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Roter Schmetterling

von Hyouka
GeschichteDrama, Mystery / P16 / Het
Akashi Seijūro Mibuchi Reo OC (Own Character)
14.05.2017
07.10.2018
25
74.769
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03.08.2017 3.269
 
Der darauffolgende Tag war nicht unbedingt schön für die sechszehnjährige Kisaki und schon gar nicht für ihr Gewissen. Die Sache die ihre ältere Schwester Marika am Vortag getan hatte, war wirklich nicht so toll gewesen. Schon als sie am Morgen in die Schule kam, schluckte sie. Fast schon wie blind war sie fast in Akashi reingerannt, hatte aber vor ihm noch gestoppt und war schnell weitergegangen. Bevor sie gemeinsam mit Marika ins Klassenzimmer ging, schaute Kisaki ernst zu ihr und fragte sie recht offen.
„Wirst du aufhören, wenn ich mit ihm rede? Dann sollte die Sache doch so gut wie erledigt sein und ich habe meine Ruhe.“, fragte Kisaki leise und ihre Schwester kicherte vor sich hin.
„Vielleicht? Wenn du mit ihm redest und ehrlich bist, wird er dir sicher zu hören und eine richtige Antwort geben. Dann sind wir schon ein ganzes Stück weiter, findest du nicht.“
Kisaki grummelte nur irgendwas in sich hinein und öffnete die Tür des Klassenzimmers vor sich. Als sie den Raum betraten, wurde es schlagartig leise. Für einen Moment glaubte die Jüngere, der Blick wäre auf sie gerichtet. Allerdings schaute jeder an ihr vorbei und direkt zu Marika. Das merkwürdige Grinsen, das sie in letzter Zeit zeigte war zu sehen und diese ging zu ihrem Tisch. Der jüngere Zwilling lief ihrer älteren Schwester nur hinterher und setzte sich ebenfalls, stellte sich alles zu Recht und packte ihre Sachen aus. Ihre Schwester die vor ihr saß rührte sich jedoch nicht. Normalerweise würde diese genau das Gleiche tun, doch sie stand nur da und stellte nun ihre Tasche ab.
„Sagt mal … wer von euch war das?“, rief sie auf einmal sehr klar und laut, während die Spannung im Raum noch schlimmer wurde. Marika drehte sich schließlich zu allen anderen, aber Kisaki konnte nicht erkennen was sie meinte. Eine ihrer Hände war auf den Tisch gelehnt und Marika stand noch immer so davor, dass Kisaki nicht erkennen konnte.
„Na kommt schon, niemand? Seid ihr wirklich solche Feiglinge?“, fragte sie mit einem gelangweilten Unterton in der Stimme und während sie einen Schritt weiter tat, konnte Kisaki sehen was gemeint war. Auf ihrem Tisch waren Beleidigungen gekritzelt und geritzt worden. So viele, dass Kisaki sie nicht richtig lesen konnte. Allgemein waren diese sehr verschmiert, was es noch ein wenig schwieriger machte diese zu entziffern.

Was Marika normalerweise getan hätte, wenn so etwas passiert wäre? Kisaki wusste es tatsächlich nicht so genau, da sie sich sonst nicht solche Dinge erlaubte. Ursprünglich hatte sie nie ein Problem mit den anderen gehabt, aber seit dem vorherigen Tag schien jeder und alles sie merkwürdig zu finden.
„Und das ist der Unterschied zwischen euch und mir. Ihr seid nur hässliche, kleine Maden die sich nichts trauen. Ich habe mich etwas getraut, dass ihr niemals zu Stande bekommen würdet. Warum? Weil ihr euch lieber feige zurückzieht und euch über den Mut anderer lustig machen wollt. Die Dinge, die hier geschrieben stehen sind nur ein Beweis dafür. Jeder einzelne von euch ist so, das weiß ich.“
Für einen Moment hatte Kisaki geglaubt, Marika würde nun völlig durchdrehen. Aber sie wurde gleich wieder ruhig und setzte sich. Ihre Mitschüler wirkten verängstigt und sagten selbst kein Wort dazu. In diesem Moment ging die Tür auf und Akashi trat ein. Augenblicklich wurde es gleich wieder normaler und alle redeten so wie immer miteinander. Er richtete den Blick nicht auf, bis er an seinem Tisch angekommen war. Sein Blick fiel schließlich kurz zu Marika, die ihn angrinste. Wie er darauf reagierte, konnte Kisaki nicht erkennen. Schließlich war sein Blick wieder nach vorn zur Tafel gerichtet und die Schulglocke läutete zur Stunde.
