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von Sophie86
GeschichteDrama, Romanze / P16
Florian David Fitz OC (Own Character)
02.05.2017
08.08.2017
21
40873
2
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27 Reviews
Dieses Kapitel
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Hallo =)

Ich bin dann wohl die Neue hier .. zumindest in der Florian David Fitz Rubrik. xD

Ich würde mich freuen, wenn es Menschen gibt, die das hier lesen und auch fleißig Kommentare dazu abgeben, sowohl Kritik als auch Lob. Und damit das auch wirklich JEDER tun kann, schalte ich die anonymen Reviews dazu, damit auch NICHT registrierte Mitglieder Reviews hinterlassen können.

Meine Story wird aus zwei Perspektiven erzählt: zum einem aus der von Katharina, zum anderen aus der von Flo. Aus welcher Perspektive erzählt wird, steht jeweils über den Kapiteln und ich erwähne es zuvor auch noch einmal.

Heute wird es Katharinas Sicht geben und damit wünsche ich euch viel Spaß! =)

Liebe Grüße

Sophie

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Katharinas Sicht

Das ist er also – der Beginn meines neuen Lebens …

Das Gefühl hier zu sein, in meinem Heimatland Deutschland, ist für mich befremdlich. Ich wurde hier geboren und doch bin ich hier nicht zu Hause. Was ich dennoch hier mache? Mit meinem alten Leben abschließen. Was ich suche? Frieden – meinen Frieden, den inneren Frieden mit mir selbst.
Ich will vergessen, vergessen was in den letzten Monaten passiert ist, vergessen was mich seit Monaten wie ein Schatten begleitet.
Ich flüchte vor den Dämonen, die mich wie ihr Eigentum gefangen halten, mich nicht mehr loslassen. Und damit mir das gelingt, habe ich alles aufgegeben was ich hatte – mein Leben, meine Familie, meine Freunde.
Niemand weiß wo ich bin. Niemand weiß was in den letzten Monaten vorgefallen ist. Aber um niemanden in Gefahr zu bringen, nur um meinen Allerwertesten aus der Scheiße zu ziehen, bin ich weggegangen. Ich musste diesen Schritt machen – allein.

