Die Finsternis in Hyrule

GeschichteDrama, Romanze / P16
Dark Link Link OC (Own Character) Zelda
17.04.2017
28.04.2017
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Dunkle Erinnerungen

Ich begab mich auf mein Zimmer. Als ich aus meinem Fenster sah, sah ich, wie ein blondhaariger Junge mit grüner Tunika und grüner Mütze sich Zelda näherte. Eine blaue Fee begleitete ihn. Kurz erschrak ich, als ich realisierte, dass er fast aussah, wie Dark, nur war er Hylianer und Dark ein Schatten. Ob er wohl sein Schatten war?
Schließlich beschloss ich jedoch, dass es mich nichts anging. Ich wandte mich vom Fenster ab, da ich nicht länger mitansehen konnte, wie die beiden sich ansahen. Ich kannte dieses Gefühl nicht, das ich in diesem Moment empfand. Auch wenn Zelda immer schon mehr hatte, als ich, hatte ich nie etwas davon begehrt. Aber diesmal war das anders. Ich wollte nicht diesen blonden Jungen, nein, ich wollte, dass mich jemand auf die selbe Art ansah, wie er Zelda ansah. Ob das wohl Eifersucht war? Ich war mir nicht sicher, ich wusste nur, dass ich so etwas nie zuvor verspürt habe.
Erschöpft ließ ich mich auf mein Bett fallen und auch, wenn ich es nicht wollte döste ich kurz darauf ein.
Ich sah, wie Ganondorf dastand, umhüllt von Schatten und Feuer. Alles brannte und von überall tönten Schmerzensschreie und Schreie des Schreckens zu mir hindurch. In dieser Kulisse stand Ganondorf einfach nur dort und lachte vergnügt.
Ich schreckte aus meinem Traum auf und lief aus einem Gefühl heraus an mein Fenster.
Von weitem hörte ich den Tumult, der im Schloss losbrach. Ich nahm schnell meine zwei Dolche und steckte sie an das Band um meine Taille. Dann rannte ich so schnell, wie ich nur konnte aus mein Zimmer auf der suche nach Zelda. Ich wusste, dass sie in Gefahr war, ich konnte es spüren. Doch ich konnte sie nirgends finden. Schließlich rannte ich in den Garten in der Hoffnung sie dort zu finden, aber alles, was ich sah war Dark, der eine Wache erstach. Er sah langsam in meine Richtung. Es war das erste mal, dass ich Angst vor ihm hatte, doch am stärksten war meine Enttäuschung.
„Warum Dark?“, fragte ich mit Tränen in den Augen.
„Warum? Diese Menschen haben mich verachtet und verspottet. Dein Volk hat uns schon zu lange unterdrückt, sie haben es gar nicht anders verdient!“
„Habe ich es dann auch nicht anders verdient?“
Langsam kam er näher und je näher er kam, desto weiter wich ich zurück, bis ich mit dem Rücken an die Wand stieß. Dark hielt mir sein Schwert an den Hals.
„Ich sollte dich genauso töten, wie die anderen...“
„Wieso tust du es dann nicht?“, wisperte ich traurig. „Ich hätte es wissen müssen. Ich hätte wissen müssen, dass du genauso bist. Ich habe dir vertraut, Dark. Ich dachte wir wären Freunde!“
„Das habe ich auch gedacht.“, flüsterte er. Dann nahm Dark schließlich sein Schwert von meinem Hals. „Vorerst lasse ich dich laufen. Tue dir selbst einen Gefallen und komm Lord Ganondorf nicht in die Quere!“ diese Worte spuckte mir der Schatten förmlich entgegen, hasserfüllt und blutrünstig.
Dann löste er sich in Schatten auf und verschwand.
Kraftlos ließ ich mich auf die Knie fallen, meine Hände fest an mein Gesicht gepresst und weinte. Ich brauchte eine Weile, um mich zu beruhigen, aber ich wusste, dass das hier weder der richtige Ort noch die richtige Zeit war um zu trauern.
Also stand ich schließlich auf und lief weiter. Ich wusste ich musste zuerst Zelda finden, also schob ich alle anderen Gedanken beiseite und rannte los. Im Burghof fand ich sie schließlich mit Impa.