Diese ganze Situation war dennoch völlig unangenehm für Kisaki. Natürlich gab sie Akashi keine Schuld, immerhin war Marika diejenige gewesen die diesen Kram verzapft hatte. Niemand konnte damit rechnen, dass die Reaktion ihrer Mitschüler gleich so extrem sein würde. Am Vortag hatten sie noch mit Marika gelacht, weil ihr die Uniform so gut stand und jetzt hassten sie diese auf einmal. Es passte so gar nicht in das Bild, das Kisaki von ihrer Schwester hatte.
Aus diesem Grund beschloss sie, etwas für ihre Schwester zu tun. Natürlich war es Marikas Fehler gewesen und es war ganz allein Akashis Entscheidung, ob er ihr das so durchgehen ließ oder nicht. Ärger hatte Marika deswegen schon genug bekommen und in Kisakis Sicht war das eigentlich schon ausreichend. Nur ob es auch bei ihr im Kopf angekommen war und das Letzte war das sie tat, war noch eine ganz andere Sache. Kisaki zweifelte daran, dass sich Marika bei ihm entschuldigt hatte. Ob auch noch andere Jungen sie gesehen hatten, war ebenfalls noch eine Frage für sich. Zumindest hatte Kisaki nur Mädchen darüber reden hören, den Jungen schien das wohl relativ egal zu sein.  Mit stetigem Blick beobachtete Kisaki also die Uhr, die in ihrem Zimmer hing. Es musste ja nicht direkt in der ersten Pause sein, aber zumindest noch vor der Mittagspause. Wenn es wirklich schief ging, konnte sie sich da noch verziehen und so tun, als wenn sie nie etwas gesagt hatte. Ob ihre Mitschüler dann wieder ganz normal mit Marika reden würden? Zumindest Akashi würde Marika danach nicht mehr allzu sehr in negativer Erinnerung haben, aber dafür musste Kisakis Vorhaben erst mal funktionieren. So ging sie schließlich in der letzten Pause vor der großen Mittagspause zu Akashis Tisch und wartete noch einen kurzen Moment zwei Tische dahinter, ob sie es wirklich tun sollte. Ihr Zögern war deutlich bemerkbar. Sie zitterte ein wenig und hatte Angst vor dem, was kommen könnte. Doch so hatte sie ein wenig mehr Ruhe und es würde bestimmt einiges besser machen.

Nein, sie musste da durch. Nun war sie schon so weit, also durfte sie nicht kurz vor dem Ziel zögern. Kisaki musste ihn einfach nur vorsichtig ansprechen und darauf hoffen, dass es gut ging.
„Akashi-san? Hast du vielleicht kurz Zeit? Ich würde gern kurz mit dir reden.“, sprach sie und der Raum wurde gleich ein wenig leiser, weil sie eben die Schwester der Übeltäterin von gestern war. Akashi schaute ein wenig überrascht drein, schien aber recht normal gelaunt zu sein.
„Ja?“
Sie merkte schon selbst, wie sie rot anlief und allmählich die Wörter verlor, die sie eigentlich sagen wollte. Von den hinteren Plätzen konnte sie nur Marika erkennen, die fies grinsend zu ihr sah und wartete. Darauf, dass sie ehrlich war und es sagte. Lang konnte Kisaki sich nicht auf seine Augen konzentrieren, weshalb sie ihn langsam hoch auf die Augenbrauen schaute und so tat, als würde sie ihn noch direkt anschauen.
