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Ein Jahr in Seigaku

von Basserina
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Echizen Ryoma Fuji Syusuke
17.05.2017
27.05.2017
2
4.027
3
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Dieses Kapitel
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27.05.2017 1.914
 
Hallo ihr lieben :)
Danke für die Favos und Empfehlungen. Das hat mich inspiriert um weiterzuschreiben.
Ich würde mich über ein kleines Feedback in den Reviews freuen.
Liebe grüße!

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"Nyaa, Echizen... Es ist so traurig, dass du gehst", seufzte Eiji.
Sie standen alle am Flughafen, mitten im Getümmel zwischen Tränen reichen Abschieden.
Ryoma zog sein Kappi etwas tiefer ins Gesicht um seine eigene Trauer zu verbergen.
Momo klopfte ihm auf die Schulter. "Du wirst sie alle umhauen da drüben! Wenn du gewinnst lade ich dich einen Monan lang zum Burgeressen ein!"
"Heh? Ich gewinne auf jeden Fall..."
"Saa Echizen, das ist die richtige Einstellung", lächelte Fuji.
"Wenn irgendwas ist, dann kannst du immer anrufen. Mach dir keine Gedanken wie spät es hier dann ist", stellte Oishi klar.
Tezuka legte Oishi sanft eine Hand auf den Rücken. "Er wird schon klar kommen. Wir stehen alle hinter dir. Auch von da drüben bist du Seigakus Stütze"
Echizen nickte. "Danke, Bochou"
"Fshuuu...wenn wir hier länger stehen verpasst du deinen Flug"
"Sei mal etwas sensibler, Kaidoh!", beschwerte sich Eiji und zog sein Ochibi in eine dicke Umarmung.
"Senpai..!", beschwerte sich der Jüngste.
Widerwillig ließ Eiji ihn los. "Pass auf dich auf"
__________________

Im Flieger war es stickig. Das war es auch, warum Ryoma kein großer Fan von Flugzeugen war. Vierzehn Stunden standen ihm bevor. Seufzend lehnte er sich in seinem Sitz zurück und durchblätterte die Notizen, die Inui ihm mitgegeben hatte.
Dort waren all seine Mitstreiter mit ihren besonderen Fähigkeiten aufgelistet. Es hatte den Datenfreak sicher Stunden gekostet, diese Liste zu erstellen.
Es schienen einige wirklich interessante Spieler dabei zu sein. Ein Kinderspiel würden die US Open nicht gerade werden.
Ryoma blickte aus dem Fenster. Er war froh eine Weile von zu Hause weg zu sein. Die Streiterein seiner Eltern schienen immer schlimmer zu werden. Nur halbherzig hatten sie ihn verabschiedet, da sie viel zu beschäftigt mit sich waren. Ein wenig sorgte sich der Tennisspieler, was wohl sein würde, wenn er wieder kam. Ob es sich bis dahin besserte? Verschlechterte?
Ryoma schüttelte den Kopf. Auf diese Fragen würde er wohl keine Antwort finden. Trotzdem schmerzte ihn der Gedanke ein wenig.
_____________________

Ryomas neuer Manager holte ihn vom Flughafen ab und brachte ihn in das Hotel, in dem er untergebracht war. Es war ein ansehnliches Gebäude und verfügte über mehrere Tennisplätze. Die Arena, in der die US Open stattfinden würden, war nicht weit entfernt und auch ein kleiner Laden war direkt gegenüber des Hotels. Es schien als würde er nicht viel durch die Gegend stromern müssen, aber da er selbst in Amerika gelebt hatte, verspürte er auch keinen großen Drang nach Sightseeing.
"Du wirst dich sicher erst etwas einrichten wollen. Morgen früh haben wir ein Meeting. Dort besprechen wir deinen Trainingsplan. In zwei Tagen beginnen die Vorausscheide"
Ryoma nickte. "Alles klar. Vielen Dank"
Der Manager lächelte aufmunternd und ließ den Jungen in dem großen Zimmer allein.
Das hier würde also in der nächsten Zeit sein zu Hause sein.
Ryoma stellte seinen Koffer achtlos in einer Ecke ab und warf sich auf das Bett. Er holte sein Handy aus der Tasche und checkte die Nachrichten. Seine Eltern hatten ihm nicht geschrieben, dafür jeder aus dem Team außer Kaidoh und Inui, die sich sowieso wenig meldeten.

Momo: Hey Echizen! Ich hoffe du bist gut angekommen. Karupin fühlt sich sehr wohl bei Kaidoh. Du solltest ihn erleben! Mach dir also keine Sorgen. Meld dich mal - Momo

Ryoma hatte Kaidoh gebeten Karupin für die Zeit, in der er in Amerika war zu nehmen. Es wäre eine Zumutung gewesen seinen Kater bei seinen Eltern zu lassen.