Mit meinem Koffer durchquere ich die Flughafenhalle in München. Tonnenschwer liegt der Griff in meiner Hand. Mein ganzes Leben befindet sich darin, welches im letzten Jahr nur zu einer Last geworden ist, zu einer Last, die ich kaum noch tragen kann.
Ich lasse die Hölle hinter mir und bete zu Gott, dass sie mich nicht wieder einholt. Schaffen kann ich das nur fernab der Wahlheimat meiner Eltern.
Damals, als ich gerade einmal fünf und mein Bruder acht Jahre alt war, haben unsere Eltern sich entschieden, Deutschland den Rücken zu kehren. Ursprünglich stammt unser Vater aus England, bis er vor vielen Jahren der Arbeit wegen nach Deutschland gekommen ist. Jahre später, im Teenageralter, haben sie mir gesagt das dort alles besser werden würde – in London. Auch wenn meine Eltern das bis heute so sehen, ich teile diesen Blickwinkel seit genau einem Jahr nicht mehr mit ihnen. Alles hat sich geändert … alles.
Vor neun Jahren habe ich meine Ausbildung in der Gastronomie beendet. Ich war Auszubildende in einem Hotel, Hauptschwerpunkt lag bei mir in der Küche und im Service. Bis vor drei Jahren habe ich dort noch gearbeitet, habe viele Fortbildungen absolviert, bis ich mehr wollte. Ich wollte nicht mehr nur Angestellte sein. Ich wollte mich nicht mehr herumkommandieren lassen. Ich wollte auch nicht, dass jemand ständig nach Fehlern suchte, wo keine waren. Ich wollte ich selbst sein und habe mich in einem eigenen Betrieb gesehen.
Mit der Unterstützung meiner Eltern habe ich mir ein eigenes Café aufgebaut, indem ich meine eigene Chefin war. Ich hatte Angestellte – die wohl besten die ich kriegen konnte. Zusammen waren wir ein super Team, bis zu jenem Tag, an dem ich den wohl größten Fehler meines Lebens gemacht habe …
„Vorsicht!“ Erschrocken drehe ich mich zu der Stimme um, als ich im gleichen Moment bemerke, wie meine Füße den Boden verlassen und mein Körper unsanft auf den kalten Fliesen landet. Autsch! „Hast du dir wehgetan? Fehlt dir was?“ Bitte?
„Ich … aua!“ Meine Knie!
„Komm, ich helfe dir hoch“, höre ich die männliche Stimme sagen und sehe eine große, schlanke Hand, die vor meinen Augen auftaucht. So ein Idiot!
„FASS mich nicht an!“, fauche ich zurück, stemme mich mit beiden Armen hoch und stelle mich auf die Füße, als ich einen Koffer aus dem Augenwinkel sehe, über den ich augenscheinlich gefallen bin. Gott, so ein Armleuchter!
„Sorry, ich …“
„Sorry?“, keife ich los und schaue ihn dabei wütend an. „Lässt du deinen Scheiß überall in der Gegend rumstehen? Das ist ja lebensgefährlich!“ Arschloch!
„Kein Grund zur Aufregung. Das war keine Absicht“, versucht er sich zu entschuldigen und tut dabei auf unheimlich charmant, mit seinem Sunnyboylächeln. „Hi, ich bin …“ … ein riesen Idiot, ich weiß!
„Interessiert mich nicht wer du bist!“, weise ich ihn zurecht, sehe wie er sich ratlos mit der Hand durch seine dunklen Haare fährt und wieder sein Sunnyboylächeln aufsetzt. Will der mich etwa anmachen?
„Du hast es nicht so mit Freundlichkeit, oder?“ Nein! Schon gar nicht mit solchen Menschen, die anderen das Genick brechen wollen … davon hatte ich im letzten Jahr wahrlich genügend!
„Das geht dich nichts an!“ Man, bin ich genervt und wenn ich mir meine Leggins genauer betrachte ... Heilige Scheiße! Ein riesiges Loch um mein Knie herum! Dafür wird er zahlen!
„Die ersetze ich dir natürlich.“ Logisch! Das Geld wächst bei ihm wohl an Bäumen!
„Das will ich hoffen!“
„Kann ich dir sonst noch was Gutes tun? Ich mein … du hast recht, ich hätte besser aufpassen müssen und meinen Koffer nicht im Weg stehen lassen dürfen.“ Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.
„Na ja, bevor ich mich schlagen lasse … Zwanzig Euro für die Leggins uuund … dreißig für’s Taxi.“ Wenn er sein Geld unbedingt loswerden will …
„Zwanzig Euro für die Leggins?“, fragt der großgewachsene plötzlich mit hochgezogenen Augenbrauen. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie teuer die war, außerdem ist die mindestens fünf Jahre alt.
„Wären dir dreißig lieber?“, stelle ich als Gegenfrage und halte schon mal die Hand auf, was ihn seufzen lässt und er schließlich in der Gesäßtasche nach seiner Brieftasche greift. Na also, geht doch!
„Hier, sechzig Euro“, sagt er schließlich und drückt mir einen fünfziger und einen zehner in die Hand. „Aber gib nicht alles auf einmal aus.“ Ha, ha! Der hält sich wohl für unwahrscheinlich witzig.
„Werde ich nicht, keine Sorge“, antworte ich Augenverdrehend, hebe meinen Koffer auf, den ich bei meinem Sturz fallen lassen habe, und drehe mich zum gehen um.
„War nett dich kennengelernt zu haben“, ruft er mir nach und drehe mich noch einmal zu ihm um.
„Wo wohnst du denn?“ Es interessiert mich eigentlich überhaupt nicht.
„Hier in München. Wieso?“
„Schade, dann werden wir uns wohl nicht wiedersehen.“ Gott, hoffentlich ist München groß genug, um ihm nicht noch einmal über den Weg zu laufen, denn genau da werde ich in zwei Wochen auch sein, auch wenn München nur für eine Woche mein Zuhause sein wird.
„Wo wohnst du denn?“
„Weit weg von hier.“ … in Augsburg … ab JETZT!
„Schade“, höre ich ihn sagen und sehe wie er mir noch zum Abschied winkt, während ich mich einfach nur umdrehe und versuche, so schnell wie möglich hier weg zu kommen. Sechzig Euro für meine eigene Blödheit – das war ja einfach.

Zehn Minuten später und 14,30 Euro ärmer, steige ich aus dem Taxi aus, welches mich `nach Hause` gebracht hat.
Vor mir erstreckt sich ein riesen großer Wohnblock mit gefühlt tausend Fenstern. Allein die endlose Batterie an Klingeln neben der Eingangstür beweisen, dass das hier kein ruhiges Leben wird. Ich vermisse meine Wohnung in London jetzt schon, in einem drei Parteienhaus mit meinen überaus umgänglichen Nachbarn.
Nun bin ich angekommen – am Anfang vom Ende …
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