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Titel ist noch in Arbeit

von Arensis
Kurzbeschreibung
LeseprobeFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
16.05.2017
16.05.2017
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Leseprobe :

Ich muss gestehen, meine Faszination für alles was außerhalb der Normen lag, war für mich schon immer anziehend. Vielleicht weil ich mich dort immer ein bisschen wohler gefühlt habe . Wirst du aber einmal mit etwas konfrontiert  , was wirklich so weit weg von allem liegt was du zu wissen glaubst oder kennst, ist das schon eine ganz andere Hausnummer.  Aber beginnen wir einfach, mit dem woran ich mich erinnere.

Kopfschmerzen, ein trockener Mund und eine stechende Sonne begrüßen mich, als ich meine Augen öffne. Es hätte ein Morgen, nach einer langen Party sein können, von der ich allerdings keinen blassen Schimmer mehr hatte. Aber der Staub auf meinen Händen, Gesicht und in meiner Nase ,lassen mich diesen kurzen Gedankenfetzen gleich wieder verwerfen. Ziemlich langsam setzte ich mich auf und betrachte meine Umgebung . Blinzelnd versuche ich mich an das helle Licht zu gewöhnen und meinen trägen Geist auf das zu fokussieren , was ich sah.  Berge, Sand, Dreck , eine kleine Straße und so absolut nichts was nach meiner kleinen Wohnung aussieht.  " Wo zur Hölle bin ich ? Träume ich neuerdings von Wüsten ? Was war das letzte was ich vor dem einschlafen gehört,gesehen oder gelesen habe eine Tierdokumentation über Afrika ?"  Panik schleicht sich  in meinen Verstand . " Ok, wenn das ein Traum ist, dann möchte ich jetzt erst mal eine große Flasche Wasser....nein Eistee! " Nichts passiert. Ein kleines piksen an meinem Po ,lässt mich aufstehen . In Gedanken immer noch bei meinem Durst und dem ausbleiben des gewünschten Getränks , registriere ich ,dass ich einen kleinen Stein anstarre. Meine linke Hand wandert zu meinem Hintern und drückt nochmal auf die Stelle, wo ich zuvor auf dem Übeltäter gesessen haben muss . " Aua!" Mit einem Knall kommt mein Gehirn endlich da an, wo mein Körper schon vor einer Minute war. " Man hat in Träumen keine physischen Schmerzen. Man sollte aufwachen , wenn man sich im Traum kneift. Mir tut mein Hintern weh und ich liege nicht in meinem Bett mit meinen 2 Katzen , die mich vermutlich als  Kratzbaum missbrauchen "  Nach diesen bahnbrechenden Erkenntnissen, dominiert mich nur noch ein Gefühl.
Angst.
Mein Mund steht offen, die Atmung ist hektisch und etwas in mir möchte einfach nur noch wegrennen.  Ich war nie eine große Sprinterin, Körperbau, Gewicht und die Pubertät, machten es mir schwierig in dieser Disziplin erfolgreich oder einfach schnell genug zu sein . Aber wie auf Autopilot rannte ich nun einfach von der Stelle weg , wo ich aufgewacht war. Ich rannte und rannte bestimmt, 8 Minuten .´Bis meine ehemalige Raucherlunge mir mitteilte ,dass ich entweder stehenbleiben und meine Muskeln wieder mit Sauerstoff versorgen kann oder einfach auf der Stelle umfalle. Keuchend und mit einem Feuer in der Brust ging ich in die Knie. Ich war ja weit gekommen. Mit einem pochendem Schmerz im Kopf suchte ich den Horizont ab. Ein Zeichen von Zivilisation, ein Anhaltspunkt oder einfach Irgendetwas, außer Sand . Bei meiner Kopflosen Flucht hatte ich es geschafft einen kleinen Hügel zu überwinden und sah in einiger Entfernung Bäume.  Und kleine ,hüpfende dunkle Punkte die sich in meine Richtung bewegten. Die anfängliche Freude über" Leben auf dem Mars" dauerte nur einen Bruchteil . " Was ist das!? Sind es wilde Tiere!? Ich muss mich verstecken! Ich brauche eine Waffe!" Panisch drehe ich mich im Kreis nur um nochmal bestätigt zu bekomme, dass es in meiner Umgebung absolut nichts gab, was mich hätte schützen können.  