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Crazy about you!

von Sethereth
GeschichteFantasy, Freundschaft / P18 / Gen
Christian Ozera Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
22.04.2017
22.04.2017
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Vorwort: Diese Story windme ich der guten Keks (Cookie24) weil ich ihr ja einen OS versprochen hatte! :D Viel Spaß beim lesen meine Liebe! Bedanken muss ich mich bei der Gelegenheit auch noch bei meiner lieben Jorja, (Jorja82729) die mir bei diesem OS die Beta gemacht hat. Hab dich lieb! <3

A/N: Ich habe endlich mal wieder in die Tasten gehauen. Und es hat soooo gut getan.
Ich wünsche jetzt allen viel Spaß beim lesen!

Lg eure Sethereth


Crazy about you!


Es war mal wieder so weit. Besser gesagt, sie war mal wieder so weit! Sie wollte ihn nur noch packen und schütteln. Und zwar heftig, mit voller Kraft! Vielleicht würde das etwas bringen. Aber sie hatte diesbezüglich nicht viel Hoffnung.

Es war doch zum verrückt werden! Wieso tat sie sich das eigentlich wieder und wieder und wieder an? Sie musste tatsächlich verrückt geworden sein. Ja, das wäre eine Erklärung, aber leider keine, die sie auf die Dauer benutzen konnte. Denn verrückt war nicht wirklich das Wort, was auch nur ansatzweise dieses Gefühl beschrieb, das erklären würde, was sie antrieb. Warum sie tat, was sie tat, warum sie sich dem hier immer wieder aussetzte. Und das auch noch ohne Murren, ohne Klagen, ohne sich zu beschweren. Mit vollem Einsatz, keiner von beiden hielt sich in diesem Moment noch zurück. Ganz oder gar nicht, das war ihr Motto. Hart und heftig - ohne Kompromisse! Das Resultat war meistens für beide Seiten danach äußerst schmerzhaft, aber währenddessen... sehr befriedigend!

Verrückt... möglicherweise waren sie das Beide. Vorausgesetzt, man setzte Verrückt mit Liebe gleich – dann käme das tatsächlich hin. Denn lieben, ja, das taten sie sich. Liebe war noch nie ihr Problem gewesen, eher die Umstände dieser Liebe. Eine Liebe, die verboten war, nicht sein durfte und doch in jeder Sekunde nur noch größer geworden war. Für die Liebe war sie in ein fremdes Land gereist und hatte am Ende der Liebe ihres Lebens einen silbernen Pflock ins Herz gerammt. Hatte nichts genutzt! Er hatte überlebt. Noch nie war sie so glücklich und gleichzeitig so erschüttert über die Nachricht gewesen, dass sie versagt hatte und er nicht tot war. 

Und da Liebe und Hass nie weit voneinander entfernt waren, hatte er sich diesbezüglich revanchiert. Auf eine grauenhafte Art und Weise! Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Der Sturm war gekommen und hatte sie beide mitgerissen. Sie hatten ihn überlebt, aber dafür einen hohen Preis gezahlt. Ihre Liebe wäre beinahe daran zerbrochen.

„Hast du vor liegen zu bleiben und dich zu ergeben Roza?“ Die Stimme ihrer Liebe, tief, mit diesem russischen Akzent, wohltönend und wunderbar, triefte jetzt vor Sarkasmus und offensichtlichem Amüsement. 

Ihre Blicke trafen sich und sie machte die Augen schmal. Schließlich hievte sie ihren müden Körper mit einem Ächzen von der Matte wieder in eine aufrechte Position und nahm die gewohnte Kampfposition ein. Wie sie das hasste! Wenn er ihr immer wieder so mühelos bewies, wie viel sie nach wie vor noch zu lernen hatte. Nicht, dass es nicht ab und zu Spaß machte. Aber das WIE spielte hier eine ganz essentielle Rolle und sein WIE kotze sie an. Und WIE!

Selbst jetzt... nach all der Zeit, nach allem was sie durchgemacht hatten, behandelte er sie immer noch so! Nicht immer, ansonsten hätte sie ihn wahrscheinlich längst umgebracht, aber immer wieder. Immer wieder verfiel er ins selbe Muster und zwang sie damit ebenfalls immer wieder an ihre Grenzen und auch darüber hinaus zu gehen.

