Ich kann Leben, aber niemals ohne Dich...

GeschichteDrama, Romanze / P18
Florian David Fitz
24.04.2017
02.08.2019
58
121629
12
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben,

da bin ich wieder und heute beginnt die Fortsetzung von `Ich kann verzeihen…aber niemals vergessen`. Ich hoffe ihr hattet genauso erholsame Osterfeiertage wie ich;)

Ich würde mich wahnsinnig freuen, auch neue Leser mit auf die Reise von Flo und Caro zu nehmen und freue mich natürlich über jedes Review, über Favoriteneinträge oder Empfehlungen genauso sehr wie über Kritik. Wie bei der ersten Story sind auch hier wieder anonyme Reviews zugelassen, von daher muss man nicht auf FF angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen;)
Mir ist durchaus bewusst, dass ich keine allzu starke Schreiberin bin, desto mehr habe ich mich natürlich über den Erfolg des ersten Teiles gefreut;). Also scheut euch nicht mir einen Kommentar zu hinterlassen, denn auch ich freue mich sehr wenn ich was von Euch zu lesen bekomme;)

Wie bei der ersten Story wird auch diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was jedoch zu Beginn eines Kapitels erwähnt wird.

Grundsätzlich wäre es für neue Leser von Vorteil, den ersten Teil zu lesen, auch wenn wir hier gerade mit dem ersten Kapitel einen kleinen Rückblick erhalten, allerdings nur aus Sicht von Florian. Sollten dennoch Unklarheiten bei neuen Lesern auftauchen so stehe ich natürlich sehr gerne zur Verfügung und dürft mir Fragen zur Story gerne als Kommentar hinterlassen oder schreibt mich einfach per privater Nachricht an;)

Sooo, dann starten wir und wünsche Euch ganz viel Spaß beim Lesen;)

Das erste Kapitel ist aus Sicht von Florian!

Liebe Grüße

Eure Valentina
…………………………………………………

Flo`s Sicht

167 Tage ist es nun her dass Caro sich auf die Suche nach ihrem Leben gemacht hat.
Somit lebe ich bereits 167 Tage in der Ungewissheit ob ich sie jemals wieder sehen werde.
Der Abschied Ihrerseits, die Nachricht und das folgende Telefonat versetzen mich auch jetzt noch in eine Art Schockstarre. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich an jenem verhängnisvollen Abend nicht bei Ihr geblieben bin. Aber hätte ich diesen Schritt verhindern können? Keine Ahnung.
Kann man einen Menschen überhaupt aufhalten, wenn er der festen Überzeugung ist das richtige zu tun? Nein, ich denke nicht. Erst recht nicht, wenn es sich um einen Menschen wie Caro handelt, die es nie geschafft hat, mit der Vergangenheit zu leben. Vielmehr kämpfte sie mit dieser, anstatt sie einfach zu akzeptieren.
Niemand hat von Ihr erwartet, dass sie den Übergriff seitens Conrad einfach vergisst. Es war Ihr eigener Anspruch dies aber tun zu müssen. Doch es war der falsche Weg.
Sie sollte doch einfach nur lernen, die Vergangenheit zu akzeptieren und wie ein Mahnmal in sich zu tragen. Das alleine hätte gereicht. Aber jene Worte konnte ich nie an sie richten…sie ist geflüchtet.

Doch die Erde drehte sich weiter, auch ohne Caro. Die vergangenen 167 Tage versuchte ich meine Sorgen um Sie in Arbeit zu ertränken, was mir auch gelungen ist. Jetzt, Ende Mai, steht mein Drehbuch und befinden uns bereits in den letzten Absprachen in Bezug auf den Drehbeginn.
Trotz allem gab es Rückschläge, in denen mich meine Gefühle überrollt haben und denke hier schwer schluckend an Silvester. Den Jahreswechsel verbrachten wir auf einer Finka in Mallorca. Colten und Chrissi waren ebenfalls mit dabei, genau wie mein engster Freundeskreis zu denen ich die beiden mittlerweile auch zähle. Hier brach ich ein und habe meinen Tränen kurzzeitig freien Lauf gelassen, Colten und Chrissi ging es nicht anders. Der Grund war ganz einfach. Alle drei hatten wir die Hoffnung, zum Jahreswechsel ein Lebenszeichen von Ihr zu erhalten, aber vergebens.
Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir nur, dass Sie damals einen Flug nach Lissabon genommen hat, von dort aus verlor sich Ihre Spur. Colten vermutete, dass dies nicht Ihr Endziel war. Vielmehr ging er davon aus, dass sie irgendwo in den weiten der USA untergetaucht ist.
Auch für ihn war es ein Schock, als Caro von heute auf morgen verschwand. Er hält seit 167 Tagen die Stellung in der Dance-Akademie zusammen mit Caro´s Eltern.

