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The Truth

OneshotDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
23.04.2017
23.04.2017
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23.04.2017 1.028
 
John saß auf der Couch mit seinem Laptop auf dem Schoß und schaute Netflix. Er dachte nach.

Alex hatte sich in letzter Zeit seltsam aufgeführt. Die beiden waren jetzt seit 3 Jahren zusammen, John bemerkte also fast schon sofort, wenn etwas mit seinem Freund nicht stimmte. Alex ging ihm aus dem Weg, schaute ihn nicht an und schlief sogar auf der Couch anstatt in deren Bett. Irgendetwas stimmte gewaltig nicht und John würde heute herausfinden was es war.

Es war 2 Uhr morgens als Alex endlich nach Hause kam. John saß immer noch auf der Couch, wartend, bis er das Klicken der Haustür hörte. Sofort schaute er zu Alexander, welcher aber nur zu Boden schaute.

„Hey Alex. Ich wollte mit dir reden“, begann John, stand auf und ging auf Alex zu.

„Ja... ich auch mit dir...“ John war etwas verwirrt.

„Alexander... Du verhältst dich seltsam in letzter Zeit, du gehst mir aus dem Weg, schläfst auf der Couch und siehst mir nicht mal mehr in die Au-“

„Ich hab dich betrogen John“ Diese Worte trafen John genau ins Herz. Er spürte, wie seine Kehle sich zuschnürte, seine Beine schwach wurden und ein extremer Schmerz in seiner Brust begann, ihn zu terrorisieren.

„Du... mich..... Alex.... Das ist ein Scherz, oder?“ John lächelte schief, das musste ein Witz sein!
Doch Alex schüttelte nur leicht den Kopf, er wagte es nicht aufzuschauen. John spürte, wie alles in ihm zerbrach.

„Mit wem?! Alexander, mit wem?!“ Er packte ihn an den Schultern, rüttelte leicht an ihm, er hoffte Alex würde einfach anfangen zu lachen und sagen, er hätte ihn verarscht, John würde auch lachen, ihn mit einem Kissen schlagen und danach küssen, doch es kam alles anders.

„Maria und Eliza...“ Die Namen brannte sich in Johns Gedächtnis ein. Er wich ein paar Schritte zurück, setzte sich auf die Couchlehne da seine Beine ihn kaum noch tragen konnten. Alex legte seinen Rucksack, welchen er noch aufhatte, neben die Tür, schaute allerdings immer noch nicht auf. Er konnte John einfach nicht in die Augen schauen.

„Johnny... Jackie... Babe... Es tut mir leid... Ich weis nicht was ich mir dabei gedacht habe... Ich glaube ich habe einfach nicht nachgedacht...“ Alex ging zu John, wollte ihn in seine Arme schließen, doch John stieß ihn weg.

„Da hast du recht! Du hast nicht nachgedacht! Wie konntest du mir das antun?! Ich liebe dich Alex!“ John war aufgesprungen, hatte Alex weg geschubst, so dass dieser auf dem Boden landete.

„Du hast doch mal zugelassen, dass so ein Eckel in ner Bar dich begrabscht!“, versuchte Alex sich zu verteidigen, spürte wie seine Augen sich mit Tränen füllten. Er durfte jetzt nicht weinen!

„Weißt du was?! Gut, ich bin nicht grade das beste Vorbild“, begann John, wurde immer lauter mit jedem Wort, „aber immerhin vögel ich nicht rum wie ne HURE UND HEULE DANN DESWEGEN! ES REICHT MIR LANGSAM! ICH HAB GENUG VON DIR UND DEINEN DUMMEN SPIELCHEN! ICH-“

Er schrie Alex an, doch wurde sofort still als er ein unterdrücktes Schluchzen von seinem Gegenüber hörte. Seine Augen sprangen auf, er schaute seinen geliebten Alex in die dunklen Augen, welche bereits rot von den zurückgehaltenen Tränen wurden, sah wie sich langsam die Tränen ihren weg bahnten, Alexanders Wangen hinunter, tropften sein Kinn hinab und ein paar blieben in seinem Bart hängen. Der Anblick eines zitternden Alex, welcher sich schluchzend mit dem Ärmel die Tränen weg wischte brach John noch mehr das Herz, als der Fakt, dass er ihn betrogen hatte.

„Oh Gott, Alex... Es tut mir leid ich wollte nicht.... ich...“ Ebenfalls John liefen nun die Tränen über die Wangen. Er schaffte grade die zwei Schritte auf Alex zu zu machen, bevor er auf die Knie fiel, Alex in seine Arme zog und ihn gegen seine Brust drückte. Alex packte Johns Shirt und ließ den Tränen freien lauf. Sein Schluchzen wurde immer lauter, hörte sich bald schon an wie das Schreien eines Babys. Was hatte John nur getan?

„Bitte John! Bitte! Du darfst nicht gehen! Ich kann nicht noch mehr geliebte Menschen verlieren!! Ich halte das nicht mehr aus! Ich-“ Die restlichen Worte wurden von einem erneuten Schluchzen erstickt.

„Alex, süßer, baby girl, hör zu, ich werde nicht gehen, niemals! Das verspreche ich dir!“, versicherte John seinem Freund.

„Hey, wie wäre es, wenn ich uns gleich Pfannkuchen mache und wir schauen gemeinsam König der Löwen? Das ganze hier ist niemals passiert, ok?“ Alex sah ihn an, bekam kaum richtig Luft, nickte jedoch und John lächelte ihn so gut er konnte an. Er nahm Alex im Brautstyle hoch, legte ihn auf die Couch und begab sich in die Küche. Er schloss die Tür hinter sich und rutschte an ihr runter. Seine Nerven spielten nicht mehr mit. Für ein paar Minuten saß er einfach da und beruhigte sich.

John schaffte es wieder auf die Beine und begann damit, was er hier eigentlich vor hatte, wurde jedoch schon bald von Alexander unterbrochen, welcher in eine Decke eingehüllt, immer noch weinend in der Tür stand.

„John... wo ist Philip?“, fragte er, wie ein kleines Kind. John wusste sofort, dass Alex über den Stoffhund sprach, den er mal für ihn gekauft hatte. Alex hatte sich damals ein Kind gewünscht, aber dafür waren beide Männer noch zu jung. Also wollten sie sich einen Hund holen, aber Haustiere waren in ihrem  Block verboten und so wollte John Alex eine Art Ausgleich schenken. Alex schloss den Stoffhund schnell ins Herz, nannte ihn Philip, so wie sie ihren Sohn genannt hätten und liebte ihn, wie einen echten Hund.

„Der ist im Schlafzimmerschrank, unterstes Fach“, antwortete John und begann damit, den Pfannkuchenteig vorzubereiten.

Nach einer guten halben Stunde, waren die Pfannkuchen auch schon fertig, doch John stellte mit einem Lächeln fest, dass Alex vorher eingeschlafen war.

Er hatte Philip fest im Arm, die Decke um sie gelegt und eines der Couchkissen als Kopfkissen benutzt. John lächelte, legte den Teller mit Pfannkuchen auf den Tisch, nahm erneut Alex hoch, achtete auch darauf, dass Philip nicht runter fiel und trug beide ins Bett. Er legte sich neben seinen Freund, kuschelte sich an ihn und schlief nach einer Zeit ebenfalls ein.

Er würde morgen nochmal mit Alex reden, aber vorher besser nachdenken.
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