Eiji: Ochibi! Ich hoffe du bist gut angekommen!

Oishi: Guten Abend Echizen! Ich hoffe dein Flug war angenehm und du leidest in den nächsten Tagen nicht zu sehr am Jetlag. Denk dran ausreichend zu trinken.

Kawamura: Echizen! Brenn sie nieder!

Fuji: Echizen, Du hattest sicher einen guten Flug. Ohne dich fehlt hier was. Überrenn sie alle in Amerika - du hast das Zeug dazu.

Bei Fujis Nachricht stoppte Ryoma. Ohne ihn fehlte etwas? Wie war denn das gemeint?
Als letztes las er Tezukas Nachricht, die extra für ihn auf Englisch war.

Tezuka: Don't get careless.

Ryoma lächelte bei den Worten des Kapitäns, die er schon unzählige Male auf japanisch gehört hatte.
Ohne eine Nachricht zu beantworten - das hob er sicg für später auf, wenn er schon etwas berichten konnte - legte Ryoma sein Handy zur Seite und schloss einen Moment die Augen.
Stille.
Er hörte nicht mal mehr jemandem aus dem Nachbarraum oder aus dem Flur. Es war einfach absolut still.
Geborgen in der Ruhe schlief er langsam ein.

____________________

"Guten morgen, hast du gut gefrühstückt?", fragte Ryomas Manager.
Der dunkelhaarige nickte.
"Sehr gut, wir gehen gleich deine Trainingspläne durch, damit du in Topform für die Vorausscheide bist. Die anderen haben dir alle einige Jahre Training vorraus. Aber lass dich davon nicht abschrecken.
Wieder nickte Ryoma nur. Er war so früh am morgen nicht gerade der gesprächige Typ.
Sein Manager führte ihn in einen der Konferenzräume, die das Hotel zu bieten hatten. Zwei gut gebaute Männer warteten dort bereits auf sie.
"Das sind Mike und John. Sie werden hier in Amerika deine Trainer sein"
"Ich habe zwei Trainer?"
Sein Manager nickte. Ryoma seufzte. Das klang nach Stress.
"Setz dich", meinte Mike.

Nach gut zwei Stunden hatten sie einen detaillierten Trainings- und Ernährungsplan für ihn ausgearbeitet. Wie erwartet, waren die beiden Trainer nicht immer einer Meinung, aber sie kamen schneller zu einem Kompromiss als Ryoma erwartet hätte.
Sein Trainingsplan war streng und härter, als der, den Inui für sie entworfen hatte. Aber vielleicht brauchte er das für die Open.
Kevin, sein ehemaliger Gegner aus einem Tunier, hatte sich als sein Trainingspartner bereit erklärt ihm zu helfen.
Das erste Training begann dierekt nach dem Meeting. Für ihn war einer der Tennisplätze des Hotels gemietet worden - so langsam kam es Ryoma vor, als würde er diese Mauern nicht mehr verlassen.
"Hey Japan-Boy!", rief Kevin ihm zu, der bereits auf dem Platz stand, "Zeit für ein bisschen echtes Training"
Ryoma murrte nur kurz zustimmend bevor er seine Tennistasche am Rand des Platzes platzierte. Es war wirklich gutes Wetter. Perfekt für ein gutes Spiel. Trotzdem war er nicht gerade sehr enthusiastisch. Das Training hier kam ihm vor wie ein Termin. Genau durchorganisiert. Bis in die Sekunde.
Kein Eiji, der ihn Besprang. Kein Momo, der ihn herausforderte. Kein Fuji, der ihn anlächelte.
Der Gedanke hinterließ ein komisches Gefühl. Eine Art schwere in seinem Kopf, die es unmöglich machte sich während des Trainings so richtig fallen zu lassen, wie er es sonst immer tat.
_____________