„Da bist du ja endlich, wir müssen hier weg!“, schrie sie mir entgegen.
Ich nickte nur, versuchte mir mein Gefühlschaos nicht anmerken zu lassen. Dabei hatte ich die ganze zeit über das Gefühl jeden Moment in Tränen auszubrechen.
Zusammen liefen wir zu den Ställen und nahmen uns Pferde. Impa und Zelda ritten auf Impas Hengst und ich nahm meine Falb-Stute aus ihrer Box. Evarinya war schon immer meine einzige wahre Freundin gewesen, die einzige, die mich nie hintergehen oder im Stich lassen würde.
Auf dem Weg aus dem Schloss heraus kam uns noch einmal der blonde Junge mit der Fee entgegen.
Als Zelda ihn sah, warf sie ihm eine Ocarina zu, die sagenumwobene “Ocarina der Zeit“, wenn ich mich nicht irrte. Aber warum tat sie das? Und wo sollten wir überhaupt hin?
Schließlich überwand ich mich dann doch dazu zu fragen. „Was sollen wir jetzt eigentlich tun?“
„Wir werden vorerst in Kakariko Zuflucht suchen“, erklärte Impa. „Wir können Ganondorf nicht davon abhalten das Schloss zu übernehmen, also müssen wir einen anderen Weg finden ihn aufzuhalten.“
Zelda erwiderte: „Link wird sicher einen Weg finden, wir müssen ihm vertrauen. Ich hatte einen Traum, eine Vision, in der Link Ganondorf besiegte.“
Ich konnte meinen Ohren kaum glauben, dass sie das gerade gesagt hatte! Was ich träumte war also Quatsch, aber was sie träumte war gleich eine Prophezeiung? Warum? Was unterschied uns nur, dass sie so viel besser behandelt wurde? Das war schon immer so gewesen.
Vater hatte immer seine ganze Hoffnung in Zelda gesetzt, während er mich immerzu ignorierte. Manchmal hatte er Zelda sogar so sehr unter Druck gesetzt, dass sie sich in ihr Zimmer einschloss. Dann war immer ich es, die sie aufgemuntert hat und was war der Dank dafür? Ich hatte niemandem jemals etwas getan, warum also wurde ich so behandelt?
In mir tobte ein Wirbelsturm an Gefühlen, aber äußerlich zeigte ich nichts davon. Ich wollte nicht, dass Zelda davon wusste, wollte nicht, dass sie diese Seite an mir kennenlernte, die ich niemandem zeigte.
Ich sollte mich einfach damit abfinden, dass sich daran wohl niemals etwas ändern würde. Dark war der erste, der mir wirklich Aufmerksamkeit schenkte, aber letztlich war das für ihn doch nur ein Zeitvertreib gewesen. Ich war nur ein Spielzeug, mit dem er sich vergnügen konnte, wenn ihm langweilig war.
Eine Träne rollte meine Wange herunter, doch zum Glück war ich weit genug hinter Zelda und Impa, sodass sie es nicht sehen konnten. Ich wollte ihr Mitleid nicht, deshalb musste ich stark bleiben und mir nichts anmerken lassen. Und das letzte, was ich jetzt wollte war, dass Zelda mich ausfragte.
Allerdings hatte ich da wohl die Rechnung ohne meinen Zwilling gemacht. Zelda spürte, dass es mir nicht gut ging und sah in meine Richtung. Ich drehte mein Gesicht zur Seite, doch sie hatte es bereits gesehen.
„Tiara, warum weinst du? Ist alles in Ordnung?“
„Was glaubst du?“, schluchzte ich sie schnippisch an. „Ich habe gesehen, wie viele gute Männer getötet wurden, Vater ist tot, Ganondorf hat das Schloss eingenommen, das Königreich droht unterzugehen und meine eigene Schwester wollte mir das alles kurz zuvor nicht glauben, aber sonst geht es mir prima, danke der Nachfrage!“
„Es tut mir leid, ich weiß ich hätte dich vorhin nicht so anfahren sollen, es ist nur...“
„Ich weiß schon, mit mir kann man es ja machen.“, sprach ich bitter. Ich war nicht gewillt ihre Entschuldigung anzunehmen, nicht dieses mal. Diesmal war sie eindeutig zu weit gegangen und das sollte sie zu spüren bekommen!