Also rannte ich erneut . Ich presste die Augen zusammen und versuchte nicht an meine laut protestierenden Bronchien zu denken. Ein dumpfes Geräusch , drang in mein Ohr . Schritte von Tieren, schnellen Tieren.  Pferde konnten es keine sein. Ich war jahrelang geritten und kannte das Geräusch von Hufen auf weichem Grund. Die Neugier zu wissen, das mich jagte ,lies mich über die Schulter zurück schauen. Große, graue und verdammt schnelle Wölfe  hetzten über den trockenen Boden. Hinter sich eine Staubwolke  aufwirbelnd , waren sie nur noch knapp 200 m von mir entfernt.  Ich wollte schreien , aber aus meinem geöffneten Mund kam kein Laut. Ein surren erfüllte die Luft und bevor ich meinen Beinen den Befehl zum ausweichen geben konnte traf mich etwas hart am Rücken. Ich verlor das Gleichgewicht ,knallte mit Wucht auf die Erde und schon wieder gingen alle Lampen aus.
Dieses mal waren es Schmerzen , die mich wieder zu Bewusstsein brachten.  Es wäre leichter gewesen aufzuzählen was mir nicht weh tat. Erneut lag ich auf dem Boden, wieder auf dem Bauch mit dem Gesicht nach unten. Ich versuchte mich aufzurichten , nur um festzustellen, dass meine Hände hinter meinem Rücken gefesselt waren. Panisch robbte ich mich auf meine knie und versuchte aufzustehen. Ich war immer noch so damit beschäftigt mich zu befreien , dass ich die drei Augenpaare, die auf mir ruhten nicht registrierte. Wankend kam ich auf meine Füße. Ein lautes, tiefes Grunzen  machte mir klar, dass ich nicht alleine war. Zwei braune und vier grüne Augen starrten mich aus großen grobschlächtigen Gesichtern an. Ach so und grün waren sie auch noch. Stocksteif blieb ich stehen.  Ich weiß nicht wie lange dieser erste Blickkontakt dauerte, für mich war es eine gefühlte Ewigkeit. So mussten sich die dicken Feldmäuse gefühlt haben, wenn mein Kater zur Jagd auf sie ansetzte.
Ich war starr vor Angst, konnte keinen Muskel rühren. Was ein Glück, dass Atmen ein Reflex ist. " Ist das ein Mensch ?" Es sprach!  Ich hörte die Worte war aber gleichzeitig zu geschockt und fasziniert, dass diese Dinger überhaupt  sprachen. " Ich glaube schon, aber was macht er hier draußen und dazu noch alleine ohne Reittier oder Proviant? " Einer der drei großen grünen Hünen löste sich aus der Gruppe und kam auf mich zu. Als er ungefähr 2 Meter  vor mir stand und ich den Geruch von Leder, Schweiß , Fett und Tieren in die Nase bekam gab es für mich nur noch eines was ich tun konnte.  Ich kotzte. Mitten vor seine Füße .  
Die Protagonistin ist ja ein ganz schöner Lappen. Wären meine Gedanken an dieser Stelle . Ein cooler Spruch, ein mutiger Versuch mich zu befreien oder eine andere heroische Tat würde ich hier gerne einfügen. Aber nicht immer läuft es so wie in Filmen .  Zurück zu meinem Mageninhalt, der sich nun im Dreck verteilte.
Nachdem ich gerade so eindrucksvoll bewiesen hatte, wie es mir ging und welches Gefahrenpotenzial ich für die drei Fremden birgte . Fingen die laut und hämisch an zu lachen.  " Der macht uns wohl keinen großen Ärger.Wir lassen ihn hier bis der Chef kommt ,der wird dann wissen was mit ihm zu tun ist. Es wird ihm kein Haar gekrümmt, niemand fasst ihn an oder spricht mit ihm , ist das klar !?" Ein Grunzen signalisierte die Zustimmung . So schnell konnte man also das Interesse an mir wieder verlieren, denn sie drehten mir den Rücken zu und gingen davon.
