wort, wenn du dich dumm stellst. << Und damit zog sie ihre Geliebte zurück auf den Boden. Sie Liebten sich diese Nacht sehr.
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