Die Bestimmung - Stonefire [Teil 2]

von cosychai
GeschichteRomanze, Suspense / P16
Eric OC (Own Character) Tobias "Four" Eaton
30.04.2017
30.06.2020
50
232.598
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30.06.2020 3.653
 
Ob es nun grausiger war diese Untersuchung an ihm bei vollem Bewusstsein durchzuführen oder dass er wusste, dass er neutralisiert wurde, wenn das vorbei war, war einerlei. Alles daran war grausam und langsam wandte Em sich zu dem Superior herum. Er machte nicht den geringsten Eindruck, als sähe er das wie sie und der Wunsch ihn zu beseitigen wuchs. Jemand, der soetwas mit Menschen machte, hatte das Leben einfach nicht verdient und es war sein Glück, dass sie weder Pistole, noch Messer bei sich trug.
„Das ist unmenschlich“, ihre Brauen zogen sich zusammen und unwillkürliche machte sie einen Schritt auf ihn zu, aber der Lauf einer Pistole hielt sie auf, die in ihre Seite gedrückt wurde. Die Wache, die sie von Stone getrennt und am Boden festgehalten hatte, aber  für den Kerl hatte sie keinen Blick über. Es war der Wortführer, der ihre Aufmerksamkeit besaß und es war er, der sie nun  duldsam ansah.
„Grausamer als das, was ihr macht? Menschen auf eure Weise zu richten? Nein nein nein, bei uns dürfen sie weiterleben ohne eine Gefahr für unsere Sache darzustellen.“
Leben, aber wie! Herrgott, sie wollte keine Grundsatzdiskussion führen, sie wollte überhaupt keine Debatte führen, sondern den Dreckskerl umhauen, die Wachen außer Gefecht setzen und den Agenten mitnehmen, um ihn zu befragen und später der Gerechtigkeit der Ferox zuzuführen. Da bekam man ja richtig Mitleid, wenn man sich das ansah und damit das nicht passierte, sah sie ganz bewusst nicht mehr durch die Scheibe. Die Art der Grausamkeit war einfach nichts für sie, sie war anders aufgewachsen, mit anderen Werten und Ansichten erzogen und nach denen würde sie immer  handeln, wenn sie es konnte! Und sie sah ein, dass der Mistkerl genausowenig von seiner Meinung abrücken würde, er hielt daran fest wie sie an ihrer eigenen und sie hatte einfach keine Lust auf sinnlose Grundsatzdiskussionen. Es brachte nichts und vor allem brachte es sie hier nicht weiter, sie mussten einfach nur zusehen, dass diese Stadt kaputtgemacht wurde, bevor das mit ihrer eigenen passierte; hoffentlich bekam Eric Jeanine dazu, alles fertig zu machen und dann den zentralen Turm doch noch zu sprengen!


Eine Weile lauschte er nur, aber es tat sich nichts und kurzentschlossen packte er Jeanines Arm. Sie würden jetzt in dieses Labor zurückgehen und zuende bringen was sie angefangen hatte, da konnte sie machen und sagen was sie wollte und es war ihm verdammt nochmal gleich, ob es nun ein Todesserum oder ein Vergessensserum war, solange es nur klappte. Vergessensserum wäre zwar besser, denn dann bestand die Chance, dass niemand dahinter kam, dass sie gegen einen nicht existenten Feind kämpften und nicht irgendwann verrückt spielten. Etwa so, wie Jeanine es vorhergesagt hatte, denn es lag einfach ein Körnchen Wahrheit in ihren Worten, doch egal wie, es musste jetzt endlich zum Ende gebracht werden. Ohne Rücksicht auf ihre Pumps oder irgendwas anderes zog er sie neben sich her den Gang entlang zurück und wenigstens hielt sie den Mund, das tat sie ja nur selten und es war wirklich angenehm. Im Labor stieß er sie in Richtung des Tisches, an dem sie zuvor schon beschäftigt gewesen war und auf dem nichts verändert schien, er selbst schloss hinter sich die Tür und lehnte wieder an der Wand, um nach draußen zu lauschen. Dabei behielt er Jeanine im Auge, die sich wieder an ihre Arbeit machte, gut. Jetzt musste er nur noch warten, weiter darauf achten, dass hier niemand reinkam und das dauerte ihm definitiv zu lange, aber... es dauerte eben solange, wie es dauerte und manchmal hatte er sehr viel Geduld. So wie jetzt. Es war ruhig im Raum, nur das gelegentliche Herumgetippe auf der Tastatur, Jeanines Schritte, das Klirren der Laborflaschen und Reagenzgläser, hin und wieder das Surren der Zentrifuge, mehr war war nicht zu hören. Es ging voran, aber es dauerte weiterhin und endlich, endlich war es soweit, wie ihre Stimme unvermittelt verlauten ließ.
