You'll never leave your lover

von Asera
OneshotDrama / P16 Slash
McCree Reaper Soldier:76
26.04.2017
26.04.2017
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„You’ll never leave your lover, no you’ll never leave your lover
I need you like no other, no I’ll never find another”
Echos – Leave Your Lover

(als musikalische Untermalung: https://www.youtube.com/watch?v=PURp-73jgjs )


Für Jesse begann es unbewusst während der ersten Mission, wo er nicht dabei sein konnte, weil ihn eine Grippe niedergestreckt hatte, die im züricher Hauptquartier reihum ging. Sein Boss nahm dafür Enrico und Pedro zu dem Einsatz mit. Es ging nicht darum, dass Jesse nicht mitkommen konnte. Er wollte sogar mitgehen obwohl er krank war. Das was ihm wirklich stank war, dass Reyes persönlich ihn von der Mission abgezogen hatte. Unteranderem waren Enrico und Pedro Schwachköpfe sondergleichen, auch wenn sie 2-3 Jahre älter als er waren. Sie kamen nicht mal annähernd an sein Talent ran, das kotzte den jungen Jesse McCree noch mehr an. Besonders weil dies ein Kompliment seines Bosses ihm gegenüber gewesen war. Es setzte dem ganzen noch die Krone auf. Außerdem war das Wort seines Chefs innerhalb von Blackwatch höchstes Gesetz. Obwohl sich Jesse manchmal quer stellte, vertraute ihm Gabriel Reyes und sein Vertrauen bekam man nicht einfach so. Er konnte sich darauf wirklich viel einbilden.
Seine Gefühle schwankten irgendwo zwischen Wut, Verzweiflung und Enttäuschung. Man hätte auch sagen können, dass die Pferde mit ihm durchgingen oder er sich einfach immer noch ihn der pubertären Phase befände, obwohl er 20 war. Er wäre auch stur geblieben und trotzdem mitgegangen, hätte sein Chef nicht veranlasst, dass das gesamte Hauptquartier ein Auge auf ihn werfen solle, damit er dies nicht tat. Unter dem Begriff „das gesamte Hauptquartier“ verstand sich natürlich, dass Reyes Ana darum bat auf seinen Schützling aufzupassen. Schlimmer hätte es ihn nicht treffen können. Er hatte nun die „Mutter des Hauptquartiers“ an der Backe kleben, auch wenn er mochte Ana Amari. Sie war eine gute Lehrerin und am liebsten verbrachte er mit ihr die Zeit im Trainingsraum oder bei Zielübungen. Durch ihr Training wurden seine Fähigkeiten und sein Talent intensiver gefördert, worum ihn Enrico und Pedro schon ein wenig beneideten. Die beiden nannten ihn immer „Reyes‘ Schützling“ um ihn damit zu necken. Doch jetzt wo er krank war, bemerkte er, dass Captain Amari nicht nur Agentin bei Overwatch ist, sondern auch Mutter und das ließ sie ihn spüren. Irgendwo war er auch froh drum. In ihr sah er eine Mutter, die er nie hatte. Aber gerade war Jesse einfach nur unheimlich von ihr genervt. Nein, er war von allem und jedem genervt.


