Alibi ~ BIGBANG/NYONGTORY/GRI

GeschichteRomanze / P12 Slash
27.04.2017
10.05.2017
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Schwer und träge fühle ich meinen Körper im Bett liegen. Der Geist schon wach, die Augen jedoch noch geschlossen. Gefangen in den kostbaren ersten Sekunden des Tages, in denen man nichts spürt, außer ein eigenartiges Glücksgefühl und das Gefühl von Leichtigkeit. Als ich mit flatternden Lidern meine Augen öffne, brauche ich erst einige Sekunden, um einen milchig weißen Schleier vor meinem Sichtfeld wegzublinzeln. Nur langsam erkenne ich den orangenen Bezug meines Kopfkissens vor mir und spüre,wie mein Kopf tief eingesunken in dem Kissen ruht. Im nächsten Moment nehme ich meine Gliedmaßen wahr, die, wie es scheint, nur eine leere Hülle sind, an die sich meine schwere Bettdecke angeschmiegt hat.
Das nächste was ich wahrnehme ist das leise Surren der Klimaanlage und wie der erste Gedanke an diesem Tag ist, dass ich mich nicht bewegen will. Nicht das, und schon gar nicht aufstehen. Es ist zu gemütlich...
Das laute klingeln meines Telefons lässt mich Sekunden später so heftig zusammenzucken, dass ich meine Hand bewege und der ganze Zauber vorbei ist.
Verdammte scheiße, denke ich schlecht gelaunt und schmeiße mich unter lautem Grummeln auf die andere Seite. Die Decke ziehe ich mir bis zum Kinn nach oben und starre das Telefon am anderen Ende des Raums mit hasserfüllten Blicken an. Geh aus du blödest Mistding! Na los!
Schrill und viel zu laut schreit das Telefon mich an, doch endlich aufzustehen und den Hörer abzunehmen. Doch keine Chance, meine Augen schließen sich nach dem fünften klingeln sogar noch einmal.
Doch selbst gefühlten zwei Minuten später, will es immer noch keine Ruhe geben. Wer zum Teufel hat da so eine gute Ausdauer? Wenn es jemand wichtiges wäre, dann würde man versuchen mich auf dem Handy zu erreichen.  Warum? Warum muss das passieren, wenn ich gerade aufwache?
Im selben Moment in dem ich genervt meine Augen aufschlage und aus dem Bett steigen will, gibt mein Telefon endlich Ruhe.
„Echt jetzt?“, schnaube ich entrüstet und werfe diesem Ungetüm aus der Hölle erneut einen hasserfüllten Blick zu, doch als Antwort schreit es mich lauthals an.
„JIYONG!! VERDAMMT WO STECKST DU WIEDER!?“
In der Sekunde, als ich die Stimme erkenne, die mir auf den Anrufbeantworter schreit, wandelt sich mein Blick von hasserfüllt zu erstaunt geweitet.
„Warum ist dein Instagram Account auf einmal nicht mehr privat? Komm schon, du hast gesagt, dass keiner diese peinlichen Tanzvideos von mir sieht!! Und den ganzen Rest! Was ist in dich gefahren? Und wo zur Hölle steckst du? Warum gehst du nicht an dein Handy? Maaaan Jiyong...“, Seungris Stimme wird auf einmal verzweifelt leise. „Du hättest wenigstens vorher Bescheid sagen können. Oder... keine Ahnung. Bitte mach das schnell wieder rückgängig. Vielleicht ist noch nicht ganz alles verloren. Sag bescheid, wenn du was gemacht hast!“
Was zur Hölle war das?
„Wovon spricht er denn wieder?“, frage ich seufzend und taste mit meiner Hand auf dem Nachttisch herum, um mein Handy zu nehmen. Besagtes findet sich leicht und blendet mich direkt, als ich den Bildschirm entsperre.
„Aaah man...“  Ich brauche dringend ein neues Handy. Der Regler für die Helligkeitserkennung ist bei meinem jetzigen kaputt und mit Sicherheit werde ich irgendwann erblinden, wenn das weiter so geht.