„Ich habe es.“
Das waren Worte, die er hören wollte und seine Augen wanderten zu seinen Augenwinkeln hin, ohne dass er den Kopf drehte. Jetzt war nur zu hoffen, dass Jeanine sie nicht alle beschiss und er löste sich aus seiner reglosen Haltung neben der Tür, blieb jedoch dort stehen. Ob es klappte oder nicht würde er jetzt testen und zwar am besten Versuchsobjekt, das ihm je unterkommen würde: An Jeanine selbst. Auffordernd nickte er auf das Serum, das in der Laborflasche viel zu lapidar auf dem Tisch stand und ging langsam auf dieses Biest in Pumps zu.
„Verpass dir eine Dosis.“
Seine Schritte blieben gemächlich, denn solange sie hier im Labor nicht fertig waren, hatten sie alle Zeit der Welt, vorher würde er sie hier nicht rauslassen und auch selbst nicht gehen und ihr Blick sagte ihm, dass ihr die Erwartung auf eine Eigendosis nicht gefiel. Konnte bedeuten, dass das Zeug tödlich war, oder das es nichts brachte, oder dass es ganz genauso funktionierte wie er es wollte, nämlich als Vergessensserum und sie ein paar Geheimnisse hatte, die sie nicht vergessen wollte. So oder so, egal was zutraf, die Aussicht auf eine Quälerei ihrer Person war etwas sehr begeisterndes und das würde er sich nicht entgehen lassen nach all dem, was sie getan hatte, denn nichts geringeres hatte sie verdient. Starr hielt er seine unterkühlten Augen auf sie gerichtet während er weiter auf sie zuschlich, abwartend und auffordernd und ließ mittels seines Blickes keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie diese Dosis in ihren Organismus bekommen würde, egal wie.
„Du machst es oder ich.“
Sie konnte es sich aussuchen, ihm war es egal, allerdings musste ihr klar sein, dass es weit weniger angenehm war wenn er es täte und sie war keine Ferox, die es aushalten würde, wenn er tätlich aktiv würde, auch das lag in seinem Blick und ebenfalls sehr deutlich in seiner dunklen Stimme. Gut, er könnte sie auch mit dem Neurosensor dazu bringen und diese Idee gefiel ihm äußerst gut, besser sogar, weil sie damit gezwungen wurde sich das Zeug selbst zu injizieren und sie genauso wenig etwas dagegen tun konnte. Ob es Nervosität war, das sich da in ihren Gesichtszügen abzeichnete, konnte er nicht sagen und es war ihm schlichtweg egal. Diese Frau samt ihren Gefühlen interessierten ihn nicht, sie war nur noch Mittel zum Zweck und ihre Zeit lief spürbar ab, das sah sie selbst.
„Warum sollte ich? Du erschießt mich so oder so, da kann ich das eine oder andere Geheimnis mit mir nehmen.“
Oh, ja, das könnte sie durchaus! Sie versuchte wirklich immer noch irgendwie zu entkommen, in ihren letzten Zügen, wirklich, das war sogar irgendwie bewundernswert, schade nur, dass es ihr nichts brachte. Verdammt, wie sehr er doch tatsächlich gehofft hatte, dass sie sowas sagen würde, das merkte er erst jetzt, während die Vorfreude in ihm aufkam und er zog die kleine Fernbedienung aus der Tasche, aktivierte mit einem Druck in der Ecke den Neurosensor. Seine Mundwinkel zogen sich nach oben, untrügerisch niederträchtig und es brauchte keiner weiteren Worte, während er begann sie fernzusteuern.
