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Ein Garten voller Zitronenminze

von Snowsong
OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Enki Gokuu Samon Gokuu
07.05.2017
07.05.2017
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Ein Garten voller Zitronenminze


Ein schweres Seufzen kam über Samons Lippen als er die leere Wohnung vor sich sah. Drei Zimmer mit einem Bad und einer Küche. Es gab ein großes Fenster und einen kleinen Balkon.
Weiße, sterile Wände... das würde er als erstes ändern.

Der junge Mann stellte den Karton ab und öffnete zuerst die Fenster. Eine sanfte Meeresbrise wehte herein. Prüfend huschten seine Augen über den Balkon, betrachteten das Geländer eingehend.
Doch, hier konnte er seine Blumentröge aufhängen. Ein geringer Trost, wie Samon fand.  

Samon war Gefängniswärter von Beruf. Sein ältere Bruder Enki war ein angesehener Offizier. So kam es, dass Enki ein Angebot unterbreitete wurde, welches er nicht ablehnen konnte. Ein neues Hochsicherheitsgefängnis war gebaut worden. Und für einen Gebäudeblock fehlte noch Personal.
Enki hatte dieses Angebot angenommen; unter der Bedingung, dass auch Samon auf seine Fähigkeiten geprüft wurde. Und siehe da, wenig später hatte auch er ein Angebot bekommen. Er würde als Enkis Stellvertreter in Namba anfangen.

Sie beide waren zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Inori also nach Japan gekommen. Die Wohnungen für das Personal waren größer und wirkten auch besser ausgestattet. In seinem alten Gefängnis hatte Samon nur ein kleines Zimmer gehabt. Hier hatte er drei Zimmer und einen Balkon.
Neugierig sah sich Samon weiter um. Das Badezimmer hatte tatsächlich eine Dusche und eine Badewanne. Das war in seinem alten Gefängnis ein Luxus gewesen, den  nur die obersten Offiziere hatten genießen können.

Danach inspizierte Samon seine Küche. Hier würde er viel Zeit verbringen, also wollte er wissen, wie die Ausstattung war. Zu seiner Freude war der Kühlschrank nicht nur schon in Betrieb, sondern auch gefüllt. Wie er an einer Nachricht lesen konnte, hatte man ihm einige Dinge am Vortag bereist eingekauft.
Garantiert hatte Enki da seine Finger im Spiel gehabt.

Die Küche war modern und zu seiner Freude sogar mit Töpfen, Pfannen und Woks ausgestattet. Im Backofen befanden sich Back- und Kuchenbleche.
Nach einigem Suchen fand Samon auch auch andere Küchengeräte. Den Mixer würde er heute vielleicht einweihen.

Enki arbeitete viel.
Er neigte dazu, Überstunden zu machen. Samon war derjenige, der dafür sorgte, dass sein Bruder am Abend eine warme Mahlzeit zu sich nahm. Enki vergaß bei der Arbeit immer wieder gerne, sich um sich selbst zu kümmern.
Über die Jahre hatte es sich so eingebürgert, dass Samon kochte, meistens die Wäsche wusch oder in der Wohnung durch wischte.

Samon öffnete seinen Karton und packte die Küchenkräuter vorsichtig aus. Zuerst würde er seine Pflanzen gießen.  
Zugegeben, Pflanzen waren ein ungewöhnliches Hobby für einen Mann. Samon jedoch hatte schon von Kinderbeinen an mit Pflanzen zu tun gehabt. Seine Urgroßmutter Nana war eine Kräuterfrau. Er hatte ihr schon als Kind immer gerne geholfen. Dabei hatte er sich viel Wissen angeeignet und seine Liebe zu Pflanzen entdeckt.

Das Funkgerät knisterte.
„Samon?“ erklang Enkis Stimme.
„Aniki?“ antwortete Samon sofort.
„Samon, ich habe gerade die Nachricht erhalten, dass unsere Möbel etwas später geliefert werden. Sie kommen erst gegen 15 Uhr.“
Samon seufzte genervt. Soviel zu seinem Plan, alle nötigen Umzugsdinge Vormittags zu erledigen und den Mittag mit einrichten zu verbringen.
„Weißt du, wann du heute Abend nach Hause kommst?“ fragte Samon vorsichtig. „Ich würde kochen.“
„Du musst nicht kochen, Samon. Wir können Essen gehen.“ Enki war schon seit etwa 2 Wochen hier in Namba und führte Gespräche mit dem Architekten. Demnach kannte sich Enki auch schon hier aus.

