Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Weglaufen nützt nichts

KurzgeschichteAllgemein / P12
22.04.2017
22.04.2017
6
3.794
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
22.04.2017 619
 
Weglaufen nützt nichts


AN: Nachdem ich zwischendurch schon ein paar Geschichten hier aus dem Projekt gelesen und mich teilweise echt kaputtgelacht habe, dachte ich, dass es an der Zeit ist, dass auch mal andere über mich - oder eher meinem alten „Ich“ - lachen können (ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie alt ich war, als ich das hier fabriziert habe – denke mal 14 bis 15 Jahre).

Die Geschichte hier ist jedenfalls entstanden, als ich ich mich im Sherlock-Holmes-Fieber befunden habe (warum wird beim Lesen deutlich...), deshalb viel über England wissen wollte und  eventuell die ersten englischen Worte konnte (siehe die „kreativen“ Namen). Ach, und ich habe wohl das England der Vergangenheit mit dem modernen England verwechselt... (siehe „Londoner East End“ – keine Ahnung, ob es heute da noch gefährlich ist oder ob es das überhaupt noch gibt). Tja, und zu guter Letzt hat die Protagonistin einen ähnlichen Namen wie ich und ist auch schlecht in Mathe – das ist denke ich kein Zufall...
Na ja, die ganzen schrecklichen „Dramen“, unlogischen Vorgänge und dämlichen Dialoge lasse ich jetzt mal außen vor und sage einfach: Amüsiert euch bei diesem sehr frühen „Werk“ von mir (Die meisten Rechtschreibfehler sind verbessert worden).

Eure Schneckenhaus


1. Kapitel

Ich sitze im Büro des Direktors. Die Sonne scheint durch ein großes Fenster herein. Der Direktor hat mich herbestellt, um mit mir über meine Mathearbeit zu reden.
'Garantiert wieder eine 5', denke ich bei mir, und muss wieder an meinen Vater denken.

Mein Vater ist ganz o.k., nur einen Haken hat er: Er ist sehr ehrgeizig und will unbedingt, dass ich auch Bankangestellter werde wie er. Ich will aber lieber Schriftstellerin werden, dass weiß mein Vater.

Ich, Kristy Baker, 15 Jahre alt, mache in einem halben Jahr meinen Schulabschluss. Dann will ich eine Ausbildung zur Bibliothekarin beginnen. Davon weiß mein Vater nichts. Er wird mich sowieso bitten, es erstmal mit einer Ausbildung zur Bankangestellten zu „versuchen“. Meine Mathearbeiten warnen schon geradezu davor, es zu versuchen. Mein Vater ignoriert diese Tatsachen. Meine Mutter ist vor 5 Jahren abgehauen, seitdem wohnt meine Oma bei uns. Sie kümmert sich rührend um mich, weil sie denkt, ich hätte die Scheidung nicht verkraftet. Das ist aber Quatsch.

Der Direktor, Mr. Bird, kommt rein, setzt sich in seinen Sessel hinter dem Schreibtisch und sieht mich an. Er ist klein, untersetzt und hat eine Halbglatze. Unter seinen buschigen Augenbrauen blitzen zwei braune Augen. „Tja“, sagt er, „das sieht nicht gut aus, Miss Baker.“
Das sagt er jedesmal, wenn ich zu ihm wegen meiner Mathearbeiten ins Büro geschickt werde. Für mich ist diese Situation also nichts besonderes.

„Wieder eine 5?“, frage ich, wie immer.
„Eine 5 -“, seufzend reicht er mir mein Matheheft.

Seit ich im 10. Schuljahr bin, kriege ich meine Mathearbeiten immer so übergeben. In den Jahren davor hat es, mit Hilfe meiner meiner Großmutter, immer noch zu einer 4 gereicht. Jetzt ist der Stoff schwerer geworden und so kapiere ich es einfach nicht, was ich auch tue.

Mein Direktor sieht mich an: „Was nun? In einem halben Jahr machen Sie Ihren Abschluss. Mit einer 5 in Mathe wird Sie da niemand nehmen.“
Das weiß ich. In einer Bank sowieso nicht.
„Das wäre schade“, er blickt auf einen Zettel, der vor ihm auf dem Tisch liegt: „Englisch: 2, Physik: 4, Chemie: 3, Kunst: 3 … nur in Mathe: 5.“

Er sieht mich wieder an. „Wenn Sie die Schule mit einem guten Abschluss verlassen wollen, müssen Sie sich sehr anstrengen, Miss Baker.“
Bla, Bla... jedes mal das gleiche. Trotzdem sage ich: „Sie haben recht, und das werde ich auch. Wiedersehen, Sir“ und gehe.

Ich gehe zum Chemiebereich, und während dieser Stunde überlege ich, wie ich meinem Vater die schlechte Note erklären soll...!
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast