Why Robin Goodfellow loves Meghan Chase

KurzgeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P12
Meghan Chase Robin "Puck" Goodfellow
07.05.2017
07.05.2017
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Heyhey!

Erstmal möchte ich klarstellen, dass ich Team Ash bin, aber Pucks Gefühle für unsere Meghan fand ich schon immer traurig... Hier also eine Ansammlung von Oneshots, warum Puck Meghan liebt.

Eure Loony

***


Oneshot 1

Durch die beschlagene Scheibe konnte ich nur verschwommen in das einsame Haus spähen, aber dadurch konnte keiner der Bewohner, die im Inneren herumwuselten, den großen schwarzen Raben auf dem Fensterbrett sehen. Das Brett war rutschig und von oben prasselte zusätzlich eiskaltes Wasser aus der Regenrinne, aber ich hatte schon Schlimmeres erlebt. Meine langen, gefährlichen Vogelkrallen gruben sich in die dünne Reifschicht, die mich kurz an meinen Erzfeind erinnerte. Schwarze Haare, silberne Augen und innerlich sowie äußerlich eiskalt.
Aber nur kurz.
Ich schüttelte mein schwarzes Gefieder und wandte mich erneut dem Fenster zu. Dort drinne musste irgendwo die Halbbluttochter von König Spitzohr sein, auf die ich nun mein halbes Leben aufpassen musste. Nun gut - ich lebte unendlich, außer einem gewaltsamen Tod konnte mich nichts abhalten, sie ihr ganzes Leben zu begleiten. Allerdings hieß das nicht, dass ich es wollte. Als Legende und treuer Hofnarr am Lichten Hof war es eben mein Job, rotzende Halbblutbabys zu bewachen und sie vor sich selbst zu beschützen - aber wieso eigentlich ich? Ohne mich langweilte sich Oberon alias König Spitzohr, wie ich ihn gerne im Geheimen nannte, bestimmt zu Tode. Nein, warte - nicht zu Tode, bis in die Ewigkeit.
Eine Ewigkeit ohne die witzigste, schönste Fee. Hätte ich keinen mundwinkellosen Schnabel aus Horn, hätte ich gegrinst - dieses Grinsen zum Besten gegeben, dass so einige Gegner wahnsinnig gemacht hatte.
Gedankenverloren legte ich den Kopf schief und betrachtete den verschwommenen Fleck hinter der Scheibe. Das musste sie sein. Hoffentlich sabberte sie mich nicht direkt voll, denn das müsste ich dann einpaar Jährchen aushalten. Gelangweilt schlug ich mit meinen vor Kälte steifen Flügeln und krächzte einmal nach Aufmerksamkeit schreiend.
Der bunte Fleck auf der anderen Seite des Fensters regte sich und eine kleine Hand wischte ungeschickt über das beschlagene Glas. Bevor ich mich entscheiden konnte, ob ich mein Ziel erst erforschen wollte oder mich direkt in Gestalt eines Zweijährigen zeigen sollte, erschien ein kristallblaues Augenpaar, welches vor Faszination und Neugier aufgerissen war, als es den Raben mit den grünen Augen erblickte.
Vor Überraschung entwich mir ein leises, raues Krächzen - die Prinzessin war trotz ihres jungen Alters überraschend hübsch. Belustigt über meine beinahe pädophile Entzückung, da sie gerade mal Zwei war und ich einige Jahrhunderte, schüttelte ich meinen Vogelkopf, löste meine Krallen aus der dünnen Frostschicht und hüpfte näher ans frostblumenüberzogene Glas. Ich wusste nicht, was ich erwartet hatte, dennoch war der Anblick der menschlichen, runden Ohren seltsam und gewohnungsbedürftig, wenn man über ihre Herkunft Bescheid wusste.
Die kleine Sommerprinzessin drückte ihre Stirn an die Scheibe und betatschte diese mit ihren Fingerchen, als wolle sie mich wie ein Spielzeug knuddeln.
Auf eine seltsame Weise fasziniert über den seltsamen Geruch nach Magie und Menschlichkeit, beobachtete ich sie neugierig. Kein Rotz, kein Sabber - nun ja, Schokolade um den verzückt lächelnden Mund, aber ansonsten war das Mädchen wohl nicht ganz so eklig wie der Rest der hirnlosen Menschenkinder.
Ich schloss aus ihrer Freude über einen Raben, dass sie eine Vorliebe für Tiere, Neues und Faszinierendes besaß. Oder für Kuscheltiere. Leicht beleidigt, dass sie meine würdevolle Erscheinung als atemberaubenden Raben nicht schätzte, plusterte ich mein Gefieder auf und sah zufrieden zu, wie ein dumpfer Ausruf der Entzückung aus ihrem Mund drang.
Es wurde Zeit, sich ihr zu zeigen. Ich musste ihr so früh wie möglich das Gefühl vermitteln, ich sei ihr Leben lang da gewesen (was nicht ganz falsch war) und ihr vollstes Vertrauen wert - nicht, dass sie mir später davonlief und nichts von mir wissen wollte. Das würde meine Aufgabe beträchtlich erschweren.
Also drehte ich mich um und stieß mich mit einem rauen Krächzen von der Fensterbank ab, drehte am wolkenbehangenen Himmel eine Runde und setzte dann auf der Veranda des Hauses zur Landung ein.
Ohne untypische Vorsichtigkeit verwandelte ich mich schon einen Meter vor dem Boden in meine wahre Gestalt und landete geschickt mit einem dumpfen Knall. Grinsend fuhr ich mir durch die rote Mähne, wobei einige schwarze Federn hinabrieselten und schaute an mir herab.
Goodfellow, du bist ein Meister.
Obwohl ich eigentlich dauerhaft wie ein Sechszehn- oder Siebzehnjähriger aussah, wollte ich die Kleinkindprinzessin ja nicht erschrecken und hatte somit die Gestalt eines Gleichaltrigen angenommen.
Ich streckte kurz meine kindlichen Glieder um mich daran zu gewöhnen, dann trat ich zur Tür und hämmerte wild daran - die Klingel aus Eisen oder was das für Schrott war, würde ich nicht einmal für irgendeine niedliche Prinzessin berühren.
Es ertönten gedämpfte Stimmen, dann Schritte und schließlich wurde die Tür geöffnet - nur einen Spalt weit, um die Kälte draußen zu halten. In sekundenschnelle hatte ich mir eine Story überlegt, schlang meine Arme um meinen Körper und schaute gespielt zitternd zu der Frau hoch, die mich überrascht ansah.

