We were not born in sin

von Eternity-
KurzgeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
Kyo Shiranui Sanosuke Harada
25.04.2017
25.04.2017
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Inspiration: The Lumineers-Sleeping on the floor.
Ich empfehle dieses Lied in Begleitung mit dem One-shot zu lesen, um ein besseres Gefühl für die Stimmung des Erzählten zu bekommen.
Ich freue mich über Reviews und Favoriteneinträge - aber ganz besonders über mehr Geschichten mit diesem Pairing (Warum shiped das keiner? xD')
Grüße aus dem fernen Japan :)

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Sie waren in dieses Geisha-Haus eingebrochen – weiß Gott warum. Vielleicht war es das Adrenalin gewesen, das in dem Moment durch Haradas Körper gerauscht war, als Shiranui diese absolut bescheuerte Idee zur Sprache gebracht hatte.
„Kommt davon, wenn sie uns nicht reinlassen wollen“, folgte auf „komm schon“. Und dann waren sie einfach um das Gebäude geschlichen. Wie betrunken musste man bitte sein. Gelächter folgte auf absolute Ernsthaftigkeit. Die Mauern waren definitiv zu hoch gewesen – zumindest für einen Menschen. Shiranui hatte ihn umständlich nach oben gehievt. Und dann einfach von der Mauer gestoßen. Harada war viel zu erschrocken gewesen, um auch nur einen Mucks von sich zu geben. Gelandet war er definitiv nicht auf den Füßen, aber in diesem Moment ging es nicht um elegante Bewegungen und schnelle Reflexe…die sie ohnehin nicht mehr hatten.

Eine Geisha hatte sie sofort entdeckt und leise gelacht als er und Shiranui sich darüber stritten, welche Richtung sie nun gehen sollten. Die vielen Monate des gemeinsamen Reisens hatten ihre Rivalitäten zu absurden Streitereien über Stöckchen und Steinchen werden lassen. Einmal waren es Blumen gewesen… Die waren einfach weiß gewesen – Shiranuibehauptete bis zum jetzigen Zeitpunkt noch, dass diese kleinen Straßenblumen hellblau gewesen wären.

Das sanfte Gelächter der Geisha hatte sie beide aufgeschreckt. Harada sprang dermaßen plötzlich auf die Füße, dass Shiranui, der sich über den ehemaligen Shinsengumi-Krieger gelehnt hatte um seinen Standpunkt („Links ist definitiv ein Eingang“) deutlich zu machen, keine Zeit hatte, der Schädeldecke des anderen auszuweichen, ohne sich selbst zum Affen zu machen und auf den Allerwertesten zu landen. So kam es, dass sie beide mit einem Schmerzlaut auseinandergingen und jeder in eine andere Richtung schaute, während sie sich gegenseitig verfluchten. Hatte die Wirkung des Alkohols bis zu diesem Moment noch nicht zur Gänze eingesetzt, tat sie dies nun definitiv. Was dadurch verdeutlich wurde, dass Harada ein paar wackelige Schritte in Richtung seines Gegenübers machte, nur um kurz darauf über einen Teichstein zu fallen.

Shiranui deutete der Geisha zu, zu warten und machte sich daran Harada wieder auf die Füße zu holen. Und da standen sie nun einen Augenblick später – Haradas Arme um Shiranuis Hals. Das Lachen der Geisha verstummte während der Grinser des Dämons immer breiter wurde. Harada murmelte irgendetwas Unverständliches und lehnte sich mit seinem ganzen Gewicht gegen den anderen. Goldbraune Iriden trafen auf violette. Warum waren sie beide noch gleich hier eingebrochen?
Die Geisha wartete schweigsam. Ein Blick in ihre Richtung genügte, um Shiranui zum Schmunzeln zu bringen und Haradas Arme um seinen Hals zu lösen. Mit einem Protestlaut küsste der ehemalige Shinsengumi-Krieger sprichwörtlich den Boden.
„Du Irrer“, folgte auf „Bleib gefälligst stehen, du Arsch!“, folgte auf „Kyo!!“. Doch zu Haradas Entrüstung ging der Dämon einfach weiter und ließ sich von der Geisha zu einem freien Raum führen.

