Wandel der Zeit

GeschichteAbenteuer, Krimi / P12
Bonnie Barstow Michael Knight OC (Own Character)
05.05.2017
06.05.2017
8
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06.05.2017 1.307
 
Als wir zurück in die Werkstatt kamen, konnten wir Bonnie gerade dabei beobachten, wie sie eine Trennwand um ihr „Geheimes Projekt“ platzierte.
Als sie uns kommen sah, zog sie demonstrativ sofort den silbernen Vorhang zu.
Knight zuckte mit den Schultern, und ging zum Computerterminal hinüber.

Das so genannte Terminal bestand aus einer modern ausgestatteten Sitzgruppe mit PC Arbeitsplatz.
Eine zwei Meter breite Leinwand hing an der Wand, auf welcher die von KITT übermittelten Daten, über einen Beamer projiziert zu sehen waren.
So hatten wir nun das Kennzeichen mit den dazugehörigen Daten in Großformat vor uns.
Das Bild wechselte und anstelle des Kennzeichens, war nun das vernarbte Gesicht eines Mannes zu sehen.
„Gonzales.“ Zischte Knight neben mir.
„Du kennst ihn?“ Verwundert drehte ich meinen Kopf.
„Gonzales ist ein Auftragskiller. Ich glaubte ihn eigentlich in sicherem Gewahrsam. Das Problem ist, er hat mit mir und Kitt schon Bekanntschaft gemacht. Vor fünf Jahren haben wir ihn eigenhändig nach San Quentin eingeliefert.“
Knight schien diese Neuigkeit sehr zu beunruhigen, denn er tigerte unruhig vor dem Terminal umher.

„Es scheint Corrados sehr viel wert zu sein, dich aus dem Weg zu räumen. Er hat Informationen über dich eingeholt und ist dabei auf die Foundation gestoßen. Ich kann mir vorstellen, dass er von mir und meinem Wunderauto schon gehört hat. Und deshalb Gonzales angeheuert hat, von dem bekannt ist, dass er mich fast erledigt hat.“
„Fast erledigt?“
„Eine lange Geschichte. Zu lang um sie jetzt zu erzählen. Ich würde vorschlagen, du gehst der Spur einmal nach. Corrados dürfte nun schon davon in Kenntnis gesetzt sein, dass seine Wanze nicht mehr funktioniert.“
Ich nickte kurz zur Bestätigung.

Als ich nach KITTs Türgriff greifen wollte, stürzte Bonnie hinter dem Vorhang hervor.
„Punkt 7 steht Kitt wieder hier. Und wenn du zu Fuß gehen müsstest. Verstanden?“
Schon mit einem Fuß im Auto stehend schaute ich sie verblüfft an.
„Warum?“
„Darum!“
Damit drehte sie sich wieder um, und verschwand hinter ihrer Trennwand.

„Bring ihn besser pünktlich wieder zurück. Mit Bonnie legt man sich lieber nicht an.“
Knights Grinsen sprach Bände.
Ich grinste zurück.

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Im stetigen Rhythmus aufblinkend führte uns das von KITT ermittelte Signal zu seinem Ausgangspunkt.

Es handelte sich hierbei um ein größeres Grundstück außerhalb L.A.s, welches jedoch schon seit Jahren keinen Besitzer mehr aufführte.

Und seltsamerweise konnte KITT das Gebäude nicht durchleuchten.
„Kitt, bist du dir sicher, dass das Signal von hier kommt?“
„200% sicher.“

Ich warf einen verwunderten Blick auf die Voice-Box, über der futuristisch aussehenden Lenksäule.

Das mit blinkenden Knöpfen und Skalen übersäte Armaturenbrett, hatte mir einige Zeit der Gewöhnung abverlangt.
Und nun verwendete KITT einen für unsere Situation mathematisch nicht korrekten Ausdruck.

Dann dämmerte es mir jedoch.

KITT versuchte mal wieder seinen über die Jahre gelernten Humor anzuwenden.
Und den schien er nun wieder mal an mir zu versuchen.
„Das war wohl ein Witz?“
„Sagt man das denn nicht so?“ Fragte er scheinheilig zurück.
„Schlaumeier. Sag mir lieber, wie wir da ungesehen rein kommen.“
Durch das rostige Flügeltor schaute ich hinüber zum Haus.
Nichts deutete darauf hin, dass es bewohnt war.

Die Fensterläden vor den hohen Fenstern waren geschlossen und am Tor befand sich eine dicke Kette, gehalten von einem riesigen Vorhängeschloss.

„Nun das Tor wäre für mich kein Problem. Ich könnte es wie eine Styropormauer durchfahren. Aber ich vermute, dies würde die nicht erwünschte Aufmerksamkeit auf uns lenken?“
„Sag mal, Kitt? Hat dich Bonnie falsch programmiert? Ja das würde es. Ich muss wahrscheinlich wieder alles allein machen?“

Ich verdrehte meine Augen und griff nach dem Türgriff.
„Schalt auf Überwachung.“
Damit stieg ich aus.