Ich spuckte den letzten Rest meines Erbrochenen aus und tat einen Schritt zur Seite. Als mein Kopf sich aufhörte zu drehen und ich mich umsah erkannte ich, dass ich in einem kleinen Lager sein musste. Dort stand eine kleine Hütte aus Holz, Kisten und Fässer waren davor aufgebaut . Links neben der Hütte war eine Tränke für Tiere. Hier ruhten die Wölfe. Sie lagen träge in der Sonne und schienen zu schlafen.  Fliegen kreisten um ihre Ohren die sie mit kleinen Bewegungen versuchten zu verscheuchen.   Mein Blick wanderte weiter und fiel auf einen hohen aus dicken Stämmen gebauten Aussichtsturm. Er war nicht sehr breit, mehr als ein kleiner Unterstand war auf ihm nicht zu sehen. Nach oben führten keine Treppen, nur ein breiter Steg .Wie eine Wendeltreppe war er um die Stützpfeiler herum errichtet worden. Als Handlauf diente ein dickes Seil, welches in Abständen um Bretter gewickelt war. Diese Konstruktion sollte vermutlich als Halt dienen. Man hätte mir schon viel Geld anbieten müssen, damit ich dort hinauf gestiegen wäre.
Um das alles herum zog sich ein hoher Palisadenzaun, hier und da konnte man durch kleine Löcher nach draußen spähen . Ein gutes Stück von mir entfernt war ein Tor mit einem breiten Holzriegel in die Absperrung eingelassen. Selbst wenn ich es geschafft hätte mich zu befreien und zu diesem Tor gerannt wäre. Wäre meine Flucht an dem breiten mit Metall verstärkten Riegel ,der vor den Türen lag gescheitert. Den Stamm den sie dafür genommen hatten war so breit wie mein Oberschenkel und sicherlich doppelt so schwer wie ich. Auch mit einer Waffe am Kopf hätte ich den niemals bewegen können. Ein breiter Trampelpfad führte von dort wieder zur Hütte und zu einer Feuerstelle die davor errichtet worden war.
Ein großes Loch, in dem in der Mitte Holz aufgestapelt war. Drumherum wurden mit grob gehauenen Steinen eine Begrenzung gezogen. Ein Metallgestell war in der Mitte aufgebaut und diente vermutlich dazu Essen über dem Feuer zu garen. Dort saßen im Schneidersitz meine 3 Entführer und unterhielten sich. Sie erinnerten mich auf den ersten Blick an Neandertaler. Von ihrer ungesunden dunkelgrünen Hautfarbe mal abgesehen. Ihre Körper waren groß und massiv. Dicke Muskeln bedeckten Arme , Beine ,Brust und reichten hoch bis zu den mit leicht gelblichen Hauern dominierten Gesichtern. Ihre schwarzen Haaren waren mit Lederbändern und Knochen geschmückt. Ihre Augen saßen tief und waren in Relation zum Rest etwas klein. Als Kleidung trugen sie Felle über den Schultern und eine Lederrüstung . An ihren Gürteln baumelten Einhandäxte . Ich glotzte sie unverhohlen an . Kleine Wortfetzen drangen immer mal wieder an mein Ohr . " Sie sprechen meine Sprache, ich kann sie verstehen ! Was sind das für Dinger!? Warum haben sie mich hier her gebracht. Wo ist hier eigentlich, verdammt nochmal?!  " Kurz um : Toto, ich habe das Gefühl, dass wir nicht mehr in Kansas sind.
" Verhalte dich ruhig und mach keinen Aufstand, der Chef ist bald hier. Der weiß, was mit dir zu tun ist ". Rief einer der drei Grünen zu mir herüber.
Mit schriller Stimme sagte ich " Was wollt ihr von mir ? Ich hab euch nichts getan, ich will einfach gehen. Bitte, lasst mich einfach raus, ich werde auch niemandem etwas erzählen"! Sie lachten wieder. Betteln half anscheinend nicht, den Mut einfach los zu rennen hatte ich nicht. Wohin auch? Mir blieb nichts übrig , als gefesselt hier zu warten. Ich dachte an meine Familie, Freunde ,meine Katzen. Würde ich sie wieder sehen? Tränen traten mir in die Augen, ich schluchzte und sank wie ein Häufchen Elend zu Boden. Die Knie nah meinen Körper gezogen , machte ich mich so klein wie möglich . Ich drückte meinen Kopf auf meine Oberschenkel und stumme Tränen rannen mir über die Wangen.
Nach einiger Zeit kam Bewegung in die ganze Szenerie. Ein Horn ertönte und riss mich aus meiner Lethargie. Das Tor wurde geöffnet und 2 weitere Reiter kamen auf Wölfen in das Lager geritten. Ich hob meinen Kopf nur so weit an , dass ich das Absteigen der zwei Neuankömmlinge beobachten konnte. Für mich konnte ich keine großen Unterschiede zwischen diesen Kreaturen ausmachen. Alle trugen sie mehr oder weniger das gleiche , ihre Harre waren dunkel und ihre Statur groß und muskulös. Nach kurzem Hin und Her zwischen den beiden Parteien, löste sich einer aus der Versammlung und kam langsam auf mich zu. Ich hörte seine Schritte näher kommen und schließlich blieb er neben mir stehen. " Was fällt einem Menschen ein in Hordeterriturium herumzuschleichen?" Ich gab keine Antwort. " Ich rede mit dir ! Bist du taub oder dumm ?" Er stieß mich mit seiner Stiefelspitze an , dass war dann doch zu viel. Ich riss meinen Kopf hoch und schaute ihn aus roten und tränennassen Augen  böse an . " Ich bin weder Taub noch Dumm ! Ich habe keinen Schimmer wo ich bin, wer ihr seid oder was ihr von mir wollt! Versteht ihr das nicht?!" Ein kurzer Anflug von Unsicherheit huschte über seine Züge , die aber sofort wieder hart und unfreundlich wurden. Er zog mich auf meine Füße und betrachtete mich.
Anscheinend lief man hier nicht in Jeans, pinken Chucks , einem schwarzen Top und einem kurzen beigen Pulli herum. Man konnte die Fragezeichen förmlich über seinem Kopf kreisen sehen.  Er runzelte die Stirn, lies mich los und fragte etwas leiser " Woher kommst du ? Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der so herumläuft"  
Meine Mutter sagte mir immer wieder, erst denken dann reden.  Leider hat sich das nie ganz durchgesetzt. Also hört ich schon die  patzige Antwort aus meinem Mund kommen " Blitzmerker, was war Ausschlaggebend , die helle Haut ,die blonden Haare ? Keine Knochen in der Frisur ?"  
2 Worte : Instant regret.  
So schnell hatte mich selten wieder der Mut verlassen. Ich machte einen Schritt von ihm weg und haderte der Dinge die nun folgten.  Um seine Mundwinkel spielte für den Bruchteil einer Sekunde ein lächeln, welches ich noch  nicht zu deuten wusste . " Egal woher du kommst, dumm bist du anscheinend schon. Wenn du nicht mal weißt welche Farbe deine Haare haben . " Nach diesem kurzen Austausch von Höflichkeiten , wendete er sich wieder von mir ab und rief zu dem Rest. " Wir bleiben heute Nacht hier, schürt Feuer, macht  etwas zu essen und nehmt ihr die Fesseln ab." Er ging mit langsamen Schritten zur Feuerstelle und lies mich total verdutzt stehen. " Ich bin dumm, weil ich meine Haarfarbe nicht kenne....."  Dieser Satz hallte noch kurz in meinem Kopf nach , als das Seil um meine Handgelenke gelöst wurde. Ich griff mir an den Kopf und fummelte umständlich  an meiner Haarspange herum . Aus ihr lösten sich , nicht wie sonst meine dünnen , leicht spröden blonden Haare. Sonden eine rote , leicht gewellte Mähne fiel auf meine Schultern. Ich nahm eine Strähne und betrachtete sie voller Unglauben. " Warum zur Hölle habe ich rote Haare ??? "  Unschlüssig was ich tun sollte , ging ich ein paar Schritte auf die Hütte zu. Die Grünen schenkten mir wenig Beachtung, vorsichtig setzte ich mich auf eine der großen Holzkisten .