Sie war dankbar dafür, dass er dafür sorgte, dass sie nie vergaß was sie war, wer sie war. Aber manchmal... musste sie ihn daran erinnern, wer sie für ihn war. Und warum er sich in sie verliebt hatte. Sie war nicht irgendwer. War sie nie gewesen! Und er täte gut daran, sich wieder daran zu erinnern.

Und deshalb... sie tat es nicht gern, nicht oft und nie, wenn sie es vermeiden konnte, doch jetzt musste es sein. Sie änderte die Regeln!

In einem normalen Kampf, ohne das es dabei um Leben oder Tod ging, konnte sie ihn nicht besiegen, das wusste sie. Also musste sie schummeln, tricksen und beweisen, dass sie ihn noch besser kannte, als er sich selbst.

Sie griff nicht sofort an. Tat nichts, was er von ihr erwarten würde. Aber sie ließ ihre Deckung auch nicht mit Absicht fallen. Denn so gut wie sie ihn kannte, so gut kannte er auch sie. Und wenn sie diesen Kampf gewinnen wollte, musste sie aufhören, sich so zu benehmen, wie er es von ihr erwarten würde. Nur wenn sie unberechenbar war und es auch blieb, hatte sie eine Chance. Und sie hatte vor, diese zu nutzen.

Sie umkreisten sich. Seine Augen folgten jeder ihrer Bewegungen, er ließ sie keine Sekunde lang aus seinem Blick. Doch das störte sie nicht, im Gegenteil. Sie wusste, dass er auf der Hut war. Sie wusste, dass er bestimmte Verhaltensweisen von ihr erwartete. Nun... sie hatte nicht vor, seinen Erwartungen zu entsprechen. Dieses Mal nicht!

Sie achtete sehr auf ihr inneres Gespür. Damit hatte sie noch niemals falsch gelegen, schon zwei Mal nicht, wenn es um diesen Mann ging! Sie dachte nicht mehr, sie reagierte nur noch, agierte absolut synchron zu seinen Bewegungen. Sie tanzten miteinander, so eigenartig sich das auch anhören mochte. Gefährlich, aber schön hatte Lissa dieses Miteinander einmal bezeichnet, als sie zugesehen hatte.

Doch damals war das meiste Show gewesen. Dieses Mal war es anders, dieses Mal war es ihr ernst. Und sie würde ihn das auch sehr bald spüren lassen.

*~*

Seine Nackenhaare stellten sich auf, seine Atmung war flach und regelmäßig, doch seine Muskeln spannten sich an. Er hatte es überreizt, dessen war er sich im Klaren. Der Bogen war überspannt, noch etwas mehr und er würde reißen. Und die geballte Wut dieses Risses würde er diesmal am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Verdammt nochmal! Ab und zu vergaß er, wer sie war. Und in solchen Momenten passierte exakt so was, wie jetzt.

Er hatte sich mit seinen Worten und Taten in eine ausweglose Sackgasse manövriert, nein eigentlich hatte er den Karren schon gegen die Wand gefahren. Totalschaden, reif für den Autofriedhof. Und genau das war auch ihre Intention, im übertragenen Sinne natürlich. Sie würde ihm niemals willentlich verletzen. Das nicht, aber weh tun würde es. Jede Wette!

Hätte er rechtzeitig geschaltet und Schadensbegrenzung betrieben, sähe die Sache jetzt nicht so finster aus, aber in diesem speziellen Fall... es war amtlich, sie war mehr als nur sauer - er war ziemlich am Arsch!

*~*

Sie bemerkte es in der gleichen Sekunde, wie sie die Wahrheit in seinen Augen sehen konnte. Er wusste um seine Situation und hatte sich damit abgefunden, dass er dieses Mal nicht gewinnen konnte. Dennoch wich er nicht zurück, nicht einen Millimeter. Er stellte sich ihrem Zorn und in jeder anderen Situation hätte sie das besänftigt, doch nicht dieses Mal.

Eine kleine Ewigkeit schien zu vergehen, die Zeit schien still zu stehen, als sie sich in die Augen sahen. Keiner bewegte sich, sie war sich noch nicht einmal sicher, ob sie noch atmete und schon war diese kleine Frist verstrichen. Er war fällig! Und da er es inzwischen ja selber wusste, schenkte sie sich alle weiteren Spielchen. Sie griff an, er parierte.

Und so tanzten sie. Beide gnadenlos und ohne Zurückhaltung. Sie mit kontrollierter Wut, er mit eiserner Entschlossenheit. Schlag auf Schlag, Hieb auf Hieb, sie gaben nicht nach, nutzten alles was sie hatten, jedes Wissen, jede Chance und eine Weile gelang es keinem von beiden die Oberhand zu erlangen.

