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Wandel der Zeit

GeschichteAbenteuer, Krimi / P12
Bonnie Barstow Michael Knight OC (Own Character)
05.05.2017
06.05.2017
8
10.334
 
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06.05.2017 1.011
 
Die Strahlen der nun schon höher stehenden Sonne wärmten unsere Rücken, als wir Seite an Seite durch die gepflegten Grünanlagen des Anwesens schlenderten.
Rechts thronte erhaben auf der Anhöhe, das alte Gebäude der Knight Mansion.
Knight hatte das Anwesen nach Devon Miles Tod überschrieben bekommen, mit der gesamten Verantwortung, das Lebenswerk und den Wunsch des lange verstorbenen Wilton Knights weiterzuführen und am Leben zu erhalten.

Für Knight war es keine Frage gewesen, dem Wunsch nachzukommen und letzten Willen seines ehemaligen Vorgesetzten zu erfüllen.
Miles war ein großartiger Diplomat gewesen.
Mit Taktgefühl und dem Charme eines englischen Lords hatte er seine Kunden und die Aktionäre der Knight Industries um seinen Finger gewickelt.

Dieser Platz war nicht einfach auszufüllen, doch Knight wollte das Andenken an zwei der großartigsten Männer seines Lebens aufrechterhalten.
Und so wurde die FLAG nun ebenfalls zu seiner Lebensaufgabe.
Knight mied die Räume des mit Antiquitäten eingerichteten Hauptgebäudes.
Er zog das äußere Anwesen oder die Werkstätten als Aufenthaltsorte vor.

Allein zu repräsentativen Zwecken oder zu Feierlichkeiten konnte er es nicht vermeiden die, von ihm als verstaubt bezeichneten Mauern zu betreten.

Meine Gedanken schweiften ein Jahr zurück, in die Vergangenheit, als ich das erste Mal mit Knight aneinander geraten war.
Die Umstände waren mehr als ungewöhnlich gewesen.
Bei einer Razzia einer Nobeldiscothek hatte meine Einheit des Drogendezernats ihn in ihren Focus bekommen, und seine Akte war auf meinen Schreibtisch gelandet.
(Welchen ich auf Grund einer Disziplinarstrafe hatte hüten dürfen.)
Während seiner Anhörung kam die Foundation für Recht und Verfassung zur Ansprache und wurde gründlich erörtert, und nachdem Knight mir zusätzlich überraschend einen Job anbot, fasste ich schnell den Entschluss meinen Arbeitsplatz zu wechseln, um meiner Arbeit nun uneingeschränkter, durch den hinderlichen Bürokratismus nachgehen zu können.

Knight hatte es aufs beste verstanden mir den Mund wässrig zu machen, und mir das Angebot dargeboten, mir alle Freiheiten zu lassen um Corrados zu fassen.

Doch Corrados entpuppte sich als schwierigster Fall in meiner Laufbahn, bis mir Knight vor zwei Monaten seinen Trans Am zur Verfügung stellte und ich feststellen musste, dass dieser schwarze 88iger Pontiac Trans Am (mit dem merkwürdigsten roten Licht aller Zeiten am Kühlergrill) mit einem seiner Zeit weit vorausbefindlichen Computer ausgestattet war.

Doch was er mir darauf noch zu berichten hatte, veränderte meine ganze Welt. Denn genau jener Computer stellte meine Verwandtschaft 1. Grades mit Knight fest. Knight sollte mein Vater sein.

Und genau mit diesem Fahrzeug war ich nun Corrados auf der Spur, welcher an höchster Stelle der Westküsten Drogenmafia saß.
Er war ein unscheinbarer Typ, der sich gern unters Volk mischte.
Einzig sich sicher wähnend, dass niemand sein wahres Aussehen kannte.

Doch ich war mir sicher sein Aussehen zu kennen und den wahren Corrados erkannt zu haben.

Und Knight schenkte mir im Gegensatz zu meinem früheren Arbeitgeber seinen Glauben.

Mit Hilfe seines unglaublichen Fahrzeugs hatte ich mich mehr und mehr in den letzten Wochen an Corrados herantasten können.
Doch letzte Nacht schien etwas schief gelaufen zu sein.
Wieder in die Realität zurückkehrend merkte ich, wie Knight mich prüfend musterte.
Es war nicht das erste Mal.