„Eric...“, sie machte den Ansatz den Kopf zu schütteln, wie um ihn zu bitten, dass er das nicht durchzöge, doch sie bekam es nicht hin, dafür aber trat ein Ausdruck in ihre Augen, der sowas wie Entsetzen sein könnte. Tja, nur, dass er ihr das nicht abkaufte, wie betrüblich für sie. Sie war einfach eine zu gute Schauspielerin und er ging nicht darauf ein, sondern machte schweigend weiter, sah zu, wie sie mit jedem Befehl auf der Fernbedienung eine Spritze aufzog, wie sie sie an ihren eigenen Arm hob, den Ärmel nach oben schob und sich schließlich das Serum injizierte. Schön, jetzt mussten sie nur noch abwarten was passierte und zufrieden senkte er die Fernbedienung nach unten, ohne sie wieder wegzustecken.
„Na?“, leicht neigte er seinen Kopf und mitleidlos zuckten seine Mundwinkel, „Tut sich was? Schon irgendwelche Schmerzen, weil es ein Todesserum ist?“
Wenn es eines war, aber Jeanine blieb aufrecht stehen und machte nicht den Eindruck, als würde sie Schmerzen haben, im Gegenteil, ihr ging es augenscheinlich sehr gut.
„Es ist kein Todesserum, es ist was ihr wolltet. Ein Vergessensserum. Es dauert ein paar Minuten, bis es in die Blutlaufbahn und dann ins Gehirn gelangt, um die Synapsen umzuprogrammieren. Nun, und im Wasser potentiert es sich zunächst für ein paar Tage, bis es mit einer Halbwertszeit von ein bis zwei Wochen zerfällt. Das war es doch was ihr wolltet.“
Ja, das hatten sie so gewollt und dass es ein bisschen dauern konnte, bis es im Körper aktiv wurde, wusste er, denn von einer Sekunde zur anderen griff sowas nicht, der Kreislauf musste das Zeug erst durch den Organismus transportieren und schneller als das Blut floss, ging es nunmal  nicht. Weiterhin geduldig lächelte er, verschränkte seine Arme und blieb bequem stehen, während er wartete und Jeanine dabei nicht aus den Augen ließ.
„Also nun doch kein Todesserum.“
Das überraschte ihn nun doch ein bisschen, auf einer Seite, auf der anderen kein noch so kleines Stückchen. Diese Frau war wirklich sprunghaft wenn es auf die letzten Minuten hinauslief, aber ihm war es recht, denn wenn diese Stadt hier erhalten blieb, konnte der Fortbestand aller gesichert werden, so wie sie es erklärt hatte und das ohne den Nebeneffekt, das irgendwann jemand dahinter stieg, dass es überhaupt keinen Feind gab.
„Nun, ich dachte mir, dass es mir egal sein kann was ihr anstellt, wenn du mich sowieso erschießt“, schulterzuckend und wie eine Geschäftsfrau, die ihre letzten Winkelzüge plante, machte sie ein paar Schritte, legte dabei ihre Hände locker aneinander und gestikulierte bei ihren Ausführungen ruhig vor sich hin, „du setzt euch alle dem sicheren Untergang aus, das sollte dir klar sein und ich sehe keinen Grund, warum ich dich daran hindern sollte. Wenn du mich schon ins Grab schickst, kann ich euch wenigstens mitnehmen.“
War das so... ihm war es gleich, welches Gift sie in den letzten Momenten noch zu verspritzen versuchte, er musste nur solange warten bis das Serum bei ihr zu wirken begann, dann würde er hier verschwinden, das Kerngebäude würde in die Luft fliegen und sie alle zurück nach Hause verschwinden. Daran, dass Stone und Em es schafften hegte er keinen Zweifel, aber er brauchte noch etwas, nämlich seine Rückversicherung um heile aus dieser Stadt rauszukommen, nachdem die Hölle losgebrochen sein würde und wieder hob er die Fernbedingung an, dieses Mal um über die Dermasender ein Signal zu übermitteln. Jeanines skeptischer Blick entging ihm dabei nicht, den sie der Fernbedienung zuwarf, aber wie alles andere an dieser Frau war ihm auch das gleichgültig.
„Was hast du jetzt wieder vor...?“
Sie klang vorsichtig, klar, sie musste ja vermuten, dass er sie wieder fernsteuern wollte, aber dieses Mal lag sie weit daneben und abwägend richtete er seinen Blick auf sie. Es gab keinen Grund mehr es ihr nicht zu erzählen, sie würde damit nichts mehr anfangen können.