Kein Wunder, dass Oberon sich kurz an sie verloren hatte - die Mutter des Halbbluts hatte goldblonde Locken, die ihr seidig über die Schultern fielen. Ihre Haut war makellos und hell, die Lippen voll und rot, während mich klare Augen voller Emotionen anstarrten. Kurz entgleisten meine kindischen Züge, doch dann fasste ich mich, schob meine Unterlippe vor und ließ sie zittern - das klappte immer. Kombiniert mit meinem umwerfenden Aussehen musste mich Mrs Chase doch einfach reinlassen. So ein Kind ließ man nicht im Regen stehen!
Und tatsächlich; die Frau schlug sich eine manikürte, grazile Hand vor den Mund und öffnete die Tür, als sie weit und breit keinen Erwachsenen entdecken konnte. Außerdem trug ich rein zufällig ein zerfetztes braunes Hemd mit einer schwarzen, geflickten Jacke und einer dunkelgrünen, zu großen Hose. Also kein bisschen für solches Wetter geeignet.
Mühelos brachte ich meine selten benutzten Tränen dazu, hemmungslos über meine Wangen zu rollen, was der Frau ein mitleidiges Keuchen entlockte. In weniger als drei Sekunden fand ich mich im warmen Haus wieder. »Du armes Kind! Wo sind denn deine Eltern?«, fragte die Menschenfrau besorgt, drückte mir eine Tasse heiße Schokolade in die kleinen Hände und wickelte mich in eine Decke.
Ich brauchte einige Momente, um ein Grinsen zu unterdrücken; Menschen waren manchmal so dumm, dass es schon amüsierte. Wer bitte gab einem Zweijährigen eine Porzellantasse mit heißem Inhalt oder stellte solchen dummen Fragen? In meiner Rolle konnte ich schließlich nicht reden und meine Eltern waren sehr anscheinend nicht da. »'laufen«, nuschelte ich also nur mit zittriger Stimme und wärmte meine Finger an der Tasse. Mrs Chase konnte froh sein, dass ich die Intelligenz eines jahrhundertealten Feenwesens hatte und nicht den für Menschenkinder üblichen IQ eines Toasts. Sonst wäre ich schon kreischend und heulend eskaliert, die Decke wäre in ihrem Gesicht gelandet und die Tasse Kakao auf dem Flur. Nein, ich stellte mich ganz brav an.
Melissa Chase murmelte irgendwas Unverständliches und ich vermutete, dass sie sich über meine nicht exestierenden Eltern aufregte.
Der Auftrag versprach doch unterhaltsamer zu werden, als ich anfangs dachte. Als sie sich umdrehte und irgendeinen »Paul« rief, versteckte ich mein spöttisches, breites Grinsen unter der karierten Decke.
Der Rest ging ganz schnell und war mir unwichtig. Melissa rief Nachbarn an, falls diese etwas wussten, Paul sorgte für mein Wohl und beförderte mich ins Wohnzimmer, während die Prinzessin immer noch nicht auftauchte. Langsam wurde ich ungeduldig und nervös zwischen all dem Eisen. Gerade beendete Melissa ein letztes Telefonat und legte ein seltsames Ding auf den kleinen Holztisch vor meinem Ohrensessel. Es war schwarz und stank nach Fortschritt, hing an einem geringelten Kabel, welches zur naheliegenden Wand führte. Misstrauisch aber doch neugierig, starrte ich es an, bis Melissa, die verzweifelt hin und her lief, meinen Blick bemerkte. Sie lächelte dämlich und blieb stehen. »Dir gefällt's, nicht wahr?« Nein, nicht wahr. »Willst du es mal haben? Aber nicht kaputt machen, ja? Sei ein braver kleiner Junge. Wir finden deine Mutti und deinen Vati schon.«