Ich beobachtete sie dabei, wie sie mit Feuerstein und Zunder Glut entfachten. Ein anderer brachte aus der Hütte ein großes Stück Fleisch, spießte es auf und hing es über das Feuer.  Als ich in die Flammen blickte und mein Kopf langsam auf meine Brust sank, merkte ich wie erschöpft ich war. Ich versuchte meine Augen offen zu halten aber, meine Lieder waren schwer wie Blei.
“ Iss”  Ein unsanftes Rütteln an meiner Schulter  weckte mich . Mit einer Schale voller gegrillter Fleischstücke in seiner Hand , stand der vermeidliche Chef vor mir. Ich nahm sie wortlos entgegen und stellte sie neben mich . “ Iss”  Er nahm ein Stück aus der Schale und steckte es sich in den Mund. Schmatzend kaute er darauf herum um es dann demonstrativ hinunter zu schlucken. “ Alles klar, ich habs verstanden . Anscheinend nicht vergiftet” Unwillig fischte ich mit den Fingerspitzen einen Brocken ,des Grillgutes aus dem Tongefäß und steckte es zögern in meinen Mund. Erst kaute ich vorsichtig darauf herum, bis mir der Geschmack vertraute Bilder in den Kopf sendete. Es schmeckte nach Rind, wie ein ungewürztes Stück Steak.  Mit deutlich mehr Mut wanderte auch der Rest des Essens in meinen Magen.  Alles unter den wachsamen Augen meines Kellners. Mit einem knappen Nicken ,gab ich ihm die Schale zurück .  Er trug sie in die Hütte um gleich darauf mit einem dicken Wasserschlauch zurück zu kommen.  Auch diesen hielt er mir entgegen. “ Wenn sie mir etwas hätten tun wollen, dann wäre ich schon längst nicht mehr am Leben. Außerdem ist vergiften doch eher so ein Frauending, die Jungs sehen eher nach der Holzhammermethode aus “ Ohne zögern öffnete ich den Schlauch und trank ihn fast zu Hälfte leer. Was ein bisschen Essen und  etwas zu Trinken ausmachen können.  Für ein paar Augenblicke fühlte ich mich nicht mehr ganz so elend.
Dies schien auch mein Gegenüber zu bemerken und räumte zwei Säcke von der Truhe neben mir und setzte sich hin.  Verunsichert sah ich mich um “ War das jetzt meine Henkersmahlzeit? Was will er noch von mir ?”  Er nahm die Axt von seinem Gürtel und lehnte sie neben die Kiste , Angst durchfuhr mich wieder und ich rückte von ihm ab. “ Ich werde dir nichts tun, du musst keine Angst haben , ich will nur wissen woher du kommst und was du bist “ , sagte er ruhig .  “ Es tut mir leid, wenn ich mich wiederhole, aber ich komme aus einer kleinen Stadt, gehe zur Uni und lebe in einer Wohnung mit meinen beiden Katzen. Mein Name ist Julia und ich weiß wirklich nicht wie ich hier gelandet bin oder was ihr von mir wollt. “ Als diese Worte aus mir heraussprudelten überkam mich wieder das Heimweh und die Sehnsucht nach meinen Liebsten. Ich merkte wie meine Augen wieder nass wurden und wischte die erste Träne schon von meiner Wange . “ Man hat dich mitten im Niemandsland gefunden, dort draußen gibt es außer Skorpionen und Ebern nicht viel. Ich kenne auch keine Stadt die in der Nähe liegt. Warst du alleine unterwegs ohne Reittier und Proviant ? “  Ich schüttelte resigniert den Kopf. “ Ich bin nicht geritten , ich wachte hier auf und weiß nicht wie ich hier her kam. Wie nennt man dieses “ HIER” überhaupt  ?  Und ihr seht auch nicht aus wie Menschen, was seid ihr ? Wenn ich hier schon ausgefragt werde habe ich wohl auch Anspruch auf ein paar Antworten”, setzte ich mit mehr Nachdruck in der Stimme das Gespräch fort. Mein Gegenüber musterte mich und kam dann wohl zu dem Entschluss, das er mir meine Fragen beantworten könnte.