„Meine Rückversicherung. Du glaubst doch nicht, dass ich ohne sowas hier reinmarschiere... du hast es selbst gesagt, ich bin dein bester Mann gewesen und das bin ich noch – für die Ferox. Nein nein nein...“, er sah auf die Fernbedingung und tippte auf der glatten Fläche herum, um ein Störsignal der Anzeigen ihrer Sender zu verursachen, genau das vereinbarte Zeichen, „draußen steht Verstärkung und wartet nur auf mein Signal. Jeder ist auf seinem Posten und jeder weiß, was er zu tun hat. Und du...“, damit gab er einen neuen Befehl ein und ließ ihre Füße über den Neurosensor am Boden festkleben, dann schob er die Bedienung endgültig in seine Tasche zurück und verschränkte seine Arme, während er Jeanine wieder ansah, „wirst es gleich schon nicht mehr wissen, um es jemandem zu verraten. Und selbst wenn, du kommst hier nicht raus. Du weißt in welchem Gebäude wir uns befinden?“
Es dauerte zwar ein paar Augenblicke, aber schließlich schlich sich ein Verstehen in ihre Augen und entsetzt sah sie ihn an. Sie waren im Kerngebäude, es traf sie mit der Wucht allen Verstehens und hinterhältig zogen seine Mundwinkel sich zu einem Lächeln in die Höhe, während er an ihr vorbeiging und sich das Serum vom Labortisch holte.
„Genau“, es war nicht mal Schadenfreude in seiner Stimme, als er ihr Schweigen bestätigte, „du wirst mit diesem Gebäude in die Luft fliegen und du wirst in ein paar Minuten nicht einmal mehr wissen, dass das passieren wird. Ich weiß, ich habe versprochen mich selbst darum zu kümmern, aber so ist es doch auch ganz nett... und sei beruhigt: Ich lasse den Neurosensor und den Dermasender an deinem Körper, damit sie die Überreste finden, sollte von dir etwas übrig bleiben und damit sichere ich den Fortbestand unserer beiden Städte. Du bist also doch noch zu etwas nützlich, letztendlich.“
Er sah grade noch ihr entsetztes Kopfschütteln, aber er war längst im Umdrehen begriffen und setzte sich zur Tür in Bewegung.
„Eric...! Eric, nein! Das kannst du nicht machen! ERIC!“
Nun, wie sie sah, konnte er doch und zwar, indem er die Tür aufzog – einmal drehte er sich doch noch um und das Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden.
„Ach ja, was deine Familie betrifft. Ich kümmere mich um die richtige Behandlung... ganz im Sinne meines Bruders. Du kennst das ja bereits“, allessagend und dennoch nichtssagend verzog er kurz das Gesicht, dann zog er die Tür auf, trat aus dem Labor und zog die Türe hinter sich wieder zu. Alles was ihm folgte war Jeanines Wutschrei und wirklich, es tat sehr gut. Sollte sie ihr Gedächtnis ruhig in dem Wissen verlieren, dass sie nicht mehr erfuhr was er mit ihrer Familie machen würde und sollte sie jetzt dort stehenbleiben, es geschah ihr Recht nach alldem. Jetzt musste er nur noch das Serum ins Wasser bringen und zusehen, die Zünder an geeigneten Punkten zu platzieren, um sich im folgenden Trubel der Explosion beim Safepoint mit Em und Stone zu treffen. Schien, als würde es endlich mal halbwegs nach Plan verlaufen.


Na endlich! Ja, das war genau das Signal, auf das sie gewartet hatten! Die Punkte, die auf der virtuellen Karte in der Mitte des Laderaumes die Lebenszeichen von Eric, Stone, Em und Jeanine darstellten, unterbrachen ein paar Mal.
„Hier, es  geht los“, Max deutete auf das Flackern der Biosignale, „Eric hat uns angefunkt. Okay, auf geht’s, macht euch fertig!“
Den anderen zunickend stand er auf, griff dabei sein Gewehr neben sich und verließ den Laderaum, ging um den Wagen herum und stellte sich neben Grace, die immer noch die Stadt mit ihrem Fernglas beobachtete.
„Wir haben das Signal. Schon irgendwas zu sehen?“
Er musste nicht selbst durch das Glas sehen um zu erkennen, das sich dort nicht viel tat, die Lichter blieben alle gleich, es dauerte noch bis zur Explosion, aber sie konnten ihre Stellung beziehen und Vorsorge treffen, um den Rückzug der drei, oder vier zu sichern. Nun ja, falls sie Jeanine wieder mitbrachten und falls sie nicht dabei wäre, wäre es kein allzu großer Verlust.
