Die Reise

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Gestaltwandler Zwerge
13.05.2017
14.10.2019
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Kapitel 11 ~ Prorochitsa

Célia hielt den Atem an und horchte in die Dunkelheit. Die Stimme eben, das hatte sie sich nicht eingebildet, oder? Sie kniff die Augen zusammen und spähte in die Richtung, aus der das Flüstern erklungen war. Wenn sie nicht alles täuschte, zeichnete sich dort tatsächlich der verwaschene Umriss eines Zentauren vor der Finsternis des Waldes ab.
Menschlinge. Hört ihr mich?“ Dieses Mal war sich Célia sicher, dass die Worte, gesprochen in Menschensprache und kaum lauter als ein Blätterrascheln, nicht in ihrem Kopf entstanden waren. Die verhüllte Gestalt schien durchaus echt zu sein. Auch Jacob schwieg und schien zu lauschen. „Wer ist da?“, wisperte Célia.  
„Hier drüben“, flüsterte der Schemen zurück. Célia zögerte. Warum sollte der Zentaur ihnen helfen? Was, wenn es sich um eine Falle handelte? Andererseits, was hatten sie schon zu verlieren? Ein wenig mühsam richtete sie sich auf und rutschte auf den Knien zum Rand des Käfigs.
„Célia! Was machst du da?“, zischte Jacob. Der Zentaur hatte inzwischen die Kapuze des Umhangs, der sowohl Pferde- als auch Menschenkörper verhüllte, ein Stück zurückgeschlagen,  sodass Célia sein Gesicht erkennen konnte. Es war die weiße Stute, die ihnen anfangs hatte helfen wollen! Sie griff in das Käfiggitter und wie durch Zauberhand formte sich vor Célias Augen eine Tür, die lautlos aufschwang.  
„Schnell, bevor jemand etwas bemerkt.“ Die Stimme der Zentaurin war leise wie ein Windhauch.  
„Warte! Was, wenn das eine Falle ist?“, warf Jacob ein, der immer noch in der Mitte des Käfigs lag. Célia schüttelte den Kopf. „Haben wir irgendeine andere Option?“ Sie begann, aus dem Käfig zu steigen, denn dies war ihre einzige Chance, zu entkommen.
„Beeilt euch“, flüsterte die Zentaurin, „wir haben nicht mehr viel Zeit. Bei Sonnenaufgang sollt ihr verurteilt werden, bis dahin bleiben euch nur noch wenige Stunden.“ Jetzt machte auch Jacob Anstalten, auf die Füße zu kommen, sank jedoch bei dem Versuch sich aufzurichten stöhnend zurück auf den Boden.
„Jacob?“ Augenblicklich stieg Célia zurück in den Käfig, doch die Zentaurin hielt sie am Arm zurück. „Warte. Deine Fesseln“ Mit einem einzigen Griff nach den Seilen um Célias Handgelenken, fielen diese so locker ab, als wären sie gar nicht zugeknotet gewesen. Verwundert und etwas steif rieb sie sich die schmerzenden, aufgescheuerten Stellen, drehte ihre rechte Hand vor ihrem Gesicht hin und her. Im schummrigen Licht war eine dunkle, rote Linie zu erkennen und erst jetzt fiel Célia auf, das ihr das Blut alle Finger hinunter gelaufen war. Plötzlich wurde sie von hinten angestupst. „Mach schnell. Ich kann nicht mit in den Käfig.“
Ich sollte mich nicht von derlei Nichtigkeiten ablenken lassen, schalt sie sich und eilte zu Jacob hinüber. Vorsichtig half sie ihm, sich aufzusetzen und musterte ihn besorgt. Dass er kalkweiß im Gesicht war konnte sie sogar trotz mangelndem Licht erkennen.
„Geht es?“
„Mhm“, presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Es kostete sie all ihre Kraft, ihn auf die Füße zu ziehen.