„So ein Unsinn, so ist es doch nicht und das weißt du auch! Aber sag mal, das ist doch nicht alles, was dich bedrückt, oder?“
Zelda wollte also anscheinend echt nicht aufgeben. Ach was soll´s, dachte ich. Jetzt konnte ich ihr das auch erzählen.
„Vor kurzem habe ich einen Jungen Mann kennengelernt und wir haben uns angefreundet. Das Problem war nur, dass er ein Schatten ist und anscheinend für Ganondorf arbeitet und schließlich hätte er mich fast umgebracht.“
„Du hast einen Schatten im Schloss getroffen und es nicht den Wachen erzählt? Warum hast du ihn nicht gebannt?“, fragte Zelda entgeistert.
„Dark schien nicht Böse zu sein, er wirkte so Freundlich und Charmant, ich hätte ihm so etwas niemals zugetraut!“, versuchte ich ihn zu verteidigen.
„Zumindest mir hättest du es erzählen sollen.“, mischte sich nun auch Impa mit ruhiger Stimme ein.
„Ich habe es nicht für nötig gehalten!“
„Hat dir dieser Schatten so den Kopf verdreht, dass du nicht mehr klar denken konntest?“, fragte Zelda wieder verständnislos.
„Was weißt du schon?“ Ich fühlte mich von allen Seiten angegriffen und in mir staute sich immer mehr Wut an. Ich konnte sie kaum noch zurückhalten, zu lange habe ich sie schon unterdrückt.
Enttäuscht fragte mich Zelda: „Wie konntest du dich nur von einem Schatten blenden lassen?“
„Und dein toller Link ist besser, oder was?“, schrie ich sie an.
„Was meinst du?“, zischte mich Zelda scharf an.
„Denkst du wirklich dieser Junge kann uns alle retten?“, lachte ich höhnisch. „Ich bezweifele es ernsthaft. Du magst vielleicht naiv genug sein, um das zu glauben, aber ich nicht. Bete ruhig für deinen Helden, aber er wird einiges mehr brauchen!“
„Du wagst es...“
„Ja, ich wage es!“, schrie ich wutentbrannt. „Ich wage es dir meine Meinung zu sagen, was sich sonst keiner traut. Schließlich bist du auch die weise, ach so tolle Prinzessin Zelda, wer außer mir würde es wagen sich gegen dich aufzulehnen?“
Zelda hing die Kinnlade herunter, doch ich war noch nicht fertig.
„Immerzu wirst du von allen bevorzugt, immer wirst du gut behandelt, geachtet und von so vielen Leuten verehrt und was ist mit mir? Ich werde immer nur in deinem Schatten stehen und nicht gesehen werden. Du merkst ja noch nicht einmal, wie schlecht es mir geht, dass ich jede Nacht von Albträumen gequält werde. Und trotzdem war ich immer für dich da! Dark war der einzige, der mich wirklich Wahrgenommen und auf mich geachtet hat und auch er hat sich nun gegen mich gewendet. Du weißt gar nicht, wie scheiße es mir geht und trotzdem hackst du immer weiter auf mir herum! Das nächste mal, wenn du mein Verhalten kritisierst, denk erst einmal über deines nach!“
In meinen Augen bildeten sich immer mehr Tränen. Ich wollte einfach nur weg, wollte nicht sehen, wie Zelda Mitleid bekam oder es bereute. Ich wollte ihr Mitleid nicht, ich brauchte ihr Mitleid nicht, ich wollte sie einfach nicht mehr sehen! Also ritt ich fort. Ich ritt nach links, einen anderen Pfad entlang, der den Berg hinauf führte, ignorierte dabei, dass Zelda nach mir rief.
Ich ritt immer weiter, bis ihr rufen nicht mehr zu hören war und ich fast die Bergspitze erreicht zu haben schien. Dann gab ich Evarinya ein Zeichen, langsamer zu laufen. Ich schniefte und weinte nun hemmungslos. Was sollte ich jetzt nur machen? Ich wollte Zelda nie wiedersehen, aber allein war ich nicht in der Lage mein Volk zu beschützen und sie auch nicht.
