Hermine Granger und die Liebe: Dann machen die es einmal wie die Muggel (#DmdeewdM)

von Hedwig93
GeschichteDrama, Romanze / P16
16.04.2017
13.11.2017
41
112699
38
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
---
Danke an meine Beta-Leser Psimode und Thowo91
---

Lord Voldemort war seit vier Wochen Geschichte. Der Junge der überlebte, der Auserwählte oder einfach Harry Potter hatte es geschafft den dunklen Lord endgültig und sicher zu vernichten. Natürlich nicht ohne die Hilfe seiner Freunde, Hermine Granger und Ron Weasley. Diese drei sind ein Jahr durch Wälder und Ländereien gestreift und haben Voldemorts Horkruxe gesucht und zerstört. In der entscheidenden Schlacht auf dem Gelände von Hogwarts haben viele Menschen und Wesen gekämpft. Viele sind gestorben. Die magische Gemeinschaft versucht nun schrittweise in eine unbeschwerte Zukunft entgegen zu leben. Kingsley wurde Notfallminister, auch wenn keiner daran zweifelte, dass er bei der offiziellen Wahl im Dezember zum Minister gewählt werden würde.

Harry und Hermine saßen im Fuchsbau und waren froh, dass hier wenigstens keine nervenden Reporter unterwegs waren. Natürlich war es hier für niemanden einfach, da der Verlust von Fred noch nicht verarbeitet war, soweit es das jemals werden könnte. „Was ist nun eigentlich zwischen dir und Ron, Hermine? Sonderlich verliebt wirkt ihr nicht“, stellte Harry fest und nippte an seiner Teetasse, die er von Mrs. Weasley bekommen hatte. „Das liegt daran, dass man sagen könnte: <Was im Krieg passiert, bleibt im Krieg>“, erklärte Hermine, die von ihrem Buch aufgeblickt hatte.

„Was soll das heißen? Man küsst sich doch nicht einfach so. Und du schon gar nicht!“, antwortete Harry, der bei den letzten Worten etwas zu laut für seinen Geschmack wurde. „Du tust ja gerade so, als ob ich nicht einfach mal küssen darf aber jeder andere schon“, schmollte Hermine. ‚Das ist so schrecklich. Alle Menschen erlauben sich alles mögliche und wenn ich nur ein bisschen davon tue, verliert gleich jeder den Verstand‘, dachte Hermine aufgebracht.

„Nein…! Natürlich nicht. Ich meine nur, du warst nie so…“, suchte Harry nach dem richtigen Wort. „So was?“, fragte Hermine mit hochgezogenen Augenbrauen und ihrem üblichen tadeltem Tonfall. „So Lavender-mäßig. Ja, genau. Du warst nie so flatterhaft. Ich verstehe die Gesamtsituation einfach nicht“, versuchte Harry die Stimmung wieder zu richten. „Ach, Harry. Ich sehe schon, die vielen Termine mit Kingsley sorgen für so tolle Wörter wie <Gesamtsituation> und <flatterhaft>“, lachte Hermine und erntete dafür einen rot anlaufenden Harry.
Es stimmte. Seit Voldemorts Untergang war Harry mindestens zwei eher drei Mal pro Woche bei Kingsley gewesen. Was in diesen Gesprächen besprochen wurde, durfte Harry jedoch nicht weitererzählen.

„Nein, im Ernst. Du kennst Ron und mich. Wir mögen uns aber es ist mehr dieses Bruder-Schwester-Ding. Wir streiten uns, wie er mit Ginny. Wir haben nach der Schlacht lange miteinander gesprochen und kamen zu dem Schluss, dass es im Eifer des Gefechts einfach passiert ist. Es gab uns einen Grund weiter zu machen. Nun ist zwar nicht alles gut aber sicherer als vorher. Wir sind Freunde und damit ist alles gut“, erklärte Hermine. „Ok, ich denke, dass ich das verstehe. Ihr habt es wirklich geschafft. Es hat sich gefühlt nichts geändert zu vorher, was euren Umgang miteinander angeht.“ „Danke, Harry“, antwortete Hermine.


„Ich hoffe, ich war nicht zu indiskret?“, fragte Harry nach einer Weile des Schweigens. „Nein, das ist dein gutes Recht. Und bei dir und Ginny? Was gibt es da neues“, und schon der kurze Gesichtsausdruck von Harry zeigte Hermine, dass sie diese Frage lieber nicht gestellt hätte. „Du musst nicht antworten, das weißt du?“ „Ja, ja natürlich. Aber ich möchte. Du bist die einzige Person mit der ich über alles reden kann. Und es ist auch dein gutes Recht mich solche Dinge zu fragen“ „Danke für dein Vertrauen!“, lächelte Hermine. „Immer. Es ist kompliziert. Ginny geht einfach davon aus, dass wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Ich weiß aber nicht, ob ich das möchte. Ich mag sie und ich sorge mich um sie. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das reicht. Wir haben nie über Zukunftspläne gesprochen. Eigentlich weiß ich gar nicht, was Ginny sich vom Leben wünscht und ob das kompatibel ist zu dem was ich möchte“, erklärte Harry. „Wann bist du so weise geworden? Das klingt aber sehr nach deiner Bücherwurm-Besten-Freundin“, scherzte Hermine und erntete dafür erzürnte Blicke. „Du bist viel mehr als ein Bücherwurm, Hermine.“ „Danke sehr. Aber ich muss sagen, dass du wirklich recht hast. Überleg dir, was du willst und dann rede mit ihr. Verdient hat sie dieses in der Luft hängen auch nicht. Man hat das Gefühl, dass du vor Ginny flüchtest, damit ihr bloß nicht allein seid.“ „Ja, ich weiß das Hermine. Ich werde wirklich nachdenken müssen.“