„Ok, los. Es sind nur drei Schritte“, keuchte Célia und setzte sich in Bewegung. Sie zog Jacob wie eine leblose Puppe durch den Käfig, auf den Ausgang zu – mit dem Unterschied, dass er wesentlich mehr wog, als besagtes Kinderspielzeug. Sobald sie die Tür erreicht hatten, konnte die Zentaurin durch die Öffnung greifen und ihm hindurchhelfen. Zum Glück, denn Célias Schultern brannten inzwischen vor Anstrengung. Nicht, ohne einen prüfenden Blick Richtung Lager zu werfen, legte sich die Zentaurin schließlich vor ihnen nieder.
„Klettert auf meinen Rücken, unter die Decke. So wird euch niemand sehen“, wies sie die beiden an.
Schnell half Célia Jacob hinauf und kletterte dann selbst hinterher, wobei sie sich fragte, ob es sich bei der Decke um eine Art Tarnumhang handelte. Denn selbst, wenn sie flach lagen, bezweifelte sie, dass die anderen Zentauren so blind waren, sie nicht zu bemerken.
Trockene Blätter raschelten unter den Hufen der Zentaurin, die am Waldrand um das Lager herumschritt. Währenddessen begann es in Célias Kopf, am weiteren Fluchtplan zu arbeiten. Selbst, wenn sie nun aus dem Käfig gerettet waren – wie sollten sie aus dem Lager entkommen? Ihre Pferde waren weg und ohnehin würde es Jacob in seinem Zustand keine zwei Meter weit schaffen.
Nach einiger Zeit verwandelten sich die Geräusche des Waldbodens in ein dumpfes, gleichmäßiges Klopfen. Die Zentaurin schien jetzt ins Lager hinein zu laufen. Célias Herzschlag beschleunigte sich. Die Gefahr entdeckt zu werden hatte sich gerade um ein Vielfaches erhöht. Mittlerweile konnte sie auch die anderen Zentauren hören, die sich an den Feuern unterhielten, musizierten, oder an ihnen vorbeiliefen. Jedes Mal, wenn sich ihnen fremde Hufschläge näherten zuckte sie unwillkürlich zusammen.
„Chitsa.“ Ein fremder Zentaur sprach die weiße Stute an. Célias Herz begann, sich zu überschlagen, als ihre Trägerin stehen blieb.
„Kato.“
„Ich habe gehört, was passiert ist.“ Die Stimme war tief und sanft, anders als Pohlavárs zorniges Donnergrollen. Trotzdem spürte Célia, wie sich kalter Schweiß entlang ihres Rückens bildete. Das hier konnte ihr Ende sein. Wenn sie entdeckt wurden… Beruhige dich! Mahnte sie sich selbst. Wie viele Undercover Missionen hatte sie schon hinter sich gebracht? Bisher war sie noch nie gescheitert. Auch wenn sie, sehr zu ihrem Unmut, das ein oder andere Mal aufgeflogen war – sie hatte es doch jedes Mal geschafft, das Blatt zu wenden und zu entkommen. Der Gedanke daran beruhigte sie, bis ihr wieder einfiel, was heute Nacht anders war – Jacob hing halb bewusstlos vor ihr auf dem Pferderücken. Selbst, wenn es ihr gelang, sich zu retten, wie sollte sie ihn mitnehmen? Normalerweise agierte sie allein, nur selten arbeitete sie mit einem Partner zusammen. Wenn es dazu kam, bevorzugte sie Emmanuel Duval, der ein guter Freund, fast schon ein Bruder für sie war. Sie hatten sich zufällig kennengelernt, auf einem ihrer heimlichen, nächtlichen Streifzüge, als er noch ein einfacher Stallbursche und sie eine einfache Zofe gewesen war. Ihre Gedanken schweiften ab und sie fragte sich, was er jetzt getan hätte. Die Antwort war, sie konnte nichts tun. Er hätte hier gelegen, angespannt, konzentriert und zu allem bereit, und hätte nicht einen einzigen Gedanken an die hilflose Panik verschwendet, die Célia zu übermannen drohte. Stattdessen hätte er jedes Detail des Gesprächs zwischen den Zentauren in sich aufgesogen, solange er die Gelegenheit dazu hatte. Vielleicht konnten die Informationen ihnen später noch nützlich sein. Célia zwang sich dazu, einmal tief ein und aus zu atmen und sich wieder auf den Wortwechsel der Zentauren zu konzentrieren. Sofort fühlte sie sich ein wenig besser. Sie durfte auf keinen Fall vergessen, wer sie war!
