clouds of ecstasy

OneshotRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Georgina Sparks Olivia Burke
23.04.2017
23.04.2017
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clouds of ecstasy
(geschrieben für das Waisenhaus)

CW: Drogenkonsum + Wirkung geschildert


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Man könnte sagen: Alles dreht sich. Das wäre die Kurzfassung, die die meisten Leute verstehen würden, würde Olivia versuchen ihren Zustand zu beschreiben. Aber Alles dreht sich ist nicht ganz die Wahrheit, sondern nur ein kleiner Teil dessen, was sie gerade erlebt.

Überall sind verschwommene Schemen in ihrem Sichtfeld, dazwischen gestochen scharfe Einzelheiten, die sie nicht versteht, weil alles viel zu schnell geht und sie keinen Zusammenhang herstellen kann. Pulsierende Klänge um sie herum, Klänge, die sie spürt, weil sie regelrecht durch ihren Körper rauschen. Sie spürt auch Küsse, überall dort, wo sie sie jetzt braucht, Ecstasy in ihrem Kopf, in ihrem Blut, in ihrem Herzen und zwischen all dem ist da Georgina; teuflisches Lächeln, schwindelerregend hohe Heels, verschmierter Lippenstift und Telleraugen, überall wunderschöne kleine Details, wenn Olivia für einen Augenblick fokussieren kann und eine der Feinheiten erfasst, die sie sonst nie bemerken würde.

Georgina schmunzelt, ihre Lippen sind so warm, so weich auf ihren eigenen und –

Olivia verliert sich.


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Alle haben immer gesagt: Finger weg von den Drogen. Mom, Dad, ihr Manager, die wenigen wahren Freunde, die sie in ihrem Leben hatte. (Dan hätte es sicher auch gesagt, wäre er nur lange genug an ihrer Seite geblieben, dass solche Themen zur Sprache gekommen wären – oder hätte er sie nur gut genug durchschaut um zu ahnen, dass ihr nächster Zeitvertreib nach ihm ein Teufel mit funkelnden blauen Augen, verdammt guten Kontakten und dem Namen Georgina Sparks sein würde.)

Olivia denkt an die warnenden Worte, sagt in Gedanken Ja, Mom und Ja, Dad und Natürlich passe ich auf mich auf, tausendmal. Sie zwingt sich zu einem Lächeln und öffnet brav den Mund, als Georgina ihr Kinn anhebt und ihr in einem langen, intensiven Kuss ihr erstes Teil unter die Zunge schiebt. Es ist knallpink und herzförmig und Olivia kichert, als sie sich wieder von ihrer Begleiterin löst und die Tür der Toilettenkabine öffnet, um nach draußen zu gehen, sich einen Moment lang in einem schmutzigen Spiegel auf einer Clubtoilette zu betrachten und dann noch schnell ihren Lidstrich nachzuziehen, ehe sie auf die Tanzfläche zurückkehren.

Zwischen all den Moralpredigten, die sie im Stillen noch einmal durchgegangen ist, bevor sie Ja gesagt hat, stand eine kleine Frage, die letzten Endes überwog: Was ist schon dabei?


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„Das ist dein erstes Mal, oder?“

Alles ist weich und samtig, ein Bisschen wie in Watte gepackt, aber klarer, als Georginas Stimme die wohlige Stille durchbricht. Erst jetzt bemerkt Olivia, was gefehlt hat, seit sie die Party verlassen haben: Geräusche. Das Hotelzimmer ist ein Bisschen zu edel, zu fein für Lady Gaga aus einem Handylautsprecher, aber das interessiert sie nicht. Nicht jetzt, nicht in diesem Zustand.

„Ja“, antwortet sie, etwas zeitverzögert. „Ja, mein erstes Mal.“ Sie legt das Handy mit dem Lautsprecher nach oben auf den Nachttisch und sie wankt beim Gehen, bei den paar Schritten, die es braucht, um sich umzudrehen und wieder auf das frisch gemachte Bett fallen zu lassen. „Ist das so offensichtlich?“
Kurz macht sie sich Gedanken darüber, ob sie sich vielleicht zu offensichtlich verhalten hat, vielleicht sogar peinlich, aber der Überschuss an Glücksgefühl lässt nicht zu, dass diese Gedanken bleiben, um ihre Stimmung zu senken. Stattdessen lacht sie leise auf; es fällt in so leicht all die Bedenken wegzulachen.

„Sagen wir, ich habe ein Gespür für sowas“, erwidert Georgina grinsend. Sie stimmt in Olivias Lachen ein und der kurze Moment der Befangenheit ist vergessen.

Olivia schmiegt sich enger an Georgina als sie es nüchtern je wagen würde und bestellt per Kurzwahl den Zimmerservice inklusive einer Flasche Champagner, ohne großartig darüber nachzudenken.


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Die dröhnenden Bässe sind fort und die Wirkung der Drogen beginnt langsam nachzulassen, aber Georgina ist noch da, und kaum setzt Olivia dazu an sich zu beklagen, legt diese ihr einen Finger auf die Lippen, wendet sich kurz ab und kehrt mit buntem Nachschub in ihrer Handfläche zurück.
Sie schluckt eine der Pillen selbst; die andere legt sie auf ihre Zunge und sie sagt: „Hol sie dir, wenn du sie willst.“ Es ist ein Spiel, dem man nicht recht widerstehen kann –

Olivia verliert sich, wieder und wieder.

(Und manchmal ist sie sich nicht sicher ob in den Wellen des Wohlgefühls, in endlosen Zungenküssen oder einfach bloß in den schönen, gefährlichen Augen ihres Gegenübers.)
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