„Ich möchte mich wegen der Sache von gestern entschuldigen. Meine Schwester hat ziemlichen Unfug angestellt und ich hoffe, du kannst Marika das noch irgendwie verzeihen. Ich weiß, dass sie gern solchen Quatsch macht und bisher nicht wirklich die Chance dazu hatte. Trotzdem … bitte ich dich einfach darum.“
Kisaki hatte schon vorgehabt, sich zu verbeugen um noch weiter für Marika gerade zu stehen. Allerdings winkte Akashi nur leicht ab und ein Lächeln war auf seinen Gesicht zu erkennen.
„Schon gut, Nosaki-san. Du musst dich nicht dafür entschuldigen, es ist immerhin nicht deine Schuld. Mach dir keine Gedanken, es ist alles in Ordnung.“
Es war ein wenig so, als würde ihr ein Stein vom Herzen fallen. Das war eigentlich alles, was Kisaki wirklich sagen wollte. Etwas anderes hatte sie nicht vorgehabt, aber Marikas Enttäuschung war natürlich deutlich erkennbar. Als Kisaki zu ihrem Tisch zurückkehrte, schaute sie schließlich weg und schien sich nicht mehr für die Sache zu interessieren.
Als sie Marika schließlich während der Mittagspause ansprach, reagierte diese nur abweisend.
„Du wirkst irgendwie verärgert. Was ist denn los?“, fragte Kisaki und Marika schaute auf, schien aber nicht sonderlich erfreut zu sein.
„Das fragst du noch? Nichts als eine pure Enttäuschung war das, was du in der letzten Pause abgeliefert hast. Kriegst du auch weiche Knie, wenn er dich von sich aus anspricht? Wie erbärmlich.“

Daraufhin hatte sich Marika nur umgedreht und ging. Kisaki folgte ihr nicht und ging stattdessen an den einzigen Ort, an dem sie normalerweise immer ging – die Bibliothek. Warum sollte sie deswegen auch ihren normalen Alltag ändern? Sie hatte doch eigentlich nichts falsch gemacht, also warum war Marika so verärgert? Schließlich war Kisaki nur froh darüber, dass sie in der Bibliothek war und nicht raus musste. Draußen regnete es in Strömen und das kam ihr eigentlich ganz gut. Dann würde das Training vom Laufteam wahrscheinlich ausfallen, da sie die letzten Tage eigentlich genug trainiert hatten und sich einmal eine Pause gönnen konnten. Sie suchte alle Regale ab und schaute, ob sie etwas finden konnte. Etwas, dass sie den Streit mit Kisaki vergessen ließ. Normalerweise hatte es immer geklappt sich etwas zu schnappen und dann einfach zu lesen. Dann kam sie sicher auf ganz andere Gedanken. Als sie sich schließlich etwas aus den hinteren Regalen geholt hatte und am Tisch saß, schlug sie die erste Seite auf und versuchte zu lesen. Doch irgendetwas hielt sie davon ab, egal wie sehr sie sich auf die Seiten konzentrierte. Diese Gedanken, die Erinnerungen daran wollten einfach nicht verschwinden. Irgendwie musste sie sich doch ablenken können, wenn es eben mit anderen Mitteln war. Mehr Konzentration, mehr Fokus auf das Buch vor ihr. Sie wollte diesen Dingen wenigstens einmal entfliehen können und nicht ständig von ihren Träumen oder Gedanken daran erinnert werden. Bei all den Konzentrationsschwierigkeiten bemerkte sie gar nicht, wie sich jemand vor sie setzte und genau beobachtete. Ihr Kopf war nach wie vor gesenkt und fixiert.
„Saki-chan? Ist irgendwas passiert?“, konnte sie schließlich hören und Kisaki erkannte die Stimme. Mibuchi wirkte so besorgt und mitfühlend, dass es ihr schon fast leid tat so bedrückt dazu sitzen.
„… hm?“, reagierte Kisaki nur leicht und Mibuchi wirkte umso besorgter.