„Nein, alles ruhig.“
Nickend nahm er ihre Worte zur Kenntnis, auch wenn sie das grade nicht sehen konnte und warf einen Blick nach hinten zum Wagen, aus dem Cloe, Mike und Sully mit ihrer Bewaffnung herauskamen. Sie mussten sich jetzt beeilen, denn in diesem Moment müssten seine Leute und Eric dabei sein, die Sprengladungen und Zünder zu platzieren, sehr viel Zeit blieb ihnen jetzt nicht.
„Du bleibst hier“, der Befehl ging an Grace, die nickte, „der Wagen muss startbereit sein. Es läuft wie geplant.“
Was soviel hieß, wie, dass sie zu viert das Abrücken ihrer Leute innerhalb der Abwasserkanäle sicherten, während Grace von hier aus alles überwachte und sie den Rückzug von hier sicherstellte, was hieß, dass sie auch ihren Transporter im Auge behielt damit er nicht möglicherweise gestohlen wurde, sollten sie auffallen und damit sie sofort losfahren konnten, sobald sie hier ankamen und nicht noch unnötig Zeit verloren.
„Alles klar.“
Sie sah nicht mal zu ihm rüber, sondern beobachtete weiter die Stadt und setzte dazu nicht einmal das Fernglas ab, gute Frau. Zu dumm, dass sie keine Ferox war, sie wäre eine verdammt gute Ferox und Max nickte zufrieden, sah nur kurz zu den anderen, deutete mit dem Kopf in die Richtung der Stadt und marschierte mit ihnen zusammen los.
„Wir haben keine Zeit“, knapp warf er seinen Blick von einem zum anderen und erklärte den Plan noch einmal, „wir werden in den Kanälen warten, weit genug fort vom Kerngebäude um nicht von der Explosion erwischt zu werden. Die Ausgänge in das Kanalsystem werden von uns freigehalten, damit Eric, Stone und Em ungehindert flüchten können, Kontakt halten wir über unseren Funk. In die Stadt rein gehen wir nur dann, wenn es sich als unerlässlich erweist und das wäre nur in dem einen Fall, dass einer unserer Leute versagt. Davon gehe ich nicht aus, alle drei sind die Besten, die wir reinschicken konnte, also bleiben wir unten und sichern die Eingänge. Abrücken nur gemeinsam mit den dreien. Grace stellt sicher, dass niemand unserem Standort zu nahe kommt und startet den Transporter, sobald wir nahe genug sind. Alles verstanden?“
Alle drei nickten, er hatte auch nichts anderes erwartet und er machte mit einer Hand eine schneidende Bewegung zur Stadt hin.
„Dann los.“
Damit verfiel er in Laufschritt und Cloe, Mike und Sully folgten unvermittelt in derselben Geschwindigkeit.


Zähneknirschend starrte Em den armen Teufel auf der anderen Seite der Glasscheibe ab, Herrgott... das konnten sie nicht wirklich mit ihm durchziehen! Sie mussten doch irgendwas dagegen tun können, sie mussten ihn doch irgendwie da rausholen können, nicht mal so ein Verräter hatte etwas wie das hier verdient! Verdammt... ihre Augen wanderten herum. Sie konnten nichts tun, es gab nichts, was sie tun konnten, solange sie ihre Waffen nicht zurückhatten und es sah einfach nicht so aus, als würden sie die in den nächsten paar Augenblicken zurückbekommen. Angespannt wanderte ihr Blick weiter zu Stone, der den Ken – Spitzel – ebenfalls beobachtete und immer noch war nichts in seiner Miene zu lesen. Ja, den Namen Stone hatte er wirklich zurecht und er würde ihr einiges erklären müssen, wenn sie hier wieder raus waren. WENN... sie hier wieder rauskamen. Darüber hatten sie noch gar nicht gesprochen, es fiel ihr auf, sie wusste gar nicht was diese Leute jetzt mit ihnen beiden vorhatten und unvermittelt sah sie zum Superior rüber.
„Und?“, halb drehte sie sich in seine Richtung hin, aber es waren wohl mehr ihre Worte, mit denen sie sich wieder seine Aufmerksamkeit sicherte, „Was haben Sie mit uns vor, wenn Sie den Mann lobotomiert haben? Sie klingen nicht so als ob Sie uns töten wollen.“
Aber vielleicht ähnlich wie seinen Agenten hier außer Gefecht setzen, na darauf konnte sie wirklich gut verzichten!