Nach dem Training fühlte sich Ryoma deutlich mehr geschafft als normalerweise. Vielleicht lag es einfach noch am Jetlag.
Ihm war nicht danach jetzt auch noch mit seinen Trainern und seinem Manager Mittag zu essen, aber sie waren die einzigen Ansprechpartner, die er hier hatte und sie drängten ihn quasi dazu.
Selbst das Essen wurde strengen Regeln unterworfen. Außerdem war es amerikanisch, was Ryoma zwar gut kannte, aber nicht sonderlich bevorzugte.
In einer Tour redeten alle auf ihn ein. Gaben ihn Tipps zu seinem Spiel. Erzählten von den anderen Teilnehmern. Redeten und redeten und redeten.
Irgendwann stand Ryoma einfach auf.
Da sie im Hoteleigenen Restaurant gegessen hatten, war der Weg bis zu seinem Zimmer nicht weit.
Erschöpft warf er sich aufs Bett und verspürte kurz den Drang sich die Ohren zuzuhalten. Er brauchte einfach Zeit für sich. Im Mittelpunkt zu stehen war nicht sein Ding und hier waren gleich drei Leute nur für ihn verantwortlich.
Er sehnte sich nach jemanden, der nicht dafür bezahlt wurde sich um ihn zu kümmern.
Umständlich grifd Ryoma nach seinem Handy. Da er gestern niemandem geantwortet hatte, hatte er noch keine neue Nachricht. Er nahm sich also einen Moment und schrieb allen, das er gut angekommen sei und dass das Training hier anders wäre.
Bei der Nachricht an Fuji zögerte er jedoch. Vielleicht könnte er mit dem anderen ein wenig reden... Fujis Zuversicht hatte ihm bisher immer geholfen, auch wenn er das nie zugeben würde. Ohne eine wirklich überlegte Entscheidung darüber zu treffen, folgte Ryoma seinem Gefühl und rief Fuji an.
Er hatte nicht nachgerechnet wie spät es in Japan gerade war. Kurz überkam ihm ein schlechtes Gewissen. Ryoma wollte ihn nicht wecken, nur weil er gerade vielleicht mal ein wenig...Heimweh hatte.
"Echizen?"
"Fuji-senpei..."
"Saa, ist alles in Ordnung?"
"Hab ich dich geweckt?"
"Das ist kein Problem. Ich weiß dass du sicher einen engen Zeitplan dort hast"
Ryoma seufzte. "Allerdings"
"Gefällt es dir dort?" Fujis Frage klang, als wüsste er die Antwort bereits.
"Nein. Es ist...seltsam. Ich habe zwei Trainer und der Manager...der lässt mich auch kaum in Ruhe. Das Hotel habe ich seit meiner Ankunft nicht verlassen" Die Worte sprudelten nur so aus Ryomas Mund. Es war untypisch für ihn so offen über seine Gefühle zu reden. Aber es war ihm im Moment einfach ein Bedürfnis. Er wusste nicht wohin mit sich.
"Dann verlass das Hotel"
"Was?"
"Geh einfach. Nimm dir eine Pause, wenn du eine brauchst. Die mentale Stärke ist wichtig beim Tennis"
Ryoma überlegte. "Jaa...vielleicht...vielleicht sollte ich einfach gehen"
"Kennst du dich dort ein wenig aus?"
"Einigermaßen. Ich könnte mein Navi auf dem Handy benutzen"
"Dann geh. Du brauchst das ab und an"
"Du hast Recht...Danke Fuji-senpei"
"Nicht dafür, Echizen-kun"
"Wie war der Tag bei euch?"
"Ziemlich normal. Momo und Kaidoh haben sich in die Haare bekommen und Tezuka hat sie Runden laufen lassen. Wir haben Trainingsspiele gespielt - Ich habe zweimal gegen Inui gewonnen"
"Das hat ihn sicher geärgert", lachte Ryoma.
"Ja", auch Fuji kicherte, "Er meint bei meinen Daten hat er noch immer nicht alles vollständig"
"Da wird er vermutlich noch lange brauchen. Vielleicht fängt er dann an richtig Tennis zu spielen..."
"Daten-Tennis ist richtiges Tennis für ihn"
Ryoma seufzte. "Es ist so langweilig..."
"Für mich wäre das auch nichts. Weißt du schon was über deine Gegner in den Vorausscheiden?"
"Inui hat mir einen ganzen Block mit Infos mitgegeben"
"Typisch" Fuji lachte. Es klang wirklich schön in Ryomas Ohren.
"Ich habs mir im Flugzeug angesehen. Es scheinen interessante Spieler zu sein"
"War zu erwarten bei so einem großen Turnier, aber du wirst da mithalten können"
"Was macht dich da so sicher?"
"Du bist du. Du wächst mit deinem Aufgaben"
"Ich versuch's"
"Mach dir keine Sorgen"
"Nein..."
Sie schwiegen einen Moment.
"Ich werde jetzt weiterschlafen und du gehst aus diesem Hotel raus", legte Fuji fest.
"Alles klar. Danke Senpei"
"Nicht dafür"
"Gute Nacht"
"Danke"
Dann legten sie beide auf.
Es war eine gute Idee gewesen Fuji anzurufen. Eine bekannte Stimme zu hören hatte ihm so viel mehr Sicherheit gegeben. Er würde jetzt in Ruhe frische Luft schnappen, dann würde er zur nächsten Trainingseinheit gehen. Das war sein eigener Rhytmus und den brauchte er auch.
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