„Du hast Tränen im Gesicht, Saki-chan. Was ist passiert, kann ich dir irgendwie helfen? Hat dir irgendwer wehgetan?“
Diese Fragen überforderten Kisaki ein wenig, da sie ihre Tränen tatsächlich nicht selbst bemerkt hatte. Ihr Blick fiel auf die Seite unter sich, auf der aber keine Tränen gelandet waren. Zum Glück, war nur einer ihrer nächsten Gedanken. Solang konnte sie anscheinend noch nicht weinen, bei all dem Frust und den Gedanken war es ihr einfach nicht selbst aufgefallen. Wann sie das letzte Mal so richtig geweint hatte, wusste sie sowieso nicht mehr. Ihre Nase fing langsam an zu laufen und es war ein unangenehmes Gefühl vor jemandem zu weinen, den sie noch nicht so lang kannte. Natürlich war Mibuchi ein sehr netter Kerl, aber ein wenig peinlich war ihr das schon.
„Ich weiß nicht genau. Eigentlich weiß ich im Moment so überhaupt nicht, was los ist. Das ist wohl der springende Punkt, schätze ich mal. Ich hab dir ja erzählt, dass sich Marika seit einiger Zeit merkwürdig benimmt. Gestern ist es so weit gekommen, dass sie als Junge verkleidet in die Schule kam und alle Mädchen das lustig fanden. Es wäre auch lustig gewesen, wenn es dabei geblieben wäre. Marika ist während des Sportunterrichts in der Jungenumkleide verschwunden und hat versucht, Akashi beim Umziehen zu beobachten. Natürlich hat er sich das nicht gefallen lassen und hat sie rausgeschmissen, worauf die Lehrer Wind davon bekommen haben. Sie wurde völlig zu Recht ausgeschimpft und ich kann auch ein wenig verstehen, dass die anderen Mädchen deswegen verärgert waren. Nur kamen wir heute Morgen in die Schule und die Mädchen haben wohl ein echtes Hassobjekt in Marika gefunden, deswegen. Ihr ganzer Tisch war beschmiert und vollgeritzt mit Beleidigungen. Daraufhin hat Marika alle angeschrien, gefragt wer es war und angefangen sie als hässliche Maden zu bezeichnen. Danach hat sich niemand mehr mit ihr anlegen wollen, weil alle verängstigt von ihr waren. Ich hab mich einfach wegen der Sache unwohl gefühlt und wollte danach mit Akashi-san reden, der in dem Moment nicht im Klassenraum gewesen war. Schließlich bin ich zu Akashi-san gegangen und habe mich für Marika entschuldigt, weil ihr Verhalten einfach lächerlich war. Er meinte, es sei alles in Ordnung und nicht meine Schuld. Trotzdem ist Marika nun total sauer auf mich und ich verstehe nicht warum. Ich weiß, dass sie Akashi-san mag und … ich weiß auch nicht. Das habe ich doch gar nicht böse gemeint, aber sie hat mich total wütend angesehen und gemeint, sie wäre enttäuscht von mir und findet mich erbärmlich. Es ist einfach so …“

Doch an dieser Stelle schaffte es Kisaki nicht, weiterzusprechen. Sie schluchzte nur noch und die Tränen wollten kaum aufhören. Mibuchi war in der Zwischenzeit aufgestanden und saß neben ihr, reichte ihr ein Taschentuch. Kisaki nahm dies dankend an und schniefte, während Mibuchi verständnisvoll seine Hand auf ihre Schulter gelegt hatte.
