Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr

von Lelema
GeschichteHumor, Familie / P12
Adam Ruzek Erin Lindsay Greg "Mouse" Gerwitz Jay Halstead OC (Own Character) Trudy Platt
17.05.2017
20.10.2017
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Jay Sicht


„Und wie findest du diesen Schulranzen?“, fragte ich meiner Tochter und zeigte auf einen rötlichen Ranzen mit verzweigten Blumen.

Seit gefühlten 4 Stunden sind wir auf Shoppingtour nach einem geeigneten Schulranzen oder eher gesagt nach einem Kompletten Schulranzen Set mit Federmappe und Turnbeutel.

„Nein. Ich will einen mit Tieren.“, maulte Emi.

„Wir haben uns schon etliche mit Tieren angesehen.“, sagte ich.

Mittlerweile bin ich schon leicht genervt, was ich meiner Emma natürlich nicht zeige. Nur bei dem Thema Shoppen kann sie sehr kompliziert sein. Egal ob neue Schuhe, T-Shirts oder Jeans.

„Daddy ich will den Ranzen.“, sagte Emma und zeigte zu einem hellblauen mädchenhaften verzierten Scout-Delphinranzen.

„Wirklich?“, fragte ich sicherheitshalber nach.

„Ja!“, sagte sie begeistert.

„Okay. Dann haben wir ja endlich einen.“, sagte ich erleichtert und ging mit Emma zur Kasse.

„Jetzt brauche ich nur noch neue Anziehsachen.“, sagte Emma nachdem wir das Geschäft verlassen hatten und zum Auto gingen, damit der Ranzen erst einmal verstaut werden konnte.  
Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir bereits 2 Stunden lang nach einem Schulranzen gesucht hatten und locker 2 Stunden jetzt auf ein Outfit drauf gehen würden.

„Was möchtest du denn anziehen zur Einschulung?“, fragte ich und ging mit Emma an der Hand ins Kaufhaus.

„Ein Kleid wie die anderen. Zoey hat uns gestern ihr Kleid gezeigt. Das ist weiß und pink.“, erzählte Emma

„Und jetzt willst du auch ein Weiß Pink farbiges Kleid?“, fragte ich.

Emma sagte nichts. Es scheint so als würde sie überlegen. Im Kindermodegeschäft schauten wir uns einige Kleider und andere Outfits an. Bei fast jedem 3. Outfit sagte Emma das sie das haben möchte.


„Oder das hier.“, sagte sie und zeigte auf ein weißes Bolero, eine weiße 3/4 Leggins und ein hellblaues bedrucktes Kleid.

Ich nickte. Endlich konnte sich Emi entscheiden. Wir kauften das Outfit und gingen anschließend auf einem Spielplatz. Ich beschäftige mich mit meinem Smartphone und schaute immer wieder mal auf zu Emma, die auf dem Spielgerüst turnt. Ich schrieb Will an.

J: Wir haben endlich alles eingekauft.
W: Schön zu hören. Hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht :D
J: Haha. Ganze 4 Stunden und noch was. Emi tobt jetzt auf dem Spielplatz.
W: Na dann pass gut auf. Sehe euch nachher ;)

Jip. Nachher gehen sie gemeinsam mit Emma essen. Anschließend passt Ruby auf Emma auf, während er mit Will und seinen Kollegen ins Mollys geht. Apropo Emma. Wo ist sie? Ich sprang von der Bank auf und schaute auf dem Spielgerüst, auf dem Emma nicht mehr tobte. Ich ging den Spielplatz auf und ab. Letztlich entdeckte ich Emma gute 30 Meter vom Spielplatz entfernt auf einer freien Wiesenfläche einen Hund streicheln.

„Emma!“, rief ich, nahm sie an die Hand und entfernte mich von der Wiesenfläche.

„Was sollte das jetzt?“, fragte ich, während wir durch den Park gingen.

„Ich habe nur den Hund gestreichelt. Der ist erst ein halbes Jahr alt.“, strahlte sie.

„Du kannst doch nicht einfach zu einem wildfremden Hund laufen.“, sagte ich aufgebracht.

„Bin ich ja nicht. Ich habe ja zuerst den Mann gefragt.“, sagte sie.

„Emma, süße, ich sag es dir nicht zum Ersten Mal. Ich möchte nicht, dass du mit fremden Menschen redest oder mit denen mitgehst, auch wenn sie einen Hundewelpen dabei haben. Man kann nie vorsichtig genug bei sowas sein, okay?“, sagte ich.

Emma liebt Tiere und ist jedes Mal hin und weg, wenn wir in den Zoo gehen. Bei dem Gedanken, dass jemand meine kleine nur durch einen Hundewelpen freiwillig zu bewegen bekommt mit ihm zu gehen, wurde mir schon ein wenig mulmig. Schließlich sehe ich fast täglich schlimme Verbrechen, wo Kinder in solviert sind. Vor nicht allzu langer Zeit wurde Antonios Sohn Diego entführt. Ich bewundere ihn dafür, wie er mit der Situation umgegangen ist. Ich hätte keine einzige Sekunde aushalten können ohne zu wissen, was mit Emma passiert ist. Von klein auf präge ich sie, dass sie nie mit fremden mitgehen soll.

„Das nächste Mal, wenn du einen Hund streicheln möchtest, fragst du mich erst mal in Ordnung?“, sagte ich und öffnete ihr die Autotür.