„Ich koche, Aniki. Die bringen ja den Tisch und die Stühle. Und ich habe gesehen, dass ich einen Balkon habe. Demnach hast du auch einen oder?“ erwiderte Samon. Er würde draußen Decken und dort das Abendessen anrichten.

„Samon“, erklang Enkis Stimme erneut „Du musst an deinem Geburtstag nicht Stundenlang in der Küche stehen und etwas zubereiten. Namba hat viele gute Gaststätten in denen wir uns etwas kaufen können.“
„Ich möchte den Abend entspannt genießen, Aniki. Wir haben uns die letzten Wochen kaum gesehen. Und ich weiß auch, dass das die kommenden Wochen wenn nicht sogar Monate noch anhalten wird.“
„Also gut, mein kleiner Affe. Ich komme auf 19 Uhr zurück.“

Damit war alles besprochen.

Samon kontrollierte seinen Kühlschrank und schrieb einen Einkaufszettel. Dann machte er sich auf den Weg zu dem großen Einkaufszentrum von Namba.
Während er in der Bahn saß, wanderten seine Gedanken zu seinem Bruder.

Es trennte sie 10 Jahre. Enki war als erster Sohn des Hauses Gokuu der Erbe. Auf seinen Schultern lastete eine große Verantwortung und es wurde erwartet, dass er alles perfekt ausführte.
Samon dagegen... war wohl ein Unfall gewesen. Bei seiner Geburt war seine Mutter verstorben. Sein Vater hatte ihm die Schuld dafür gegeben und Samon war Jahrelang Misshandlungen ausgesetzt gewesen. Erst Enki hatte das Leben zu Hause für Samon erträglich gemacht.
Zwischen ihnen gab es ein festes Band. Ihre Beziehung aber ging über die normale Geschwisterliebe hinaus. Es war ein Geheimnis, dass sie beide hüteten.  

Für gewöhnlich machten sie an den Geburtstagen von ihnen zusammen Urlaub. Oft flogen sie zurück nach Hause nach China und verbrachten dort eine Woche in den Bergen. Aber dies Jahr war ein Urlaub nicht möglich. Sowohl er als auch Enki waren an der Planung von Gebäudeblock 5 beteiligt. Sie mussten sich in eine neues Konzept einarbeiten und ein neues Gefängnis kennenlernen.
Enki, als führender Offizier war noch einmal mehr gefragt als Samon.

Nein, an Urlaub war nicht zu denken.  

Als Samon vor dem Einkaufszentrum stand, blinzelte er kurz. Das Gebäude war riesig. Es würde dauern, bis er sich hier zurecht finden würde. Demnach dauerte auch sein Einkauf.
Fluchend eilte Samon mit zwei Einkaufstüten wieder zurück zum Bahnhof.  

Er rannte die Treppen nach Unten. Die Station lag unterirdisch und bei seinem Glück wurde der Fahrstuhl gerade wegen Technischen Problemen gewartet.
Dabei rutschte Samon ab. Samon taumelte, aber ein Sturz würde sich  nicht verhindern lassen. Er würde einen Sturz in kauf nehmen, um den Einkauf zu schützen.

Zu seinem Glück kam es nicht so weit. Ein Ruck und Samon balancierte auf der Kante einer Stufe. Jemand hatte ihn an seinem roten Affenschwanz gepackt und ihn so vor dem Sturz bewahrt.
Samon warf einen Blick über die Schulter. Wer hatte ihn da gerettet?

Der Mann, der hinter ihm stand, war größer als er selbst. Er trug die gleiche Uniform wie Samon, allerdings war die Farbe der Armbinde anderes. Die von Samon war grün, die des Mannes war rot.
Ernst sah er Samon an. Er hatte eine Narbe im Gesicht. Eine Kreuznarbe auf der linken Seite, dicht unter dem Auge.
Samons Augen fixierten die goldenen Streifen an dem Ärmel des anderen Mannes. Sie hatten den gleichen Rang.