“ Wir sind in Durotar , Land der Horde .Die Tatsache, dass ich so jemanden wie dich noch nie gesehen habe , weder deine Kleidung , noch deine Augen in Kombination mit dem Erscheinungsbild eines Menschen, reicht mir als Bestätigung, dass du nicht von hier bist. Man nennt uns  Orcs und wir reiten unter dem Banner des großen Kriegshäuptligs Thrall . Mich nennt man Ogrimm ”  Die Informationen sickerten langsam in meinen Verstand und formulierten sich zu einer Frage , : “ Könnt ihr mich wieder nach Hause schicken ?” Ich schluckte den Klos in meinem Hals hinunter , nun hatte ich ja die Gewissheit, dass ich so weit fort von daheim war , wie noch nie in meinem Leben. Und das völlig allein unter diesen Wilden.  Ogrimm schüttelte leicht den Kopf und antwortete “ Ich ganz sicher nicht, aber wir bringen dich in die Hauptstadt. Der Kriegshäuptling soll dich sehen und dann wird weiter entschieden”  Erbost sprang ich von der Kiste uns stellte mich fest auf beide Füße vor ihn . “ Was bin ich , ein Versuchskaninchen, eine Jahrmarktsattraktion?! Ich will nach Hause und nicht von jedem begafft werden! “ Mit ausdrucksloser Miene beobachtete Ogrimm meinen kleinen Wutausbruch , was mich nur noch mehr in Rage brachte. Ich ballte meine Hände zu Fäusten , holte aus und boxte ihn mitten auf die Brust.  
Das war eine wirklich dumme Idee, habt ihr schon mal versucht einer  Wand weh zu tun ?  Der Schmerz zuckte durch meinen Arm und ich dachte kurz, ich hätte mir einen oder zwei Finger bei der Aktion gebrochen.  Laut fluchend und meine schmerzende Hand haltend taumelte ich weg von ihm.  Nachdem mir keine Schimpfwörter mehr einfielen und ich mehr sauer auf mich war, wegen dieser Dummheit als auf etwas anderes ,hörte ich hinter mir ein leichtes glucksen. Nein, kein glucksen , es war ein unterdrücktes Lachen.  “ Der Versuch war nicht schlecht, hat fast ein bisschen weh getan”, brachte der Orc gerade so heraus, bevor er erneutes Lachen unterdrücken musste .  Ich blitzte ihn böse an wünschte, ich hätte etwas , was ihm wirklich weh tun könnte. “ Deine Augen verraten deine Gefühle, das ist nie gut, wenn man einen Überraschungsangriff plant , gab er als lapidare Antwort bevor er sich erhob und sich wieder zu den anderen setzte.
In meiner Ehre gekränkt , traurig und wütend setzte ich mich wieder auf die Kiste , zog die Knie unter mein Kinn und hoffte ein wenig schlaf finden zu können.  
Der Morgen kam viel zu schnell und mir taten alle Muskeln in meinem Körper weh. Ich fühlte mich, als wenn jemand aus mir eine  Brezel geformt hätte. Mit steifen Knochen kroch ich von meiner Schlafstätte und schaute mich um . Das Feuer war die Nacht heruntergebrannt und glimmte nur noch ganz schwach . Ein Orc nahm Erde und bedeckte den Rest der Glut damit. Ogrimm stand  bei den Wölfen und prüfte den korrekten Sitz seiner Satteltaschen.