„Mmmm...“, abwägend und als ob er noch keine vernünftige Idee hatte wog er seinen Kopf, „kommt Zeit, kommt Rat. Erstmal kümmern wir uns um unseren fehlgeleiteten Agenten, dann sehen wir weiter. Gehen lassen können wir Sie natürlich nicht so einfach, genauso wenig Ihre Genossen, dir hier irgendwo herumstreunen.“
Na klasse, noch was auf das sie gut verzichten konnte, aber sie schwieg und hörte weiter zu, vermutlich genauso wie Stone ihm zuhörte, denn von ihrem Bruder war nicht mal das Rascheln seiner Kleidung zu hören, er musste vollkommen reglos dastehen.
„Machen Sie sich auf einen längeren Aufenthalt in einem unserer...“, der Superior ging ein, zwei Schritte auf sie beide zu und schwenkte dabei langsam und amüsiert seine Hand durch die Luft, als suche er nach der passenden Beschreibung, „Gästequartiere bereit.“
„Gästequartiere!“
Fassungslos brach es aus ihr raus und sie schüttelte den Kopf, das konnte er doch nicht ernst meinen!
„Gefängnis trifft es wohl eher!“
Davon war sie überzeugt, es konnte sich nur um ein Gefängnis handeln, alles andere wäre idiotisch und unverantwortlich, das wusste er mit Sicherheit und am liebsten würde sie ihm sein Lächeln aus dem Gesicht schlagen, machte einen Schritt vorwärts in seine Richtung, denn weiter kam sie nicht. Eine schwere Hand landete auf ihrer Schulter, aber es war keiner der Wächter, sondern Stone, der sie zurückhielt; er stand dicht hinter ihr und es war seine leise Stimme, die in ihr Ohr drang.
„Lass gut sein, Macy, das führt jetzt zu nichts. Beherrsch dich.“
Ernsthaft!? Wirklich jetzt!?
„BEHERRSCHEN!“, fassungslos schlug sie seine Hand weg und drehte sich wieder zu ihm herum, starrte ihn erbost an, das konnte er nicht wirklich so meinen, dazu fiel ihr einfach nichts weiter ein und entgeistert schüttelte sie den Kopf. Nein, dazu konnte sie wirklich nichts sagen, es gab einfach nichts dazu zu sagen, was auch!? Sie sollten sich jetzt hier rauskämpfen und zwar mit allem, was sich ihnen als Waffen bieten könnte, aber stattdessen standen sie hier nur rum und redeten. Reden! Als gäbe es nichts Wichtigeres, so kannte sie ihn nicht, er war doch sonst ein Mann der Tat, genauso wie Eric, und stand nicht nur in der Gegend herum!
„Verdammt, was ist eigentlich los mit dir?“, wieder den Kopf schüttelnd trat sie einen Schritt von ihm zurück um ihn von oben bis unten zu mustern und dabei ließ sie ihn sehen, dass sie so wie er sich verhielt, nichts mit ihm anfangen konnte, weder als Ferox, noch als Bruder, „Worauf wartest du eigentlich?“
Sie konnte sich keinen Reim draus machen und gereizt stemmte sie die Hände in ihre Seiten – da gab es einen plötzlichen Knall, ohrenbetäubend laut und der Boden bebte, sämtliche Einrichtungsgegenstände wackelten und sogar die Scheibe vibrierte. Erschrocken riss sie ihre Hände nach oben, balancierend um nicht den Halt unter den Füßen zu verlieren, leicht in die Knie gehend und sah sich hektisch um. Die Explosion und es war noch nicht vorbei! Die Wachen brüllten los, wieder explodierte etwas und wieder, kaum, dass die erste und zweite Explosion vorbei waren; einer der Männer griff sich den Superior, der andere knallte seine Hand auf den Knopf, der die Tür öffnete und hielt seine Waffe auf sie selbst und Stone gerichtet und es war die offensive Stimme ihres Bruders, die an ihre Ohren drang.
Darauf habe ich gewartet!“


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Tut mir leid, dass es im Moment alles so lange dauert, aber ich habs euch versprochen, es geht weiter, egal wie lange es dauert :)
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