In einem Moment der Schwäche war er Captain Amari entwischt. Er hatte sich auf eines der Dächer des Hauptquartiers zurückgezogen und wartete dort. Der Transporter würde bald da sein. Von dem Dach aus konnte er gut auf die Landezone sehen. Irgendwann traf der Transporter auch ein und landete. Als er den ihm bekannten Mann mit seinem schwarzen Hoodie sah, macht sein Herz einen Sprung. Ihm ist nichts passiert. Er hatte sein Gepäck über seine linke Schulter gelegt. Jesse konnte auf atmen. Er bemerkte, dass neben Ana Amari, die ebenfalls auf seinen Boss wartete, sich Jack Morrison, der Strike-Commander von Overwatch, dazu gesellt hatte. Er fing seinen Boss auf den Weg in das Quartier kurz ab, da er ihn unverzüglich in sein Büro orderte, wenn Reyes sein Gepäck weggebracht hatte. Er ging ohne zu zögern weiter und nickte dem Commander als Antwort zu. Die Beiden tauschten einen kurzen Blick miteinander aus, bevor sich Ana Gabriel anschloss und ihn ein Stück begleitete. Selbst ein Blinder würde erkennen, dass seit einiger Zeit etwas zwischen Jack und Gabriel lief. Doch nicht Jesse, er sah es nicht.
Sofort verließ der junge Blackwatch-Agent das Dach und machte sich auf den Weg in das Büro seines Chefs, welches für ihn immer offen war. Jesse würde ohnehin versuchen das Schloss knacken zu wollen, wenn es nicht so wäre. Teilweise fungierte das Büro von Reyes auch als Aufenthaltsort der Blackwatch-Agenten. Was man an der provisorisch eingebauten Küche, einem Billiardtisch, einer Dartscheibe und einem Sofa sehen konnte. Sein Boss besaß natürlich einen Schreibtisch, der sich ebenfalls in diesem Raum befand und ordentlich aufgeräumt war. Natürlich war Jesse bewusst, dass sein Boss dem größten Teil seiner Arbeit in seiner Unterkunft nachging statt im Büro. Aber Hauptsache sein Boss hatte ein Arbeitszimmer. Er hatte sich schnellen Schrittes zu dem Büro des Bosses gemacht, aber er sich nicht verausgabt und trotzdem raste sein Herz. Er schob es einfach auf seine angeschlagene Gesundheit. Der braunhaarige, junge Mann legte sich auf das Sofa, starrte zur Decke und tat so, als würde er schon lange hier warten. Als sich die Tür öffnete und jemand in den Raum eintrat, wich der Blick des jungen Blackwatch-Mitgliedes nicht von der Zimmerdecke.

„Schon zurück?“, kam es von dem Jungen, den er den Klauen der Deadlocks entrissen hatte. Er klang kühl, aber Gabriel wusste, dass er sich die ganze Zeit über Sorgen gemacht hatte. Außerdem hörte er aus seiner Stimme heraus, dass er immer noch gesundheitlich angeschlagen war. Warum hörte dieser rebellische Bengel nie darauf, wenn es um seine Gesundheit ging? „Ich war drei Tage weg und du solltest dich ausruhen. Wir fliegen in drei Wochen zu einem Einsatz in Mexico. Nur wir zwei und ich möchte, dass du dann wieder fit bist, Jesse.“ Er schenkte ihm keinen Blick, auch nicht als er sich vom Sofa erhob und mit einem unverständlichen Murren aus dem Raum verschwand. Seine raue Stimme klang harscher, als er es eigentlich wollte. Aber sein Schützling würde sonst nicht auf ihn hören. Jesse eilte sofort zu Angela Ziegler, der Ärztin seines Vertrauens, und bekam nach ewiger Bettlerei irgendeine Wundermedizin, die ihn in wenigen Tagen wieder auf die Beine bringen würde.
Die Tür fiel ins Schloss und Reyes atmete zum ersten Mal richtig durch, bevor er sich an seinen Schreibtisch setzte und den Computer einschaltete. Er sollte so schnell wie möglich seinen Missionsbericht beginnen. Aber davor sollte er noch einmal zum Strike-Commander und ihn über den Verlauf der Mission kurzgefasst in Kenntnis setzen, bevor er den vollständigen Bericht auf den Schreibtisch bekam. Trotzdem wollte sich Gabriel erst einmal hinsetzen. Er stellte seine Tasche ab und ließ sich in seinen Bürostuhl gleiten. Er strich sich mit einer Hand übers Gesicht und seufzte. Er atmete noch einmal tief durch, bevor er sich wieder erhob und sein Büro verließ. Alles zerrte im Moment an seinen Nerven und er freute sich einfach diese Nacht wieder neben Jack liegen zu können. Aber auf der anderen Seite schwenkten seine Gedanken zu jemand anderem und er hasste sich dafür jeden Tag ein Stück mehr. In letzter Zeit hatte er oft diese Gedanken. Gabriel versuchte es zu verdrängten, mal wieder, und steuerte Morrisons Büro an.