„Es gibt mehr, als nur eine Handvoll Zentauren, die auf deiner Seite stehen. Du hast das Richtige getan“, beteuerte Kato gerade. Chitsa seufzte. „Es gibt keine Seiten, Kato.“
„Doch die gibt es, auch wenn du das nicht sehen willst. Die Herde ist dabei, sich zu spalten. Wenn Pohlavár so weiter macht, wie bisher…“ Katos Worte wurden zunehmend energischer, doch seine Stimme verlor nie ihren sanften Klang.
„Gib ihm Zeit, er trauert. Er ist nicht mehr er selbst, seit Svelkys Tod.“
„Eben, er ist nicht mehr derselbe. Wir alle wollten Frieden. Jetzt hat er auch noch diese Menschen entführt. Er trifft schlechte Entscheidungen für die Herde und deinem Wort verleiht er kein Gewicht mehr, dabei braucht er Rat. Weisen Rat, nicht den von Strelko oder Lídač, aus denen ebenso die Wut spricht, wie aus ihm.“
„Ich weiß, aber was soll ich machen?“ Plötzlich klang die Zentaurin müde. „Wäre er dem Weg seines Vaters gefolgt, wäre er ein guter Anführer.“
„Aber das ist er nicht. Wir brauchen dich, die Herde braucht dich. Früher warst du nicht so…“, beharrte Kato.
Früher Lass gut sein.“
Kato seufzte resigniert. „Es tut mir leid, was mit Nastoĭnik passiert ist.“
Chitsas Rücken schien ein paar Zentimeter tiefer zu sinken. „Du hast getan, was du konntest“, antwortete sie leise.
„Und trotzdem war es nicht genug.“ Jetzt klang auch Kato bedrückt.
„Ist es jemals genug? Du weißt, ich bin dir nicht böse deswegen.“
„Ich will nur, dass du weißt, dass wir immer hinter dir stehen. Ihr wart immer… Ach, vergiss es.“
„Schon gut. Danke, Kato“, sagte sie leise, „wenn es dir nichts ausmacht, werde ich mich jetzt ein wenig hinlegen.“
„Natürlich. Schlaf gut.“
„Du auch.“

Die Zentaurin sank auf die Knie und Célia kletterte von ihrem Rücken hinunter. Danach half sie Jacob, der mehr fiel, als abstieg. Im Zwielicht des Zeltes legte Chitsa ihren grauen Umhang ab, der sie und Jacob so gut verborgen hatte. Unzählige Kerzen und Laternen tauchten den Raum in goldenes, warmes Licht und ließen gespenstische Schatten über die weißen Wände tanzen. Nach dem Gespräch mit Kato waren sie glücklicherweise ohne weitere Zwischenfälle am Zelt der Zentaurin angelangt. Célia konnte nicht sagen, wie unendlich erleichtert sie war, dass niemand sie entdeckt hatte.
„Jacob, wie geht es dir?“
„Geht schon“, murmelte er und versuchte, sich aufzurichten. Sanft aber bestimmt drückte Célia ihn an der Schulter zurück.
„Bleib liegen.“ Erst jetzt, im flackernden Kerzenlicht, erkannte sie, dass eine Hälfte seines Kopfes blutüberströmt war. Der Schlag des Zentauren hatte ihm eine gehörige Platzwunde verpasst. Suchend sah sie sich nach Prorochitsa um, die hinter einem bunt gemusterten Vorhang verschwunden war. Das Geklapper aneinanderschlagender Glasfläschchen und Flacons tanzte durch den Raum, bis die Weiße in den Hauptraum des Zeltes zurückkehrte, in den Händen Tiegel, Tinkturen und Verbände. Mit wenigen Schritten war sie bei ihnen und kniete neben Célia nieder. Ihre Hufe erzeugten ein dumpfes, gedämpftes Klopfen auf dem mit Perserteppich ausgelegtem Boden. Célia wusste nicht, was sie erwartet hatte, vielleicht Stroh? Jedenfalls nicht eine so durch und durch menschliche Einrichtung.
