Sirius Aufopferung

von JoeBestan
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
14.05.2017
14.05.2017
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„Das ist nicht wahr. Sag, dass das nicht wahr ist, Sirius! Warum hast du das getan?

Ungläubig starrte Remus Lupin auf den mit Narben übersäten Arm seines Freundes und atmete dabei schwer. Sirius Black zog den Ärmel seines Hemdes wieder über die Narben und blickte ihn so verständnisvoll an, dass es dem jungen Werwolf innerlich schmerzte.

„Ich habe es für dich getan, mein Freund.“, sagte Sirius sanft.

„Ja, aber warum?“, fragte Remus einen seiner besten Freunde und sah ihn verzweifelt an.

„Ich konnte es nicht mehr ertragen, dich so einsam zu sehen“, fing Sirius an zu erklären, „ Klar, wir waren in diesen Vollmondnächten immer bei dir, doch als Werwolf warst du trotzdem allein. Das war der Grund, warum ich mich von dir habe beißen lassen. Jetzt gibt es zwei Werwölfe, statt nur einen, der unglücklich und einsam ist.“
Sirius bedachte Remus mit einem warmen Lächeln, doch er nahm es nicht wahr. Gedankenverloren starrte er stattdessen den Boden vor ihm an. Remus Lupin musste das alles erst einmal verarbeiten.

Niemals im Leben hatte er davon gehört, das sich jemand aus freien Willen dazu entschieden hatte sich mit Lykantrophie zu infizieren. Remus Lupin war schon froh Freunde zu haben, die trotz seiner „Behinderung“ zu ihm standen. Doch Sirius Black hatte es getan. Freiwillig. Er war nun ein Werwolf, genau wie Remus. Und genauso ein Ausgestoßener.
„Mann wird dich nicht mehr in der Gesellschaft akzeptieren.“, gab Remus zu bedenken. Bestürzt sah er den Schwarzhaarigen an. Die Reaktion die jetzt kam überraschte Remus Lupin sehr.

Sirius Black lachte.

„Was gibt es da zu lachen?!“, schrie er sauer, „Das ist nicht lustig, Sirius!“
Der Angeschriene hörte schlagartig auf mit Lachen und schaute den jungen Werwolf verdutzt an.
Dann lächelte Sirius Black Remus Lupin erneut an und legte seine Hände auf seine Schultern.
Dabei sah er ihm tief in seine aschgrauen Augen, die ihn verständnislos entgegenblickten und sprach:
„Weißt du, Remus mein Freund, ein Ausgestoßener bin ich schon längst. Meine Familie hat bis heute nicht akzeptiert, dass ich mich mit Leuten wie euch abgebe. Sie haben gesagt ich solle die Reinheit der Familie bewahren und euch verachten, doch ich konnte es nicht. Zur Strafe dass ich anders dachte als sie, misshandelten sie mich. Das ist für mich schlimmer, als die monatliche Verwandlung in einen Werwolf.“

Es herrschte Stille.

Ungläubig starrte Remus Lupin Sirius an. Der junge Black sah, wie die Tränen in den Augen seines Gegenübers schimmerten und dann langsam das Gesicht hinab liefen. Zuerst stumm, fing der junge Werwolf dann laut an zu weinen und hielt sich die Hände vors Gesicht. Geschockt sah Sirius ihn an, sichtlich überfordert mit der Hilflosigkeit seines Freundes. Er wusste nicht so recht, was er machen sollte, doch dann fiel ihm etwas ein. Ohne ein Wort zu sagen ging er zu Remus umarmte ihm. Der junge Black spürte den bebenden Körper in seinen Armen und hörte jeden Schluchzer seines Freundes.
„Tsch, Tsch, ist ja gut Remus“, sagte Sirius leise, „Ich bin ja bei dir. Jetzt bist du nicht mehr allein.“
Bei diesen Worten biss der Schwarzhaarige sich auf die Unterlippe und versuchte nicht auch noch zu weinen, was ihm sichtlich schwerfiel.

So standen sie beide im Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Beruhigend tätschelte Sirius dem jungen Werwolf über den Rücken, der sich langsam wieder beruhigte.
Dann sah Remus verlegen zu seinem Freund auf. Man sah ihm an, dass ihm der Gefühlsausbruch peinlich war, doch Sirius blickte ihn nur verständnisvoll an. Plötzlich umarmte der junge Werwolf ihm und flüsterte: „Ich danke dir.“

Sirius Black lächelte und hielt seinen Freund eine Armlänge von sich. Er sah den Grauäugigen tief in die Augen und sagte:

„Nicht dafür Remus, mein Freund.

Nicht dafür“
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