Was wurde eigentlich aus ...?

GeschichteHumor / P12
Cornelius Fudge Dolores Umbridge Dudley Dursley Gilderoy Lockhart Sibyll Trelawney Vernon & Petunia Dursley
09.05.2017
17.04.2018
13
19328
5
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
… den Dursleys (2. Kapitel)

Das Haus war ziemlich geräumig, und obwohl draußen nichts als Finsternis herrschte, war es drinnen sonnendurchflutet und freundlich. Petunia musste schlucken, denn sie hatte sich auf das Schlimmste gefasst gemacht. Auch sie fühlte sich zuerst an diese kalte Hütte auf der Insel erinnert, doch nun schien es fast so, als ob sie Zauberei gar nicht so übel fand. Dudley rannte gleich ins Wohnzimmer und wollte wissen, ob es hier auch Kabelfernsehen gab. "Entschuldigung, junger Mann, was wollten Sie von mir wissen?" fragte Dädalus nach, denn er hatte dieses seltsame Wort nicht verstanden. "Ka- bel- fern- se- hen!" schrie Dudley, doch das trug immer noch nicht zur Verständigung bei. Hestia wusste immerhin, was ein Fernsehgerät ist, denn sie hatte sich schon immer für die Lebensgewohnheiten der Muggel interessiert, doch in diesem Fall konnte auch sie nur bedauernd den Kopf schütteln. "Nein, Fernsehen gibt es nicht, aber wir haben ein neues Radiogerät angeschafft, damit wir nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten sind."

Petunia hatte inzwischen mit der Inspektion der Küche begonnen und war entsetzt über die primitive Einrichtung. "Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich auf einem Holzherd koche! Wir leben schließlich im 20. Jahrhundert und nicht im Mittelalter." Dädalus war ihr gefolgt, um der Diskussion über Fernsehgeräte im Wohnzimmer zu entkommen. "Ach, werden die Muggelgeräte denn alle mit Ekliziträt betrieben? Das würde Arthur Weasley sehr interessieren. Sie werden sicher längst wissen, dass Arthur ein großer Muggelfreund ist und Stecker für diese eklizitronischen Muggelgeräte sammelt. Leider ist seine Frau Molly nicht besonders begeistert von diesem Hobby und meint, wenn es an die Öffentlichkeit käme, würde er umgehend in die geschlossene Abteilung im St. Mungos eingeliefert werden."

Während dieser Erzählung hatte er ganz nebenbei mit dem Zauberstab Feuer gemacht und Teewasser aufgesetzt. Petunia hatte es entweder die Sprache verschlagen oder sie zweifelte an ihrem Verstand, weil sie Dädalus' Monolog nicht im geringsten folgen konnte. So stand sie lieber stumm neben dem Herd und schaute zu, wie Dädalus das Teegeschirr aus dem Schrank auf ein Tablett schweben ließ, um es dann, ebenfalls schwebend, ins Wohnzimmer zu bringen. Dort stritten sich Vernon und Hestia gerade darum, wie ein Radiogerät funktionierte, und Dudley konnte sich immer noch nicht mit dem Fehlen eines Fernsehers abfinden. So war der Tee wenigstens eine kleine Ablenkung von der drohenden Katastrophe. Petunia war begeistert von den Keksen, die Dädalus mit seinem Zauberstab aus der Küche aufgerufen hatte und wollte unbedingt das Rezept haben.

"Oh wie dumm von mir, dass ich nicht daran gedacht habe, ein paar Exemplare der Hexenwoche mitzubringen!" ärgerte sich Dädalus. "Diese Zeitschrift würde Ihnen sicher sehr gut gefallen, Mrs. Dursley. Aber vielleicht kann ich dieses Versäumnis irgendwie wiedergutmachen." Da meldete sich Vernon gleich zu Wort: "Meine Frau hat es nicht nötig, solchen Unfug zu lesen. Wir sind schließlich immer noch anständige Leute! Schalten Sie lieber mal das Radio an, damit wir wissen, was auf der Welt vorgeht." Dädalus gehorchte schnell, weil er ahnte, dass Vernon Dursley kurz davor war, in die Luft zu gehen. Es kam gerade das Nachmittagswunschkonzert, eine Sendung, die vor allem von älteren Hexen gern gehört wurde. Celestina Warbeck beglückte soeben ihre Zuhörer mit dem alten Schlager "Ein Kessel voller heißer, starker Liebe", da sah Hestia aus dem Augenwinkel, dass Vernon ganz hingerissen zuhörte. Auch Petunia schmolz dahin bei diesen Klängen, nur Dudley hielt sich die Ohren zu und war kurz davor, erneut in ein Protestgeheul auszubrechen.
"Ach, das war doch mal ein schöner alter Schlager, damals hat man halt noch gute Musik gemacht, nicht wahr?" Vernon konnte seine Begeisterung gar nicht mehr bremsen, und auch Petunia seufzte still vor sich hin. Hestia warf Dädalus heimlich einen erleichterten Blick zu, der besagen sollte: "Nun wissen wir wenigstens, wie wir diese Bestien bändigen können."