Mexico, 3 Wochen später.

Ihr Auftrag bestand darin, eine kleine Gruppe von Mitgliedern der Deadlock-Gang aufzumischen und ans Messer zu liefern. Gabriel wollte Jesse dabei haben, weil er sich gut auskannte und er ihm vertraute. Enrico und Pedro waren wirklich Schwachköpfe. Er sollte in nächste Zeit darüber nachdenken sein Personal „aufzustocken“. Es war der Erfolg bei ihrer Mission, die den beiden einen Drink auf der Terrasse einer Bar schmackhaft machte. Der Himmel war in den Farben des Sonnenuntergangs getaucht und auf den Tischen des Lokals flackerten Windlichter, die zur entspannten Atmosphäre beitrugen. Sie unterhielten sich ein wenig, lachten und feierten ausgiebig ihren Erfolg, aber irgendwann erstarb das Gespräch. Auf den Straßen, die jetzt schon einigermaßen durch Laternen erhellt wurden, spielten noch einige Kinder Fußball. Sie wirbelten den Staub der Straße auf, als sie von ihren Müttern gerufen wurden und nach Hause rannten, wo ein warmes Bett wartete. Gabriel erinnerte es ein wenig an seine Kindheit, aber er versuchte nur sich von seinem Partner abzulenken, der ebenfalls am Tisch stand.
Jesse starrte hingegen in sein Glas, um sich abzulenken und zum Glück war seine schweigsame Art bereits bekannt. Das Verhältnis zwischen ihm und seinen Boss hat sich in den letzten Wochen ein wenig verändert. Ihm war auch nicht entgangen, dass er sich in der Gegenwart des Blackwatch-Anführers nervöser verhielt als sonst. Trotzdem bewahrte er in kritischen Situationen einen kühlen Kopf, auch wenn er ihm schwer fiel. Irgendwas stimmte nicht, aber er tat es als Hirngespenster ab und nahm einen Schluck seines Drinks. An diesem Abend blickte Jesse ein wenig zu sehr ins Glas und Gabriel beschloss irgendwann mit ihm zurück zu ihrem Hotel zu gehen. Am nächsten Tag würden sie abreisen, die Mission war erfolgreich gewesen. Sie kamen im Hotel an und begaben sich auf ihre Zimmer. Jesse taumelte mehr schlecht als recht den Flur entlang und blieb an seiner Tür stehen, die genau gegenüber zu Gabriels lag. Dieser starrte auf die Türklinke, was sein Schützling aufgrund seiner Statur nicht sehen hätte können. Der Braunhaarige kramte indessen nach dem Zimmerschlüssel, steckte ihn ins Schloss und drehte um. Er hielt inne und drehte sich noch einmal kurz zu seinem Boss um. Er wollte sich für den Abend bedanken und seinem Chef eine gute Nacht wünschen. Doch er kam nicht dazu. Reyes hinderte ihn daran überhaupt etwas zu sagen, indem er seine Lippen mit dem seinen versiegelte. Jesses Herz schlug ihn bis in den Hals und er bemerkte, wie er langsam in sein Zimmer gedrängt wurde und wie der Alkohol sein Übriges tat. Das Feuerwerk der Gefühle benebelte in dieser Nacht die Sinne beider und irgendwo war den beiden klar, dass es nicht bei einer bleiben würde.
Ab diesem Ereignis wurden nächtliche Besuche seines Boss‘ keine Seltenheit. Jesse wusste zwar, dass es falsch war zumindest gegenüber, da er langsam dahinter kam, dass Gabriel und Jack mehr als nur Freunde waren. Aber es fühlte sich für ihn auch richtig an oder er konnte ab da nicht mehr zwischen richtig und falsch unterscheiden. Er verlor sein Urteilsvermögen komplett bei dieser Sache. Sie verschleierten ihr Geheimnis und versuchten so unauffällig wie möglich zu sein. Damit kamen sie auch ganz gut durch. Jesse wurde nicht mehr bevorzugt, als vorher auch schon und wurde weiterhin von Captain Amari unterrichtet. Es war auch nichts neues, dass er sich viel in Reyes‘ Gegenwart aufhielt. Gabriel fühlte sich entspannter und ausgelasteter seit der Mission in Mexico. Er sah, dass es Jesse damit gut ging und so war es bei ihm ebenfalls.