Schließlich setzte sie ihren Entschluss, dieses Mal nicht fair zu spielen, in die Tat um. Er würde sich das nächste Mal vorher überlegen, ob er sie noch mal so ärgerte! Und von einer Sekunde auf die andere wurden ihre Tritte plötzlich kräftiger und unvorhersehbar. Ihre Schläge wurden härter, gezielter und waren nun tatsächlich aufs verletzen ausgelegt. Er reagierte wie erwartet und von ihr gewollt. Er wurde von der aktiven in die defensive Rolle gezwungen, konnte sie nicht mehr so angreifen, wie zuvor. Mehr brauchte sie nicht!

Sie drängte ihn in die Mitte der Halle, ließ ihn aber nicht zu Atem kommen, sondern traktierte ihn mit gezielten Attacken. Plötzlich sprang sie ihn einfach an und klemmte ihn zwischen ihren Oberschenkeln ein. Seine Augen wurden vor Überraschung groß und seine Hände packten ihre Hüfte, doch sie grinste nur.

Sehr gut, halte dich ruhig fest!

Sie nutze ihren Schwung mit voller Kraft aus, kippte ohne Vorwarnung mit dem Oberkörper nach hinten und ließ in der nächsten Sekunde ihre Oberschenkelumklammerung fallen. Er flog wie erwartet über sie hinweg und durch die Luft. Zu ihrer Erleichterung krachte er aber nur auf einen Mattenberg, den sie für ein anderes Training noch nicht weggeräumt hatten. Doch Matten hin oder her, der Aufprall war hart gewesen und sie war keine drei Sekunden später über ihm. Hart packte sie seine Hände und blockierte seine Beine mit den ihren. Dann pinnte sie beide Hände über seinen Kopf.

*~*

Sie wussten beide, dass er sich jederzeit losmachen konnte, wenn er wollte. Was die pure Kraft anging, hatte sie keine Chance gegen ihn. Aber darum ging es hier gar nicht! Er blieb also wo er war und sah ihr stattdessen tief in die Augen. Diesen Wurfangriff hatte er in der Tat nicht erwartet, ganz im Gegenteil. Sie hatte ihn kalt erwischt und ihn damit vollkommen überrascht. Doch anstatt sauer auf sie zu sein, weil sie ihn geschlagen hatte, überflutete Stolz sein gesamtes Inneres. So lange sie so kämpfte wie heute, würde sie niemals ein leichter Gegner sein.

Und Gott stand ihm bei, noch nie hatte er etwas Heißeres gesehen, wie sie. Wie seine Frau, die heftig atmend auf ihm saß, das Top klebte wie eine zweite Haut an ihr und offenbarte mehr, als es verdeckte. Und obwohl sie sich verausgabt hatte, hielt sie ihn fest und zwar mit aller Kraft. Er müsste ihren Griff schon mit Gewalt sprengen, wenn er sich daraus befreien wollte. Was er definitiv nicht vor hatte, im Gegenteil.

Er als Besiegter wollte der Siegerin einen Kuss geben. Ihr zeigen, wie leid es ihm tat, dass er sie wie ein kleines Mädchen behandelt hatte und dass sie keineswegs ein kleines Mädchen war. 

„Du kannst jetzt loslassen, ich akzeptiere meine Niederlage, du hast gewonnen! Und ich habe nicht vor wegzulaufen, Roza!“, flüsterte er seine Kapitulation. Leise, mit rauer Stimme und deutlichem Akzent. Für den konnte er nichts! Der wurde immer deutlicher, wenn sie in seiner Nähe war. Und da er sehr genau wusste, dass sie diesen Akzent nicht nur mochte, sondern liebte, machte er sich nicht sonderlich viel Mühe, ihn zu unterdrücken.

Für ein paar Sekunden lang passierte gar nicht. Sie lockerte weder ihren Griff, noch entließ sie ihn aus ihrem Blick. Sie schien irgendetwas in seinen Augen zu suchen, denn ihr Blick wurde fast schon hypnotisch und selbst unter Folter hätte er seine Augen nicht abwenden können. Schließlich schien sie es offenbar gefunden zu haben, denn sie lockerte den Schraubstock ihres Griffes und ließ ihn schließlich ganz los. Sie hob den Kopf und fixierte ein Stück Wand an der anderen Seite.

