Das Mädchen mit den gelben Augen

von ayne
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Ashallayn "Ash" Darkmyr Tallyn OC (Own Character) Robin "Puck" Goodfellow Rowan Sage
30.04.2017
12.03.2018
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Langsam strich ich mir mit meinen zierlichen Fingern, einer meiner langen, pechschwarzen Strähnen aus dem Gesicht und fixiere mit meinen gelben Augen jede einzelne Bewegung, jede einzelne Faser, jeden einzelnen Muskel des atemberaubenden Tieres und schlich mich mit meinen nackten Füßen geräuschlos an das Tier heran. Das majestätisch, silberne Fell und die lange Mähne glitzern im Mondlicht noch intensiver und das Horn des Tieres begann leicht silbern aufzuleuchten. Leise atmend versuchte ich mit meinen hektischen Schritten keinen Mucks von mir zugeben und verstecke mich, mit schnell pochendem Herzen, hinter einem Baumstamm. Der enge Stoff meines schwarzen Kleides schmiegt sich wie Schatten an meinen dünnen Körper und ließ mich mit der Nacht verschmelzen. Das Einzige was mich zu Verraten droht sind meine leuchtend gelben Augen und meine schneeweiße Haut. Vorsichtig lugte ich vor der rauen Rinde des alten Baumes hervor und riskierte einen Blick auf das prachtvolle Tier. Seine schwarzen Augen fixieren sich auf das leuchtende  Wasser vor ihm und leise tippt es mit seiner dunkelen Hufe auf das Wasser. Ich konnte hören wie das Wasser beginnt zu schallen und dieser wundervolle Ton ließ mich für einen kurzen Moment meine Augen schließen. Mein Mund öffnete sich etwas und ich atmete geräuschlos aus. Als der Ton verklungen ist konnte ich ein lautes Wieren wahrnehmen und  ich schlug meine gelben Augen ruckartig auf. Warmer Atem streifte meine kühle Haut und ich konnte es schnauben hören. Überrascht weiteten sich meine Augen als die  weiche und warme Schnauze des Tieres sanft meine Nase berührte. „Hey süße…“, sagte ich leise mit meiner hellen Stimme und hebe langsam meine zierliche  Hand um sie vorsichtig auf die warme Schnauze zulegen. Es sah mich sanftmütig an und geht wieder ein paar Schritte zurück. Ein kleines Lächeln huscht über meine Lippen und mit leichten Schritten komme ich aus meinen Versteck hervor. Das Tier geht wieder mit hocherhobenem Haupt  zum kleinem Teich und legte sich dort hin. Gerade als ich zu ihm gehen wollte hörte ich plötzlich etwas an mir vorbei zischen. Geschockt verkrampfte sich alles in mir als ich sah, dass das Einhorn getroffen wurde. Es wirrte schmerzerfüllt auf und der Kopf des Tieren zuckte ruckartig nach oben. „Nein!“, rief ich panisch und rannte sofort zu dem Tier.  Achtlos ließ ich mich auf den schneebedeckten Boden fallen und versuchte mit zitternden Händen den vereisten Pfeil aus dem Tier zu ziehen. „Das wird kurz wehtun…“, flüsterte ch leise und legte beruhigend meine Hand auf den warmen Bauch des Tieres und die andere auf den eiskalten Pfeil. Mit einem schnellen Ruck zog ich den Pfeil raus und warf ihn auf den Boden. „Na sieh mal einer an. Das ist ja mal eine Überraschung.“, hörte ich eine tiefe Stimme hinter mir und ich drehte mich sofort um. Das warme, silberne Blut des Einhorns lief mir über meine dünnen Finger und tropfte in den Schnee. Ich sah in das Gesicht eines Jungens der nicht gerade schlecht aussah. Hohe Wangenknochen, eisblaue Augen, blasse Haut und schwarze Harre. „Man Rowan was hast du wieder angestellt?