Keiner hatte mehr damit gerechnet und umso krasser war der Moment Mitte Januar, als ich eine Nachricht einer mir unbekannten Nummer erhalten habe.
Es war nur ein Bild…ohne Worte…auf dem Bild war Caro zu sehen.
Das Bild wurde aus einer weiten Entfernung gemacht. Es zeigte Caro, wie sie mit einem Cowboyhut im Sonnenuntergang auf einem Hügel saß und in die Ferne sah, was mir klar machte, dass sie, egal wo sie grade ist, nicht alleine war. Ob mich jedoch diese Erkenntnis nun schlussendlich beruhigt, kann ich bis heute nicht sagen.
Colten und auch Ihre Eltern haben genau dasselbe Bild erhalten. Während Colten und ich versuchten mehr anhand dieses Bildes zu erfahren, so schwärmten Ihre Eltern über die schöne Landschaft, in der Ihre Tochter `Urlaub` macht. Denn wie nicht anders zu erwarten, hat Caro es auch damals spielend geschafft, Ihren Eltern einen Bären aufzubinden. Ihre Mutter, genau wie Ihr Vater, gehen bis zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass Caro sich einfach nur eine Auszeit genommen hat um neue Ideen zu sammeln.
Einzig und alleine die Handynummer brachte uns zu diesem Zeitpunkt neue Erkenntnisse und Colten`s Vermutung richtig war. Sie ist in den USA. Natürlich haben wir versucht zurückzurufen, aber vergebens, vermutlich hat sie es sofort nach Versenden der Bilder ausgeschaltet.

So warteten wir weiter und es fast 30 Tage dauerte, bis wir das nächste Bild von ihr erhalten haben und es auch der Moment war, wo ich mit Tränen in den Augen kämpfe.
Dieses Bild war anders als das erste.
Es zeigte Caro, wie sie mit einem Cowboyhut auf einem Koppelzaun saß und die Pferde im Sonnenuntergang beobachtete. Während das erste Bild aus großer Entfernung gemacht wurde, so war sie bei diesem Bild näher. Es zeigte mir das erste mal auf, dass sie auf den richtigen Weg ist. Sie sah besser aus als an jenem Tag, als ich sie das letzte mal gesehen habe.
Colten ist sich seither sicher, dass sie in Montana ist, aber uns auch hier schnell klar wurde, dass es keinen Sinn hat sie zu suchen geschweige denn zurückzuholen. So haben wir wieder angefangen zu warten auf ein neues Lebenszeichen Ihrerseits.

Dieses kam dann Anfang April und es der Moment war, wo ich bei dem Anblick des Bildes ein Lächeln im Gesicht hatte.
Wieder war es ein Bild, auf dem sie einen Cowboyhut aufhatte und lachend mit einem Halm im Mund im hohen Gras lag. Es war solch ein bezauberndes und echtes lächeln, dass mir das Herz aufgegangen ist und Colten bei dem Anblick Rotz und Wasser geweint hat vor Stolz.
Keiner weiß wirklich WO sie ist, keiner weiß wirklich WER bei Ihr ist, aber alle wissen wir, dass es ihr immer besser geht und jeder die Hoffnung hat, dass sie Ihr Leben findet. Wobei meine größte Hoffnung nicht nur darin besteht, dass sie ihr neues Leben findet sondern dieses dann auch mit mir teilt. Ich vermisse sie. Jeden Tag…jede Stunde…jede Minute vermisse ich sie.