„Das reicht mir nicht!“ Ihre Worte waren genau so leise wie seine, doch irgendwie tonlos und für seinen Geschmack zu emotionslos. Das gefiel ihm gar nicht! Seine Hände legten sich um ihr Kinn und er zwang ihren Blick zurück in seinen.

„Es tut mir leid. Wirklich. Manchmal vergesse ich, wer du bist. Und dann mache und sage ich manchmal Dinge, die schlecht für meine Gesundheit sind, wie du zuvor eindrucksvoll bewiesen hast!“ Sie lachte nicht, sie lächelte nicht einmal. Und in seinem Kopf begannen Sirenen zu schrillen.

„Es geht nicht darum, dass du vergisst, wer ich bin. Es geht darum, dass du vergisst, wer WIR sind!“ Ihre Worte klangen immer noch so eigenartig leer und leblos. In jeder anderen Situation hätte er anders reagiert. Er hätte vielleicht einen Witz gemacht, sich erneut entschuldigt und die Sache einfach fallen gelassen. Oder sie als Alternative einfach gepackt und sie mit Sex auf andere Gedanken gebracht. Doch nicht dieses Mal!

„Ich weiß!“ Ein wertfreies Zugeständnis! Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sah ihr fest in die Augen.

„Ich habe dir damit weh getan und dich praktisch gezwungen, gegen mich zu kämpfen! Gibt es etwas, was ich tun kann? Etwas, damit es dir besser geht? Als Entschuldigung kann ich nur anbringen, dass ich Esel es viel zu spät erkannt habe. Und dass du dich zu diesem Zeitpunkt schon längst dazu entschlossen hattest, mir die Scheiße aus dem Kopf zu prügeln, da kann und werde ich dir keinen Vorwurf machen! Sollte es wieder passieren, hast du jedes Recht der Welt mir eine reinzuhauen.

Endlich... ein ganz kleines Lächeln auf dem Gesicht seiner doch so geliebten Frau.

„Ich nehme dich beim Wort Genosse, das werde ich nie wieder vergessen!“ Sein Lachen vermischt sich mit dem ihrem.

„Ich weiß. Ich bin manchmal nicht einfach, aber komme was wolle, ich liebe dich. Wenn ich es, wie jetzt, verdient habe, schlag mich grün und blau, wenn du musst. Aber bleib immer in meiner Nähe, und wende dich bitte niemals von mir ab. Denn ich werde dich niemals gehen lassen, niemals verlassen. Vorher reiße ich mir selbst das Herz raus!“ Ein leises Lachen, ein sehr zärtlicher Blick, seine Frau ist wieder da. Voll da. Zu 100 %!

„Du dummer, lieber, dummer, störrischer, dummer, verrückter, dummer, toller, dummer, anbetungswürdiger Mann!“ Er hob eine Augenbraue, es knistert fast schon in der Luft. Doch Beide genossen diese Spannung in vollen Zügen.

„Das waren jetzt 5 Mal dumm. Ich muss ja echt Scheiße gebaut haben!“ Sie lachen Beide.
„Vielleicht. Aber weißt du, du bist wirklich ausgesprochen gut im Scheiße bauen, aber im Gegenzug auch unglaublich kreativ, es wieder gut zu machen! Ich denke...“ Fingernägel malten Muster auf seine Brust und die Stimmung schlug endgültig um.

„Es ist tatsächlich wieder an der Zeit, kreative Lösungsansätze auszuprobieren. Und wer weiß.... vielleicht funktionieren einige davon sogar!“ Ihre Lippen krachen aufeinander, machten ein weiteres Gespräch unmöglich. Doch es kümmerte sie nicht mehr.

Unter Küssen, Liebesbissen und viel romantischem Gestammel fielen Schlag auf Schlag die Hüllen und als sie sich auf die Matten sinken ließ, die Beine öffnete und ihn willkommen hieß, ihn nach Hause holte, wusste er genau, dass er es niemals anders haben wollte. Sie vereinten sich, Haut rieb auf Haut, ihre beiden Atem vermischten sich. Ihr Liebesspiel war trotz des vorherigen Kampfes heftig und leidenschaftlich. Versöhnungssex war wirklich der beste!

Heute Abend schon, würden sie es beide bitter bereuen, so hart gekämpft zu haben, das wusste er genau. Und morgen würden die den schlimmsten Muskelkater ihres Lebens haben. Dann war das eben so! Das alles kümmerte ihn jetzt reichlich wenig. In bestimmten Situationen war Liebe jeden Schmerz wert. Und wenigstens konnten sie sich dieses Mal gegenseitig pflegen, hatte auch was, fand er.

