Die Finsternis in Hyrule

GeschichteDrama, Romanze / P16
Dark Link Link OC (Own Character) Zelda
17.04.2017
28.04.2017
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Kapitel 1: Die Dunkle Prinzessin

Es war ein sonniger Tag. Die Sommersonne schien ungehindert auf die Erde herab und ein lauer Wind wehte. Er ließ die Blätter der Bäume rascheln, die Blumen wiegten sich im Wind und er ließ leichte Wellen im Wasser des kleinen Brunnens entstehen, an dem ich saß. Ich sah den Wellen nach, meine dunkelbraunen Haare und dunkelblauen Augen spiegelten sich im Wasser, als ich nachdachte.
Ich verstand nicht, warum all das passierte.
Letzte Nacht hatte ich mal wieder einen Albtraum. Ich träumte meistens von Schlachten, furchtbaren Kreaturen und einem Gerudo, der die Monster und Schatten in den Kampf führte. Ich träumte, dass Zelda von dem Gerudo entführt wurde und von einem Helden, der sie rettete und gegen den Gerudo antrat. Diese Kämpfe endeten immer unterschiedlich, endeten aber immer damit, dass ich schweißgebadet aufwachte. Doch das war noch nicht das schlimmste. Manchmal träumte ich nicht von diesen Kämpfen zwischen dem Gerudo und dem unbekannten Helden. Diese Träume waren anders und fühlten sich noch echter an. Ich sah tausende von blutüberströmten Leichen, Folterungen oder Massenhinrichtungen. Das schlimmste an allem war aber, dass es mir im Traum Spaß machte diese Menschen leiden und winseln zu sehen. Ich konnte einfach nicht verstehen, warum.
Eigentlich war ich kein Grausamer Mensch, ich konnte nicht einmal einer Fliege etwas zuleide tun. Okay, das stimmt auch nicht ganz. Ich konnte Kämpfen und ,wenn ich es musste, würde ich es tun, aber ich wollte doch eigentlich niemanden verletzen, so Blutrünstig war ich einfach nicht.
Ich wusste nicht, was diese Träume zu bedeuten hatten, ich wusste nur, dass mein Unterbewusstsein mir damit unglaubliche Qualen bereitete.
Aber das war auch nicht das einzige, worüber ich nachdachte. Ich spürte, wie etwas böses in Hyrule erwachte, auch wenn ich noch nicht genau wusste, was es war. Als Prinzessin musste ich mein Volk vor Unheil bewahren, aber wie? Ich war doch erst 15!
Na gut, das war irgendwie eine faule Ausrede. Es war nicht so, dass ich feige wäre, eigentlich war ich ziemlich mutig. Und ich hatte Möglichkeiten mich zu wehren.
Seit Wochen schon wirkte ich einen Schutzzauber nach dem anderen auf das Schloss, da ich sicher war, dass es zuerst angegriffen werden würde. Außerdem konnten wir so Hilfe schicken und das böse bekämpfen, ohne das Schloss würde das viel schwerer werden.
Das Problem war nur, dass ich das Gefühl hatte meine Bemühungen würden nicht ausreichen. Ich war nicht so begabt, wie Zelda. Außerdem kämpfte ich mit Schattenmagie, damit musste man etwas vorsichtig umgehen, da es sonst sehr gefährlich werden konnte. Wenn man Schattenmagie benutzte musste man vorsichtig sein, dass die Schatten einen nicht beherrschten.
Aber durch meine Verbindung mit der Dunkelheit konnte ich auch genau spüren, wie das Böse in Hyrule immer weiter wuchs. Und doch wollte mir niemand glauben. Vater sah mich nicht mal an. Zelda war ebenfalls beunruhigt, aber auch mit ihr konnte ich nicht reden, sie hatte viel zu viel zu tun. Und sonst nahm mich ja niemand ernst, oder besser gesagt: es nahm mich niemand wirklich wahr.
Dafür nahm ich aber jetzt die Präsenz einer Person ganz in meiner Nähe wahr. Seine Aura war düster und hatte etwas bösartiges, dennoch wirkte sie seltsam vertraut...
Erschrocken sah ich auf und in die Richtung, aus der ich diese Aura wahrnahm.
Auf der anderen Seite des Gartens stand ein junger Mann. Sein bleiches Gesicht wurde von schwarzen Haaren umrahmt und er trug eine Schwarze Tunika, schwarze Mütze und eine weiße Hose. An seiner Seite sah ich ein Schwert, dass ihm sicher schon oft gute Dienste geleistet hatte.
Rote Irden leuchteten in seinem Gesicht, als er mich interessiert ansah. Ich wusste, dass er ein Schatten war, doch obwohl ich ihm misstrauen sollte, wollte ich ihm vorerst eine Chance geben, schließlich musste ja nicht jeder Schatten böse sein.
Der schwarzhaarige Schatten grinste mich an und trat näher, während er mich ansprach.
„Nanu, eine aufmerksame Prinzessin. Habe ich euch also endlich gefunden.“
So ruhig, wie möglich erhob ich mich und sah zu ihm. „Es wundert mich, dass ihr von mir wisst“
„Und mich wundert es, dass von euch niemand weiß. Verzeiht meine Unhöflichkeit Prinzessin, mein Name ist Dark Link, aber ihr dürft mich gerne Dark nennen.“
Dark also...Ein seltsamer Name, wie ich fand, doch Dark schien wirklich freundlich zu sein und Charmant.
„Es freut mich euch kennenzulernen. Nennt mich bitte Tiara. Was führt euch hierher?“
Dark grinste mich verführerisch an. „Nun, ich vermute eure Schönheit hat mich hierher geführt. Eure Ausstrahlung ist so strahlend, dass man sie von weitem wahrnimmt.“
Schlagartig wurde ich rot. Noch nie hatte jemand so mit mir geredet.