Ich konnte leicht nachvollziehen mit welchen Gedanken sich Knight täglich auseinander setze. Mir gingen auch etliche solcher Überlegungen durch den Kopf.
Aber die Arbeit hatte erst mal Vorrang.
Erst wenn Corrados für die Menschheit keine Bedrohung mehr darstellte, konnte ich mich vielleicht mit meinen familiären Angelegenheiten befassen.

„Corrados ist nicht wie erwartet aufgetaucht.“ Stieß ich verärgert über meinen Misserfolg hervor.
„Du brauchst dich dafür nicht verantwortlich fühlen. Ein Teil unserer Arbeit besteht nun mal aus Warten. Oft nur langweilig kann sie aber auch nervenaufreibend sein. Lass dich von der Zeit nicht provozieren. Zu schnelles und unüberlegtes Handeln endet meist in einer Pleite.“

Knight schien aus eigener Erfahrung zu sprechen. Hatte er auch seine Pleiten gehabt?
„Ich glaube eher, dass Corrados gewarnt worden ist. Bisher hat er es genossen seinen Handlangern bei der Verteilarbeit zu zuschauen. Doch diese Nacht waren nicht einmal diese
unterwegs gewesen. Ich konnte einige Teens ausmachen, welche in den Räumlichkeiten nach ihnen Ausschau hielten. Mir gefällt dies nicht. Ich habe ein ungutes Gefühl. Corrados hat was spitz gekriegt.“
Knight schüttelte langsam seinen Kopf.
Im selben Moment erklang ein Signal von seiner Armbanduhr.
Knight schien es nach einem kurzen Blick auf die Uhr zu ignorieren, und erklärte dann:
„Kitt hat mir von jeder Observation einen Bericht übermittelt.“
Dass er sogar in ständigem Kontakt mit ihm stand, wusste ich nicht.
„Im letzten fiel mir etwas auf.“
Knight brachte einige Ausdrucke zum Vorschein, auf dem ich einen Ausschnitt von KITTs Überwachungsaufzeichnungen erkennen konnte.
„Hier, - hier und - hier.“
Knight zeigte jedes Mal auf eine andere Stelle.
Doch eines hatten sie alle gemeinsam.
Ein Schatten an meiner Seite, der sich deutlich von anderen Besuchern abhob.
Ich war beschattet worden.
„Kitt hat mir weiter von einem Fahrzeug berichtet, das euch gefolgt ist.“
„Was? Und warum erfahre ich erst jetzt davon? Bin ich nicht vertrauenswürdig genug für euch?“ Brauste ich wütend auf.
Nun schüttelte Knight verteidigend den Kopf.
„Nein. Man hatte dir eine Wanze untergeschmuggelt. Und Kitt versuchte mittels des Sendesignals den Empfänger ausfindig zu machen. Wir mussten uns so normal wie möglich verhalten, um sie nicht merken zu lassen, dass wir es wissen.“
„Ich denke mal ihr seid fündig geworden. Sonst würde ich wohl immer noch als einziger im Dunklen tappen?“
Noch immer verspürte ich Ärger, doch so langsam ebbte er ab. Erst jetzt realisierte ich Knights Worte.
KITT schien das Signal zurückverfolgt zu haben und somit hatten wir nun etwas in der Hand. Wenn nicht Corrados höchstpersönlich die Überwachungsgeräte bei sich im Hause stehen hatte, so musste der Verantwortliche zumindest in Kontakt mit ihm stehen.

Ein weiterer Punkt war das Fahrzeug, welches KITT bis hierher verfolgt hatte.
„Kitt?“
Ich benutzte nun ebenfalls den Comlink an meinem Handgelenk.
„Ich nehme an, du hast es nicht versäumt, dir das Kennzeichen zu merken?“ „Selbstverständlich nicht Mike.“
Kam es prompt von ihm zurück.
„Nun dann würde ich vorschlagen, wir werfen mal einen Blick auf den Besitzer.“

Ich schaute zu Knight, und einen langen Augenblick blickten wir uns in die Augen.
Beide spürten wir das Adrenalin in unsere Adern schießen.
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