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Lovesongs (they kill me)

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kiro OC (Own Character) Romeo Shin Strify Yu
12.05.2017
12.05.2017
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Der Wecker klingelte. Es war ein schriller, nerviger Ton und ich tastete nach dem Gerät das diesen Ton verursachte. Mit einem leisen dumpfen Geräusch fiel der Wecker von meinem Nachttisch. Ich stöhnte genervt. Langsam öffnete ich die Augen und beugte mich über den Bettrand. Mit einem genervten Schlag schaltete ich den Wecker aus und kickte ihn unter das Bett. „Mhm…“, murmelte der Schwarzhaarige neben mir und drehte sich auf die andere Seite. Langsam drehte ich mich zu ihm und knabberte an seiner Halsbeuge. „Yu… aufstehen…“, flüsterte ich ihm leise ins Ohr und stand auf. „Lass mich schlafen.“, gab der Angesprochene zurück und zog sich die Decke höher über die Brust. „Yu steh jetz auf, sonst bekommt Strify wieder einen Anfall wenn ihr nicht pünktlich ins Studio kommt.“, erwiderte ich und wühlte in meinem Kleiderschrank. Mit „ihr“ waren Yu und Strify gemeint, die zurzeit öfter zu zweit ins Studio fuhren um aufzunehmen. „Nur noch fünf Minuten.“, murmelte er leise und kuschelte sich tiefer unter die Decke. Ich seufzte. Nachdem ich mir Hotpants und ein Top angezogen hatte, drehte ich mich wieder zum Bett um. „Yu steh jetzt endlich auf!“, meinte ich genervt und zog ihm die Bettdecke weg. „Ehy…“ Der Schwarzhaarige schlug die Augen auf und sah mich aus verschlafenen Augen an. Ich lächelte unschuldig und beugte mich zu ihm hinunter. Er zog mich zu sich und drückte mir einen langen Kuss auf den Mund. „Yu!“, hörten wir die Stimme Strifys vom Gang her und ich verdrehte genervt die Augen. Die Tür ging auf und der Leadsänger der Band betrat das Zimmer. Ich löste mich von Yu und quetschte mich an Strify vorbei auf den Gang. Während Yu und Strify über die Zeiten, in denen sie ins Studio fahren mussten, stritten ging ich nach unten in die Küche. Dort war niemand. Ich nahm mir eine Tasse aus dem Regal über der Spüle und stellte sie unter die Kaffeemaschine. Mein Blick fiel auf die Uhr über der Tür. Es war viertel nach neun. Meiner Meinung nach viel zu früh um am Samstag aufzustehen. Als es an der Tür klingelte, trat ich zur Haustür und drückte auf den Summer. Wir wohnten zu sechst in einer zweistöckigen Wohnung, die sich im fünften Stock eines Hauses befand. Da es keinen Fahrstuhl gab musste man leider Gottes die Treppen gehen. Neugierig öffnete ich die Haustür und stellte mich in den Türrahmen um zu erfahren wer geklingelt hatte. Kurz drauf tauchte Romeo auf. Er hatte mehrere Einkaufstüten in den Händen und eine Tüte mit Brötchen. „Hi Romeo!“, begrüßte ich ihn und grinste ihn an. „Morgen Joe!“, erwiderte der Schwarzhaarige und trat an mir vorbei in den Gang. Ohne mich weiter zu beachten verschwand er mit seinen Einkäufen in der Küche. Gerade als ich ihm folgen wollte, hörte ich wie jemand meinen Namen rief. Ich sah zur Treppe und bemerkte Yu, der gefolgt von Kiro auf dem Weg in die Küche war. Erwartungsvoll hob ich eine Augenbraue. „Wo habt ihr denn unsere Diva gelassen?“, wollte ich wissen und sah mich nach Strify um. „Der kommt gleich.“, lautete die Antwort Kiros. „Und wo ist Shin?“, wollte nun auch Romeo wissen, der von seinen Einkaufstüten aufsah. „Der pennt noch.“ Ich nahm mir meine Kaffeetasse und setzte mich an den Tisch. Kiro nahm ebenfalls Platz und blätterte in der heutigen Zeitung. „Wieso kann Shin noch pennen und ich bin um halb zehn wach?