Ich hielt an, als der Weg auf einer kleinen Plattform endete. Dort war ein seltsames Zeichen in den Boden gezeichnet. Es zeigte einen Kreis, in dem ein Pentagramm war, sowie viele seltsame Zeichen und Runen. Es kam mir so bekannt vor, so als hätte ich es schon einmal gesehen, aber ich wusste nicht wo.
Es hatte so eine starke Anziehungskraft auf mich, dass ich abstieg und, wie aus Trance auf das Zeichen, das wohl ein Siegel darstellte, zulief, bis ich mittendrin stand.
Dann geschah jedoch etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: das Siegel schien einen Teil meiner Kraft einzusaugen und leuchtete in einem seltsamen Licht, wenn man es überhaupt Licht nennen konnte. Es war eine Art leuchtendes Abbild aus Lila und Schwarz, das sich erhob, bis es auf Brusthöhe um mich schwebte.
In meinem Kopf tauchten Bilder auf. Bilder, auf denen ich in Schatten gehüllt grausame Kreaturen erschuf, die die Erde angriffen. Bilder in denen viele Menschen grausam ums Leben kamen und ich stand lachend daneben. Ich sah so viel Böses für das ich verantwortlich war...und endlich verstand ich. Diese Bilder und auch meine Träume waren Erinnerungen. Es waren Erinnerungen an ein früheres Leben, in dem ich eine grausame Göttin gewesen war. Und ich sah auch, wie ich am ende wieder zu Verstand kam und entschied auf die Erde zu kommen, um Buße zu tun.
Ich drohte zusammenzubrechen, doch das Siegel um mich verhinderte es, stützte mich, während ich in einer Art Schockstarre mit weit aufgerissenen Augen verharrte.
Ich verstand nicht, wie ich in der Lage gewesen sein konnte das alles zu tun und es auch noch richtig zu finden, doch ich verstand, warum ich es getan hatte.
Wer mit den Schatten spielt droht irgendwann von ihnen verschlungen zu werden.
Ich musste damals schon mitansehen, wie Hylia von allen verehrt und geliebt wurde, während man mich, die Göttin der Finsternis und des Todes, fürchtete und verachtete. Das wollte ich aber nicht und so zeigte ich mich viele Jahre nicht mehr. Schließlich geriet ich in Vergessenheit. Es gab keinen mehr, der sich an mich erinnerte, während meine Schwester, Hylia, von allen angebetet wurde. Ich konnte es nicht länger ertragen und auch, wenn Hylia immer für mich da war, war das nicht genug. Was ich wollte war Anerkennung und ich dachte, um die zu bekommen müsste ich mächtiger werden. Doch ich ging viel zu weit. So weit, dass die Dunkelheit in mir mich zu Taten verleitete, die ich noch lange bereute.
Das Siegel um mich löste sich auf, doch die Bilder wollten nicht aus meinem Kopf verschwinden. Ich saß die ganze Nacht dort, weinend, total verzweifelt und geschockt. Doch am nächsten Tag, als ich mich beruhigt hatte, wusste ich auch endlich, was ich zu tun hatte. Ich war schuld daran, dass Ganondorf so grausam war, also musste ich ihn auch aufhalten, egal was es kostete! Das hieß, ich musste meine wahre Kraft entfesseln und Zelda helfen, das war der einzige Weg. Dieser Link kam erfahrungsgemäß ohne uns ja sowieso nicht zurecht.
Das wichtigste war jetzt, dass ich nach Kakariko ging und mich mit Zelda versöhnte. Ich würde Ganondorf aufhalten und ich würde nicht wieder der Dunkelheit zum Opfer fallen.



So das war es dann mit diesem Kapitel. Wie hat es euch gefallen​? Das würde mich wirklich sehr interessieren.
P.s. es ist möglich dass das nächste Kapitel noch etwas auf sich warten lässt, da ich gerade eine mehr oder weniger große Schreibblockade habe und mir einfach nicht einfallen will wie ich weiter schreiben soll. Aber bitte seid mir nicht böse, ich arbeite weiter daran, versprochen :)
Bis zum nächsten Kapitel ^^
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