Ich näherte mich ihm, da ich sonst auch nicht wusste was ich tun sollte. “ Guten Morgen “, brachte ich etwas kleinlaut heraus. Er zog mit geübten Bewegungen den Gurt in seiner Hand noch einmal fester und drehte sich dann zu mir .“ Wir brechen gleich auf, du reitest mit mir “, war seine knappe Antwort auf meine Begrüßung und führte den Wolf an mir vorbei . “ Dir auch einen Guten Morgen, wie war denn die Nacht ? Bloß nicht höflich sein, man könnte sich ja weh tun ”, ging es durch meinen Kopf .  
Außer Ogrimm blieben alle anderen Orcs im Lager, er verabschiedete sich knapp und stieg auf den Rücken seines Tieres als wir vor den Toren standen. Fragend sah ich zu ihm Hoch, ich wusste nicht wie ich auf den Wolf aufsteigen sollte . Mit einem seufzen steig es wieder ab und schob mich näher an den mit grauem Fell bedeckten Körper. Bevor ich wusste was mir geschieht, fasste er mich an den Hüften und hob mich auf den Rücken.  Mit geschickten Bewegungen setzte er sich hinter mich und nahm die Zügel auf .  Als der Wolf loslief, griff ich hilfesuchend in sein Fell um wenigstens etwas zu haben, an dem ich mich festhalten konnte. Die Schritte waren kürzer als bei einem Pferd, weshalb ich einige Zeit brauchte um mich an diesen merkwürdigen Rhythmus zu gewöhnen. Als ich nicht mehr so sehr damit Beschäftigt war darauf zu achten, nicht gleich wieder im Dreck zu liegen. Wurde mir auf etwas unangenehme Art bewusst wie eng es doch auf so einem Wolf war.
Ich war noch nie ein Fan von übermäßigen Körperkontakt gewesen, eine Umarmung zur Begrüßung okay, aber kein auf dem Schoß sitzen bei Jungs in der Pubertät oder dem gekuschelt mit einer Freundin. Weshalb dieser Ritt, mit einem Fremden im Rücken für mich alles andere war als angenehm .
Wir durchquerten diese triste Landschaft in einem gemütlichen Gang, sanfte Hügel wechselten sich mit größeren Bergen am Horizont ab. Das Ausbleiben fast jeglicher Vegetation, abgesehen von vereinzelten Kakteen, machte das ganze Unterfangen ziemlich eintönig.  Meine Finger begannen mit einzelnen Strähnen des Fells zu spielen . Wir waren schon eine ganze Zeit unterwegs, als ich bemerkte wie ich zurückgelehnt an Ogrimms Brust , diesen kleinen Ausflug genoss. Da er sich nicht beschwerte , machte ich es mir mehr und mehr bequem . Ich wurde jäh aus meinen Tagträumen gerissen, als am Horizont langsam eine riesige schwarze Silhouette aus Gebäuden und Türmen sich abbildete. “ Wir sind fast da. Ich bringe dich zum Kriegsfürsten und du wirst nur dann sprechen, wenn man dich etwas fragt “, waren seine kurzen Anweisungen .  Meine Hände begannen zu schwitzen und ein ungutes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit, desto näher wir dieser Festung kamen.
Die Außenmauer war aus riesigen Steinquadern errichtet und reichte weit über meinen Kopf in den Himmel. Der Durchgang war so breit, das 2 Wagen nebeneinander hindurch passten. Es herrschte rege Betriebsamkeit . Orks, und kleinere grüne Gestalten mit langen Ohren liefen zwischen Kreaturen die auf Raptoren ritten durch die Passage. Ich staunte Bauklötze und wurde nicht minder angestarrt. Manche blieben stehen und zeigten mit dem Finger auf mich, andere und gafften unverhohlen . Meine Nervosität wuchs. Wir ritten in diese unglaubliche Stadt mit ihrem vollen Marktplatz, Buden aller Art , einem Teich und kleinen Verkäufern die ihre Zelte am Rand aufgeschlagen hatten. Ich versuchte mich so klein und unscheinbar wir möglich zu machen, leider gelang es mir eher schlecht als recht. “ Dir wird niemand etwas tun, du stehst unter meinem Schutz . Die Leute sind nur neugierig, so etwas wie dich hat man hier noch nie gesehen . “ Das beruhigte mich leider gar nicht.