Oberon, was hast du mir da nur angetan? Mein Blick war eindeutig verzweifelt, doch die Menschenfrau war blind dafür und drückte mir das Fernrede-Dings in die Hand.
Augenblicklich kreischte ich wie am Spieß und schleuderte es mit der Energie eines Kriegers in die Ecke, wo es vom elastischen Kabel zurückgezogen wurde und voller Wucht zurück gegen den Kasten an der Wand knallte. Funken sprühten und Melissa starrte mich schockiert an, doch ich vergrub nur mit einer verzerrten Grimasse die brennenden Handflächen in meinem Schoß. Verdammt nochmal!
Bevor sie mich rauswerfen konnte oder so, schlug ich die Decke beiseite, knallte die Tasse auf den Tisch und sprintete um das Sofa herum, Richtung Treppe. Dabei stolperte ich mehrmals mit diesen pummeligen Kleinkinderbeinen und musste mich an allem Möglichen festhalten, doch mir war nur wichtig, bei der Prinzessin zu sein, bevor mich deren verrückte Mutter noch mit Telefonen umbrachte. Als ich die ersten Stufen hochkraxelte, realisierte Melissa gerade, was geschah und lief mir nach. Verflixter Kinderkörper! Als sie mich fast erreicht hatte, drehte ich mich mit einem wölfischen Grinsen zu ihr und hob eine Hand. »Hat Spaß gemacht, Madam«, grinste ich, genoss den entgeisterten Blick auf ihrem Gesicht und sog den Schein an mich. Oberon hätte mich umgebracht wenn er davon wüsste, doch ich lebte nach dem Motto Was Spitzohr nicht weiß, macht ihn nicht heiß und so kam mir diese leicht zu steuernde Mutter genau Recht. Durch jahrhundertelange Übung in Nutzung von Schein würde sich die arme Frau nicht mehr erinnern können, dass ich so ein Biest war. Während sie mit leerem Blick blinzelte und sich wahrscheinlich fragte, was sie auf der Treppe suchte, kraxelte ich die letzten Stufen lautlos und grinsend hoch.
Schon ganz witzig. Für mich.
Gerade als ich mich umdrehte, um nach Oberons Tochter zu schauen, stand sie plötzlich vor mir. Leicht mollig vom Kinderspeck, der aber vermutlich vergehen würde, sah sie mich neugierig an. Noch war ihr silberblondes Haar kurz, doch es war auch unverkennbar das von König Spitzohr. Ich grinste sie lässig an, während sie den Kopf leicht schief legte.
Mir fiel auf, dass sie sich die Schokolade vom Mund gewischt hatte. Jedenfalls sagte das ihr brauner Ärmel. »Robbie Goodfell«, stellte ich mich vor; Kinder müssten doch wohl ihren Namen kennen. Abgesehen davon, dass mein "neuer" Name nicht sehr kreativ war, gefiel er mir. Schließlich würde sie mich jahrelang so ansprechen und ich wollte meinen Wahren Namen nicht in Vergessenheit geraten lassen. Ihr Kinderhirn schien zu arbeiten, dann hickste sie kurz und streckte mir die winzige Hand hin.
Sie grinste mich scheulos an: »Meghan!«