Vier Jungs - ein Traum

von BurgerB
GeschichteAllgemein / P12
Andreas "And.Ypsilon" Rieke Michael "Michi" Beck Michael Bernd "Smudo" Schmidt Thomas "D" Dürr
18.04.2017
21.06.2017
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Die Menge jubelt mir zu, sie lieben mich, schreien meinen Namen. Ich habe es geschafft, stehe vor dem ausverkauften Stadion und gehe meiner Leidenschaft nach, niemand kann mich stoppen. Tommy, Tommy, Tommy…Thomas, Thomas Hallo bist du noch unter den lebenden?“ Jemand fuchtelt mit seiner Hand vor meinem Gesicht. „Deine Kunden warten.“ Hm was? Wo? Der Tagtraum entgleitet mir, nein bitte nicht, es war doch gerade so schön. Thomas das ist nun wirklich das letzte Mal, dass ich dich rufe, Frau Wagner brennt gleich die Kopfhaut weg.“ Ich seufze kurz auf und komme wieder im hier und jetzt an. Das hier und jetzt, ist der Friseursalon Schnippschnapp in Stuttgart und nicht die Bühne des größten Stadions Amerikas, mit einer Kapazität von mehreren hundert tausend Zuschauern. Ich seufze auf „Jaja kein Grund zur Panik ich komm ja schon“, „Wäre doch zu schön um wahr zu sein“ setze ich flüsternd hinzu. „Thomas du weißt ich mag dich, doch du musst langsam erwachsen werden und dem Traum vom Superstar aufgeben. Mein lieber, du kannst doch noch nicht mal singen“. „Ulli wie oft soll ich dir das denn noch sagen, ich will kein Sänger werden, sondern Rapper! Das ist was völlig anderes“ entgegne ich verärgert, während ich meiner Kundin die Blondierung aus den Haare wasche. „Moment mal, sagte da jemand Rapper?“ mischt sich der Kunde von Ulli ein. Ein blonder, etwas dicklicher Junge, ungefähr in meinem Alter. „Ja genau, Rapper, du weißt schon wie die Jungs von Run DMC oder Beastie Boys, falls dir die etwas sagen“ antworte ich begeistert. „Ob ich sie kenne? Machst du Witze, ich liebe deren Musik! Ein Kumpel und ich produzieren paar Beats und versuchen dazu Reime zu schreiben, auf Englisch versteht sich. So sein wie sie, dass wär der Traum sag ich dir“, erstaunt weiten sich meine Augen „Komm doch mal bei mir vorbei, wir suchen ohnehin Verstärkung, was sich hier in Stuttgart nur schwer finden lässt. Ich bin übrigens Schmuddel, eigentlich Michael Bernd Schmidt, aber meine Freunde nennen mich Schmuddel“ fügt er noch schnell hinzu. „Machst du Witze, ich bin sowas von dabei. Ich bin Thomas, Thomas Dürr. Hast du nachher Zeit? Dann komm ich direkt vorbei, der Laden schließt doch gleich und mit Ihnen Frau Wagner bin ich auch schon fertig“ „Geht klar, Andy, der Kumpel mit dem ich die Beats baue, wartet bestimmt schon, wir wollten uns um 18 Uhr treffen“. Ich schaue fragend zu meiner Chefin, sie hat schließlich auch noch ein Wörtchen mitzureden, ob ich schon gehen darf oder nicht. „Ich schätze mal ich werde dich nicht aufhalten können, von daher entlasse ich dich dann mal für heute. Vergiss aber bitte nicht das du morgen um 8 zur Berufsschule musst, und anschließend wieder hier bist“ „jaja danke Ulli“ erwidere ich noch schnell bevor ich mich mit Schmuddel auf den Weg mache.

„Gleich dort drüben ist mein Haus. Ich muss dich noch vorwarnen meine Eltern sind zu Hause, sie werden dich ausfragen und möglicherweise peinliche Geschichten über mich erzählen. Glaub ihnen kein Wort! Verstanden?“ Ich muss leise lachen, scheint als wären nicht nur meine Eltern unglaublich peinlich. „Keine Sorge ich kenn sowas nur all zu gut. Übrigens, warum nennt man dich eigentlich Schmuddel?“ ich konnte mir die Frage einfach nicht verkneifen, warum nennt man sich selbst Schmuddel, ist das nicht eher beleidigend? „Lange Geschichte. Sagen wir einfach, dass ich nicht gerade der gepflegteste war und dann hat sich eben der Spitzname so eingebürgert haha“. „Alles klar Smu, hast doch nichts dagegen, wenn ich dich so nenne, oder? Schmuddel ist mir dann doch zu lang“ frage ich noch sicherheitshalber, wer weiß vielleicht ist er heikel was seine Spitznamen angeht, scheint aber nicht so zu sein. „Ja klar, kein Thema nenn mich wie du willst“, sagt Smu lachend „Hauptsache du nennst mich nicht Bernd. Keine Ahnung was sich meine Eltern dabei gedacht haben“ fügt er Kopfschüttelnd hinzu. Die Gegend in der er wohnt scheint ganz nett zu sein, etwas spießig vielleicht und wenn ich es mir recht überlege nicht allzu weit von meinem eigenen Haus entfernt, meine Eltern fragen sich bestimmt schon wo ich bin, ach egal Karriere geht vor. Als wir gerade um die Ecke biegen sehen wir einen Jungen, ungefähr in unserem Alter, etwas weiter vor uns gehen. Er ist größer als wir beiden und hat den selben Kleidungsstil wie wir: Soll heißen weite Hosen, Homeboy Shirt und Reebok Pumps, den Stil sieht man hier in Stuttgart nicht allzu oft, wie ich bereits angedeutet habe: Stuttgart ist spießig und versteht von HipHop und Rap nicht allzu viel, man erkennt gleichgesinnte relativ schnell. „Das ist dann wohl Andy“ frage ich Smu, obwohl es dann doch eher eine Feststellung als eine Frage ist. „Haha ja genau. HEY ANDY WARTE AUF UNS“ der Junge dreht sich um, als er sieht wer gerufen hat bleibt er lächelnd stehen. Als wir bei ihm angelangt sind schlagen wir mit ihm ein, und Smu stellt mich vor „Das ist Thomas, hab ihm beim Friseur getroffen. Du glaubst es nicht aber er hört den selben Shit wie wir, hat sogar den selben Traum, wie wärs wollen wir ihm eine Chance geben und in unserer Crew aufnehmen?“ ich stehe Kopfnickend neben ihm, Andy sieht mich abschätzend an, ein lächeln stiehlt sich auf seine Lippen „Ja klar, aber wehe dir du stiehlst unsere Ideen. Dann stehen unsere Anwälte vor unserer Tür, wir stehen kurz vor dem großen Durchbruch“, antwortet Andy lachend. „Keine Angst Bruder, falls mir gefällt was ihr macht und wir auf derselben Wellenlänge sind, bleib ich euch Treu“ versichere ich ihm, auch er scheint, wie Smu, locker drauf zu sein, Humor hat er auf jeden Fall. „Habt ihr eigentlich schon einen Namen?“ „Na klar: The Duo, obwohl wir den jetzt ändern müssen, wenn du es wirklich ernst meinst und mit uns Mucke machen willst“ „Man Smu, warte doch erst mal ab bis er was von uns gehört hat, und er uns zeigt was er drauf hat“ bringt ihn Andy wieder langsam zurück auf den Boden der Tatsachen. Mittlerweile stehen wir vor Schmuddels Haustür.
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