Sibirien, Krisengebiet, 6 Monate später

Mal wieder sollten sie die Drecksarbeit machen, wofür sich Overwatch zu fein war, zumindest empfand es Jesse so. Ihr Missionsziel war die Evakuierung aller Bewohner eines kleinen Dorfes abseits von jeglicher Zivilisation. Eine Tagesfahrt lag vor ihnen, weswegen sie ihr Nachtlager in einem zerstörten Gebäude aufschlugen. Gerade hielten Enrico und Pedro Wache, damit sich ihr Boss und sein Schützling für einige Stunden ausruhen konnten. Sie lagen Rücken an Rücken einen Raum entfernt und nur eine Wand trennte die beiden von den anderen. Der Braunhaarige hörte Gabriels schwache Atmung, weswegen er davon ausging das er bereits schlief. Er konnte nicht schlafen, blieb aber weiter still liegen, da er seinen Boss nicht aufwecken wollte. Er bekam die letzten Nächte wenig Ruhe, weil ihn Schuldgefühle, die wegen der ganzen Sache an seinem Gewissen nagten, den Schlaf raubten. Genauso wie in dieser Nacht. Zum einen hatte er Mitleid mit Jack, da dieser nichts von allem hier wusste. Er wollte sich auch nicht ausmalen, welche Schmerzen es ihm bereiten würde. McCree konnte ihm nicht in die Augen sehen, wenn sie sich im Flur über den Weg liefen. Zwar hielt er nie etwas von dem Goldjungen der UN, aber er war zumindest in diesem Teil menschlich, dass er Mitleid für ihn empfand. Auf der anderen Seite, wusste er, dass Gabriel den Strike-Commander nie verlassen würde. Diese Tatsache tat ihm wahrscheinlich viel mehr weh. Was konnte er schon bieten? Er war noch so jung. Irgendwann wird die ganze Fassade auseinander brechen und Jesse wird wissen, dass er niemals jemanden finden würde. Jemand, dessen Gefühle er nicht derartig erwidern könnte. Die Erkenntnis ließ sein Herz beinahe vor Schmerz zerreißen. Es würde nicht mehr lange dauern, nicht mehr lange. Schließlich hatte er in seinem Leben schon immer den Kürzeren gezogen und damit leben müssen. Zum Glück erlösten ihn die anderen beiden Blackwatch-Mitglieder davon, weiterhin wie versteinert da zu liegen mit dem verzweifelten Versuch zu Schlafen. Er nahm seinen Cowboyhut und setzte ihn auf.