„Äh... danke...“, stotterte Samon. Der Mann zog etwas stärker, so dass Samon wieder sicher stehen konnte.
„Sie sind neu“, sagte der Mann schließlich. „Einer der chinesischen Offiziere aus Block 5.“
Samon nickte.
„Ja, dass ist korrekt.“
„Sie sollten sich beeilen. Die nächste Bahn fährt in 2 Minuten.“
Samon blinzelte erst, dann sickerte das Gesagte in sein Gedächtnis hindurch. Mit einer hastigen Bewegung entriss er dem Mann seinen Schwanz.
„Nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe!“ dann eilte Samon weiter. Zumindest nun schien das Glück auf seiner Seite zu sein. Samon erreichte die Bahn noch rechtzeitig.

Zurück in der Wohnung hatte er gerade den Einkauf versorgt, als auch schon die Möbelpacker klingelten.

Samon schloss die Tür zu Enkis Wohnung auf und ließ die Männer arbeiten.
Samon hatte keine Probleme, Möbel für sich zu bekommen. Bei Enki sah das alles etwas anderes aus.
Enki war groß. Größer, als der Durchschnitt. Knappe 3 Meter maß sein großer Bruder.
Das hatte viele Nachteile. Alles; sowohl Kleidung als auch Möbel mussten natürlich Enkis Körpergröße angepasst werden.
Samon wusste, die Kleider wurden Maßgeschneidert. Und auch die Möbel wie das Bett, der Schreibtisch oder die Stühle waren alle speziell für Enki hergestellt worden.
Obwohl Enki schon 2 Wochen in Namba war, war seine Wohnung noch nicht eingerichtet. Auch hier hatte man alles der Größe des neuen Offiziers angepasst.

Samon gab Anweisungen, wo was hinkam. Enki hatte ihm einen Plan gegeben, damit er wusste, welche Zimmer welche Funktion erfüllen würde. Schränke wurden aufgebaut, die Teppiche im Wohnzimmer ausgelegt, der Fernseher angeschlossen... irgendwann zog sich Samon zurück, um mit dem Kochen zu beginnen.
Er schnitt Gemüse klein, briet Fleisch an und setze das Wasser für den Reis auf. Während alles auf dem Herd köchelte, verschwand Samon unter die Dusche.

Samon begann, sich abzuduschen. Seine Seife hatte er selbst hergestellt. Sie roch nach Zitronenmelisse. Der Duft diese Krautes mochte Enki besonders an ihm. Samon hatte auch mehrere Töpfe in der er Zitronenmelisse züchtete.

Samon seifte sich ein. Dabei strich er auch über seine rechte Schulter. Auf seiner leicht gebräunten Haut zeichnete sich kaum Sichtbar eine Narbe ab. An Enkis 30. erlagen sie beide der Leidenschaft. Die Lust hatte ihre Sinne vernebelt, so dass sich Samon hatte dazu hinreisen lassen, Enki um eine Markierung zu bitten.
Enki hatte zugebissen, allerdings viel zu fest. Der Abdruck seiner Zähne würde wohl für immer auf Samons Haut zu sehen sein.

Nach dem duschen zog sich Samon seine rote Freizeitkleidung an. Die Uniform würde er in naher Zukunft noch oft genug tragen.
Um kurz vor 19 Uhr stand das Essen fertig auf dem Tisch. Fehlte nur noch Enki. Um die Zeit zu überbrücken, bezog Samon schon einmal ihre Betten neu, stellte die Pflanzen auf und sortierte das Geschirr in die Schränke ein.

Der Himmel färbte sich langsam schwarz, die ersten Sterne waren am Himmelszelt zu sehen.
Enki war noch nicht zurück.
Samon legte sich auf Enkis Sofa, und schaltete den Fernseher an. Er zippte durch das Programm und wartete. Was sollte er auch anderes machen?

Irgendwann musste Samon eingeschlafen sein. Als er die Augen wieder öffnete, war der Fernseher aus. Über seinen Schulten lag ein großer, schwerer Mantel. Sofort war Samon wach.
Das war Enkis Uniformjacke!