„Danke für deine Hilfe“, sagte Célia, als die Zentaurin vorsichtig begann, Jacobs Wunde zu säubern.
„Entscheide später, ob du dankbar sein willst, oder nicht. Alles hat seinen Preis“, erwiderte diese nur. Célia nickte und musterte sie aufmerksam. Ernst und konzentriert tupfte Chitsa das Blut ab. Ihr Gesicht sah jung aus, sie hatte makellose, helle Haut, von der sich filigrane Tätowierungen, die wie Runen und Kriegsbemalungen wirkten, dunkel abhoben. Doch sie besaß die Ausstrahlung einer Frau, die im Leben schon zu viel gesehen hatte. Die hellblauen Augen besaßen eine Tiefe und Weisheit, die kein Mädchen in jungen Jahren erlangt haben konnte.
Jacob unterdrückte ein Stöhnen und verzog das Gesicht, als die Zentaurin eine Tinktur aus einem kleinen Tontiegel auf die Verletzung tupfte.
„Hier, drück das auf die Wunde“, forderte sie Célia auf, als sie fertig war. „Vorsichtig. Das sollte die Blutung stoppen.“ Célia tat wie geheißen und fragte sich gleichzeitig, was für eine Gegenleistung die Zentaurin für ihre Hilfe verlangen würde. Weder hatten sie etwas von Interesse für sie dabei, noch besaßen sie irgendwelche einflussreichen Verbindungen, von denen Chitsa profitieren könnte.
„Nimm davon drei Tropfen morgens und abends“, sagte die Zentaurin, zog ein kleines Glasfläschchen hervor und drückte es Jacob in die Hand. „Es hilft gegen den Schwindel, die Schmerzen und Übelkeit. Du wirst es brauchen, ihr habt noch einen langen Weg vor euch.“ Zögernd nahm Jacob den klaren Trank entgegen.
„Warum hilfst du uns?“
„Das werde ich euch gleich erklären. Aber zuerst müsst ihr versorgt werden. Zeig mir deine Hände“, wandte sie sich dann an Célia.
„Es ist nicht…“
„Zeig sie mir.“ Bestimmt, doch vorsichtig, griff sie nach Célias Hand und schob den Ärmel hoch, sodass die roten, blutigen Striemen der Fesseln freilagen. Chitsa begann, in den Innentaschen ihrer Felljacke herumzutasten. „Das haben wir gleich.“
„Warum hast du uns befreit?“, fragte Célia, während sie der Zentaurin, die sie verband, gehorsam die Hände hinhielt.
„Ich brauche eure Hilfe.“ Célia hob den Blick und traf auf ernste, blaue Augen.
„Was können wir schon, was dir von Nutzen sein könnte?“
„Ihr seid Menschen. Das wird reichen.“ Verdutzt sah Célia sie an. „Du brauchst die Hilfe von Menschen? Deine Herde schien nicht gerade gut auf uns zu sprechen zu sein.“
„Das bin ich auch nicht. Aber ich weiß, dass nicht alle so sind, wie der Tyrann, der sich euer Herdenführer nennt.“ Sorgfältig bandagierte Chitsa Célias Handgelenke. „Ihr seid meine letzte Hoffnung. Die Herde will mir nicht helfen. Sie fürchten ihn zu sehr.“
„Herdenführer? Du meinst den Zaren? Was habt ihr mit ihm zu tun?“
„Hört mir genau zu.“ Ernst musterte die Zentaurin erst Célia, dann Jacob.