Und solange es ihm vergönnt war, seine Frau fest in seinen Armen zu halten, auch wenn sie zuvor wie eine Furie auf ihn losgegangen war, war es ihm gleich. Denn er liebte sie. Sie war die eine. Das war sie schon immer, und würde sie auch immer sein. Und sie liebte ihn. Genau so heftig, voller Leidenschaft und Hingabe. Sie konnten nicht mehr ohne einander. Und das war gut so!

Danach lagen sie beide eng aneinander geschmiegt auf den Matten.
„Roza?“
„Hmm...“
„Ich bin manchmal ein absoluter eingebildeter Trottel, das weißt du!“ Sie lachte.
„Ja, ich weiß. Und weiter?“ Jetzt muss er lachen.
„Du bist die einzige Frau, die mir das niemals durchgehen lassen wird, wenn die Arroganz zu sehr Überhand nimmt!“
„Stimmt! Würde ich niemals!“ Er nickte und drückte ihr einen Kuss auf die Nasenspitze.
„Genau deswegen bist du die meine. Das war schon immer so. Du und nur du, kannst bis in mein Inneres sehen. Vor dir kann ich nichts verstecken und möchte es auch gar nicht!“ Ihr Kuss unterbrach jedes weiteres Wort.
„Genug Dimitri, sonst fange ich noch an zu fliegen!“ Ihr Lächeln konnte die halbe Westküste mit Strom versorgen!
„Ich liebe dich! Ich liebe alles an dir, auch wenn du mich manchmal wahnsinnig machst. Du bist mein Mann, dich habe ich geheiratet und ich bereue es auch nicht! Ich werde dir niemals durchgehen lassen, dass du wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällst. Und wenn doch, habe ich eben deine Erlaubnis bekommen, dir mit zärtlichen Schlägen auf den Hinterkopf wieder Vernunft einzubläuen. Das reicht mir!“

Hand in Hand gingen sie viel später aus dem Trainingsraum. Wie auf Kommando blieben sie plötzlich stehen und sahen sich an. Sie hatten wirklich schon einiges mitgemacht, um am Ende da zu stehen, wo sie jetzt waren. Rose und Dimitri - am Ende ein Paar. So lange hatten sie schon umeinander, miteinander, sogar gegeneinander gekämpft. Stets hatten sie sich geliebt, wären beinahe aneinander zerbrochen, waren und wären jeweils für den anderen beinahe gestorben. Sie hatten das Glück verdient, am Ende hatte das Schicksal endlich ein Einsehen mit ihnen gehabt. Viele hatten nicht mehr daran geglaubt, Rose und Dimitri selbst hatten mehr als nur einmal selbst daran gezweifelt. Doch hier waren sie.

Sie gingen zu ihrer gemeinsamen Suite, wo die Königin, Lissa, sie bereits erwartete. Mit einem sehr interessierten, etwas strengen, aber auch etwas sorgenvollen Blick, musterte die Königin ihre beiden Besten.

„Kann ich mich darauf verlassen, dass, wenn ihr das nächste Mal Streit habt, euch nicht gegenseitig die Köpfe einschlagt? Denn ich brauche euch Beide noch!“ Rose und Dimitri tauschten einen Blick und grinsten erneut. Die Antwort kam unisono

„Du kannst dich darauf verlassen!“ Lissa hob irritiert eine Augenbraue und Rose umarmte die beste Freundin spontan und fest.

„Es ist alles in bester Ordnung Lissa. Mit Dimitri und mir ist alles gut!“ Anschließend war Dimitri dran.

„Rose und ich werden wahrscheinlich immer wieder Meinungsverschiedenheiten haben Lissa, du kennst uns doch. Aber ich versichere dir, deine beste Freundin weiß sich zu wehren!“ Lissa schien noch nicht überzeugt, aber statt einer Antwort seufzte sie nur laut.

„Ich bin nur deswegen beruhigt, weil ich weiß, dass ihr euch von Herzen liebt. Bedenkt bei eurem nächsten Streit bitte die Tatsache, dass ich euch Beide heil und unversehrt an meiner Seite brauche. Und zwar euch als Paar!“ Eine kleine Zurechtweisung, die eigentlich gar keine war. Rose und Dimitri grinsten um die Wette und Lissa schüttelte in stummer Verzweiflung ihren Kopf.