„Aniki?“
Das Klappern von Geschirr lotste Samon in die Küche seines Bruders. Enki stand am Herd und wärmte die Speisen wieder auf. Als Samon die Küche betrat, drehte sich Enki zu ihm um.
„Guten Abend Samon“, sagte Enki. Samon wedelte mit seinem Schwanz. Dann stutze er.
„Du siehst müde aus, Aniki.“ Enki fuhr sich über die Augen.
„Es war ein anstrengender Tag. Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Wir hatten noch eine Besprechung.“ entschuldigte sich Enki.  
„Es ist alles in Ordnung, Aniki. Die Arbeit geht vor.“
„Aber nicht an dem Gebertag von meinem kleinen Affen. Komm her und lass dich drücken, mein Kleiner.“ das ließ sich Samon nicht zwei  mal sagen. Mit einem strahlenden Lächeln sprang er seinem Bruder in die Arme.
Enki umarmte ihn fest. Samon wusste, sein Bruder könnte ihn spielend leicht verletzen. Sein großer Bruder war stark. Doch das Vertrauen in Enki war in Samon unerschöpflich. Egal was passierte, sein Bruder würde diese Stärke nie gegen ihn verwenden.

Vertrauensvoll legte Samon seinen Kopf an Enkis Schulter.
„Hast du schon gegessen?“ fragte Enki.
„Nein, ich habe auf dich gewartet. Aber das ist in Ordnung!“, fügte Samon schnell hinzu, als Enki Luft holte. „Ich habe die letzten Abende auch alleine gegessen, da möchte ich zumindest an meinem Geburtstag zusammen mit dir das Abendessen einnehmen.“
„Das wird sich wieder legen, Samon. Sobald alles abgemacht ist, habe ich wieder Zeit für dich, mein Kleiner Affe.“
„Ich kann verstehen, dass die Arbeit vorgeht, Aniki.“ Samons Finger spielten mit der roten Krawatte seines Bruders. Enki seufzte leise.
„Du bist immer so verständlich. Für was habe ich nur eine so sanfte Seele wie dich verdient, mein Kleiner.“ zärtlich bekam Samon einen Kuss auf die Stirn.
„Ohne dich wäre ich nicht mehr am Leben. Du hast für mich so viel getan, da ist es  doch nur natürlich, dass ich dir mit Verständnis begegne, oder?“
Enki schmunzelte. Er setze Samon auf einen Arm und begann mit dem anderen das Essen aufzutragen. Statt Samon jedoch auf einen Stuhl zu setzten, platzierte Enki Samon auf seinem Schoß.

Als sie noch Kinder gewesen waren, hatte Samon überwiegend auf Enkis Schulter gesessen.
Sanft strich Enki mit seiner Hand über Samons Rücken. Samon mochte diese Berührungen. Sie beruhigten ihn, machten ihn schläfrig. Die letzten Wochen hatten sie für Zärtlichkeiten kaum Zeit gehabt.

„Samon?“
„Mhm?“
„Nicht einschlafen, mein kleiner Affe.“
Samon gähnte und kuschelte sich nur noch fester gegen Enki.
„Ich habe dich eigentlich gar nicht danach gefragt, was du dir diese Jahr wünscht.“ bemerkte Enki.
„Das macht nichts. Mir reicht, dass du für mich da bist.“
„Oh, versteh mich nicht falsch, Samon“, sagte Enki „Ich habe ein Geschenk für dich. Aber mit was könnte ich dir eine Freude bereiten?“
„Mit einer Verbindungstür zwischen unseren Wohnungen.“ antwortete Samon leise. „So, wie zu Hause.“
Enki nickte stumm.
„Und jetzt im Moment... im Moment könntest du mich ganz einfach glücklich machen.“ Samon strich sanft über den obersten Knopf an Enkis Hemd.
„Das Essen wird wieder kalt werden...“ mahnte Enki. Aber Samon hörte anhand des Tons deutlich, dass Enki ihm diese Bitte nicht abschlagen würde. Samon setzte sich auf und bewegte provozierend seine Hüfte.