„Vor einigen Monden lagerten wir am Fuß der Berge, in der Nähe der Menschenstadt. Wir haben immer am Rand des Gebirges gelebt. Doch im Frühjahr fingen Menschenkrieger eine unserer Patrouillen ab. Ich bin sicher, dass sie uns schon eine Weile beobachtet und den Hinterhalt geplant haben müssen. Sie töteten unseren Anführer Svelky und nahmen meinen Gefährten Nastoĭnik gefangen. Der Rest der Gruppe konnte entkommen, doch es gelang ihnen nicht, Nastoĭnik zu retten. Die Menschen haben ihn in ihre Stadt verschleppt, und ich kann ihn nicht befreien. Aber ihr seid Menschen. Ihr könntet einen Weg finden, um ihn zu retten. Deshalb brauche ich eure Hilfe.“ Die Stimme der Zentaurin hatte zum Ende hin einen immer verzweifelteren Ton angenommen. Ihre eisblauen Augen flehten Célia förmlich an.
„Du hilfst uns, zu entkommen und wir retten deinen Gefährten aus den Händen des Zaren“, fasste Célia zusammen. „Was ist, wenn es uns nicht gelingt?“
„Dann sehen wir uns wieder.“ Von einer Sekunde auf die andere verwandelte sich das flehende Gesicht in eine harte, berechnende Maske und ließ Chitsa nicht weniger bedrohlich wirken, als ihren grausamen Anführer. Célia sah fragend zu Jacob hinüber, der sich inzwischen aufgesetzt hatte. Der Heiltrank schien seine Wirkung zu entfalten.
„Wir werden dir helfen“, stimmte er zu, „woran erkennen wir deinen Gefährten?“
„Sein Fell und seine Haare sind schwarz. Euer Herd-… Anführer hat ihn in das Gefängnis gesperrt, in dem sich nur magische Wesen, wie wir, befinden.“ Allmählich dämmerte es Célia. „Du meinst… die Fabelwesensammlung?“
„So nennt er es wohl.“ Schlagartig schrumpfte Célias Interesse an der sogenannten Fabelwesensammlung auf ein Minimum zusammen. Die Vorstellung, durch einen Park voller Fabelwesen zu schlendern war spannend, faszinierend gewesen, ohne dass sie sich dabei irgendeinen Gedanken darüber zu machen, was dies für die Fabelwesen bedeutete. Sie bekam ein furchtbar schlechtes Gewissen, als sie Chitsa nun so verzweifelt vor sich sah.
„Bitte, ihr müsst mich verstehen. Ich will euch nichts Böses. Aber würdet ihr nicht auch alles für euren Gefährten tun?“ Jacob wandte den Blick nicht von Célia ab, als er ohne zu zögern antwortete. „Ja, das würde ich.“ Ein warmes Gefühl breitete sich in Célias Brust aus, so ernst und überzeugen brachte Jacob die Worte über die Lippen. Sie spielte mit, erwiderte seinen Blick und nickte. Wenn sie die Zentaurin in ihrem Glauben ließen, sie würden zusammengehören, würde sie vielleicht gnädiger mit ihnen sein, sich an ihre eigene Situation erinnert fühlen.
„Chitsa?“ Die Stimme am Zelteingang ließ alle drei zusammenfahren. Célias Herz begann zu rasen. Waren sie aufgeflogen? Hilfesuchend sah sie zur Zentaurin, die stumm in die Richtung des bunten Vorhangs gestikulierte, hinter dem sie die Medizin hervorgeholt hatte.
„Einen Moment“, rief Chitsa, eilig zum Zelteingang hinüberschreitend. Hastig zog Célia Jacob auf die Füße. Keine Sekunde zu spät verschwanden sie hinter dem farbenfrohen Vorhang, der den hinteren Bereich des Zeltes abteilte. Kaum, dass sie ihr Versteck erreicht hatten, hörten sie auch schon, wie mindestens vier Hufe den Raum betraten, gepaart mit Chitsas schockierter Stimme.
„Was, bei allen Geistern, ist mit ihr passiert?“
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