Drei Bilder an denen ich meine ganze Hoffnung aufhänge. Hatte ich anfangs oft das Gefühl, dass ich der Auslöser für Ihren tiefen Fall war, so wurde mir nach und nach, auch nach einem langen Gespräch mit Colten klar, dass dies nicht so ist. Vielmehr geht Colten davon aus, dass sie gegangen ist um für eine gemeinsame Zukunft zwischen Ihr und mir zu kämpfen. Er denkt, dass sie versucht, ihre Vergangenheit zu akzeptieren und ein Leben sucht, wo sie genau mit dieser Leben kann…und hoffentlich auch mit mir.
Colten`s Freundin Chrissi hat das plötzliche Verschwinden wie aus heiterem Himmel getroffen und war kurz vor einem Zusammenbruch da sie die Welt nicht mehr verstanden hat, so das Colten sie zur Seite nahm und ihr lange und schonend erklärte, was Caro in der Vergangenheit damals in Boston zugestoßen ist. Chrissi kannte zu diesem Zeitpunkt nur die halbe Wahrheit, wusste nur, dass etwas vorgefallen ist mit dem Caro zu kämpfen hatte. Die ganze Wahrheit machte die Sache jedoch nicht leichter, denn Chrissi wollte in einer Nacht und Nebelaktion mit gepackten Rucksack die Suche nach Ihr starten und konnten sie gerade noch vor dem einchecken am Flughafen abfangen. Seither zweifelt sie, ob sie wirklich eine gute Freundin von Caro ist…denn diese Bilder von Ihr erhalten lediglich Ihre Eltern, Colten und meine Person.

Ein kräftiges Klopfen an die Seitenscheibe meines BMWs reißt mich aus meinen Gedanken und sehe in das auffordernde Gesicht von Colten. Oh Fuck! Ich bin zu spät, ziehe meinen Schlüssel ab und öffne schwungvoll meine Fahrertür, als ich einen Rückschlag der Tür spüre…gefolgt von einem schmerzerfüllten Aufschrei.
„Ähm…bitte treten sie einen Schritt zurück!?“ gebe ich etwas neben der Rolle von mir. Jetzt hab ich meinen Personal-Trainer k.o. geschlagen. Hervorragend Fitz. Himmel Arsch und Zwirn!
„Ey du blöde Sau!“ faucht er weiter schmerzerfüllt zurück und steige aus, während sich Colten über sämtliche Körperteile streicht…offensichtlich Totalschaden.
„Ja was stehst du da auch so deppert rum!“ sage ich lachend und hole ohne ihm weiter Aufmerksamkeit zu schenken meine Sporttasche aus dem Kofferraum.
„Ich? Ich steh hier deppert rum? Deine Stunde alter Mann begann genau vor 15 Minuten. Setzt die Demenz schon ein oder was?“. Jetzt wird er aber persönlich und werfe sorgenvoll einen Blick auf meine Fahrerseite.
„Pah…sei du mal lieber froh, dass dein Astralkörper hier keinen Schaden an meinem Auto gemacht hat, sonst wär hier der Watschenbaum umgefolgen!“ pfeffere ich zurück und prüfe die Stelle des Aufschlages.
„Der Watschenbaum? Was bitte ist ein Watschenbaum?“ fragt er gespielt entsetzt und schüttelt amüsiert den Kopf.
„Wie lange bist du jetzt in Bayern?“.
„Na offensichtlich nicht lang genug!“
„Soll ich`s dir zeigen?“ frage ich lachend und er schon einen Schritt zurücktritt.
„Nee, lass mal! Mein Körper hat für heute schon genug abbekommen! Und jetzt schwing deinen Arsch rein, ich will sehen wie sich der alte Mann stöhnend unter der Hantelbank quält.“. Alleine diese Aussage reicht und verdrehe meine Augen. Ja, das kann er. Menschen quälen und an ihre Grenzen bringen. Ich bin ein Opfer.

Am Empfangsbereich trifft mich augenblicklich der hoffnungsvolle Blick von Adelheid, der sich bei jedem Schritt den ich näher komme zu einem schmollen weiterentwickelt.
„Sie ham an Elmo vergessen Herr Fitz!“ werde ich auch gleich auf mein Fehlverhalten hingewiesen und muss mir ein Lachen verkneifen. Die Tage, an denen Elmo nicht mit dabei ist bekomme ich auch keinen Kuchen von Adelheid „Ich hätt heut ja an frischen Apfelkuchen ghabt, aber der Elmo is ja ned dabei!“.
„Oh, na der is noch bei meinen Eltern. Ich bin ja erst vor zwei Stunden aus Berlin zurückgekommen. Aber beim nächsten mal ist er sicher wieder mit dabei!“. Aber den Apfelkuchen kann ich wohl vergessen, als sie sich schon etwas beleidigt wieder ihrer Arbeit widmet und ich weiter nach hinten zu den Umkleidekabinen gehe.

Gerade als ich meine Turnschuhe anziehe vibriert mein Handy in der Sporttasche und hole es raus. Als ich das Nachrichtenmenü öffne sehe ich eine eingegangene Videodatei...es ist Caro, deren unbekannte Nummer ich nach dem ersten erhaltenen Bild unter dem Namen `My Cowgirl` eingespeichert habe…
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