„Also gut.“

Samon sprang von Enkis Schoß. Fragen hob sein Bruder eine Augenbraue.
„Fang mich!“
„Ernsthaft? Jetzt willst du spielen?“ Enki begann zu lachen. Er krempelte seine Ärmel hoch und grinste breit. Sofort wedelte Samon mit seinem Schwanz.
Ja, er wollte spielen.

„Lauf kleiner Affe, lauf.“
Enki war stark. Er hatte viele Kampftechniken zur Perfektion gebracht. So gesehen war Samon ihm unterlegen. Samon hatte nur einen Vorteil: Er war wendiger als sein Bruder.
Seine Beweglichkeit konnte er hier in der Wohnung natürlich nicht vollständig  nutzen. Und doch reichte es, um mehrere Minuten Katz- und Maus zu spielen.

Letztlich bekam Enki ihn doch zu fassen. Er packte Samon an seinem Fuß und riss ihn zu sich heran.  
„Und jetzt bekomme ich meinen Preis. Aber vorher...“
Samon stieß einen Schrei aus und begann zu lachen, als Enki anfing ihn zu kitzeln.
„Aniki... Stopp!“ keuchte Samon. Erneut begann er zu lachen.
„Kann... nicht... atmen...“

Enki lachte leise und hörte auf. Langsam beruhigte sich Samon wieder.

„Komm Aniki, ich habe dein Schlafzimmer schon so weit vorbereitet.“ Samon nahm seinen Bruder an die Hand. Enki ließ sich mitziehen. Bereitwillig setze er sich in seinem Schlafzimmer auf sein Bett, während er Samon beobachtete.

Samon lächelte verführerisch. Langsam öffnete er sein Kimono und ließ es Stück für Stück von seinen Schultern rutschen. Enki stöhnte leise und griff nach ihm. Geschickt wich Samon Enki aus.
„Sei nicht so voreilig, Aniki.“ schnurrte Samon. Enki knurrte. Er zerrte an seiner Krawatte und öffnete dann sein Hemd.
„Wir haben gespielt, Samon. Reiz mich nicht noch mehr.“
Samon lachte auf und strich sich anmutend über seine Hüfte. Er wusste, wie er Enki wahnsinnig machen konnte.

„Schluss jetzt, Samon!“ Enki griff erneut nach ihm und wieder sprang Samon zur Seite.
„Du hast noch zu viel an, Aniki.“ bemerkte Samon spitz. Zufrieden beobachtete er, wie Enki sich daraufhin an seinem Gürtel zu schaffen machte.
Kaum war die Hose samt Shorts verschwunden, sah Enki zu ihm auf. Diese mal griff er nicht nach Samon sonder reichte seinem Bruder die Hand. Samon lächelte.

Willig begab sich Samon in die Arme seines Bruders.
Samon spürte, wie Enki vor Lust zitterte. Trotzdem streifte Enki Samon langsam die Hose von den Beinen. Es musste seinen älteren Bruder viel Kraft kosten, sich so zurückzuhalten.
Doch genau dafür liebte Samon Enki so sehr.

„Das Öl steht dort hinten.“ murmelte Samon. Enki nickte.

Enki mochte groß sein und auf andere einschüchternd wirken. Aber Samon gegenüber war er immer sanft und vorsichtig.
Enki dehnte Samon, bereitete ihn auf den Akt vor. Dabei verlange dies viel Fingerspitzengefühl, denn Enki hatte Fingernägel, die Klauen ähnelten. Schätzte sein Bruder den Winkel  beim dehnen falsch ein, dann konnte er Samon schwer verletzen.
Ihre Verbindung baute auf Vertrauen auf. Samon kannte die Risiken, die diese Beziehung mit sich brachte. Die Narbe an seiner Schulter war das beste Beispiel. Nur ein paar Millimeter weiter nach links und Enki hätte damals Samons Hauptschlagader durchgebissen.
Das hieß aber nicht, dass Nackenbisse jetzt aus ihrem Liebesspiel gestrichen waren. Zwar nahm sich Enki seit her zurück, aber ab und an ließ er sich trotzdem noch dazu hinreisen. Und Samon zuckte auch nicht zurück, wenn Enki seine Zähne in seiner Haut versenkte.