„Um...nun ja...danke für das Kompliment...denke ich.“, stotterte ich verunsichert, was Dark zum lachen brachte.
„Ihr seid es wohl nicht gewohnt so behandelt zu werden. Wie schade, ich hätte gedacht ihr könntet euch vor Verehrern gar nicht retten und ich könnte ein wenig um eure Gunst kämpfen.“
Langsam begriff ich, dass es ihm wohl nur Spaß zu machen schien zu flirten. Ich räusperte mich und versuchte mich wieder zu fangen. „Ihr...ihr habt meine Frage nicht beantwortet.“
Noch immer grinste der Schatten mich an, doch ich meinte erkennen zu können, dass der Themenwechsel ihm missfiel.
„Mein Meister redet mit eurem Vater und so entschloss ich mich etwas das Schloss zu erkunden.“
„Ich verstehe. Wenn ihr möchtet kann ich euch etwas herumführen, sonst verlauft ihr euch womöglich noch.“, bot ich höflich, aber frech grinsend an.
Nun grinste Dark mich schelmisch an und sagte: „Das glaube ich nicht, aber wie könnte ich nicht auf euren Vorschlag nicht eingehen, Prinzessin? Mit solch einer hübschen Begleitung macht eine Führung durch das Schloss doch gleich viel mehr Spaß.“
Mit einem schüchternem lächeln und rotem Gesicht begann ich also Dark durch das Schloss zu führen und schon bald redeten wir vertrauter miteinander. Es machte Spaß sich mit dem Schatten zu unterhalten, so viel Spaß wie ich schon lange nicht mehr hatte. Ich machte den Vorschlag, dass wir Freunde werden könnten und er ging tatsächlich darauf ein. Wir sahen uns auch immer öfter, da sein Meister, Ganondorf, wohl ein neuer Gefolgsmann meines Vaters war.
Wir waren nun schon seit 2 Wochen befreundet und wieder einmal mussten wir uns voneinander verabschieden. Dark nahm sanft meine Hand und platzierte einen Kuss auf meinen Handrücken. Wie so oft wurde ich wegen ihm rot und wieder einmal brachte ihn das zum kichern.
„Wir werden uns wohl eine Weile nicht mehr sehen können. Auf Wiedersehen Prinzessin Tiara.“
Und mal wieder ging mein Freund ohne ein weiteres Wort noch bevor ich etwas erwidern konnte.
Gemütlich schlenderte ich zu meinem Zimmer. Als ich jedoch an dem Garten vorbeikam und Zelda dort vor dem kleinen Fenster stehen sah, entschied ich mich dazu zuerst zu ihr zu gehen. Irgendwas schien sie zu bedrücken. Von Dark wusste sie nicht, das konnte es also nicht sein, aber was hatte sie dann auf dem Herzen?
Leise trat ich neben sie, wissend dass sie mich bemerkte.
„Was hast du Zelda?“
Sie sah noch immer besorgt durch das kleine Fenster, als sie antwortete. „Ich traue diesem Mann nicht, er hat etwas böses an sich, warum sieht Vater es nicht?“ dann trat sie einen Schritt zur Seite, um mich hindurchsehen zu lassen.
Doch was ich sah verwirrte und erschreckte mich gleichzeitig. Es war ein großer Gerudo, der vor Vater kniete und in diesem Moment in meine Richtung sah. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück und wandte das Gesicht ab. Es war der selbe Gerudo, wie aus meinem Traum.
„Das ist Lord Ganondorf, Vaters neuer Gefolgsmann.“, erklärte Zelda, die mit so einer Reaktion wohl gerechnet hatte.
Ganondorf? Das ist doch hoffentlich nicht der Ganondorf, von dem Dark geredet hat, oder?
Ich musste Zelda sagen, was ich wusste, auch wenn ich angst vor ihrer Reaktion hatte.
„Zelda...dieser Mann...ich habe ihn in meinen Träumen gesehen. Er ist das Böse, was wir die ganze Zeit gespürt haben, wenn wir ihn nicht aufhalten wird er ganz Hyrule ins Verderben stürzen.“
„Warte mal Tiara, nichts überstürzen.“, unterbrach mich Zelda. „Wir wissen doch noch gar nicht mit Gewissheit, ob er wirklich so böse ist.“
„Ich weiß es, ich habe es gesehen!“, widersprach ich energisch.
„Was ist, wenn du dich täuschst? Das können wir nicht riskieren!“
„Und was ist, wenn nicht? Wenn wir die Gewissheit haben wird es zu spät sein!“
„Schluss jetzt! Wir hast absolut keine Beweise!“
Entgeistert sah ich Zelda an, nicht in der Lage meinen Schrecken zu unterdrücken. Ich fühlte einen schmerzhaften Stich in meinem Herzen. Also hörte mir selbst meine Zwillingsschwester nicht mehr zu? Diejenige, für die ich immer da gewesen bin? Die ich getröstet habe, wenn sie weinte, oder die ich beruhigt habe, wenn jeder andere Druck auf sie ausübte? Diejenige, die ich immer verteidigte, egal was passierte? Selbst sie vertraute mir nicht mehr?
„...Glaub doch was du willst!“, sprach ich zutiefst verletzt und wütend zugleich. Dann drehte ich mich auf dem Absatz um und ging.
„Tiara...“ Ich hielt auf halbem Weg an, drehte mich jedoch nicht zu ihr um. „Ich werde darüber nachdenken.“
Ich nickte nur und ging weiter, wusste ich doch, wie bedeutungslos diese Worte waren.
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