Als wir schließlich vor einer Art kleinen Burg zum halten kamen, merkte ich wie meine Knie langsam weich wurden. Ogrimm half mir herunter und gab einem Orc in  schwarzer Metallrüstung die Zügel in die Hand.
“Komm “. Mit großen Schritten , ging er auf den Eingang zu. Ich versuchte so gut es mir möglich war Schritt zu halten. Ich wurde eingehen von den Wachen links und rechts der Türen gemustert, da ich aber in Begleitung war, schien ich als Bedrohung eher unwahrscheinlich.
Nach einem kurzen Durchgang , fand ich mich in einer Halle mit einigen verteilten Feuerschalen , Bannern an den Wänden und einer Art Thron am Kopf des Raumes wieder.  Ich blieb einige Schritte hinter Ogrimm stehen und beobachtete jede seiner Bewegung, er machte eine kleine Verbeugung und signalisierte mir ich soll dort warten wo ich stand.
In diesem Moment  habe ich mich gefühlt, als wenn ich ohne Hose in die Schule gekommen wäre. Ich schwitzte und ich nestelte verlegen an den Ärmeln meines Pullovers  herum.  Ich fing den Blick des Orks auf dem “Thron” auf . Er war von Statur und Aussehen von den anderen Kaum zu Unterscheiden.  Vielleicht war sein Hautton nicht ganz so dunkel wie Ogrimms, das lies sich bei den schlechten Lichtverhältnissen aber kaum sagen. Er hatte ein glattes eher jugendlich wirkendes Gesicht. Sein Blick wanderte an mir rauf und runter , schließlich forderte er mich mit einem Wink auf näher zu kommen.
Ich stand nun in der Mitte des Saals und haderte der Dinge. “ Mein Name ist Thrall , ich bin der Kriegshäuptling der Horde. Willkommen in Ogrimmar.”, sagte er mit  sanfter Stimme .  “ Mir wurde berichtet du wärst in der Wildnis alleine aufgegriffen worden, wohin wolltest du ?” Ich seufzte leicht und begann meine Geschichte von neuem zu erzählen.  Thrall hörte mir geduldig zu und stellte einige kleine Zwischenfragen, ich berichtete ihm alles , bis zu dem Moment wo wir in Ogrimmar ankamen. Als ich mit meinen Ausführung fertig war, nickte er kurz , gab Anweisungen für mich ein Zimmer herrichten zu lassen und mir etwas zu Essen bringen zu lassen.  “ Ich werde nach einem alten Freund schicken lassen, vielleicht kann er uns weiter helfen. Wir Orcs kamen ursprünglich auch nicht aus Azeroth. Also wissen wir, das Reisen durch Raum und Zeit durchaus möglich sind . “  Als ich das hörte , atmete ich hörbar erleichtert aus. “ Es gibt also eine Möglichkeit, wie ich wieder nach Hause kann! “  Nach einer knappen Verbeugung folgte ich Ogrimm hinaus. Er führte mich durch kleine Straßen zu einem großen und einladend aussehenden Haus. Davor waren schon zwei Orcwachen postiert und grüßen ihn mit einem Faustschlag auf die Brust.
“ Ich werde dir dein Zimmer zeigen, du darfst dich im ganzen Haus umsehen. Aber es ist dir nicht gestattet alleine durch oder aus Ogrimmar hinaus zu gehen.” “ Also bin ich doch so etwas wie eine Gefangene , nur mit einem schöneren Bett” , ging es mir durch den Kopf. Ich nickte leicht, zum Zeichen, dass ich es verstanden hatte und lies ihn mir mein Zimmer zeigen.
Es war ein schöner großer heller Raum, das Bett stand an einem Fenster und war groß genug für drei Personen. An der rechten Wand, stand eine kleine Kommode mit einem Waschtisch . An den Fenstern Hingen rote schwere Vorhänge , die tagsüber zurückgezogen waren.  
“ Der Teich zum Baden ist hinter dem Haus, ich lasse dir etwas zu essen und andere Kleidung bringen.
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