„Würde ich euch nicht lieben, würde ich euch hassen! Jawohl!“ Dimitri und Rose warfen sich erneut einen Blick zu, ehe Rose in einen „seehr“ tiefen, durch und durch gespielten Verbeugung versank.

„Beste Freundin, ehrwürdige Königin und Seelengefährtin, verzeiht mir. Mein Gatte und ich ließen uns hinreißen, ab jetzt werden wir uns an alle Etikette und Vorgaben halten, wie Ihr es wünscht und es euch düngt... Eure Hoheit!“ Lissa und Dimitri, die Beide bei Rose Ansprache kurz ein sehr komisches und dann nur noch ein amüsiertes Gesicht gemacht hatten, prusteten los. Rose fiel in das Gelächter mit ein.

„Okay, der Schluss hat noch Schwächen!“, gab Rose zu und Lissa lachte inzwischen Tränen. 

„Um Himmel Willen, solltest du jemals anfangen SO mit mir zu reden, muss ich dich einweisen lassen!“, japste Lissa und hielt sich den Bauch vor Lachen. Dimitri grinste noch immer und machte seinerseits einen formvollendeten Diener.

„Iro Gnadens Wunsch gereicht uns zur Ehre. Meine Ehefrau und ich wissen die Zuneigung der Königin stets zu schätzen, ist sie doch die Beste und Freundlichste und...“

„STOPP“, kreischten Lissa und Rose wie aus einem Hals und Lissa kippte erneut tränenlachend gegen Rose, die sich selbst jetzt an eine Wand lehnen musste um nicht umzufallen vor lachen.  

„Oh Gott Dimitri, du bist der Härteste! Iro Gnaden...“ Dimitris tiefes und lautes Lachen mischte sich in das der Frauen.

Christian, der eben aus den königlichen Gemächern gekommen war, hatte das ganze Schauspiel mit einer sonderbaren Faszination verfolgt und sah momentan so aus, als wusste er nicht, ob er lachen oder lieber weinen sollte. Er rettete sich in den Sarkasmus.

„Ihr habt alle drei einen an der Waffel!“, kommentierte er das Geschehen und zog eine noch immer kichernde Lissa in seine Arme. Dimitri folgte dem Beispiel und zog Rose an sich.

„Vielleicht...“, meinte Rose und hob den Kopf um Dimitri küssen zu können.

„Vielleicht sind wir alle verrückt. Aber weißt du was Flammenjunge, wenn verrückt gleichzusetzen mit Liebe ist, dann bin ich gerne verrückt!“ Dimitri sah mit einem verstehenden Ausdruck auf Rose hinunter und – wieder einmal – verstanden sie sich ohne Worte.

„Ich bin nicht verrückt!“, murrte Chris und Lissa pikste ihn in die Brust.

„Wenn verrückt lieben heißt, und du jetzt behauptest, dass du nicht verrückt bist, heißt das also, dass du mich nicht liebst?“ Ihre Augen funkelten und Chris hob sofort abwehrend eine Hand.

„Nein, das heißt es natürlich nicht! Ich liebe dich, das weißt du genau!“
„Aber eben hast du gesagt, dass du nicht verrückt bist!“, beharrte Lissa auf Rose Worte und besagte Rose sprang der besten Freundin auch sofort bei.

„Genau, Feuerteufel. Wenn du behauptest, du wärst nicht verrückt, verrückt aber nur heißt, dass man wie verrückt liebt, heißt das im Umkehrschluss, dass du Lissa nicht liebst!“ Beide Frauen grinsten, als man Chris die Verzweiflung beinahe ansah. Dimitri unterband alles weitere.

„Genug ihr Beiden! Eurer Gerede ist jetzt selbst für mich zu kompliziert um noch folgen zu können!“ Lissa und Rose akzeptierten, klatschen sich aber wortlos, wenn auch grinsend ab. Gewonnen! 1:0 für die Mädelsfraktion! Dann kam Lissa wieder in Christians Arme und küsste ihren Mann leidenschaftlich auf den Mund.

„Keine Angst mein Schatz, ich bin auch verrückt. Verrückt nach dir! Du bist nicht allein!“ Dimitri räusperte sich und begann Rose leicht in die Richtung ihrer Suite zu schieben.

„Also ihr Verrückten, eine gute Nacht!“ Chris und Lissa, beide inzwischen ein Strahlen im Gesicht winkten.
„Euch Verrückten ebenfalls. Schlaft gut. Bis morgen!“
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