„Okay.“, sagte Emma und hüpfte in ihr Kindersitz.

Am Abend trafen wir Will in einer Pizzeria. Emma freut sich immer, wenn ihr Onkel Will vorbei kommt. Will hat den Status als Super-Cooler-Lustiger-Onkel, bei dem fast keine von Hannah oder mir aufgestellten Regeln gelten. Kein Wunder, dass Emma vor Begeisterung auf ihrem Stuhl hin und her zappelt, wenn es heißt Onkel Will kommt später vorbei.

Als Eltern sorgt man sich nun mal mehr um das eigene Kind. Will passt überwiegend auf Emma in der Wohnung auf. Oder begleitet mich auf dem Spielplatz. Während ich mich um Emmas Wohlergehen kümmere, schlüpft Will ganz in die Rolle des Super-Coolen-Lustigen-Onkel. Dabei ist auch schon vorgekommen, dass Emma zu mir meinte: „Du musst mal chillen, Daddy.“, nachdem Will sagte: „Jay komm mal runter. Ich habe alles im Griff.“

„Will!“, rief Emma begeistert, ließ meine Hand los und hüpfte in Wills Arme.

„Hey, da ist ja meine Prinzessin.“, grinste Will.

„Hey.“, begrüßte ich meinen Bruder.

„Wie geht es euch beiden?“, fragte Will.

Ehe ich was sagen konnte antwortete Emma schon: „Gut. Wir haben einen Schulranzen und ein Kleid für die Einschulung nächster Woche gekauft und waren dann im Park.“

Ich grinste und auch Will konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Klingt nach sehr viel Spaß.“, sagte Will.

„Das Nächste Mal kommst du mit.“, sagte Emma.

„Sicher.“, sagte Will.

Nachdem wir mit Emma essen waren, holte Ruby sie ab. Wir verabschiedeten uns und ich gab Emma ihren Gute-Nacht-Kuss. Schließlich wollte ich ja mit ins Mollys gehen.

„Hey Halstead. Hattest du heute frei?“, begrüßte mich Ruzek.

„Hey. Ja.  Emma und ich waren Shoppen. Ganze 4 Stunden.“, grinste ich.

„Oh man. Wenn sie mit 6 Jahren schon 4 Stunden braucht, möchte ich nicht in deiner Haut stecken, wenn du mit ihr einen Abi Ballkleid kaufst.“, lachte Ruzek.

„Ach was. In dem Alter zieht man dann nicht mehr mit seinen Dad los, sondern mit Freundinnen. Ich stelle mich auch gerne zur Verfügung.“, grinste Erin.

„Gut zu wissen.“, sagte ich und stoß mit meinem Bier an.

„Also falls du Hilfe mit Emma brauchst, ich bin jeder Zeit da.“, sagte Erin.

„Falls du zufälligerweise flechten kannst, kannst du gerne Dienstag früh vorbei kommen.“, sagte ich.

„Natürlich. Nenne mir eine Uhrzeit und ich komme gerne vorbei.“, grinste Erin.


CPDCPDCPDCPDCPD

Emma war überraschender Weise vor mir fertig. Normalerweise muss ich mit ihrer Schläfrigkeit am Morgen ankämpfen, aber sie war bereits Wach und beim Anziehen als ich sie wecken wollte.

„Daddy wann kommt Erin?“, fragte sie beim Frühstück.

„Sie müsste jeden Augenblick kommen.“, sagte ich. Ungeduldig rutsche Emma auf dem Küchenstuhl hin und her.

„Jetzt hör doch mal auf zappeln. Wir haben noch genug Zeit.“, sagte ich und trank meinen Kaffee aus.

„Es macht Spaß zu zappeln.“, konterte sie als im selben Moment jemand an der Tür klopft. Rasch sprang Emma auf und rannte zur Tür.

„Erin!“, rief sie.

„Hey Emma. Du siehst heute schick aus.“, sagte Erin.

„Daddy hat gesagt du kannst flechten.“, sagte Emma.

„Ja. Da hat dein Daddy Recht. Also setzt dich hin und kann anfangen.“, lachte Erin. Emma hörte auf Wort und blieb ohne zappeln brav sitzen.

„Möchtest du auch mit kommen zur Einschulung?“, fragte Emma.

„Äh. Ich weiß nicht. Ich glaube ni…“, sagte Erin ehe ich sie unterbrach: „Wenn Erin gerne mitkommen möchte, kann sie es gerne machen. Ich habe nichts dagegen.“

„Okay. Dann komme ich gerne mit.“, lächelte Erin.

An der Grundschule angekommen, begrüßte uns Will und auch Emmas Großeltern mütterlicherseits sind aus Milwaukee angereist. Emma freute sich riesig sie wiederzusehen. Ihre Grandma brachte Emma eine selbst-gebastelte Zuckertüte mit. Nach der Einschulung gingen wir gemeinsam Essen und feierten Emmas Einschulung. Emma hatte viel zu berichten, als ihre Klasse den Raum kennenlernte und die ersten Kennlernspiele spielten. Will ging mit Emma auf dem nahegelegten Spielplatz spielen, während ihre Großeltern alles über Erin ausfragten. Ganz so glücklich erschien sie nicht, dass Erin zur Einschulung mitkam. Man kann es denen auch nicht verübeln, der Tod von Hannah ist noch nicht einmal ein Jahr her.
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