“, wollte ich empört wissen und funkelte Yu über den Rand meiner Kaffeetasse hinweg an. Er schenkte mir ein unschuldiges Lächeln. Ich seufzte genervt und nippte an meinem Kaffee. „Morgen Leute, na was geht?“, wollte ein gut gelaunter Strify wissen, der in die Küche platzte. Ein weiteres genervtes Seufzen entwich mir. „Kann mir mal irgendwer verraten warum unsere Diva um diese Uhrzeit so gut drauf ist?“, wollte Yu wissen und sah fragend in die Runde. Ich warf ihm nur einen bösen Blick zu und nippte wieder an meinem Kaffee. „Sag mal Romeo seit wann bist du eigentlich schon wach?“, wollte Kiro wissen und legte die Zeitung beiseite. „Seit sechs.“, lautete die Antwort des Keyboarders und ich verschluckte mich vor Überraschung an meinem Kaffee. „Seit sechs? Und das am Wochenende?“, fragte Kiro ungläubig nach und Romeo nickte. Romeo stellte die Brötchen auf den Tisch und fuhr damit fort den Kühlschrank einzuräumen. Yu und Strify hatten wieder angefangen zu streiten. Genervt nahm ich mir ein Vollkornbrötchen aus dem Korb und verschwand mit meiner Kaffeetasse im Wohnzimmer. „Joe?“ Ich sah auf. In der Tür stand Kiro und sah mich an. „Was gibt’s?“, wollte ich wissen und stellte meine Kaffeetasse auf den Couchtisch. „Hast du Stress mit Yu?“ Ich schüttelte den Kopf und knabberte an meinem Brötchen. „Yu komm jetzt endlich!“, hörten wir kurz darauf Strifys Stimme vom Gang her und meine Augenbrauen zuckten. „Wenn das jetzt jedes Wochenende so ist, dreh ich Strify den Hals um!!“, fauchte ich und legte meine Semmel beiseite. Kiro nickte zustimmend und setzte sich in seinen Lieblingssessel. Nachdem er den Fernseher eingeschaltet hatte, starrte er wie gebannt auf die flimmernde Kiste. Eine Weile blieb ich noch sitzen, doch dann wurde es mir zu blöd und ich betrat wieder die Küche. Romeo saß am Küchentisch und nahm einen Schluck von seinem Kaffee. „Alles klar bei dir Joe?“, wollte der Keyboarder wissen und sah mich prüfend an. Ich nickte leicht und setzte mich an den Tisch. Ich starrte auf Romeos Kaffeetasse. Der Schwarzhaarige verstand, stand auf und stellte eine saubere Tasse unter die Kaffeemaschine. Dankbar lächelte ich ihn an, als er sich wieder zu mir umdrehte. „Hast du Probleme mit Yu?“, fragte der Schwarzhaarige, als er sich an die Theke lehnte. „Nein, wie kommst du da drauf?“, wollte ich wissen und sah ihn verwirrt an. „Nur so ein Gefühl.“ Ich nickte kurz und griff nach der heutigen Zeitung. Gelangweilt und desinteressiert blätterte ich sie durch, bis Romeo mir die dampfende Tasse Kaffee unter die Nase schob. Ich lächelte ihn an und nippt an dem heißen Getränk. „Morgen“, hörten wir eine leise Stimme von der Tür her und sahen auf. Ein verschlafener Shin betrat die Küche und gähnte herzhaft. „Morgen, Shin!“, begrüßte ich ihn und er lächelte. „Seit wann seit ihr schon wach?“ „Seit 9.“, antwortete ich ihm und grinste Romeo an. Der Älteste warf mir einen bösen Blick zu und seufzte. „Ich seit 6 Uhr.“ Shin musste sich ein Lachen verkneifen und setzte sich neben mich an den Tisch. Ohne ein weiteres Wort griff er nach der Zeitung und fing an in dieser zu blättern. Ich blieb noch einige Minuten sitzen und unterhielt mich mit Romeo über die bevorstehende Tour der Jungs. „Kommst du dieses Mal wieder mit, Joe?“ Ich zuckte mit den Schultern. „Ich weis es nicht. Meinst du dass ich mitkommen sollte. Wegen du weist schon…“ Meine Augen wurden traurig. Auch wenn ich seit 3 Jahren mit Yu zusammen war, hatte er seit sie berühmt waren, öfters mal einen One-Night-Stand mit einem Fan. Er wusste wie sehr er mir damit wehtat, aber er hatte bis jetzt noch nichts an seinem Verhalten geändert. „Es wäre vielleicht besser. Bei Yu weiß man ja nie.“, lautet Romeo’s Antwort und ich nickte kurz.

Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte, stellte ich die leere Tasse in die Spülmaschine und schlich die Treppe hinauf in mein Zimmer. Dort angekommen, nahm ich mir mein Laptop und setzte mich auf einen der Sessel, die im Zimmer standen. Nachdem ich es eingeschaltet hatte, schrieb ich wieder einmal einen Blog. Durch das aufschreiben meiner Gedanken und Texten, die meine Situation widerspiegelten, auch wenn sie nicht meine eigenen waren, erleichterte mir die Situation.

I don't wanna live
I don't wanna breathe
'less I feel you next to me
You take the pain I feel
Waking up to you never felt so real
I don't wanna sleep
I don't wanna dream
'cause my dreams don't comfort me
The way you make me feel
Waking up to you never felt so real

Ein leises Schluchzen entwich meiner Kehle und ich merkte wie sich Tränen in meinen Augen sammelten. //Nicht weinen Joe. Du bist ein starkes Mädchen. Du schaffst das!// Ich wischte mir mit meinem Ärmel über die Augen. Doch so stark wie ich nach außen hin aussah war ich nicht. Ich hatte schon öfter Anfälle von Depression und hatte mich in der Vergangenheit geritzt. Daran erinnerten mich immer wieder die Narben an meinen Unterarmen.Ich hatte damals Yu zu Liebe damit aufgehört. Als ich Yu vor 3 Jahren kennengelernt hatte, hatte sich mein Leben schlagartig geändert. Yu war der Einzige der mich so nahm wie ich war und für den ich mich nicht verändern musste. Er hatte mir in der schwersten Zeit meines Lebens geholfen und ich wusste dass er alles für mich machen würde. Doch die Gewissheit dass er sich auf den Touren der Jungs mit Groupies vergnügte schmerzte dennoch. Noch einmal wischte ich mir über das Gesicht und sah aus dem Fenster. Es regnete. Wie schon in den letzten Tagen. Es war Oktober und langsam machte sich der Herbst und Winter bemerkbar. Ich beobachtet die Regentropfen die von Windböen getrieben an das Fenster prasselten. Gedankenversunken strich ich mit meinen Fingerspitzen über meine Unterarme. Mein Blick blieb noch einigen Minuten an den Regentropfen hängen, dann seufzte ich nocheinmal und stand auf. Es war noch einiges zu tun. Und ich wollte die Zeit, in der Yu unterwegs war, dazu nutzen mich im Haushalt nützlich zu machen. Was abgesehen von Romeo und mir, keiner in der WG machte. Nachdem ich die dreckige Wäsche im Zimmer eingesammelt hatte, machte ich mich mit einem vollbepackten Wäschekorb auf den Weg nach unten. Als ich an der Treppe ankam, bemerkte ich Shin der gerade durch die Haustür verschwand. Ich zuckte kurz mit den Schultern. Würde der gesamte Haushalt wieder einmal an mir und Romeo hängen bleiben. Mittlerweile waren wir es beide gewohnt. „Joe? Gehst du Wäsche waschen?“, hörte ich Romeo’s Stimme und sah zur Küche. „Ja. Wieso?“, wollte ich wissen und lief die Treppe hinab. „Dann kannst du das ja noch mit waschen.“, meinte der Schwarzhaarige und legte einen Haufen Handtücher und Spühllappen in den ohnehin schon überfüllten Wäschekorb. Ich zog eine Augenbraue hoch und Romeo lächelte mich entschuldigend an. Schweigend verschwand ich in der Waschküche und stopfte den Wäscheberg in die viel zu kleine Waschmaschine.

„Wir sind wieder da!“, hörten Romeo und ich einige Stunden später die gut gelaunte Stimme Strify’s von der Haustür her und ein gegrummeltes „Geht’s noch lauter?!“ von Yu. Während unsere private Diva die Treppe hinauf in sein Zimmer verschwand, betrat der Gitarrist das Wohnzimmer. „Na habt ihr uns vermisst?“, wollte er wissen und lies sich neben mir auf die Couch fallen. „Nicht wirklich.“, lautete meine Antwort und ich lehnte mich an ihn. Er zog einen leichten Schmollmund und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen. Ich erwiderte diesen und schmiegte mich noch näher an ihn. „Na was steht heute noch an?“, wollte der Gitarrist wissen, während er mit einer Haarsträhne spielte. „Abendessen müsste noch gekocht werden und einmal die komplette Wohnung gewischt.“, antwortete Romeo und widmete sich wieder seinem Buch. „Das könnt ihr doch machen.“ Ich schlug Yu mit der Faust auf die Schulter und sah ihn böse an. „Ich mach heute nichts mehr. Ich hab heute schon Wäsche gemacht, ohne dass mich jemand danach gefragt hat. Und ihr könnt euch in der WG auch mal nützlich machen.“ Ohne ihn weiter zu beachten oder auf seine Einwände einzugehen, verschwand ich in der Küche. Ich hatte genug und keine Lust zu streiten. Ich starrte die Tasse, die auf dem Küchentisch stand, an. Kalter Kaffee. Kalt und vergessen. Genauso wie meine Liebe zu Yu.
 
 
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