„Jetzt verstehe ich auch, warum Sei-chan gestern so gereizt war. Ich hab ihn erst gefragt, aber er wollte mir keine richtige Antwort geben. Es ist mit deiner Schwester im Moment sicher schwer, oder? Du hast es nur gut gemeint und sie hat es falsch verstanden, dass ist alles. Weißt du, Saki-chan … du kannst für diese Situation am allerwenigsten etwas und vielleicht ergibt sich das alles irgendwie. Lass nur nicht den Kopf hängen, so ein trauriges Gesicht steht dir wirklich nicht. Du warst gestern so begeistert, als du mir so viel erzählt hast und mir einfach nur geredet haben. Von so etwas musst du dich nicht herunterziehen lassen, es ist immerhin ihr Problem und nicht deines. Ich denke, Sei-chan wird das auch verstanden haben. Sollte noch irgendwas passieren, kannst du auf jeden Fall zu mir kommen und mir davon erzählen. Jetzt im Moment ist sie vielleicht noch sauer, aber das wird schon wieder. Beruhig dich erst einmal, ja?“
Irgendwie war Mibuchi in diesem Moment mehr Schwester für sie, als Marika es in den letzten Tagen gewesen war. Seine verständnisvolle und schon fast mütterliche Art war für Kisaki wirklich hilfreich und sie fühlte sich gleich ein wenig besser. Nach ein paar Minuten redete sie noch ein wenig durch die Nase, schien aber halbwegs beruhigt worden zu sein.
„Ist es schon ein wenig besser, Saki-chan?“, fragte Mibuchi schließlich und sie nickte.
„Vielen Dank, Reo-nee. Ich bin so froh, dass mir deswegen zugehört hast und mich verstehst. Vielleicht wird es ja wirklich wieder, wer weiß …“, sprach Kisaki zuversichtlich. Die Pause neigte sich allmählich dem Ende hin, doch Mibuchi blieb noch so lang und kramte schließlich noch zur Aufmunterung etwas aus der Tasche.
„Ich hab da noch etwas Kleines für dich, Saki-chan. Als kleine Aufmunterung, damit es dir ein bisschen besser geht. Bei dem Regen da draußen will ich schließlich nicht, dass du völlig bedrückt zurück in den Unterricht gehst.“, sprach er erklärend und drückte Kisaki eine kleine Bentobox in die Hand.
„A-Aber das kann ich nicht annehmen. Du brauchst doch schließlich selbst etwas zu essen.“, sprach Kisaki und Mibuchi lachte.
„Nein, deswegen mach dir mal keine Gedanken. Das sind Süßigkeiten schau sie dir mal an. Gib mir die Box einfach morgen wieder, das ist schon in Ordnung. Ich wollte sie eigentlich Sei-chan und den andere mitbringen, aber ich kann dich doch nicht einfach so hängen lassen, Saki-chan.“
Ihr war bei dem Anblick dieses total niedlichen Süßkrams fast schon nochmal zum Heulen zu mute, aber eher vor Freude und Dankbarkeit, als vor Traurigkeit.
„Ich bring sie dir auf jeden Fall wieder, Reo-nee. Wo hast du die eigentlich her?“, fragte Kisaki schließlich und seine Antwort überraschte sie umso mehr.
„Die hab ich selbst gemacht.“
„Oh mein Gott, deine Teamkameraden müssen dich echt gern haben, oder?“
Auf diese Frage antwortete Mibuchi nicht wirklich, er lachte nur. Ihm bereite es schließlich Freude, dass er eine Mitschülerin aufmuntern konnte. Das Idealbild einer perfekten großen Schwester rundete sich für Kisaki mit Mibuchi immer mehr ab und noch netter konnte er echt nicht mehr werden.

Der Rest des Schultages war zumindest gerettet und trotz des Ausfalls des Schulclubs war Kisaki guter Dinge und ging beruhigt nach Hause. Ihre Schwester traf sie auf dem Heimweg allerdings nicht, auch nicht in dem Kiosk der gegenüber von der Rakuzan Oberschule war. Ihren Regenschirm hatte Kisaki immerhin nicht mitgenommen und bei dem strömenden Regen wollte sie auch nicht nass werden. Der Weg nach Hause gestaltete sich sehr ruhig und Kisaki ahnte auch nichts Böses, als sie nach Hause kam und die Tür aufmachte.