Jesse konnte sich an diesen Moment erinnern an dem alles zu kippen begann. Es war diese eine Mission, die einen großen Tribut forderte. Er selbst war nicht dabei gewesen. Sein Boss war erneut mit Pedro und Enrico losgezogen. Diesmal in einer Nacht und Nebel Aktion, da sie sehr wichtige Informationen über Talon bekamen und sich sofort auf den Weg machten. Zu Beginn war er wütend gewesen, verdammt wütend, als er am nächsten Morgen aufwachte und das Büro von Gabriel leer vorfand. Er erinnerte sich daran, als wäre es gestern gewesen, wie er an der Landefläche stand. Dunkle Wolken hatten sich über dem züricher Hauptquartier versammelt und kurz darauf fing es an in Strömen zu regnen. Seine Kleidung war binnen weniger Minuten durchnässt. Aber er konnte sich nicht rühren. Die Luke des Transporters öffnete sich und McCree stand einfach nur da. Als die beiden Liegen mit den schwarzen langen Plastiksäcken vorbei rollten, versteifte sich seine Haltung noch mehr. Ihm war klar, wer sich darin befand. Enrico und Pedro oder das was von ihnen übrig geblieben war, wurden an ihm vorbei gerollt. Kurze Zeit darauf trat eine andere Person aus dem Transporter und ging ohne zu zögern an ihm vorbei. Er konnte in seinem Gesicht keine Gefühlsregung erkennen. Er hatte das Gefühl, als würde man ihm die Luft wegnehmen. Sein Herz blieb stehen, genauso wie er selbst. Er blieb im Regen stehen an diesem grauen Tag und spürte auch nicht, wie Ana ihm eine Hand auf die Schulter legte.
Er und Gabriel wechselten kaum Worte miteinander. Auch nicht, als sein Boss spät in der Nacht in sein Zimmer kam, mit ihm das Bett teilte und vor Morgengrauen verschwand, um zu Jack zurück zu gehen damit es nicht auffiel. Gabriel benutzte diese ganze Sache nur noch als Mittel zum Zweck, um Stress zu entgehen. Auch wenn es falsch war, seinen Schützling so derart zu benutzen, wollte er sich davon ablenken was in letzter Zeit schief lief. Aber die Schuldgefühle ließen schnell nach, die letzte Mission hatte sein Wesen zu sehr verändert. Die nächtlichen Besuche fanden nach dieser Mission noch eine ganze Weile statt, bis sie langsam nachließen und er gar nicht mehr kam. Captain Amari erzählte Jesse eines Tages, sie hätte Gabriel aufgeweckt als dieser auf dem Sofa in seinem Büro geschlafen hatte und würde sich Sorgen um ihn machen. Der Braunhaarige zuckte nur mit den Schultern. Er wüsste nicht, was mit seinem Boss los wäre, sagte er ihr. Von da an häuften sich Streitigkeiten zwischen Jack und Gabriel, die sich lauthals hinter verschlossenen Türen abspielten und durch mehrere Flure zu hören waren oder sogar vor den Augen einiger Mitglieder eskalierten. Der Blackwatch-Anführer verließ sein Arbeitszimmer irgendwann gar nicht mehr, was Jesse daran bemerkte, dass die Tür abgeschlossen war.
Ignoriert zu werden tat unsagbar weh. McCree fühlte sich nicht beachtet und wusste nicht wohin er mit diesen Gefühlen sollte. Bevor er jedoch völlig daran kaputt ging, vertraute er sich Ana an. Sie war immer so gut zu ihm gewesen. Er schätzte ihre Verschwiegenheit. Auch wenn sich die Situation im Hauptquartier langsam verschärfte, half Amari ihm dabei etwas runterzukommen. Als sie auf einer Mission nicht zurück kam und für tot erklärt wurde, riss es Jesse komplett den Boden unter den Füßen weg. Eines Nachts packte er seine wenigen Sachen, die er hatte und verschwand. Er ließ alles hinter sich, zumindest glaubte er das.


Pearl Harbor, verlassene Lagerhalle, 6 Jahre später.

Die Luft war kalt und der Mond schien hell am wolkenlosen Firmament. Sein Griff um Peacekeeper verfestigte sich immer mehr, auch wenn er in die Ecke gedrängt wurde. Er saß in der Falle. „Verdammte Scheiße“, fluchte er. In seinem Mund konnte er noch die Reste der letzten Zigarre schmecken. Es war ruhig, zu ruhig für seinen Geschmack. Der schwarze Rauch, der den Raum ausfüllte, begann ihm die Luft abzuschneiden. Das Blut in seinen Adern gefror. Die Vergangenheit holte ihn nun doch ein. . Er war kein Mensch mehr, schon lange nicht mehr. Ob er es jemals gewesen war? Ihm schossen so viele Gedanken durch den Kopf, aus denen er unsanft gerissen wurde. Er konnte den kalten Lauf der Schrotflinten förmlich auf seiner Brust spüren. Der Tod blickte ihn durch die zerkratzte, weiße Maske, die ein schwarzer Mantel umrahmte, an und erhob seine Stimme, die nicht menschlich klang. „Hast du mich vermisst?“
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