“, hörte ich nun plötzlich eine weitere Stimme und ein Rascheln im Gebüsch. „Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht einfach verschwinden sollst?“, sagte die gleiche Stimme und ein Junge der identisch aussah wie der andere, ich glaube sein Name war Rowan, kam hervor. Überrascht blieb er stehen und schien zu erstarren. Nein, etwas ist ander an den beiden. Ah, die Augen, die von dem andern sind silbern und nicht eisblau. „Na Brüderchen, auch mal da?“; fragte Rowan mit spöttischer Stimme und klopfte wohl seinem Bruder auf die Schulter. Meine Finger gruben sich krampfhaft in den kalten Schnee und ich sah die Beiden misstrauisch an. „Was ist den hier los?“, höre ich nun eine dritte Stimme und auch als dieser ankam blieb er wie angewurzelt stehen. Dieser hatte dunkelbraune Haare die schon fast schwarz aussahen und grüne Augen die wie Eis aussehen. Sonst hat er auch so hohe Wangenknochen und eine blasse Haut wie seine Brüder. Nun wurde mir bewusst wer sie sind und mein Blick wurde nun wütend. „Warum habt ihr das getan?“, sagte ich wütend mit meiner hellen Stimme und sie sahen sich gegenseitig verwundert an. Prinz Sage war der erste der sich zu Wort meldete: „Ich muss mich für das Verhalten meiner Brüder entschuldigen.“ Seine Miene wurde ernst und ich stand langsam auf. Ich mustere alle drei und ich musste leider bemerken, dass mich Prinz Rowan interessiert musterte. „Sei kein Spießer Sage, es ist dich nicht so schlimm , dass wir jetzt ein Einhorn getötet haben.“, sagte dieser mit etwas Spott in der Stimme und sofort fauchte ich wütend: „Ihr hattet nicht das Recht dazu Prinz!“ „Und wer gibt dir das Recht dazu so mit uns zu reden?“, konterte Prinz Rowan zurück und sah mich belustigt an. Wut kochte warm in mir und ich ballte meine Hände zu Fäusten. „Rowan genug.“, wollte Ash sagen und legte beruhigend eine Hand auf Rowan`s Schulter doch dieser schüttelte sie ab. „Nur weil ihr Prinzen seit nehmt ihr das Recht dazu ein Tier zu töten, welches nicht mal die Möglichkeit hatte sich zu wehren? Und dann wollt ihr mir unter stellen so mit euch zu reden?“, fragte ich ihn mit bedrohlich leiser Stimme und ging ein paar Schritte auf sie zu. Mit hochgezogen Augenbrauen mustern sie mich belustigt doch ich fand das gar nicht zum lachen. Gerade als ich Prinz Rowan eine rein würgen wollte hörte ich ein schwaches Wirren. Panisch drehte ich mich was mir meine Haare ins Gesicht fegen ließ und sah vor mir das sterbende Einhorn das immer glasigere Augen bekam. Sofort ging ich hektisch zu ihr und kniete mich wieder elegant in den kalten Schnee. Ich legte meine warme Hand auf ihre weiche, leicht rosige Schnauze und schloss traurig meine Augen. „Wir werden uns in einem anderen Leben wieder sehen. Deine Seele wird vom Körper weichen, du wirst aber wieder geboren. Schlaf schön süße.“, flüsterte ich leise und bevor sie für immer schlief hauchte ich ihr noch einen sanften Kuss auf die Nüstern. Eine gefrorene Träne lief mir aus meinen brennenden Augen und ich versuchte meine bebende Lippe wieder zur Beruhigung zu bringen. „Keiner hat so was verdient.“, sagte ich so leise, dass dies niemand verstehen konnte und vergrub meine schmerzenden Finger in meinem samtigen Stoff meines Kleides. Plötzlich spürte ich einen Schlag an meinem Hinterkopf und dann wurde alles schwarz.
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