Es kam Harada vor wie eine halbe Ewigkeit, als seine Füße endlich die gewollten Bewegungen ausführten und der Garten für einen kurzen Moment mal nicht schwankte wie auf dem Schiff, auf dem sie Wochen vorher ein paar Nächte verbracht hatten…Er wollte diese Tage aus seinem Gedächtnis streichen…Seekrankheit hatten die Segler das genannt…Shiranui hatte ihn Tag um Tag damit aufgezogen, dass der Eimer sein Schlafkissen geworden war…
Wie auch immer – jetzt musste er erstmal diesen Arsch finden, der ihn hatte hier einfach liegen lassen. Was für eine Frechheit. Für einen kurzen frustrierenden Augenblick dachte er daran, einfach in einen anderen Raum reinzuplatzen und sich den erstbesten Sake zu schnappen, den seine Augen erfassten…definitiv keine gute Idee. Das war definitiv nicht der Sinn hinter diesem Einbruch…
Das Gebäude zu umringen dauerte irgendwie Ewigkeiten. Und dann fand er weder eine Spur von der Geisha noch von diesem hinterhältigen Dämon. Betrunkene wankten an ihm vorbei – die hatten auch keine bessere Balance…

Irgendwo erklangen hohe Frauenstimmen, gefolgt von einem viel zu bekannten, tiefen Lachen. Kurz blieb er stehen und versuchte die Stimmen einer Richtung zuzuordnen. Verdammt war das schwer in diesem Zustand. Alles hörte sich irgendwie gleich an: das Rumgeheuleder Betrunkenen, die sexuellen Lustschreie, das Gelächter und das Klappern der Schuhe auf dem Holzboden des Geisha-Hauses.Harada beschoss einfach weiterzugehen und zu hoffen, dass sein Begleiter noch weiterhin die Menge unterhalten würde.
Keine Minute hatte es gedauert, bis er den Raum gefunden hatte und beinahe von Shiranui, der mit einer Geisha um den Hals, rückwärts aus dem Zimmer gestolpert war, angerempelt wurde. Ein kurzer Blick in das Innere des Raumes genügte, um feststellen zu können, dass zwar die Geisha von vorhin verschwunden war, allerdings andere Frauen den Platz eingenommen hatten und seinen Begleiter noch mehr Alkohol anboten…

„Wo warst du denn so lange, Ha-ra-da?“

Missmutig starrte der Shinsengumi-Krieger auf die Geisha, die ihm einen verwirrten Blick zu warf.
„Die freie Luft genießen“, antwortete er knapp, was allerdings weder Sinn ergab noch die Geisha beruhigte, die nun vorsichtig ihre Arme von Shiranuis Hals löste und dabei noch immer den Blickkontakt mit Harada hielt.
„Sir?“, wurde Harada von einer anderen angesprochen, die ihm einen Sakekrug entgegenhielt. Augenblicklich erhellte sich sein Gemüt. Der Ärger, der ihn plötzlich überkommen war, verschwand und machte der Erheiterung Platz. Vergessen war Shiranui und diese Geisha. Nach dem Sakekrug greifend setzte er sich in das Innere des Raumes zwischen zweien Frauen, die ihn augenblicklich zig Fragen stellten – so neugierig.

Der Alkohol floss schon wieder in Übermaßen. Und irgendwann hatten sie die Zeit vergessen und die Strapazen…und die Frauen…und die Distanz zwischen ihnen. Die Geishas hatten eine nach der anderen den Raum verlassen. Sich höflichst verabschiedet und ihnen noch einen schönen Abend gewünscht. Synchron, wie einstudiert, hatten sie ihnen eine nach der anderen zugenickt, die Sakekrüge in die Hand genommen und wieder und wieder einander zugeprostet. Dazwischen war wieder einmal ein Streit ausgebrochen, den sie beim Verlassen der letzten Geisha plötzlich abgebrochen hatten.

Und irgendwann waren sie beide aneinander gelehnt, verstummt und mit ihren Gedanken in vergangenen Zeit hängen geblieben. Als sich die Morgendämmerung langsam ankündigte, verließen sie beide das Zimmer und setzen sich nach draußen, um die erröteten Gesichter in der sanften Morgenbrise abzukühlen.
„Wohin als nächstes?“, fragte der Shinsengumi-Krieger.
Seufzend zuckte Shiranui mit den Schultern.Die Müdigkeit machte sich langsam breit und der Alkohol benebelte ihre Sinne überdeutlich.
„I-Ich will deinen Clan s-sehen“, murmelte Harada.
Ein Grinsen bildete sich auf Shiranuis Gesicht, während sie sich beide plötzlich viel zu intensiv ansahen.
„Du willst unbedingt sterben, hm?“, erwiderte der Dämon.
Ihre Schulter berührten einander, als Harada zu lachen begann, jedoch einen Moment später wieder verstummte.
„Ich sterbe nicht“, gab er daraufhin zurück.
Shiranui hob skeptisch eine Augenbraue.
„Du bist bescheuert“, warf Harada hinterher.
„Und du betrunken“, gab Shiranui zurück.
Die letzten Gespräche verstummten plötzlich und der Garten wurde in sanftes Mondlicht gehüllt. Sie lachten beide, bevor Harada am Halstuch des anderen zog und sich ihre beiden Lippen versiegelten – im Einverständnis des anderen.
Ihre Lippen löste sich sanft voneinander. Und noch immer hielten sie den Blickkontakt aufrecht.

Was auch immer das zwischen ihnen war – keiner der beiden wollte darüber reden. Und es war vollkommen in Ordnung.

Für den Moment.
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