Entlang der Mauer streifend untersuchte ich das Gelände nach einer Schwachstelle oder einer günstigen Gelegenheit sie zu übersteigen.
Bald wurde ich fündig.
„Kitt, kannst du ein Alarmsystem ausmachen?“

Fragte ich während ich an der Mauer entlang zur Krone des Baumes hinauf schaute.
„Negativ. Falls es eines gibt ist es deaktiviert.“
Kam es neutral zurück.
Ok.
Dachte ich zu mir selbst.
Nach dem untersten Ast einer Kastanie greifend hangelte ich mich hoch und balancierte über einen ihrer dicken Arme über die Mauer.

Auf der anderen Seite wieder herunter hangelnd, verharrte ich nach dem Sprung erstmal in der Hocke und inspizierte das Gelände.
Nichts bewegte sich. Kein Alarm schrillte auf.
In geduckter Haltung, jede mögliche Deckung nützend, arbeitete ich mich rüber zum Haus. Nun musste ich nur noch einen Eingang finden.

An der Vorderfront war mein Suchen vergebens. Also auf - zur Rückseite.

Als ich gerade die Ecke umrunden wollte, raschelte es im Gebüsch. Ich atmete auf, als ein aufgeschreckter Vogel daraus hervor stob.
„Alles in Ordnung, Mike?“
Nun klang Kitts Stimme besorgt.
Noch immer überraschte er mich mit seiner Kunst Gefühle mit einer Vielzahl von Tonlagenvarianten auszudrücken.

„Mir geht’s gut. Nur so `nen dämlicher Vogel.“ Antwortete ich etwas gereizt.
Ich schien Glück zu haben.
Auf der Hinterseite fand sich eine einfache Türe, die wohl abgeschlossen, doch für mich kein Hindernis darstellte.

Meinen Satz Dietriche herausholend und den passenden auswählend, musste die Türe bald einsehen, dass sie mich nicht am Eindringen hindern konnte.

Ein zufriedenes Lächeln glitt mir über die Lippen, als wenige Sekunden später ein Klicken des Schlosses zu vernehmen war.

„Voila. “ Sprach ich zufrieden zu mir selbst. Im Inneren fand ich mich in der Küche wieder.

Auch hier war alles ordentlich zurückgelassen worden. Nur eine sichtbare Staubschicht zeugte von der langen Abwesenheit eines Menschen.
Falls Gonzales sich wirklich hier aufhielt, schien er die Küche nicht genutzt zu haben.
Eilig durchschritt ich den Gang. Vorbei an etlichen von einer Stange hängenden Kochutensilien.

Im Vorraum fand ich mit Tüchern abgehangene Möbel und eine große Standuhr die schon längst nicht mehr die Zeit anzeigte.
Spinnweben klebten zwischen den auf 1 und 4 stehenden Zeigern.
Ich überlegte gerade wohin ich mich nun wenden sollte, als KITTs warnende Stimme erklang.

„Mike passen sie auf.“ Doch es war schon zu spät.

Jemand packte mich von hinten. Ein Arm legte sich um meinen Hals und versuchte mich zu würgen. Meine Luft wurde knapp, doch noch nahm ich seinen Griff gelassen.

Gekonnt beugte ich mich nach vorn, und mein Gegner flog in hohem Bogen über mich hinweg. Nun startete ich meinerseits zum Gegenangriff.
Hechtete auf den vermutlichen Gonzales zu.
Dieser hatte sich sofort aufgerappelt und stand schon wieder, als ich ihn erreichte. Hart prallten wir aufeinander. Versuchten uns gegenseitig nieder zu stoßen.

Als dies nichts zu bringen schien, traten wir voneinander zurück um dann jeder zu einem Schlag auszuholen.

Ich war etwas schneller, und ließ meinen zu einem Kick ausgeholten Fuß in seine Hüfte krachen. Als er wieder aufzustehen versuchte, verpasste ich ihm einen weiteren vor die Brust.

Im Schein des Lichtstrahls, in den er rückwärts hineinfiel, konnte ich nun Gonzales Narbengesicht erkennen.

Auf seine Hände gestützt schoss er auf einmal auf mich zu, umfasste mich um die Mitte, und zusammen stolperten wir einige Meter nach hinten.
Ein abgehangener Sessel stoppte uns.
Ich purzelte über die Lehne und landete zuerst auf der Sitzfläche, von der es wieder abwärts ging und ich in eine bessere Position gelangte.

Ihn mit der linken Hand niederhaltend, sammelte ich all meine Kräfte, um zum einen Schlag auszuholen und ließ meine rechte Faust auf ihn niedersausen.
Sein Kopf fiel nach hinten, während sein Körper unter mir erschlaffte.
Zuerst ein paar tiefe Züge Luft schnappend, suchte ich dann nach seinem Puls. Regelmäßig schlug mir dieser entgegen.
Er würde nicht lange schlafen.
Mit einem Ruck drehte ich ihn um, und legte ihm Handschellen an. Gut das ich diese noch immer bei mir trug.
„Ok, Kitt. - Wir haben ihn. - Ruf die Polizei.“
Noch immer schweren Atems hob ich nochmals den Comlink zum Mund und sagte im Befehlston: „Und schau, dass du herkommst. Egal wie.“

Gonzales kam tatsächlich bald darauf wieder zu Bewusstsein, ließ sich aber nun problemlos zu KITT führen, welcher schweigend vor dem Gebäude wartete.

Nun durfte Gonzales, wenn auch mürrisch vor sich hinstarrend, auf die Ankunft der Polizei warten.
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