Hermine widmete sich wieder ihrem Buch, was Harry ein kleines Schmunzeln entlockte. Er erhob sich und ging hinaus in den Garten. Bevor das Abendessen in zwei Stunden fertig sein sollte, wollte Harry sich an seinen Lieblingsbaum setzen und genau das tun, was auch Hermine für eine gute Idee hielt. Er lehnte am Baumstamm eines alten Apfelbaums und glitt hinunter, um sich ins Gras zu setzen. Die Vögel sangen ihre Lieder und es roch nach frischem Gras und Frühling im Übergang zum Sommer.

„Harry? Wo bist du? Es gibt Abendessen“, rief Ginny und schritt in dem ihr so verhassten Garten mit seinen Gnomen und der verwilderten Natur umher. „Ich bin hier. Warte, ich komme“, rief Harry und rappelte sich auf. ‚Zwei Stunden nur sitzen und sich nicht bewegen ist keine gute Idee‘, dachte Harry als seine Beine nicht gleich so wollten, wie er. „Da bist du ja! Wir warten alle auf dich“, erklärte Ginny und hakte sich unaufgefordert bei Harry unter. Zusammen gingen sie Richtung Eingang zur Küche des Fuchsbaus.

„Ich möchte gerne später einmal mit dir reden, ja? Hast du Zeit?“, fragte Harry Ginny. „Ja, natürlich. Ich habe gehofft, dass du irgendwann kommst.“ „Wie meinst du das, Ginny?“ „Ganz einfach. Ich weiß oder kann zumindest ahnen, was ihr und insbesondere du durchgemacht habt. Und da wollte ich dir alle Zeit geben, die du meinst, dass du sie brauchst“, erklärte Ginny. „Danke“, war alles, was Harry darauf antworten konnte. „Ah. Da seid ihr ja. Schaut, wir haben alle Post bekommen. Seltsam, oder?“, fragte Ron, der ausladend auf den Esstisch zeigte.

Harry und Ginny ließen sich auf die Bank gleich in der Nähe der Eingangstür nieder und betrachteten den Berg an Briefen. „Was hat das zu bedeuten?“, fragte Harry unsicher. „Das können wir nur herausfinden, wenn wir nachsehen, oder?“, fragte Hermine und begann die Briefe zu sortieren. „Der ist für mich, der ist für Harry“, und Hermine gab Harry seinen Brief. „Der ist für dich Ron, für dich Ginny. Ah, hier ist einer für George und einer für Charlie“, verteilte Hermine auch den letzten Brief.

Alle betrachteten die Briefe in ihren Händen und sahen das Wappen des Zaubereiministers. Da Mr. Weasley noch nicht zurück war, konnten sie keine Vorwarnung erwarten. „Wer macht zu erst auf?“; fragte Ron unsicher. „Ach, seid nicht albern. Jeder macht nun den Brief auf und liest“, sagte Hermine und riss Ihren Brief schon auf.


Sehr geehrte Miss Granger,

zunächst möchte ich Ihnen offiziell im Namen der magischen Gemeinschaft für Ihren Einsatz im Kampf gegen Lord Voldemort danken. In dieser Sache werden wir noch einmal auf Sie zurückkommen, wenn Recht und Ordnung und der Fortbestand der magischen Gemeinschaft gesichert ist.

Im Zuge der Verhandlungen werden viele magische Menschen (also Hexen und Zauberer) mindestens lebenslang nach Askaban geschickt werden. Im Zuge von Berechnungen der Unsäglichen bedeutet dass das Ende der magischen Bevölkerung (egal ob Muggelstämmig oder sonstiges) innerhalb der nächsten 150 Jahre eintritt.

Um dieses Ereignis zu verhindern, sieht sich das Ministerium gezwungen zu handeln. Jede unverheiratete Hexe und jeder unverheirateter Zauberer wird gezwungen innerhalb der nächsten 90 Tage eine entsprechende Anmeldung einer Eheschließung anzuzeigen. Diese Eheschließung muss dann wiederum innerhalb 90 Tagen stattfinden. Sollte eine dieser Fristen verstreichen, so wird das Ministerium Ihnen eine Vorschlagsliste zukommen lassen, aus der Sie einen Partner wählen müssen.

Als muggelstämmige Hexe haben sie jedoch die Möglichkeit die magische Gemeinschaft des englischsprachigen Europas zu verlassen und somit dieser Maßnahme zu entgehen. Nehmen Sie jedoch zur Kenntnis, dass diese Entscheidung endgültig ist.

Hochachtungsvoll,
Meridith Rosenberg
(Leiterin des neu eingerichteten Büros für Schutz der magischen Bevölkerung, Vorsitzende der Initiative für Gleichberechtigung von Muggelstämmigen, Mitarbeiterin in der Abteilung für magische Strafverfolgung, selber Muggelstämmig)
Review schreiben
 
'