Als die Bildschirmhelligkeit mit zwei Fingerbewegungen dann auch heruntergefahren ist, muss ich verdutzt mit ansehen, wie mein ganzer Bildschirm voller Benachrichtigungen ist. 43 Anrufe in Abwesenheit, 20 SMS, 94 Nachrichten auf Social Media Plattformen, sowie 210 bei anderen Nachrichtendiensten.
Okay? Das ist seltsam. Über Nacht bekomme ich normalerweise nie so viele Nachrichten.
Mit schnellen Bewegungen tippe ich auf der Plexiglasscheibe herum, die das Display schützen soll. Mit fliegenden Augen beschaffe ich mir einen Überblick. So gut wie jeder in meinen näheren Umfeld hat versucht mich irgendwie zu erreichen. An der Spitze davon steht mit weitem Vorsprung Seungri und in jeder Nachricht kann ich das Wort 'Instagram' erkennen.
Stirn runzelnd öffne ich die App. Ich kuschele mich weiter in meine Decke, als ich gespannt auf den Bildschirm schaue, der mir für eine ungewöhnlich lange Zeit nur ein weißes Bild zeigt. Hmpf.
Nichts ahnend schließe ich die App und öffne sie noch einmal.
Na geht doch.
Zu sehen ist meine übliche Instagram Seite. Ein süßes Profilbild von mir, Bilder und Videos von mir und Freunden und Seungri. Alles wie i...
Was zum...
Mein Herzschlag verdoppelt seine Geschwindigkeit von einer auf die andere Sekunde. Mit dem aufrufen meines letzten Posts sehe ich auf einmal 600.000 Likes und 109.382 Kommentare. WHAT THE FUCK?!? Mit einem schnellen Versuch ein Foto zu posten, bemerke ich, dass ich aus meinem Account geschmissen wurde, und das bedeutet „MEIN ACCOUNT IST ÖFFENTLICH!? WHAT THE FUCK!? WHAT! THE! FUCK!!!!“
Mit einem mal sitze ich kerzengerade in meinem Bett und hämmere auf das Display ein.
„WARUM GEHT DIE SCHEISSE NICHT!?“
Mit rasendem Herzen gebe ich Nickname und Passwort ein um mich in diesen verdammten Account einzuloggen, doch nur eine Fehlermeldung wird angezeigt.
„WAS!?“
Meine Finger zerbersten bald das Glas, als ich es erneut versuche und wieder scheitere. Verdammte scheiße, warum muss mir so was immer passieren!?
„Aaaaaaah, man!“ Unter wütendem Schnauben schmeiße ich das Handy hinter mich aufs Bett. Es hat sowieso keinen Sinn. So wie ich die Fans kenne, haben sie schon alles gesehen und die Fotos und Videos zu abertausenden Malen gespeichert. Nur... die ganzen Bilder von Seungri!
Mit einem Schwall von schlechtem Gewissen, der mir die Kehle zuschnürt, klaube ich mein Handy wieder hervor und wähle die Nummer meines kleinen, blonden Freundes.
Mit einer Mischung aus Wut und Angst in mir, warte ich geduldig bis seine Mailbox anspringt.
„Shit... Okay Jiyong, ganz ruhig... Dein privater Instagram Account ist auf einmal öffentlich. Du kannst dich nicht einloggen, was bedeutet, dass jemand das Passwort geknackt haben muss, und es geändert hat... Ich muss den Boss anrufen...“  Der muss schon völlig außer sich sein... Viele Dinge, die auf diesem Account zu sehen sind, sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt!
Mit dem unelegantesten Sprung den die Welt je gesehen hat, verlasse ich mein Bett und ziehe mir Jogginghose und Shirt über, bevor ich seine Nummer wähle. Ich kann einfach kein Gespräch mit ihm führen, wenn ich nur in Unterwäsche im Bett sitze. Es wäre komplett falsch.
Irgendwie... Ich bin schon intelligent. Anstatt Instagram zuerst alles zu melden, rufe ich Seungri an und jetzt meinen Boss... Zum Glück werden mir alle wichtigen Entscheidungen abgenommen, alleine wäre ich wohl nicht überlebensfähig.
„Hallo? Jiyong?“
„AH! Yang Hyun-suk! Du hast es bestimmt schon mitbekommen, mein Insta-“
„Instagram Account wurde von uns übernommen, ja.“
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