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I´m Sorry

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Die Menschliche Fackel / Johnny Storm
01.05.2017
30.07.2017
6
7.043
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01.05.2017 1.046
 
Johnny saß mit seiner Schwester, seinem Schwager und Ben zusammen im Wohnzimmer und sahen auf den Fernseher, der mal wieder einen Bericht über sie brachte.
Die Stimmung war angespannte. Johnny war vor einigen Stunden einfach verschwunden und hatte sich und vier weitere Personen in Gefahr gebracht.
Zwar konnten Sue, Reed und Ben das schlimmste verhinden, aber seitdem war sie Luft wie elektrisiert.
Johnny erkannte, dass es besser war, zu schweigen. Er hatte es versaut. Wie immer.
Schon oft spielte er mit den Gedanken, die Gruppe zu verlassen.
Sue behandelte ihn wie ein kleines Kind, welches ständig kontrolliert werden musste. Reed und Ben kritisierten ständig an ihm und seiner Art herum. Er solle die Situation ernster nehmen und nicht ständig Kinderkram im Kopf haben.
Seit ihrem letzten Abenteuer waren mehrere Wochen vergangen. Sie hatten den Silver Surfer gejagt und schließlich die Welt gerettet.
Aber während sie auf dem Rückweg waren, kamen Johnny Erinnerungen in den Kopf. Wie die anderen von ihn redeten und was sie wirklich von ihm hielten.
Sie konnten ihn noch nie leiden, da er sein Leben so leben wollte, wie er es für richtig hielt.
Johnny wusste, dass es nicht immer das richtige tat, aber es störte ihn nicht.
Obwohl er die ganze Zeit den Boden anstarrte, spürte er die Blicke auf sich.
"Was ist?", grollte er und hob seinen Kopf leicht an. Sue und Reed sahen ihn finster an. "Was hast du dir dabei gedacht? Ich dachte, wir hatten uns darauf geeinigt, dass sowas gefährlich ist", warf Sue ihn an den Kopf. Ben, der neben ihr saß, grinste ihn an. "Ständig und jedes mal musst du dir etwas in den Kopf setzen, was in einem Chaos endet. Jedes mal benimmst du dich wie ein kleines Kind. Du denkst nicht nach und verschwendest auch keinen Gedanken an uns. Durch deinen Leichtsinn hätte uns sonst was passieren können. Wir hätten sterben können."
Sue wurde lauter beim Sprechen, bis sie Johnny anschrie. Reed legte seine Hand auf ihre Schulter und deutete ihr, dass sie sich nicht aufregen sollte.
Aber Sue schüttelte ihn ab und ging auf Johnny zu.
"Aber du wirst dich niemals ändern. Du wirst immer ein Kind bleiben. Manchmal frage ich mich, wieso. Manchmal denke ich, dass es besser wäre, wenn du nicht zu uns gehören würdest."
Sie schwieg und sah ihren Bruder an. Auch Johnny schwieg und nickte ihr zu. Sie hatte ja recht. Immer hatte Sue Recht gehabt.
Reed und Ben starrten ihn an.
Johnny schluckte und senkte seinen Blick. Und schwieg. Ben lachte auf. "Was ist los mit dir? Seit wann verschlägt es dir die Sprache?", spottete er und erhob sich. Sue warf ihn einen Bösen Blick zu, Reed lachte ebenfalls.
Johnny zitterte leicht. Er wollte etwas sagen, aber kein Wort verließ seine Lippen.
Alle sahen ihn an, sodass er aufsprang und das Wohnzimmer verließ. "Johnny", rief Sue ihm hinterher, doch er reagierte nicht.
Mit schnellen Schritten ging er in sein Zimmer und warf die Tür mit einem lauten Knall zu.
Mit einem Fingerschnippen hatte er eine kleine Flamme auf dem Finger und hielt sie an das Schloss. Unter der Hitze schmolz es schnell und wurde fest, nachdem er die Flamme erlöschen ließ.  
Jemand klopfte an seine Tür und versuchte, sie zu öffnen. Sue.
"Johnny", rief Sue und drückte immer wieder die Türklinke nach unten.
"Verdammt", fluchte sie. "Das Schloss ist zugeschmolzen."
Johnny horchte, ob sie einen weiteren Versuch unternahm, die Tür zu öffnen. Er wusste, dass sie die Tür einfach aufsprengen konnte. "Lass ihn doch ein bisschen alleine", schlug Reed vor. "Er will offensichtlich nicht mit uns reden."
Johnny hörte, wie sie dennoch vor der Tür stehen blieb. "Bitte, Johnny", bat sie. "Mach die Tür auf. Es tut mir leid."
Doch er ließ sich zu Boden gleiten und zog sie Beine an seinen Körper. Das zittern übermannte ihn und die Worte von Sue hallten in seinem Kopf wieder. Wenn er nicht zu ihnen gehören würde. Das zittern nahm zu und er schloss die Augen. Sie brannten und verzweifelt versuchte er, die Tränen zu unterdrücken.
Doch nach wenigen Sekunden musste Johnny den Kampf aufgeben und sie liefen ihm das Gesicht hinunter. Ein Schluchzen  verließ seine Lippen und langsam verschränkte er die Arme auf seinen angewinkelten Knien.  Johnny schloss die Augen und atmete mehrmals tief ein.
Aber es brachte ihm nichts. Wieder kam die trauer und drohte ihn zu ersticken. Seine Kehle fühlte sich an, als würde man ihn würgen. Nur mit Mühe schafte er es, Luft in seine Lungen zu pumpen.
"Johnny?", fragte Sue leise und die menschliche Fackel hielt die Luft an. Sue stand immer noch vor der Tür. Er hatte sie vollkommen vergessen. Sie musste ihn gehört haben.
"Es tut mir leid. Bitte mal die Tür auf", bat sie wieder. Johnny schluckte und atmete tief durch. "Geh´", sagte er und legte seinen Kopf wieder auf die Knie.
"Ist gut. Aber bitte rede mit mir", sagte sie, ehe ihre Schritte sich entfernten.

Einen Moment wartete Johnny, bis er sich aufrichtete und langsam zum Bett ging. Müde ließ er sich in die Kissen fallen und wieder übermannte ihn die Trauer. Mit einem Kisser erstickte er die Schreie, die seine Lippen verließen.
Sie hatten ja so Recht. Er nahm dass Leben zu leicht und war offensichtlich nicht in der Lage, ernst zu sein. Aber dies war seine Art. So war er schon immer gewesen.
Es geht ihm Sicherheit, damit niemand ihm zu nah treten konnte. Damit niemand ihn verletzen konnte.
Wie lange er in sein Kissen geschrien und geweint hatte, wusste Johnny nicht, nachdem er aufgewacht war.
Die Decke und die Kissen, auf denen er lag, waren leicht angebrannt.
Müde richtete er sich auf und ging in das Badezimmer, welches er von seinem Zimmer auf betreten konnte.
Als er in den Spiegel sah, blickte ihm ein Mann entgegen, dessen Augen extrem gerötet waren. Seine Haut war blass und die Haare waren verwuschelt.
Er seufzte einmal und zog sich seinen Anzug an. Mit ihm konnte er brennen, ohne dass seine Klamotten darunter leideten.
Leise öffnete er das Fenster und sprang hinunter.
"Flamme an!"
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