Vertrauen... sie Vertrauten einander so sehr.  

Nach ihrem Liebesspiel war Samon müde und ausgelastet. Enki strich über seine verschwitze Haut. An sich könnte der jüngere jetzt einschlafen. Es war so bequem...

„Samon!“ kam es hart von Enki. Sofort riss dieser die Augen auf.
„Aniki?“ war etwas?
„Was ist mit dem Abendessen? Nicht, dass dein Kreislauf wieder schlapp macht.“
Die Sorge die Enki manchmal plagten, brachten Samon zum lächeln. Vorsichtig setzte er sich auf und nickte.
„Ja, wir sollten etwas essen.“
Enkis Mundwinkel zuckten. Aus der Tasche seines Hemdes holte er etwas hervor. Samon beobachtete ihn neugierig.
„Aber vorher bekommt mein kleiner Affe noch sein Geburtstagsgeschenk.“  

Es war ein Umschlag. Enki hatte sich aufgerichtet und Samon saß in seinem Schoß. Was darin wohl enthalten war? Vielleicht doch eine Urlaubsreise?
Samon öffnete den Umschlag langsam und zog dann ein Bündel Papiere hervor. Verwirrt sah er Enki an.
„Ein... Plan? Ist das der Plan von Block 5?“ Enki nickte auf die Frage. Neben dem Plan gab es noch eine leere Liste.
„Ich fürchte, ich verstehe es nicht, Aniki.“
„Nicht? Sieh es dir noch einmal genau an.“ also tat das Samon. Aber auch bei dem zweiten Versuch konnte er nicht sagen, was genau sein Geschenk war.

„Das hier wird über dem Untergrundgefängnis sein.“ erklärte Enki ihm. Samon nickte. So weit hatte er die Informationen aus dem Plan verstanden.
„Es gehört dir.“
„Was?“ perplex sah Samon auf. „Mir?“
„Ja, dir.“

Samon war... überfordert. Das schien Enki auch zu merken. Er begann zu lachen.
„Nun, dass hier ist mein Geburtstagsgeschenk an dich. Was auch immer du mit der Fläche machen möchtest, dass darfst du machen.“
„Ich...“, Samon sah wieder auf den Plan.
„Und wenn du einen Garten anlegen möchtest, darfst du das gerne tun.“ raunte Enki Samon ins Ohr.
„Ein... Garten?“ langsam begriff Samon, was sein Bruder gesagt hatte. „Ich darf einen Garten anlegen?“ rief Samon aufgeregt.
„Ja. Was auch immer du möchtest. Ich habe bereits mit dem Architekten gesprochen. Es gibt sogar die Möglichkeit einen Fluss mit See anzulegen.“
„Aber das wird teuer...“
„Mach dir um das Geld keine Sorgen. Ich habe alles kalkuliert. Und wenn du überall Zitronenmelisse anpflanzen willst, ist dass genau so in Ordnung, wie wenn du hunderte von verschieden Blume auswählst oder Obstbäume anlegst. Für den Garten habe ich genügend Geld eingespart, damit du dich ausleben kannst.“

Wie lange plante Enki das schon? Samon liebte die Gartenarbeit. Das hatte ihm an seiner alten Arbeitsstelle sehr gefehlt.
Oft hatte er Enki gegenüber erwähnt, dass etwas Grün die Umgebung freundlicher machen würde. Enki hatte sich das wirklich gemerkt.
In Samon stieg wärme auf.

„Danke Aniki!“ sanft platzierte er einen Kuss direkt auf Enkis Nasenspitze.

Enki hatte gefragt, warum Samon seinem Bruder so entgegen kam. Die Antwort war einfach, weil Samon Enki liebte.
Enki hatte es nie ausgesprochen, aber anhand seiner Taten konnte Samon sehen, wie sehr Enki seine Gefühle erwiderte.

„Ich glaube, dass Essen kann noch etwas warten, Aniki.“
„Wenn du das sagst, mein kleiner Affe.“

Das Abendessen blieb für den Rest des Abends und der darauffolgenden Nacht unberührt.
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