„Ich bin wieder daheim.“, rief Kisaki, doch niemand antwortete. Sie ging in die Küche und las dort eine Notiz ihrer Mutter. Diese war noch unterwegs etwas besorgen, der Vater der Zwillinge kam meist erst gegen abends von der Arbeit und diesen erwartete Kisaki auch nicht. Sie machte sich ein wenig Essen in der Mikrowelle warm und ging damit auf ihr Zimmer, doch Marika schien entweder draußen zu sein oder im anderen Zimmer zu schlafen. So genau wollte es Kisaki auch nicht wissen, immerhin war Marika verdammt wütend auf sie gewesen. Während die Jüngere also in Ruhe ihr Essen in sich hinein schob, öffnete sich hinter ihr die Tür und Marika beobachtete ihre kleine Schwester.
„Du verstehst mich also wirklich nicht, oder? Erst machst du dich so vor den anderen über mich lustig und dann verbündest du dich noch mit dem Feind? Wie weit willst du bitte noch sinken, Kisaki?“
In Marikas Stimme war noch immer völlige Enttäuschung zu hören und Kisaki drehte sich um. Nun war sie sichtlich verärgert und das, obwohl sie so gut runtergekommen war.
„Warum sollte ich mich über dich lustig gemacht haben? Ich habe mich nur an deiner Stelle bei Akashi-san entschuldigt. Du hast dich doch bestimmt nicht bei ihm entschuldigt, für das was du getan hast. Du sprichst davon, dass du enttäuscht bist. Aber hast du dich auch einmal in meine Lage versetzt? Was heißt außerdem dieses, mit dem Feind verbünden? Du hast doch nur gesehen, wie ich mit Mibuchi-senpai zurückgegangen bin, oder nicht? Siehst du ihn etwa schon als Feind, weil er jeden Tag mit Akashi-san zu tun hat oder was? Nur weil er dir nicht in dein Bild pa-“
Doch Marika unterbrach ihre Schwester und seufzte.
„Ich glaub, du hast echt Tomaten auf den Augen, Kisaki. Mibuchi-senpai steht doch eindeutig auf Akashi-san, also ist er dein potenzieller Rivale. Warum also mit ihm rumhängen, wenn er dir dein Ziel wegnehmen kann? Du bist nichts als eine Enttäuschung, wenn du glaubst, mit solchen Aktionen vor deinem eigentlichen Ziel wegzulaufen. Ich dachte eigentlich nicht, dass du so feige wie die anderen bist. Aber so muss ich halt selbst Initiative ergreifen, was solls.“

Das was sie da redete, machte für Kisaki gar keinen Sinn. Sie wurde in diesem Moment nur noch wütender und warf ihr das an den Kopf, was ihr schon die ganze Zeit im Kopf rumschwirrte.
„Mibuchi-senpai ist im Moment eine bessere Schwester für mich, als du es in der letzten Zeit warst. Ich hab keine Lust auf deine komischen Spielchen, wie oft noch? Wenn du irgendwas vorhast, dann mach es doch einfach. Ich wollte mich nur an deiner Stelle für dich entschuldigen, aber du erkennst anscheinend auch nicht mehr wer sich um dich sorgt und wer nicht. Wenn du so dringend allein sein willst, bitte. Ich stör dich nicht dabei, wie dich die anderen hassen.“, sprach Kisaki empört, ging mit ihrem Essen aus dem Zimmer und ließ Marika allein zurück.
„Pah, alles nur Idioten. Und du bist eine von ihnen, Schwesterchen.“, sprach Marika schließlich nur und ging zurück in das Schlafzimmer der beiden. Die beiden sprachen darauf eine ganze Weile nicht mehr richtig miteinander und das sollte auch so seine Folgen haben.
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Der letzte Satz von Kisaki ist so merkwürdig, dass ich lachen musste, nach dem ich ihn geschrieben habe. Man liest so wenig mit ihm, dass ich unbedingt was mit ihm machen wollte. Bisher ist es auch noch immer verhältnismäßig wenig Akashi, aber das kommt schon noch. xD
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