Da nur Dudley dabei nicht auf seine Kosten gekommen war, bot sich Dädalus an, mit ihm eine Partie Zauberschach zu spielen. Allerdings nannte er dieses Spiel schlicht und einfach Schach, ohne das verbotene Wort in den Mund zu nehmen. Umso mehr erschrak Dudley, als die Figuren plötzlich umkippten oder in Stücke zerbarsten, doch als er sich einmal daran gewöhnt hatte, machte es ihm sichtlich Spaß. Es war nicht so, dass Dudley die Spielregeln wirklich begriff, da ihm logisches Denken nicht gerade besonders lag. Aber allein die Tatsache, dass die Spielfiguren sich bewegten, erinnerte ihn sehr entfernt an seine dummen Computerspiele, und das schönste an dem Spiel war, dass es Dudley nichts ausmachte, zu verlieren. Im Gegenteil, es liebte es, wenn immer wieder eine seiner Figuren durch die Luft flog und zerbarst. Dädalus wollte sich danach gerne ein bisschen unterhalten, um den Cousin Harry Potters näher kennenzulernen. "Sicher hat Harry Ihnen von seinen Erfolgen beim Quidditch erzählt!" Mit dem Erwähnen einer beliebten Sportart, dachte Dädalus, könnte er doch bei einem jungen Mann immer richtig liegen. Doch bald stellt er fest, dass sich Dudley noch nie für Harrys Angelegenheiten interessiert hatte, und diese Erkenntnis schockierte ihn zutiefst.
Als endlich alle Bewohner dieses Hauses in ihren Betten lagen, meinte Dädalus verzweifelt: "Hestia, hast du den leisesten Schimmer, wie wir diese Familie bei Laune halten sollen? Wir wissen ja nicht, wie lange wir hier versteckt bleiben müssen, aber wenn sich schon der erste Tag so hinzog, wie soll das nur weitergehen?" "Ich weiß es auch nicht, aber vielleicht sollten wir wenigstens versuchen, einen Ersatz für so ein Muggelfernsehgerät aufzutreiben. Ich denke, diese Art von Menschen brauchen so einen Apparat, um sich nicht mit sich selber beschäftigen zu müssen."

"Einen wunderschönen guten Morgen, meine Lieben", säuselte Dädalus, als die gesamte Familie Dursley zum Frühstück erschien. Er hatte sich beim Decken des Frühstückstisches ganz besondere Mühe gegeben, weil er ahnte, dass gutes Essen zumindest die Männer bei Laune halten würde. Und mit Petunia würde er sowieso leichter fertig werden. Dudley kam aus dem Stauen nicht mehr heraus, denn so ein reichhaltiges Frühstück hatte es nicht einmal in Smeltings, seiner Schule für verwöhnte reiche Bengel, gegeben. Er begann gleich, sich fünf Muffins und drei Scheiben Toast auf seinen Teller zu laden, wie er das vom Internat her gewöhnt war, doch Hestia wollte so ein Benehmen nicht dulden. Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs ließ sie vier Muffins und zwei Scheiben Toast wieder zurückschweben, was die Dursley-Männer in laute Protestrufe ausbrechen ließ. Petunia jedoch öffnete diese Tat die Augen und sie säuselte: "Duddyschatz, du bist hier nicht in deiner Schule; niemand  isst dir etwas weg und es ist auch genug für Alle da. Also sei ein lieber Junge und nimm dir immer nur soviel Essen, wie auf deinem Teller Platz hat." Hestia sah schon, wie Vernons Kopf rot anlief und er zu einem lautstarken Gebrüll ansetzen wollte. Doch ein Augenzwinkern zu Dädalus ließ diesen ausrufen: "Meine lieben Freunde, ich werde mich nach dem Frühstück umgehend auf die Suche nach einem Filmvorführgerät machen. Ich denke, wir Alle könnten ein bisschen Ablenkung und Zerstreuung gebrauchen." Vernon lag zwar der Einwand auf der Zunge, dass er sich auf keinen Fall als "Freund" dieses Gesindels sehe, doch das ausgezeichnete Frühstück ließ ihn doch zur Besinnung kommen, und so schaufelte er bergeweise Rührei in sich hinein und beschloss, erst einmal zufrieden zu sein.

Nach dem Frühstück machte sich Dädalus sofort auf den Weg, um so ein Gerät zu finden, und Hestia  brachte Petunia und ihren Sohn zum Staunen, als sie das schmutzige Geschirr in die Küche schweben ließ. Es hatte sich unterwegs ganz von selber gereinigt und konnte so gleich in den Schrank fliegen. In Petunia kamen wieder die alten Gefühle des Neids auf ihre Schwester hoch, doch Dudley stand nur mit offenem Mund da und staunte. Vernon hatte es sich in der Zwischenzeit im Wohnzimmer auf dem Sofa gemütlich gemacht und nahm eine der bereitliegenden Zeitungen zur Hand, als er erschrocken aufschrie: "Ihr Freaks, habt ihr nicht mal richtige Zeitungen? Die Bilder bewegen sich ja!" Wie von der Tarantel gestochen, schoss Dudley ins Wohnzimmer und riss seinem Vater die Zeitung aus der Hand. Er schaute sich die Bilder an und meinte nur: "Cool!"
Review schreiben